Werner Schildhauer – ein Deutscher in der Weltspitze

3 x 20-23 Tage Höhentraining im Jahr waren Standard
1983 - 13:12,5 - 27:24,95

Ein Rückblick – von Lothar Pöhlitz

2009-08-27-werner-schildhauer27. August 2009 - In den 80zigern war Werner Schildhauer einer der besten Langstreckler Deutschlands, auch wenn er damals unter Führung seines Trainers Walter Schmidt beim SC Chemie Halle/Saale für die DDR die Medaillen und Rekorde errang. Seine Vorbereitung erfolgte über Jahre auf der Grundlage eines geschwindigkeitsorientierten Belastungsaufbaus, der durch die Leistungsdiagnostik (Laktatsteuerung) am damaligen FKS Leipzig begleitet wurde. Etwa 60 Tage seines Trainings im Jahr wurden unter Höhenbedingungen (2000 – 3500 m) absolviert. Dieser Rückblick ist auf der Grundlage mir überlassener, gewissenhafter Aufzeichnungen, Protokollen und handschriftlichen Analysen seines Trainers Walter Schmidt möglich, der am 30.4.1991 (54 jährig) auf dem Weg zum Essener Citylauf bei Bad Hersfeld bei einem Autounfall, leider viel zu früh, tödlich verunglückte.

Schildhauers persönliches Leistungsprofil, die persönlichen Bestleistungen wurden zwischen 1982 – 84 erzielt, sieht wie folgt aus:

400 m 52,8 (1981)
800 m 1:52,19 (1983)
1500 m 3:38,30 (1982)
3000 m 7:46,5 (1982)
5000 m 13:12,54 (1982)
10000 m 27:24,95 (1983) DDR-Rekord
15 km 43:50,2 (1983)
20000 m 58:30,20 (1983) DDR-Rekord
1 Std. 20536 m (1984) DDR-Rekord
vL 3 5,8 m/s (1982 + 1983)



JEM 1977 Silbermedaille 3000 m 8:01,0
OS 1980 7. Platz 10000 m 28:10,91
1981 1. Platz Europapokal 10000 m + 1.Platz Weltpokal 10000 m
EM 1982 Silbermedaille 5000 m 13:30,03 + Silbermedaille 10000 m 27:41,21
WM 1983 Silbermedaille 5000 m 13:30,20 + Silbermedaille 10000 m 28:01,18

 

Die Trainingsanalyse wurde jährlich rückwirkend, auf der Grundlage der Jahresbestleistung vom Trainer erstellt. Das ermöglicht uns heute, das Ergebnis dem Leistungsziel gleichzusetzen und entsprechende Erkenntnisse aus dem trainingsmethodischen Vorgehen zu gewinnen. Die Jahresbestleistung auf der Spezialstrecke entspricht in den folgenden Ausführungen dem Leistungsziel (= 100%). Weil Im Trainingssystem von Trainer Walter Schmidt über viele Jahre neben dem Dauerlauf ausschließlich die Streckenlängen 100 – 200 – 400 – 1000 – 2000 m im Tempolauftraining eingesetzt wurden, ist noch heute eine umfassende Beurteilung des gesamten Trainings möglich. Die Jahrestrainingsanalyse 1983 von Werner Schildhauer. dem Jahr in dem W. S. mit 27:24,95 über 10000 m Deutschen Rekord lief, lässt so folgende lückenlose Übersicht über die Anzahl der Wiederholungen in den jeweiligen Geschwindigkeitsbereichen im Verhältnis zur Rekordgeschwindigkeit zu:

 S A*wsA*TL1/2Tests/Wk
  bis 115 % v. L-Zie > 95 – 105 %    
vL - Ziel: 115 % 100 % > 95 %  
  100 m   200m 400 m   1000 m 2000 m 400m   1000 m
  14,3   28,6 65,8   2:53,1 5:46,2  
Wdhlg: 19 x   157 x 314 x   54 x 8 x 75 x   66 x

am Beispiel von Werner Schildhauer im Jahr 1983 (27:24.95)

*SA = Schnelligkeitsausdauer bis 115 % v. L-Ziel /
wsA = Wettkampfspezifische Ausdauer > 95-105 %

 Die Analyse sagt aus, dass W.S. im Jahre 1983 neben dem Dauerlauftraining

176 Läufe über 100 + 200 m im Bereich von 115 % (14,3 / 28,6 sec. = Schnelligkeitsausdauer)

314 Läufe über 400 m im Bereich um 100 % (65,8 sec.)

62 Läufe über 1000 + 2000 m im Bereich > 95 % (2:53,1 / 5:46,2)

75 Läufe über 400 m
66 Läufe über 1000 m ebenfalls

Das heißt, 693 Wiederholungen wurden nur mit den angegebenen Strecken, also schwerpunktmäßig 200 m – 400 m und 1000 m Abschnitten realisiert. Dieses System wurde über all die Jahre in der gesamten Trainingsgruppe realisiert, weil Schmidt überzeugt war, dass damit die Übersicht über das absolvierte Training und der Leistungsfortschritt im Verlaufe eines Jahres und im Vergleich zum absolvierten Training der zurückliegenden Jahre auch für seine Sportler eindeutig und überzeugend, auch im Sinne der Überzeugung von der eigenen Leistungsfähigkeit, der Leistungsfortschritte und einer möglichen Orientierung leistungsschwächerer Läufer an „den Großen“, war. Psychologische Probleme mit diesem System traten in all den Jahren bei den Sportlern nicht auf.

Umfang + Intensität waren Grundlage für die damaligen Spitzenleistungen

Basis des geschwindigkeitsgeführten Belastungsaufbaues war die Schaffung stabiler aerober Grundlagen mit Hilfe von Dauerläufen im mittleren Geschwindigkeitsbereich (so bedeutet „mittel“ in der nachfolgende Wochentrainings-Übersicht: 4,2 – 4,8 m/s, dabei wurde immer das Ziel verfolgt innerhalb dieses Bereiches möglichst schnell zu laufen). In einer solchen beispielhaften sogenannten „Akkumulationswoche“ wurden 200 – 230 km mit möglichst täglich langen Strecken (15-25 km) im Bereich zwischen 80-90 % vom Leistungsziel realisiert . Die Summe und Qualität der in dieser Intensitätszone absolvierten Kilometer galt als Voraussetzung für die weitere Intensivierung.

Akkumulationswoche aerob – 230 km

BelastungMontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstagSonntag
               
hoch 20 DL 15 DL 25 DL 15 DL 20 DL 15 DL 25-30 DL
               
               
mittel 10 DL 15 DL 5 A 10 DL 15 DL 10 DL 5 E/A
               
               
niedrig 5 E/A AT/Spiel   AT/Spiel 5 E/A AT/Spiel  

AT = Athletik / E/A = Ein- und Auslaufen

In einer nachfolgenden Phase mit dem Ziel eines schrittweisen Aufbaus der aeroben Leistungsfähigkeit wurden bei einem 200 Kilometerziel und Beibehaltung des Schwerpunktes mittlere Intensität (montags 15 km DL, mittwochs 12 km DL und freitags 20 km DL) neu 1-3 x DL3 – Belastungen eingefügt.

Die höchste Belastungsform im Walter Schmidts Trainingssystem widerspiegelt sich in der nachfolgend beispielhaft dargestellten „ hohen anaerob-aeroben Belastungswoche“. Bei 228 km wurde neben 6 DL2 – TE, noch 10 x 1000 : 600 m DL-TW, 20 x 400 m, 1 x 15 km DL3 (in 49´) und 1 x 12 km DL3 absolviert! Dazu soll noch einmal unterstrichen werden, dass alle Beispiele keine Planungsgrößen, sondern realisierte Programme wiedergeben.

Hohe anaerob-aerobe Belastungswoche ~ 228 km

BelastungMontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstagSonntag
               
hoch 16 DL-TW
10x1000 m
51´ / 2:55
  12 DL
20x400 m
62-64“
  15 DL
49´
   
               
               
mittel 15 DL 25 DL   20 DL 15 DL 25 DL 15 DL
               
               
niedrig 5 E/A 10 DL 12 E/A
5 E/A
15 DL 5 E/A 10 DL  

 

Leistungen und ausgewählte Belastungsgrößen im Langstreckenlauf

Aus den Tabellen die wesentliche ausgewählte Belastungsgrößen im Langstreckenlauf im Vergleich zu den Leistungen über 5000 und 10000 m, sowie in der Leistungsdiagnostik (vL 3) darstellen, geht hervor, dass W.S. für Leistungen von ~ 13:20 bzw. ~ 27:30 min. einen jährlichen Gesamtumfang von > 8000 km (= 160 km/Woche bei 50 Wochen/Jahr) bei Gipfelwochen von ~ 240-260 km / Woche und etwa 12 Wochen mit mehr als 200 km / Wo absolvierte.

Bei einer durchschnittlichen Dauer von je 20 Tagen wurden jährlich 3 Höhentrainingslager (2 x ~ 2400-3000 m / 1 x ~ 2000 m Höhe) durchgeführt. Das Höhentraining fand im Frühjahr z.B. in Mexico und Äthiopien, im Sommer in Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt (UWV) immer auf dem Belmeken / Bulgarien (~2000 m Höhe) statt. In den Jahren, in denen W.S. seine höchste Leistungsfähigkeit ( 13:12,5 / 27:24,95) in Wettkämpfen zeigen konnte, erreichte er auch seine höchste aerobe Leistungsfähigkeit im submaximalen Stufentest ( vL 3 = 5,8 m/s) auf dem Laufband!

Voraussetzungen für sehr gute Leistungen bei den sogenannten „sportpolitischen Höhepunkten“ (DDR-sprachgebrauch) war ein kontinuierliches, ganzjährig störungsfreies professionelles Training, das eine optimale Gestaltung der UWV (mit erfolgreichem Höhentraining) ermöglichte. Basis war ein für die Langstrecke wichtiger relativ hoher Gesamtumfang pro Jahr. In den Jahren 1980 – 1985 wurden von Schildhauer so diese Belastungsgrößen erreicht:

 198019811982198319841985
             
Ges.-km 8193 8267 8710 7790 8637 7205
            (verletzt)
             
Gipfelwochen:
km / Woche
248,0 241,6 255,4 262,2 261,7 239,4
             
             
Wochen Anzahl
> 200 / > 150 km
11 / 25 9 / 26 13 / 23 11 / 19 11 / 17 10 / 23


Jahresbestleistungen, die aerob-anaerobe Schwelle, die Anzahl der Höhentage und ausgewählte Belastungsgrößen 1981-1984 von W. Schildhauer (nach handschriftlichen Aufzeichnungen von Walter Schmidt):

 LeistungenGes.-kmHöhen-Tage
Jahr
Gipfel-WocheWo > 200 km
           
1981 13:13,6
27:38,4
vL3 5,75 m/s
8267 61 241,6 9
           
           
1982 13:12,5
27:33,7
vL3 5,80 m/s
8710 58 255,4 13
           
           
1983 13:26,4
27:24,9
vL3 5,80 m/s
7790 63 262,2 11
           
           
1984 13:26,2
28:09,0
vL3 5,65 m/s
8637 44 261,7 11

 

Jahresanalyse / Geschwindigkeitsentwicklung 1982 / 83

Aus der nachfolgenden Tabelle sind an Hand der Trainingswochen des Jahres (40/1982 – 32/1983. Woche) die absolvierten Tempolaufprogramme sowie Wettkämpfe, Leistungsdiagnostikergebnisse (vL 3*) und Tests abzulesen. Damit wird deutlich welche Bedeutung vor allem dem Training im Bereich um die Leistungszielgeschwindigkeit (> 95 %) zugeordnet wurde.
Aus der Wochenspalte sind 16 Wochen Trainingslageraufenthalte – bei 10 Wochen Höhentraining – abzulesen. Die Spalte Wettkampf / Tests rechts weist auf die Vielzahl von Wettkämpfen + Tests als „Trainingsbestandteile“ hin, vor allem auch über Strecken von 15 – 20 km.
*(Die als vL 3 gekennzeichneten Werte sind Leistungsdiagnostikergebnisse (FKS Leipzig)

      10000 m 27:24,95 = 6,08 m/s 
Wo-Nr.S A - 100 %> 95 % Wettkampf
Tr.- Lager        
  100 m
14,3
200 m
28,6
400 m
65,8
1000 m
2:53,1
2000 m
5:46,2
400 m1000 m
2:53,2
Test
40                  
41                  
42 Aerobes semispezif. Kraft- / Athletiktraining - umfangsorientiert
43                  
44                  
45                  
46       10x65,1          
47     20x31,3       10x67,7    
48     10x31,2       15x66,4 10x2:56  
49     6x30,5            
50     10x29,5 20x64,5          
51     10x29,7 20x64,6       10x2:51,2 58:58
52     6x30,5 10x62,2          
1     10x33,0       20x69,0   29:42
2 Kienb.   6X28,9 25x63,6 10x2:49,9       64:08
3 Kienb.   3X29,7 15x65,7 10x2:45,9     vL3 = 5,5 m/s 13:57 / 62:17
4   KRANK              
5   KRANK              
                   
6             15x68,0    
7       10x62,1 1x2:35,2 1x5:29,6      
8       15x64,1 1x2:37,1 1x5:30,6     30:49
9       20x63,9 8x2:45,9       47:14
                   
10       10x62,2 10x2:45,6       38:42
11       15x65,3 5x2:40,9       1.Pl.Cross
12       10x62,0         24:03
13 Kienb.     5X58,3 1x2:39,8 1x5:29,1     31:31
14 Äthiopien     15x29,6         32:18
15 Äthiopien     3x30,8 20x63,9     10x2:55,8 48:46
16 Äthiopien   6x30,0 15x64,7       8x2:53,8 49:07
17               9x3:00,2 vL3 = 5,8 m/s!
18       2x58,1 2x2:39,9 1x5:29,1   DDR-Rekord 58:30,2
19 Mexico   15x29,6            
20 Mexico 3x12,7 3x29,2 15x62,3 8x2:51,8        
21 Mexico 2x3x12,5 2x3x28,4 10x60,0       6x2:54,5 49:15
22       2x5x58,2       DDR-Rekord 27:24,95
23   12,38 29,2 10x61,4 1x2:33,6 1x5:24,6     25:25
24                 13:26/3:38,96
25 USA     5x63,2          
26 USA     1x58,2 1x1:32,2 1x5:17,9 Länderkampf 28:28,14 / 13:35,60
27 T2-Bulgarien   10x30,5            
28 T2-Bulgarien   8x30,3       15x66,4 3x3:03 47:49
29 T2-Bulgarien 3x12,7 3x30,8 20x63,2       10x2:54,3 38:00
30   3x12,0 3x28,7 10x59,8 2x:53,3 1x2:27,7     13:40,3/7:50,8
31 Weltmeisterschaft     1x56,9   1x2:32,5 1x5:20,5   27:47,0
32   1x11,66 3x26,74 5x58,8     VL/EL/VL/ZL/EL!!! 28:01,18(2.)
              in 8 Tagen: 14:49/13:32,49/13:30,3(2.)

Tab.: Jahresbelastungsaufbau – Tempoläufe + lange Kontrolläufe von Werner Schildhauer 1982/83
nach handschriftlichen Aufzeichnungen von W. Schmidt aufbereitet

In den Mesozyklen ist auffällig:

Im ersten Abschnitt ( bis 45. Woche – keine Eintragungen) wurde ein umfangreiches allgemeines, semispezifisches Ausdauer-/ Kraft -Training (Fußball, Basketball, Eishockey, Rad, Schwimmen, Gymnastik, Kreistraining) mit hohen Trainingsanforderungen (Std. / Qualität) durchgeführt. Im Olympiajahr 1980 wurden so bis zu 250 Stunden „Athletikarbeit / Jahr“ realisiert.

In einer ersten Belastungsphase wurden dann von der 46. – 3. Woche 1983 mit 6 – 20 x 200 m (31,3-28,9“), 10 – 25 x 400 m (69-62,2“) und 10 x 1000 m (2:56 – 2:45,9 min.) sowie 1 x 5 km, 1 x 10 km + 3 x 15 km DL 3 ein vL 3 von 5,5 m/s erarbeitet.

Von der 6.-12. Woche wurde vor allem mit 10 - 20 x 400 m (68 – 62“) intensiviert , dazu kamen 2 x (8-10 x 1000 m – 2:45,7 + 5 x 1000 m (2:40,9) und 3 x das „Kontrollprogramm 2000 – 1000 – 400 m (5:29 – 2:35 – 59,8“), was sich über Jahre immer wieder finden läßt und dem Wettkampf-Ergebnis : DDR – Crossmeister.

Ein Höhentrainings-Doppelschlag 1983 in Äthiopien und Mexico

Ein erfolgreiches bedeutendes Belastungsexperiment wurde von der 12. – 22. Woche 1983 mit 2 Höhentrainingslagern in kurzem Abstand von nur 2 Wochen Heimtraining in Äthiopien und Mexico absolviert. Dieses Experiment endete in der 22. Woche mit dem Deutschen Rekord über 10000 m von 27:24,95 (siehe Tabelle Jahrestrainingsanalyse 1982/83). In der 31. / 32.Woche des gleichen Jahres erkämpfte Werner Schildhauer bei den Weltmeisterschaften sowohl über 5000 m als auch über 10000 m die Silbermedaille.

Zur Höhenvorbereitung in Äthiopien (14.-16.Wo) und Mexico (19.-21.Wo) im Jahre 1983

Es wurden 2 x 3 Wochen Höhentraining mit nur 2 Wochen Heimtraining verbunden. Dabei wurden in der ersten Woche unter NN. in der Leistungsdiagnostik mit 5,8 m/s ein vL3 - Höchstwert erzielt und in der zweiten Woche über 20 km und 1 Std. auf der Bahn neue DDR-Rekorde aufgestellt.

Während in der ersten Phase dieser 8 Wochen in Äthiopien 8-10x 1000 m und 15 + 20 x 400 + je 1x15 km DL 3 (49´) im Mittelpunkt standen, wurde bereits hier mit schnellen 200 m Läufen das Ziel verfolgt 400 m- Programme

In Mexico wurden bei weiterer Intensivierung (kurze Strecken 100 - 200 m und z.B. 10 x 400 m in 60“) neben DL 2 noch 1 x 15 km DL 3 (49:15) und 2 TL- Programme 8 x bzw. 6 x 1000 m absolviert. Noch vor der Rückreise schaffte Schildhauer 5 x 400 m in 58,8“.

Der neue DDR-Rekord von 27:24,95 wurde am 7.Tag nach der Rückreise erzielt!

Eine typische zweite Trainingswoche innerhalb eines jeweils 3-wöchigem Höhentrainings sah wie folgt aus (zusätzlich Gymnastik, Dehnprogramm, Athletik, Physiotherapie, STL usw.):

 1. TE2. TE
     
1. Tag 20 km 4,1 - 4,3 m/s 10-15 km 3,7 m/s
     
2. Tag 16 km DL-TW 5,06 m/s
(8x1000:1000 = 2:51: 3:18)
10 km 3,6 m/s
     
3. Tag 24 km 3,8 m/s 10 km 4,6 m/s
     
4. Tag 20 km 4,5 m/s 15 km 3,7 m/s
     
5. Tag 15 km 4,7-5,0 m/s  
     
6. Tag 10-15-20 x 400 m 15 km 4,8 m/s
     
7. Tag 25 – 30 km 4,0 - 4,5 m/s  

 

Höhentraining als Teil der UWV im Langstreckenlauf

Diese 3 Wochen Höhenvorbereitung fanden jährlich – in der Regel gemeinsam mit Waldemar Cierpinski - auf dem Belmeken / Bulgarien (~2000 m) statt.

  • Eine unmittelbare Wettkampfvorbereitung auf den Jahreshöhepunkt (UWV) dauerte 8 Wochen

  • Das Höhentraining in der UWV (1800 – 2000 m über NN) fand in der Regel zwischen der 5.-8.Woche vor dem Wettkampfhöhepunkt statt.

  • Die höchsten Belastungswochen (um 240 km) lagen in der ersten Hälfte der UWV.

  • Im Mittelpunkt des Trainings stand eine gedrängte Wiederholung der in der VP II im Prinzip erarbeiteten Belastungen, unter Berücksichtigung einer Geschwindigkeitsentwicklung bei einem hohen, zum Wettkampf hin abnehmenden Umfang (TL über 200 m, 400 m, DL-TW über 1000 m und 10-15 km Läufe im DL3):

    • 15 – 20 x 400 m über Renntempo (400 m Tp), die Überhöhung wurde anschließend unter NN mit sinkenden Umfang fortgesetzt

    • 8 – 10 x 1000:1000 m (DL-TW) mit dem Ziel möglichst nahe an das geplante Renntempo zu kommen ( -0,3 m/s im Vgl. zu NN)

    • 1 x pro Woche wurde ein schneller DL ( DL3 ) über 10-12-15-oder 20 km in 5,0-5,4 m/s realisiert