Erfolgstrainer sind sympathisch, bestimmend und kompetent

Nur wenn die Chemie stimmt kommen die Erfolge
Positive Emotionen sind für grenzwertige Qualitätsbelastungen hilfreich

2009-07-15-erfolgstrainer-sind-sympathisch15. Juli 2009 (© Lothar Pöhlitz) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat zu einer Traineroffensive mit dem Ziel aufgerufen, den Stellenwert des Trainers zu verdeutlichen und ihn im Leistungssport gleichzeitig besser zu befähigen, seiner Rolle als Führungspersönlichkeit innerhalb eines Teams bei der Ausbildung von Talenten zu international konkurrenzfähigen Athleten gerecht zu werden. In dieser Rolle müssen Trainer im Hochleistungssport vor allem trainingsmethodisches Wissen und Erfahrungen an ausgesuchte sportliche Talente vermitteln, das Training planen, steuern und analysieren, ihre volitiven Eigenschaften entwickeln und sie zu positiven, selbstbewussten, siegorientierten „Sportlerpersönlichkeiten“ ausbilden. Trainer sind Vorbilder und zugleich Organisatoren der Trainings- und Wettkampfleistung. Nur unter optimalen Bedingungen, bei ausreichender Zeit für das erforderliche Training, die dazugehörigen physio - sportmedizinischen Begleitmaßnahmen und ein Umfeld (Familie, Schule, Studium, Beruf, Freunde, Medien, Verein „zum Wohlfühlen“ etc.), dass die notwendigen Bedingungen für ein umfangreiches Training sichert, können Trainer und Athleten erfolgreich sein.

Insofern sind Trainer nicht nur im Hochleistungstraining die „eierlegende Wollmilchsau“. Vielerorts sind sie Trainer, Manager, Geschäftsführer, Masseur, Fahrer, medizinischer Berater und arbeiten zudem oft noch fast honorarfrei. Von einigen Funktionären und Vereins-Präsidenten werden sie dann auch noch für „von denen nie erwartete Niederlagen“ der Athleten verantwortlich gemacht.

Trainer müssen ein Leben lang lernen wenn sie auch noch den späten Erfolg wollen

„Die Halbwertzeit des Wissens im naturwissenschaftlichen Bereich beträgt z.Zt. ca. 4,5 Jahre. Das bedeutet, dass nach ca. 8 Jahren mindestens die Hälfte des Wissens veraltet ist. Bis aktuelles Wissen in praxisorientierten Lehrbüchern, Lehrplänen, Rahmentrainingsplänen etc. aufgenommen und dann in der Praxis umgesetzt worden ist, kann es durchaus 8 – 10 Jahre dauern“ (momentum – dshs-köln 2008). Damit sollte sicher nicht nur auf die sinkenden Teilnehmerzahlen an sportwissenschaftlichen Symposien im letzten Jahrzehnt, sondern auch auf das veraltete Wissen hingewiesen werden, dass von Referenten aus veralteten Lehrbüchern immer wieder transportiert wird. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn z.B. aus Untersuchungen mit wenig trainierten Kindern vor einem zu frühen täglichen Training gewarnt wird oder aus Untersuchungen mit Studenten geschlussfolgert wird, das es auch im Spitzenbereich ohne Höhentraining geht bzw. Ergebnisse positiven Höhentrainings nicht wissenschaftlich relevant, weil statistisch nicht gesichert sind.

Trainer im Spitzenbereich sollten sich deshalb Partner suchen, die bereit und interessiert sind mit ihnen gemeinsam im Prozeß des Trainings und der Wettkämpfe neue sportwissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die möglichst schnell in praxiswirksame Empfehlungen und daraus abzuleitende Trainingsexperimente umzusetzen sind. Auch wenn dabei Irrtümer nicht auszuschließen sind, Leistungsfortschritte sind immer auch an trainingsmethodische „Versuche“ gebunden. Begleitende Untersuchungen helfen evtl. notwendige Korrekturen, Denkfehler schneller aufzuklären. Auch negative Erkenntnisse können den Fortschritt beschleunigen. Vor allem kommt es darauf an die gleichen Fehler nicht mehrfach zu wiederholen.

Wichtig ist für Trainer aber auch stets neugierig zu bleiben, über den Zaun zu blicken, sich an der Diskussion zu beteiligen und für Neuigkeiten aufgeschlossen zu bleiben. Da kann es auch nicht schaden sich für die Wege unserer Besten „von damals“ zu ihren Erfolgen zu interessieren. Was andere Athleten leisten fällt nicht vom Himmel, sie haben es sich gemeinsam mit ihrem Trainer erarbeitet. Sie hatten die Ideen und konnten die Athleten über Jahre animieren, das notwendige Training aber leistete der Athlet. Fortschritte erfordern Anpassungen und die setzen Belastungen an den Grenzen der aktuellen Möglichkeiten der Sportler voraus. Heute wie damals.

Trainerweiterbildung ist ein Muss ein Trainerleben lang
Der Erfolgschlüssel für Trainer liegt in seiner ständigen Vorbereitung auf die Zukunft

Die Vermittlung von Stärken früh ins Zentrum der Ausbildung von Kindern rücken

Derzeit ist der Sport in einer Phase, in der die frühe Investition, die Sorge um die geistige und körperliche Bewegung und Beweglichkeit der Jüngsten weit vom Zentrum der Aufmerksamkeit entfernt dahindümpelt. Dabei wäre für eine Konkurrenzfähigkeit in allen Lebensbereichen, auch im Sport, eine veränderte Einflussnahme auf die Entwicklung unserer Kleinen von frühester Kindheit an, im Elterhaus, im Kindergarten und in der Schule vorrangig. Deutschland muss aus dieser Lethargie vor allem im Sport erwachen, wieder mehr den Leistungsgedanken Leben, die Ansprüche an sich selbst und seine Kinder anheben. Erinnern wir uns an die Phase des Aufbruchs nach dem 2.Weltkrieg, als Deutschland zerstört am Boden lag, zu welchen Leistungen dieses Volk fähig war. Jetzt verkaufen wir unser Wissen und unsere Welt - Firmen ins Ausland, es fehlen gute Fachkräfte in der Industrie und Wirtschaft, aber es mangelt auch an Top-Sportlern und kompetenten Trainern. Wir alle haben es zugelassen. Leider leben Viele damit als wäre nichts geschehen.

Alle wissen aus den Medien und der Literatur, dass vielfältige Einflüsse den kindlichen Organismus entwickeln, die später den Unterschied machen. Emotionen, Verhaltensweisen und Willensqualitäten werden in der Kindheit geprägt. Wer sein Kleinkind vernachlässigt, trägt die Verantwortung für spätere Defizite. Dazu gehört vor allem auch die Ausprägung von individuellen Stärken auf der Grundlage von Anlagen. Alle sollten ihren möglichen Einfluss wieder früher geltend machen, auch die Trainer aus dem Spitzenbereich können ihren Beitrag, z.B. in ihrem Umfeld, leisten. In der Literatur findet man, dass jede aktiv-neue Anforderung schon an einen Säugling seine geistige Entwicklung positiv beeinflusst, die Bahnung neuer Verbindungen im Gehirn animiert. Dies gilt auch für vielseitige Bewegungserfahrungen von Anfang an.

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Glaube an Deine Möglichkeiten und Du kommst ihnen schneller näher

2009-07-15-erfolgstrainer-sind-sympathischDie Erfahrung, dass Erfolgstrainer bestimmend und kompetent sind schließt ein, dass sie auch gegenüber oftmals unbequemen Talenten Führungsqualitäten beweisen. Sie wissen, dass nicht allein Talent und Trainingsfleiß die Grenzen nach oben verschieben, sondern dass Siege vor allem auch „aus dem Kopf kommen“. Deshalb haben sie im Verlaufe ihrer Karriere gelernt (sie waren schließlich nicht von Anfang an Erfolgstrainer) das mentale Training als Bestandteil in ihre Arbeit einzubeziehen, damit ihre Sportler auch am Tag X, wenn es darauf ankommt, ihre wahre Leistungsfähigkeit auf höchstem Niveau abrufen und Sieger werden können.
Leider verfügen nur wenige Athleten und ihre Trainer über die erforderlichen mentalen Fähigkeiten z.B. „große Siege“ vorzubereiten, auch weil es ihnen nicht gelehrt wurde. Viele glauben, dass sie im modernen Leistungssport noch ohne die Hilfen von Mentaltrainern oder Psychologen gegenüber den Medien einen besseren Eindruck machen. Dabei haben alle die Möglichkeiten sich durch solche gezielten Maßnahmen zu verbessern. Verzichten sie nicht damit auch auf Erfolge? Das Tempo der Leistungsentwicklung wird von der Quantität und Qualität der Trainingsbelastung bestimmt, die „besser als normal“ realisiert werden muss. Das wissen Viele. Oft beachten sie aber zu wenig, dass Disziplin, Belastungsbereitschaft – die die Arbeit an den vielen Nebenkriegsschauplätzen einschließt – eine gewisse Schwachstellentoleranz, Vertrauen zum Trainer und Konzentrationsfähigkeit in Wettkämpfen gleichermaßen wichtig sind. Die Kunst der Trainer besteht letztendlich darin dieses Potential zu erschließen.

Durch ein emotional positives Umfeld lassen sich Aufgaben und Ziele im Training und in Wettkämpfen leichter umsetzen. Negative Umfeldeinflüsse haben nicht selten Erfolge verhindert. Selbstmotivation und positive Stimmungen sind wichtige Hebel für Erfolge und sind programmierbar. Emotionen, weniger Stress und Arbeit an immer neuen Zielen ermöglichen immer neue Bestleistungen. Auch die Persönlichkeitsentwicklung ist nie abgeschlossen und Bestandteil von Erfolgen.

Der erste Schritt zum Erfolg ist der Glaube an sich selbst. Wissen, glauben und Überzeugungen geben Sicherheit, schützen vor Misserfolgen und ermöglichen Dir Deine Grenzen zu verschieben. Ausbleibende Leistungsfortschritte führen zu Desinteresse und Lustlosigkeit

Wer Erfolge will braucht eine Philosophie der Ausbildung

  • Wissen und Erfahrungen sind Voraussetzungen um eine Philosophie der Ausbildung immer neu zu interpretieren, weiterzuentwickeln und wirksam durchzusetzen. Jungen Sportlern müssen die Denk- und Handlungsmuster für den Erfolg vermittelt werden.
  • Handeln Sie bedacht, konkret, bestimmend, aber auch überzeugend. Der Trainer ist der Chef. Aber nur wenn die Chemie stimmt kommen auf Dauer die Erfolge. Erfolge resultieren aus oftmaligen Wiederholungen.
  • Kommunikation und Überzeugungen sind wichtig, labern und Verhandlungen um Zugeständnisse sind auszuschließen.
  • Siege sind das Ziel, dafür müssen Körper und Kopf gleichermaßen fit sein Knappe Niederlagen haben nicht selten ihre Ursachen im Kopf.
  • Nur wer als Erster über die Ziellinie läuft ist Sieger. Erfolge erleichtern die nachfolgende Weiterentwicklung. Niederlagen müssen aufgearbeitet werden, zu Schlussfolgerungen und zu neuen Aufgaben führen.
  • Der Kampf gegen die Besten, der Spaß am Leistungsvergleich in Wettkämpfen ist wichtiger Teil einer Leistungs - Philosophie. Selbstvertrauen und mentale Stärke sind Basis für erfolgreiches Handeln.
  • Eine komplexe Ausbildung steht im Zentrum einer Trainer – Leistungs -Philosophie, die Aufarbeitung von Defiziten ist ständig Teil des Trainings. Die Fähigkeit die Endphasen von Läufen erfolgreich zu gestalten ist Teil der Aufgaben.
  • Alles ist möglich, vorausgesetzt die individuellen Grenzen werden ständig verschoben. Disziplin bringt den Erfolg. Positive Emotionen sind für grenzwertige Qualitätsbelastungen hilfreich.
  • Erfolgstrainer suchen ständig nach Talenten, aber Vorsicht, zu große Trainingsgruppen behindern die Konzentration auf das Wesentliche. Im Hochleistungstraining ist „Teamarbeit“ Bedingung. Manager, Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen und Scouts ihres Vertrauens sind Teil der Erfolge der Weltbesten.
  • Vertrauen ist gut, Anwesenheit im Training aber sichert die Qualität der Übungsausführung.

Wer mit sich und seinen Erfolgen unzufrieden ist muss über Veränderungen nachdenken: seiner Ziele, seines Denkens, seiner Einstellungen, über Stress, seine Arbeitspraktiken, seine Emotionen, sein Wissen und seine Stärken und Schwachstellen. Denken sie zuerst darüber nach, wie sie demnächst schwierige Situationen – auch im Umgang mit ihrem Problemathleten – meistern. Schaffen sie sich eine Strategie zur Aufarbeitung von Niederlagen oder Rückschlägen. In schwierigen Situationen sollten sie auch nicht ausschließen, einmal einen Mental-Coach zu konsultieren. Das Trainerleben ist noch nicht zu Ende – morgen beginnt vielleicht schon ein neues, erfolgreicheres Trainings- und Wettkampfjahr. Denken sie stets positiv und vergessen sie nie das hilfreiche Lob.