Trainingslehre und Trainingswissenschaft

Standardwerk über Leistung • Training • Wettkampf gehört in jede Trainerbibliothek

2009-04-28-trainingslehre-und-trainingswissenschaft28. April 2009 (© Lothar Pöhlitz) - Am 27. April 2009 wurde das neue Standardwerk der Trainingslehre von den Autoren und dem Meyer & Meyer - Verlag in einem würdigen Rahmen in der Trainerakademie Köln vorgestellt. Sehr gut platziert im Vorfeld der Verabschiedung des 13. Diplom-Trainer- Jahrgangs, stellten sich Herausgeber Prof. Dr. Jürgen Krug und die Autoren Prof. Dr. Berndt Barth, Prof. Dr. Arndt Pfützner, Dr. Michael Hauptmann und Dr. Lutz Nordmann dem interessierten Publikum. Dabei waren die in den letzten Jahren positiv veränderten Beziehungen zwischen der Trainerakademie, dem IAT und dem FES nicht zu übersehen.

Diese quantitativ (431 » 657 Seiten) und qualitativ überarbeitete Neuauflage des Klassikers zur Trainingslehre, zuletzt aus dem Jahre 1986, von Schnabel, Harre, Krug (unter Mitwirkung von 22 Autoren) gehört in jede Trainerbibliothek. Noch mehr als in der Vergangenheit kann man diese umfangreiche Arbeit aus dem IAT Leipzig / Universität Leipzig und der Trainerakademie Köln als Standardwerk, als Grundlage zur Erweiterung des Trainerwissens ansehen, zumal sie nun auch zum offiziellen Lehrmittel der studentischen Ausbildung sowie für die Trainerfort- und Weiterbildung an der Trainerakademie Köln des DOSB erklärt wurde.

Eine Erweiterung der bisherigen Ausgaben konzentrierte sich auf die Themen "Belastbarkeit", "Training der Belastbarkeit", "Sportmedizinische Betreuung", "Training und Ernährung" sowie "Weltstandsanalysen". Eine besondere Aufwertung gelang durch die Bearbeitung im vierten Teil, den Grundzügen der Theorie des sportlichen Wettkampfs und die resultierenden Fragen in der Wettkampfvorbereitung.

In einem ersten Teil werden Wesen und Grundzüge der Trainingslehre und der Trainingswissenschaft behandelt. Themen des zweiten Teils sind die sportliche Leistung und die sportliche Leistungsfähigkeit, ihre Struktur und die relevanten Entwicklungsgesetzmäßigkeiten, verstanden als wissenschaftliche Grundlagen des sportlichen Trainings und seiner methodischen Gestaltung. Dazu werden u. a. Wesen und Entwicklung der Hauptfaktoren der sportlichen Leistung herausgearbeitet. Der dritte und umfangreichste Teil behandelt die Grundfragen des sportlichen Trainings und der Trainingsmethodik, übergreifend für die komplexe sportliche Leistung und differenziert für die Hauptaufgaben und -inhalte: Techniktraining, Koordinationstraining, Training der Beweglichkeit, Training der Kraftfähigkeit, der Schnelligkeitsfähigkeit, der Ausdauer, Training der strategisch-taktischen Fähigkeiten, Ausbildung der psychischen Regulationsvoraussetzungen.
Der vierte Teil beinhaltet die Grundzüge der Theorie des sportlichen Wettkampfs und die resultierenden Fragen in der Wettkampfvorbereitung. Das Buch enthält ein umfangreiches Literaturverzeichnis, ein instruktives Glossar und ein Sachwortverzeichnis, als wesentliche Ergänzung und Unterstützung eines differenzierten Studiums von Trainingslehre und Trainingswissenschaft.

Reserven in der Zusammenfügung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxiserfahrungen

Erfreulich kann man im Vorwort der Autoren finden, dass es im Verhältnis von Trainingslehre / Trainingswissenschaft und Trainingspraxis explizit Reserven gibt. „Dabei gilt es klar abzustecken, was die Wissenschaft für die Praxis wirklich leisten kann. Wir halten intensive Bemühungen von Wissenschaftlern und Praktikern für erforderlich, um wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen optimal zu nutzen.“ Dem fügt der Direktor der Trainerakademie Dr. Nordmann an, dass sich Trainingswissenschaft und Leistungssportpraxis gegen- und wechselseitig bedingen und zu wünschen ist, das Vertreter der Praxis wie auch Trainingswissenschaftler diese Brücke weiter stabilisieren müssen, um zu neuen erfolgversprechenden Lösungen praktischer und theoretischer Probleme zu kommen.

Zur Weiterentwicklung des Hochleistungssports durch sportwissenschaftliche Erkenntnisse bedarf es vor allem Untersuchungen in der Trainingspraxis außerordentlicher Talente oder Spitzenathleten. Themen zur Wirksamkeit grenzwertiger Trainingsprogramme, über das notwendig veränderte trainingsmethodische Vorgehen auf Grund veränderter internationaler Wettkampfpraxis, Untersuchungen zur weiterzuentwickelnden Wirksamkeit des Höhentrainings von Spitzenathleten oder auch von wirksamen Trainingsformen zur Erhöhung der Belastbarkeit im Nachwuchstraining sind zu bearbeiten. Das Angebot ist vielfältig. Dabei muss immer klar sein, dass sportwissenschaftliche Erkenntnisse im Hochleistungstraining immer nur zu verallgemeinernde Einzelfallstudien sein können, die nie statistisch abzusichern sind. Hierzu kann man sowohl das IAT Leipzig, als auch die vielen anderen sportwissenschaftlichen Institute in unserem Lande nur animieren.

Die Sportwissenschaft lebt von Untersuchungen in der Sportpraxis und leistet gleichzeitig seit vielen Jahren durch Interpretation der Untersuchungsergebnisse wesentliche Beiträge zur Weiterentwicklung der Trainingsmethodik. Das bisherige Wissen wird exzellent im vorliegenden Lehrbuch zusammengefasst.