Trainingspraxis: Querfeldeinläufe zur Grundkonditionierung junger Läufer einsetzen

Geländeläufe meiden tiefen Sand und Schlammpassagen
2008-12-09-querfeldeintraining09. Dezember 2008 (© Lothar Pöhlitz) - Querfeldeinlaufen in der Gruppe ist für Kinder und Jugendliche nicht einfach als ein Dauerlauf-Training im Gelände oder als Fahrtspiel zu betrachten, sondern stellt als Erlebnistraining vielfältige Anforderungen an den jungen Organismus. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Ganzkörperkonditionierung, erhöht die Belastbarkeit, verbessert die Kraft und Koordination, hilft bei der Teambildung und entwickelt mit zunehmender Laufdauer systematisch die mentale Stärke. Unter dem Gesichtpunkt der Ausbildungsziele für junge Läufer und Geher sollte sich Querfeldeinlaufen vom Cross und seinen typischen Anforderungen des Laufens im schweren Gelände, durch Schlammpassagen oder in längeren Abschnitten durch tiefen Sand, unterscheiden.
Unterschiedlich feste Laufuntergründe, Bergauf- und Bergablaufen, das Zick-Zack-Laufen durch den Wald bieten ständig unterschiedliche Herausforderungen und Tempovariationen. Die wichtigsten Aufgaben bei der Ausbildung der Ausdauer für junge LäuferInnen bleiben das Erlernen einer möglichst variablen technisch anspruchsvollen Schrittgestaltung (deshalb immer wieder Passagen mit festen, ebenen Boden einfügen und den optimalen Schritt erleben lassen), die Verbesserung der Laufkoordination und Laufökonomie bei einem möglichem zumindest „mittlerem aeroben Lauftempo vorwärts“. Der Spaß an einem „zügigen Lauftempo“ muss immer wieder vermittelt werden.

Auch für Querfeldeintraining sollte es einen Plan geben

Natürlich kann man nicht von jedem Trainer verlangen, dass er mit seiner Gruppe durchs Gelände läuft. Die jungen Kollegen sollten aber die Chance wahrnehmen hin und wider bei einem solchen Training ihre „Schäfchen“ zu beobachten, am besten aus rückwärtiger Position. Vorn läuft der Beste der Gruppe, der Erfahrenste mit dem vorher die vorgesehene Aufgabe besprochen wurde, hinten kümmert sich der Trainer um die Schwächeren und gibt gleichzeitig kurze präzise Kommandos nach vorn, wie langsamer, rechts, nach 100 m links bergab, jetzt quer durch den Wald … usw. Auch kleine Hinweise zur Lauftechnik, zur Armarbeit oder zum Fußaufsatz beispielsweise, zwischendurch sind nützlich. Der Trainer hat sich auch überlegt welche Ziele er mit diesem Querfeldeintraining verbinden will, welche Route dafür geeignet ist und welche maximale Zeitdauer sie erfordert. Trotzdem bleibt die Möglichkeit zur Spontaneität. Wichtig ist, dass er das ganze im Griff hat, nicht vornweg läuft und vor allem nicht seinen eigenen Trainingszustand im Auge hat und vielleicht am Ende noch das Querfeldeintraining, dass ja ein möglichst langandauerndes aerobes Qualitätstraining sein soll, mit einigen Minuten Vorsprung „gewinnt“! Nicht der Trainer, sondern die jungen Sportler sollen das Erfolgserlebnis Querfeldeinlaufen mit nach Hause nehmen. Kann der Trainer das Querfeldeintraining nicht begleiten sollte er für junge Läufer auf alle Fälle einen geeigneten älteren Sportler gewinnen, der als „Stellvertreter“ seine Aufgaben übernimmt.

Kraftausdauer und Koordination für die Schrittlänge sind das Ziel

Querfeldeinlaufen ist mehr als alle anderen Laufformen mit dem Anspruch verbunden dass durch unterschiedliche Laufuntergründe und profiliertes Gelände Füße, Fußgelenke und die gesamte Beinmuskulatur vielseitig gefordert und beansprucht werden, dass durch Tempowechsel, Bergauf- und Bergablaufen oder auch Sprünge über Hindernisse oder kleine Gräben sowohl die vorderen, als auch die hinteren Beinmuskeln, die Gesäß- und Hüftmuskulatur unterschiedlich intensiv gefordert, trainiert wird.
Im ständig wechselnden Gelände sind die Anforderungen an die Bewegungskoordination hoch. Im Verbund mit einem notwendig hohen Aufmerksamkeitsgrad, um Verletzungen zu vermeiden, muss das Zentralnervensystem über die Dauer der Trainingseinheit auf Hochtouren arbeiten, ständig neue Befehle zu Schrittlängen- oder Schrittfrequenzveränderungen geben. Es kann auch nicht schaden wenn die Arme bei der Aufgabenverteilung mit einbezogen werden.
Unter diesem Gesichtspunkt muss die Auswahl der Trainingsstrecken den Ausbildungsstand der jungen Läufer unbedingt berücksichtigen, damit es nicht zu Überforderungen kommt, die meist mit Verletzungen (z.B. durch umknicken o.ä.) enden. Der Konditionszustand der jungen Läufer entscheidet über die Qualität der Strecke. Deshalb sollten Anfänger und Fortgeschrittene nie zusammen ins Gelände laufen (Leistungsgruppen bilden)

Querfeldeintraining bzw. Geländeläufe führen zur Ökonomisierung der Lauftechnik

Querfeldeintraining meidet tiefen Sand und Schlammpassagen