Inline-Skating und Skiken Alternativen auch im Schüler – Ausdauertraining

Es entwickelt die Ausdauer, Kraft und Koordination und macht auch noch Spaß

2008-09-10-inline-skating-und-skiken10. September 2008 (© Lothar Pöhlitz) - Aus den alten Rollschuhen von früher wurden in den 90igern Inliner. Inzwischen wurden sie so perfektioniert dass nicht selten 10000 Speedskater im Rahmen von Marathon-Events ihren eigenen Wettkampf austragen. Frauen, Männer und Jugendliche haben Spaß an dem harmonischen, gut anzusehenden Bewegungsablauf gefunden und auch im Kindertraining sind sie eine ideale Trainingsform zur Konditionierung. Voraussetzung ist, dass sie das Skaten, das Kurvenfahren, Starten, Bremsen, Ausweichen und Anhalten erlernt und sich mit Helm, Knie-, Ellbogen- und Handgelenkschonern ausgerüstet haben. Unter www.skike.com finden sie die Weiterentwicklung der inliner: Skikes („skate + bike“), eine Art Rollski mit luftgefüllten Reifen und Bremsen, die auch in unwegsamen bergigen Gelände, witterungsunabhängig, keine Probleme bereiten.

Bevor sie aber mit Schülern oder Jugendlichen ein gezieltes Ausdauertraining aufnehmen, sollten sie eine möglichst verkehrsfreie Asphaltrunde gefunden haben und den Kinder die Grundtechniken des Fahrens vermitteln. Skater erreichen Geschwindigkeiten wie Radfahrer und benötigen eine Wegbreite von etwa 1 ½ Metern.

Grundlagenausdauer in niedriger und mittlerer Intensität

Wie auch beim Einsatz anderer alternativer Trainingsformen zur Konditionierung sollten Sie auch beim Inline – oder skike -Training nicht den zweiten vor dem ersten Schritt tun. Die wichtigste Aufgabe bei der Technikausbildung ist die sichere Beherrschung des Bremsens in den unterschiedlichsten Geschwindigkeiten. Deshalb muss von Anfang an die Regel gelten, dass die Geschwindigkeit nicht höher sein darf, als sie technisch beherrschbar ist. Immer länger „gleiten“ lernen und das Gefühl im Umgang mit den Rollen unter den Füßen verbessern verlangt in einer niedrigen Geschwindigkeit – bei zunächst aufrechter – später etwas geneigter Oberkörperposition – möglichst in einer Gruppe leistungsgleicher LäuferInnen immer länger zu üben. Mit einer später tieferen Oberkörperposition wird auch die Geschwindigkeit erhöht und erste Erfahrungen mit einer individuellen Trainingssteuerung über die Herzfrequenz gesammelt. Dabei sollte man wissen, dass beim Skaten mit mittlerer Intensität die Herzfrequenz zwar ansteigt, im Vergleich zum Laufen oder Radfahren aber etwas niedrigere Herzfrequenzen erreicht werden. Dies ist für einen moderaten Einstieg ins Ausdauertraining von Kindern günstig.

Skiken überall und bei jedem Wetter

2008-09-10-inline-skating-und-skikenDie von Otto Eder in Österreich entwickelten Skikes sind „luftbereifte Skiroller mit Bremsen“ (siehe Abbildung) und Klettverschluß. Mit Skistöcken, Knie-, Ellbogenschonern und Helm sind sie schon fast komplett, weil alles ohne Spezialschuhe in Einlaufschuhen zu machen ist. Das Training im Skatingschritt mit Stockeinsatz kann auf Gras, auf der Straße, auf schotterigen Waldwegen und auch bergan erfolgen. Auch mit den Skikes kann neben der Ganzkörperkraft Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Geschwindigkeit trainiert werden. Vorbereitend ist die zielgerichtete Kräftigung der Fuß- und Beinmuskulatur (Zehenbereich, Schienbeinmuskulatur) zu empfehlen.

Abwechselung und höhere Herzfrequenzen werden in einem solchen alternativen Training durch Tempowechseleinlagen, Intervallbelastungen mit ruhigen Zwischenpausen oder auch mal durch ein Sprinttraining aus der Bewegung im Sinne von Steigerungsläufen, wenn die Technik dafür die Voraussetzung bietet, erreicht. Zusätzliche Bewegungserfahrung wird auch durch den Einsatz von Skistöcken vermittelt.

Das ausdauernde, kraftsparende Rollen wirkt positiv auf die Entwicklung der aeroben Grundleistungsfähigkeit in bestimmten, möglichst abgegrenzten Phasen in den Vorbereitungsperioden.
Für Schüler und in der ersten Etappe des Jugend-Aufbautrainings ist mit dem aeroben Training auch eine entsprechende Reizwirkung auf die Fettstoffwechselentwicklung zu verbinden. In Wettkampfperioden wird aber das Alternativtraining besser durch Laufen ersetzt.

Da sich die Bewegungsabläufe beim Skirollertraining oder Schlittschuhlaufen ähneln, sind mit diesen Trainingsformen weitere Abwechselungsmöglichkeiten ins Ausdauertraining des Läufer- oder auch Gehernachwuchses zu integrieren. Außerdem ist in Winterlagern in der Regel ein schneller Techniktransfer zum Skilanglauf-Skaten gegeben.

Füße, Fußgelenke, Knie und das „Zentrum“ parallel kräftigen

Auch wenn die Belastung auf das Gesamtsystem durch das Gleiten geringer ist als beim Laufen, skaten und skiken schonend für Sehnen, Bänder und Gelenke ist, sollte vorbereitend und begleitend zum Training auf den Rollen eine zielgerichtet athletische Ausbildung ausgerichtet auf die Schlüsselstellen (z.B. Rückenmuskulatur, Füße, muskuläre Stabilisierung des Kniegelenks) der Belastung erfolgen. Damit werden bessere Voraussetzungen für ein mit zunehmender Intensität – auch auf profilierten Strecken – mögliches Kraftausdauertraining vor allem für die Beinmuskulatur geschaffen. Neben einer gezielten Vorbereitungsgymnastik sollte besonderer Wert auf regelmäßige, intensive Ganzkörper – Dehn - und Lockerungsübungen nach der Ausdauereinheit gelegt werden. Außerdem unterstützt ein gezieltes Beweglichkeitstraining zur Erhöhung der Spreizfähigkeit der Beine die Laufökonomie beim skaten mit einem späteren Transfereffekt zum Laufen.

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Fazit: Inline-Skating und skiken sind gute Alternativen in der Nachwuchs- Ausdauerausbildung mit einem hohen koordinativen Trainingseffekt, vorausgesetzt der dem Training vorausgehenden qualitativen Technikausbildung wird ausreichend Zeit eingeräumt. Beim Kauf der Schutz- Ausrüstung sowie bei der Auswahl in Richtung Qualität der gut sitzenden Schuhe sollte bedacht werden, dass auf Grund von Straßenunebenheiten, fahrtechnischer Mängel und Ermüdung auch bei Fortgeschrittenen Stürze und Verletzungen nicht immer auszuschließen sind. Mit Inline-Skating und skikes besteht auch die Möglichkeit die jungen Läufer und Geher leichter zu animieren die eine oder andere Trainingseinheit zusätzlich im Heimtraining zu absolvieren (mit Aufgabenstellung).

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