Zum Marathon über den großen Teich

Wenn Japan das nächste Ziel ist

2008-01-06-japanreise06. Januar 2008 (Pöhlitz) - Immer wenn ein großer Auslandstrip bevorsteht ist hilfreich, wenn man bei den Reisevorbereitungen auf Erfahrungen zurückgreifen kann. Aber auch für alte Hasen schont ein Blick in eine Checkliste die Nerven. Besonders bei Reisen über den großen Teich ist mehr zu bedenken, als wenn man zum Wettkampf einmal kurz ins benachbarte Belgien oder Österreich reist. Monatelang hat man sich z.B. gewissenhaft auf den Marathon in Osaka, Tokio oder Fukuoka im fernen Japan vorbereitet, schließlich ist ein Marathon kein 100 m Lauf und im Jahr nur 2 – 3 x auf hohem Niveau zu wiederholen.

Das allerwichtigste ist die rechtzeitige Anreise.

Konkret wird es immer dann, wenn eine langfristige Wettkampfvorbereitung in die letzte Phase geht, dies gilt nicht nur für den Marathon, besonders für den sind die letzten 10 Tage leistungsendscheident. Habe ich gut trainiert sind Gesundheit bis zum Start und eine optimale Regeneration Voraussetzung für den erhofften Erfolg. Ein Marathon in Japan ist ein außerordentliches Erlebnis, die Gegner und die vielen Tausend begeisterten Zuschauer, eine gute Organisation, ein außerordentliches Medienaufgebot und eine optimale Rundumbetreuung ermöglichen immer eine neue persönliche Bestleistung, wenn das Wetter nicht gerade mal verrückt spielt. Insider wissen, dass Marathon in Japan zu den nationalen Top-Ereignissen zählt.

Der Flug ist rechtzeitig so reserviert, das man eine Woche vor dem Start, möglichst im Direktflug ohne umsteigen zu müssen, in Japan landet.
Mit den Flugtickets erhalten sie auch Prospekte und Informationen vom Reisebüro. Informieren sie sich vor der Abreise über Land und Leute und japanische Gepflogenheiten, auch im Umgang mit ihren Gästen. Schließlich haben sie vor Ort fast eine Woche Zeit bis zum Start. Und die Japaner ticken in der Tat anders als wir Deutschen. Vergessen Sie auch nicht, rechtzeitig zu prüfen, ob ihr Reisepass auch noch gültig ist!

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Dann sind erfahrungsgemäß keine Anpassungskomplikationen zu erwarten. Am schnellsten passt man seinen Biorhythmus durch sofortige Einstellung des Lebens- und Trainingsregimes auf die neue Ortszeit an, d.h. am Anreisetag auch bei großer Müdigkeit möglichst spät zu Bett geht. Ein leichtes Einschlafmittel am ersten und zweiten Tag hat nie geschadet. Je schneller der Organismus sich an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt, umso schneller vergeht auch die Müdigkeit in den nächsten Tagen. Auch wenn man bereits am Vormittag im Hotel ankommt, die Mittagsruhe fällt, trotz großer Müdigkeit, aus. Wenn Sie sich so orientieren, sind sie zum Rennen fit.

Für eine optimale Wettkampfvorbereitung sind noch folgende Hinweise hilfreich:

  • Im Flugzeug deutlich mehr trinken als normal – vorrangig Wasser, Säfte, kein Alkohol, wenig Kaffee / Tee
  • Im Flugzeug Beine hochlegen, Vorsicht vor Zugluft / Klimaanlage, besser warm anziehen, aller 2 Stunden mehrere Runden spazieren gehen. Bei Zwischenlandungen möglichst viel bewegen, lockern.
  • Schlafen mit Augenklappen, Uhr bald auf Japanzeit umstellen und „danach leben“
  • Wenig Handgepäck, aber wichtige Sachen darin verstauen, auch die Wettkampfschuhe. Über die Zollvorschriften informieren.
  • In Japan „aktiv umstellen“, aber Vorsicht, großes aktives Medienaufgebot, Ruhe braucht der Mensch in den letzten Tagen vor Topleistungen. Wichtig ist die Presse vor allem nach dem Erfolg.
  • Kleine „Hausapotheke“ mitführen, vom Hausarzt beraten lassen. Blasenpflaster.
  • Wettkampfvorbereitung wie gewohnt, keine ungewohnte Nahrung, reichlich Kohlenhydrate in der zweiten Wochenhälfte, keine „offenen Getränke“, gezielte Flüssigkeitsaufnahme vor und im Rennen. Regeneration beginnt sofort nach dem Wettkampf.
  • Alle Maßnahmen vor Ort unterstützen die Erholung. Vorsicht, in neuer Umgebung läuft man leicht zu schnell, der Herzfrequenzmesser hilft!
  • Bei vielen Marathonrennen liegen die Temperaturen zwischen 6 – 12 Grad C, meist ansteigend, bei mittlerer Luftfeuchtigkeit. Gut für die Leistung. Beim Start sind dünne, evtl. lange Wollhandschuhe zu empfehlen. Wenn sie später lästig werden sind die Zuschauer für das Souvenir dankbar.
  • Im Wettkampf die geplante Geschwindigkeit von Beginn an, die Atmosphäre verleitet leicht zur Euphorie. Der Marathon beginnt neu nach 30-35 km, viele Bestleistungen wurden mit schnellerer zweiter Hälfte erzielt, aber nur, wenn sie es auch wollen.
    Eine aktive Betreuung ist im Ausland oft schwer. Wenn der Startschuss gefallen ist kann sich jeder nur noch selbst helfen. Eine Gruppe mit der optimalen Geschwindigkeit in der man lange passiv (Windschutz) mitlaufen kann ist immer gut. Verpassen sie aber nicht, für Sie rechtzeitig, offensiv zu werden.
  • Für den Rückflug gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, wie für den Hinflug. Schließlich geht das Leben, soll heißen das Training in der Regel sofort weiter.

Guten Flug und den erhofften Erfolg