Grundlagenausdauerentwicklung effektiver, aber wie? (Teil 8)

Erfahrungen zu notwendigen aeroben Voraussetzungen für Spitzenleistungen

2007-10-09-grundlagenausdauerentwicklung-teil809. Oktober 2007 (Pöhlitz) - Eine systematische Steigerung der Wettkampfleistung ist möglich, wenn: schrittweise – bei realistischen jährlichen Leistungszielen – auf der Basis eines für die jeweilige Spezialstrecke erforderlichen Grundlagenausdauerniveaus ein längerfristiger, leistungszielorientierter Geschwindigkeitsaufbau (DL3, TL2, TL3, SA) bei streckenabhängigem Tempolauf - Umfang pro TE und einer entsprechenden Pausengestaltung, erfolgt.

Je höher das komplexe Leistungsbasisniveau vor Beginn des speziellen Trainings (etwa Mitte April – Anfang Mai) ist, umso günstiger verläuft der Einstieg in die Wettkampfsaison und deren stabiler Verlauf. Was bis zu diesem Zeitpunkt nicht erarbeitet wurde, kann im Prinzip kaum nachgearbeitet werden.
Mit diesem Beitrag wird schwerpunktmäßig auf notwendige submaximale aerobe Voraussetzungen für Spitzenleistungen aufmerksam gemacht, ohne zu verkennen, das nur ein komplexes Training im Vergleich zur Leistungstruktur der jeweiligen Zielstrecke am Ende zu positiven Ergebnissen führt. Deshalb soll an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen werden, das schnelleres Laufen vor allem auch eine möglichst hohe VO2max und mehr Kraft voraussetzt und diese Fähigkeiten unabhängig von der Disziplin bis spätestens Ende April ausgebildet sein müssen.

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Ob beim ersten Wettkampfhöhepunkt der erwünschte erste Leistungsgipfel möglich ist, wird von einer optimalen individuellen Transformation, bei weiter steigender Intensität in Richtung Leistungsziel, bestimmt.

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In den letzten Jahren sind viele Trainer und Athleten mit aeroben submaximalen Stufentests konfrontiert worden, ohne dass ihnen so recht bewusst war, welches aerobe Ziel sie eigentlich für ihr geplantes Leistungsziel auf der Spezialstrecke brauchen. Aus langjährigen Erfahrungen im Umgang mit Athleten aller in der nachfolgenden Übersicht aufgeschriebenen Strecken, sind Orientierungsziele für internationale Anschlussleistungen zusammengestellt, die sie als aerobe Voraussetzungen für erfolgreiches disziplinspezifisches Ausdauertraining und damit für Spitzenleistungen ansehen können. Die von – bis - Werte sollen unterstreichen, dass die ausgeprägten Fähigkeiten zwar verallgemeinert, aber immer individuell sind und konkrete punktgenaue Werte aus der Praxis für alle nicht festgelegt werden können.
Anzustrebendes Ausdauerniveau im Mittel-, Langstrecken- und Marathonlauf als Voraussetzung für ausgewählte Wettkampfleistungen:

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* in den KZA-Disziplinen sind in Abhängigkeit vom Typ des/r AthletenIn (Schnellkraft- bzw. Ausdauertyp) deutlich unterschiedliche aerobe Voraussetzungen möglich. So haben z.B. 800 m Läuferinnen sowohl mit 4,2 als auch mit 4,5 m/s Spitzenleistungen erreicht.