Training und Wettkämpfe besser vor- und nachbereiten

2007-07-03-training-und-wettkaempfe-vor-und-nachbereiten03. Juli 2007 (Pöhlitz) - Prinzipien können nicht früh genug vermittelt werden, das ihre Durchsetzung nicht immer gelingt sieht man oft, wenn man bei der Vor- oder auch Nachbereitung des Trainings und der Wettkämpfe, nicht nur bei Jugendlichen zusieht. Da ist nicht in Fleisch und Blut übergegangen, was sich der Trainer gern wünscht, da spürt man, dass die Mädchen und Jungen nicht von der Bedeutung dieser zu oft wiederkehrenden vorbereitenden „Arbeit“ für das nachfolgende Training oder den Wettkampf überzeugt sind und man hat auch das Gefühl, das sie sich der Wichtigkeit in der Exaktheit der Übungsausführung bei der Koordination, Gymnastik oder anderen Übungen für deren Wirkung nicht immer bewusst sind.

Hier hat aber auch der Trainer eine Teilverantwortung, wenn er immer wieder zulässt, dass „Einlaufarbeit“ zum Quasseln, zum Austausch von Neuigkeiten oder Witze erzählen zwischen den Jugendlichen genutzt wird, er aber selbst noch am Rande die eine oder andere Auskunft an Außenstehende gibt, die Geräte für den geplanten Hauptteil der TE erst noch besorgt oder, oder, oder. Hier sind Reserven innerhalb einer vielleicht 2 stündigen Trainingseinheit zu erschließen, und die Mädchen und Jungen haben das Recht, dass ihnen der Trainer während der gesamten Übungseinheit helfend, unterstützend, korrigierend und auch anweisend zur Verfügung steht, schließlich geht es doch zunächst nicht nur um ein bisschen Erwärmung, sondern um eine richtige Vorbereitung auf ein möglichst gutes Qualitätstraining im Anschluss. Ob es die Verbesserung der Bewegungsstruktur (Lauf- bzw. Gehtechnik) der Schnelligkeit, der Sprungkraft oder anaerober Fähigkeiten zum Ziel hat, die immer wieder notwendige Verbesserung der technische Ausführung aller Übungen und eine oft notwendige Aktivierungs-Motivation kann nur durch den Trainer erfolgen. Und bis zum perfekten Athleten ist ein weiter Weg. Deshalb muss das Training, vor allem von Talenten, besser für alle - ohne weitere äußere Einflüsse- beginnen, wenn Aufgaben und Ziel der Trainingseinheit erläutert sind, der erste Schritt zur Erwärmung getan wird und enden, wenn das Auslaufen- durch den Trainer überwacht –zu Ende ist! In der Trainingspraxis zeigt sich gar nicht so selten, dass auch Athleten aus dem Hochleistungsbereich diese Hilfen gut gebrauchen können.

Das Leader-Prinzip hilft auch in der Vor-und Nachbereitung

Eine sehr gute, wirksame Alternative konnte ich schon vor Jahren in Äthiopien beobachten, wo der beste Athlet der Gruppe die gesamte Erwärmung leitete – alle durchzuführenden Übungen vorgab – dabei selbst vorbildhaft intensiv übte und der Trainer begleitend korrigierend für ein sehr hohes Niveau schon der gesamten Erwärmung sorgte. Dort lernte ich auch, dass ein Dauerlauf in der Gruppe im „Gänsemarsch“, angeführt wiederum vom besten der Gruppe die volle Konzentration auf die Aufgabe sehr unterstützt. Im Kinder- und Jugendtraining helfen darüberhinaus Leistungsgruppen das Entwicklungstempo zu steigern.

Die Intensität muss schon beim Einlaufen ansteigen

Reserven gibt es oft auch im letzten Drittel einer Erwärmung, die oft nicht ansteigend in den Anforderungen, nur ungenügend auf die spezifischen Trainings- oder auch Wettkampfanforderungen vorbereitet.
Das „Erwärmen“ ist Bestandteil der Leistungsentwicklung, weil es die Muskeldurchblutung fördert, die Dehnfähigkeit der Muskulatur und damit die Schwingungsweite besonders in den Gelenken verbessert – damit das Risiko von Zerrungen, Muskelfaserrissen und Sehnenverletzungen vermindert – die Reaktions- und Nervenleitgeschwindigkeit für das z.B. nachfolgende Geschwindigkeitstraining erhöht und auch durch Körpertemperaturerhöhungen den Stoffwechsel beschleunigt.
Eine systematische Einlaufarbeit bereitet den Sportler durch zunächst allgemeine bis zunehmend speziellere Übungen auf das Training schrittweise vor, so dass seine Leistungsbereitschaft auf dem Höhepunkt ist, wenn das eigentliche Training beginnt.

Richtiges cool-down bereitet schon die nächste wichtige TE vor

Auch das „Auslaufen“ muss als ein Teil der Ausbildungsaufgaben im Grundlagen- und Aufbautraining erlernt, Aufgaben und Ablauf vorgegeben und mit dem Ziel aktiver Nachbereitung nach TE oder Wettkämpfen geübt und überwacht werden. Das aktive cool-down möglichst bald nach Ende des Trainings oder nach Wettkämpfen hat eine ausgezeichnete Wirkung und ist für die Verkürzung der Wiederherstellungszeit bis zur nächsten wichtigen TE von großer Bedeutung. Nach hochintensiven Belastungen wird der Abtransport saurer Stoffwechselprodukte durch langes ruhiges Auslaufen unterstützt. Hilfreich ist dabei auch die „Flasche danach“, wenn das vorbereitete Elektrolytgetränk (z.B. 150-200 ml mit Maltodextrin 19 + etwas Kalium oder das Getränk ihrer Wahl) innerhalb der ersten 20-30 Minuten nach Ende des Trainings ausgetrunken wird. Erinnern sie sich auch daran, dass das Regenerationstempo vor allem in den ersten zwei Stunden nach hohen Belastungen wirksam unterstützt werden kann.
Mit einem individuellen Dehn-/Lockerungsprogramm nach der Belastung sollte jeder Leistungssportler „ausgestattet“ sein. Damit wird dem entstehen muskulärer Dysbalancen, sowie Verkürzungen und Verspannungen entgegengewirkt, der Muskeltonus wieder schneller gesenkt.
Nach hochbelastenden TE oder Wettkämpfen, mit hohen Laktatauslenkungen, sollte das Auslaufen erst beendet werden, wenn gefühlsmäßig die Laktatkonzentration unter 2 mmol/l Laktat abgesunken ist.