Teamarbeit in der Leichtathletik (Teil 2)

Regensburger Modell zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Das Talent steht immer im Mittelpunkt eines Kompetenzteams

09. Mai 2007 (Ring) - Ob gerade mal entdeckt im zarten Alter von 12, 13 oder 14 Jahren oder schon auf den Sprung zur Internationalität, mit einer Meinung waren sich die Handelnden immer einig: Der/die Athlet/In steht immer im Mittelpunkt seiner Umfeldfaktoren, die sein leichtathletisches Leistungsstreben erfolgreich aber auch mindernd beeinflussen können. Ulrich Becker fordert für diese Korrelationen Zusammenarbeit, eben Teamfähigkeit und benennt folgende Arten von Teams:

  • Trainerteam
  • Trainer-Assistententeam
  • Trainer-Elternteam
  • Trainer-Betreuerteam
  • Trainer-Beraterteam
  • Sportübergreifendes Team

Wir in Regensburg haben auf ein Kompetenzteam gesetzt, dass ständig erweiterbar ist, sofern sich personelle Fachkompetenzressourcen auftun.

Kompetenzteam

Dabei ging es uns nicht nur um eine personelle Kompetenzbindung sondern vielmehr auch um eine institutionelle, die den Weg des Talents bis zur Olympiareife begleiten soll. Erfahrungen im Hochleistungssport besitzen wir. Alle drei aus bayerischen Vereinen kommenden Athener Olympiateilnehmer/Innen (2004) sind oder waren Mitglied unseres Leichtathletikteams, wenn auch festgehalten werden muss, dass sie bisher nur am Rande vom neu installierten System profitierten. Manche mag es verwundern, die Eltern nicht als „Partner“ im Kompetenzteam vermerkt zu wissen. Wir betrachten „unsere Eltern“ natürlich als ganz wichtiges Bindeglied zwischen Verein und Athlet/In, wissen aber auch, dass deren Bindung stark emotionell subjektiv geprägt ist und deren leichtathletische Kompetenz in der Regel einen geringen Status aufweist. Meistens gelingt es uns, sie zielgerichtet für Betreuer/Kampfrichter/Helfertätigkeiten zu gewinnen und sie von dem, was wir fachspezifisch machen, ausreichend aufzuklären, ohne sie direkt damit in die Verantwortung zu nehmen. Der nur indirekt einwirkende wissenschaftliche Ast der leichtathletischen „Theorie“ konnte in Form einer eigenen LA-Coaching-academy erweitert werden und genießt derzeit schon in Leichtathletik-Deutschland via eigenem Internet-Portal www.la-coaching-academy.de über respektables Ansehen. Die Leitung für diese unabhängige Projekt liegt in Händen von Lothar Pöhlitz, Kurt Ring und Lukas Ziegler. Die Anzahl der ständigen freien Mitarbeiter wächst permanent.

Verschiedene Entwicklungsstufen fordern verschiedene Anforderungen

Von Anfang waren wir uns im Klaren, dass sich die Umfeldfaktoren je nach Entwicklungsstand des Sportlers stark verändern können. Deshalb versuchten wir einen so genannten „Leistungsbaum zu entwickeln, aus dem die verschiedenen „Talententwicklungsmöglichkeiten“ abzulesen sind.

Leistungsbaum