Schnelligkeitstraining im Aufbau und in der Spezifik (Teil 1)

11. April 2007 (Kaufmann) - Ewald Kaufmann, Bundestrainer Kurzhürde und Heimtrainer von Christian Blum, des derzeit besten deutschen Nachwuchssprinters, stellte beim Trainer-Workshop am 4. März in der Sportschule Oberhaching seine Trainerphilosophie zum Thema Schnelligkeit vor und präsentierte den gesamten Fahrplan für die WM in Osaka. In seiner Trainingsgruppe trainieren derzeit auch noch Sebastian Ernst (Bestzeit 200 m 20,37) und Florian Rentz, der sich bei den diesjährigen deutschen Hallenmeisterschaften auf 21,04 steigerte. Ewald Kaufmann hat sein Material spontan www.la-coaching-academy.de zur Verfügung gestellt.

Seinen Vortrag gliederte er in die vier Großbereiche:

  • Trainingsaufbau – Periodisierung
  • Leistungsbestimmende Faktoren
  • Trainingsmethoden
  • Zusammenfassung

Periodisierung

Ewald Kaufmann setzt natürlich auch auf eine Doppelperiodisierung, wobei er in der VP1 großen Wert auf die Verbesserung der Grundlagen legt, relativ spät ins spezifische Sprinttraining einsteigt und die gesamte Hallensaison nur als Zubringerleistung für das Hauptziel im Sommer sieht. Hier die Periodisierung  der VP1 bis zur Beendigung der Hallensaison. Das Ziel „Qualifikation für die Hallen-Europameisterschaften“ konnte Christian Blum verwirklichen. Christian Blum konnte dies mit einer Steigerung auf eine neue persönliche Bestleistung über 60 m in 6,59 realisieren, womit er Deutscher Hallenmeister 2007 wurde. In Birmingham bei der Hallen-EM scheiterte er in 6,67 nur um Tausendstel als Fünfter im Semifinale.

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Nach einer totalen einwöchigen Pause, auf die Ewald Kaufmann zur psychischen und physischen Erholung größten Wert legt, beginnt die VP2 Mitte März zuerst mit einer allgemein grundlegenden dreiwöchigen Phase. An deren Ende liegt ein vierzehntägiges Trainingslager als Überleitung in eine spezielle grundlegende Phase im April. Mit dem 7. Mezozyklus (5 Wochen) steigt Ewald Kaufmann mit seinen Athleten ins Wettkampfgeschehen ein (Aufbauwettkämpfe am 6. Mai – erste wichtige Wettkämpfe ab Rehlingen 28. Mai). In der  24. Woche beginnt die Ausprägung der speziellen Phase mit dem ersten Saisonhöhepunkt, den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg.

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Für die drei Topathleten bestehen berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme Ende August/Anfang September im japanischen Osaka, wobei sich Christian Blum und Sebastian Ernst sogar berechtigte Hoffnungen auf einen Einzelstart machen können. Letzterer ist bei Erreichen seines 2004 Niveaus sogar in der Lage, das Finale über 200 m anzuvisieren (3. Juli-Woche) beginnt in der UWV vor Osaka noch eine zweiwöchige spezielle Vorbereitungsphase, der dann drei Wochen der absoluten Leistungsausprägung folgen.

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Bei seiner Trainingsphilosophie verfolgt Ewald Kaufmann einen pyramidalen Ansatz vom Grundlegenden zum hochspezifischen Trainingsmittel, wobei er selbst kein Freund des reinen Dauerlaufs ist, sondern bevorzugt NI-Läufe mit bis zu 28 Wiederholungen einsetzt.

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Leistungsbestimmende Faktoren

Leistungsbestimmende Faktoren dabei sind

  • Die Ausführung des Sprints
  • Der Rhythmus
  • Die Umsetzung
  • Das Reaktionsvermögen
  • Die Koordination
  • Die Rumpfmuskulatur
  • Die Pausengestaltung