Vom Training - Meetings – ersten Erfolgen und wieder großen Siegen

Gedanken 18 Monate vor Olympia - auch um die German Meetings - Ein Kommentar von Lothar Pöhlitz

2015_01_18_German Meetings© Lothar Pöhlitz  -  18. Januar 2014  - In historischen Dimensionen gedacht ist es noch gar nicht so lange her, dass es in der Hochzeit deutscher Leichtathletik große Leichtathletik-Events mit zig-tausenden begeisterten Zuschauern und immer Spitzenleistungen gab. Viele können sich sicher noch erinnern an das große ASV Sportfest „Weltklasse in Köln“ mit bis zu 60.000 Zuschauern, das tolle Internationale des Fredy Schäfer in Koblenz mit vollen Rängen und auch dem Schild „Ausverkauft“ am Eingang, das international beliebte Rudolf Harbig - Sportfest in Dresden, die Internationalen Pfingstsportfeste in Jena & Erfurt, das ISTAF in Berlin oder das Internationale Quelle-Meeting in Fürth. Aber auch die vielen aus der Mode gekommenen tollen Abendsportfeste waren gefragt. Schließlich waren es Anreize für alle für besseres Training um dort „reinzukommen“ und zu den Besten zu gehören, Preisgeld fürs weitere Training zu gewinnen und von den vielen Zuschauern frenetisch gefeiert zu werden.

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Leider ist das Vergangenheit, Geschichte, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Sicher fehlt es nicht nur an der Pflege der Traditionen, den großen Veranstalter-persönlichkeiten und großen Firmen die die Leichtathletik einst liebten. Sie zogen sich zurück zu den elitären-Sportarten Golf, Tennis, Formel 1 oder Fußball ohne gleichwertig ersetzt zu werden, vielleicht auch weil sie die zunehmend steigenden roten Zahlen nicht mehr verantworten wollten, die Etats aus dem Ruder liefen. Die Medien leisten ihren Beitrag durch eine in Mode gekommene „Negativberichterstattung“ bei dem zuerst das Negative und danach die Fortschritte genannt werden, oder sie berichten über Fußball – das kann man vom Fernsehbericht „übernehmen“ und es kann jeder. Sicher unterschätzte auch der DLV die Entwicklung, seine Rolle in der Zusammenarbeit mit allen und die Bedeutung solcher Events in ihrer Vorbildfunktion für Spitzenleistungen und die Jugendleichtathletik. Sie ließen es zu. Sie könnten sich ruhig einmal fragen, wer wann wen nicht mehr liebte, oder ob die vor Jahren eingegangene Partnerschaft mit NIKE viele andere vergraulte? Man fragt sich aber auch, warum sich die Schweiz das „größte Leichtathletik-Fest Europas im kleinen „Letzigrund“ immer noch leisten kann.

Wir müssen aus Training bessere Wettkampfergebnisse machen

Auch die Läufer sollten einmal über ihre Rolle in diesem System nachdenken. Zu viele haben nicht das Gefühl, dass sich mit der Bestellung von Wolfgang Heinig zum Cheftrainer Lauf für die Läufer etwas zum Positiven veränderte. Die Weltbesten breiten ihr Training offen aus, aber nur wenige können den Profis mit Amateurbedingungen in ihre Belastungsbereiche folgen. Nicht wenige wollen heute noch wie Profis honoriert werden, obwohl sie immer weniger konkurrenzfähig sind – nicht so selten hinter 10 Afrikanern einkommen -  so verlieren die Fans immer mehr das Interesse, der Zuschauerboom verebbte, die Fernsehsender zogen sich von der Leichtathletik-Begleitung zurück, Fußball ist König, der Sport ist im TV Stiefkind.

GERMANMEETINGS 2015

Cottbus Springer-Meeting 27.1.2015 - Dessau Springer-Meeting 04.02.2015 - ISTAF Indoor 14.02.2015 – Potsdamm - Halle Werfertage 16./17.05.2015 - Rehlingen 25.05.2015 - Dessau ANHALT 29.05.2015 - Regensburg GALA 6.6.2015 / Laufnacht 5.6.2015 -  Rhede 5.7.2015 - Hof 20.06.2015 - ISTAF Berlin 6.9.2015

Auch die GERMAN MEETINGS könnten helfen

Leider haben sich die großen Hoffnungen auf Traditionspflege und Fortsetzung großer Events in Deutschland nicht erfüllt, die damals mit der Gründung von GERMAN MEETINGS verbunden waren. Sicher hatten sie es sich auch leichter vorgestellt „stellvertretend für Deutschland“ und auf enge Zusammenarbeit mit dem DLV gehofft. Nun sind nur noch wenige Veranstalter übrig geblieben, die den Läufern helfen können. Was die ausgeschriebenen Strecken betrifft, sind sie inzwischen auf einem Wettkampfniveau „Mittelstand mit wenig Anspruch“ hart gelandet. Man vermisst eine angemessene Organisation der Wettkampfleistung in Zusammenarbeit auch mit den Bundestrainern. Erst wenn die Leistungen stimmen, darf man zufrieden sein. Zu oft werden aber auch die Läufer ihrer Verantwortung für schnelle Ergebnisse nicht gerecht. Nach wenigen Metern des offensiven Laufens verstecken sie sich wieder an der Innenkante und wundern sich, wenn dann ein Sturz folgt. Schade, dass so selten die Leistungen der Pacemaker dem Anspruch entsprechen, zu oft gibt es keine.

Man vermisst ein Entwicklungskonzept, ein fehlendes leistungsorientiertes Anspruchsniveau, das den großen Buchstaben GM gerecht wird, wenigstens befriedigende Geschwindigkeitsorganisationen, wieder materielle Anreize für die Athleten, eine Zusammenführung der Kader und ein untereinander abgestimmtes Disziplinangebot. Sie tragen auch nicht zur Entwicklung der sportlichen Form z.B. der Läufer bei, wenn die drei noch verbliebenen interessantesten Meetings für Läufer in Rehlingen, Dessau und Regensburg innerhalb von 10 Tagen noch vor der eigentlichen Wettkampfsaison stattfinden. Danach müssen die Läufer ins nahe Ausland fahren, z.B. nach Belgien, das in den Jahren mit ihrem Flanders Cup aufgebaut hat, wovon German Meetings - Chef Uli Hobeck sicher bei ihrer Gründung geträumt hat.

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Im Sommer wollen Läufer für die Winterarbeit belohnt werden

Für die Mittel- und Langstreckler sind nur wenige Orte übrig geblieben, wohin sich eine Reise lohnt. Bei der Diamond League Serie sind sie im Prinzip außen vor. Das große ISTAF findet für einige wenige als „Nachlese“ leider statt, wenn alles schon vorbei ist. Auch in Rehlingen gab es bei Zeiten nur mittelmäßige Leistungen.

2015 findet es am 25.5.2015 statt, wenn die Besten für die internationalen Jahreshöhepunkte im August noch trainieren. Auch Dessau (29.5.2015), eher für Mitteldeutschland bedeutend und vor allem auf die Mittelstrecken konzentriert, hat bisher den Sprung in die Elite-Events und zum Zuschauermagnet nicht geschafft. Die LG Telis Finanz Regensburg bietet modernisiert mit der „Laufnacht für alle“ (5.6.2015) und der Gala gleich am darauffolgenden Tag für die Elite (6.6.2015) ein Läuferfestival, wie man es sich wünscht. Aber hat das Meeting eine Zuschauerschwachstelle. Es kann doch aber nicht sein, dass viele Anfang Juni in Regensburg erzielten Bestleistungen noch zum Jahresende in den Bestenlisten stehen, wo doch die Leistungsexplosion nach Regensburg erst bevorstehen soll. Danach ist es fast vorbei sich irgendwo in Deutschland den Lohn für zwei Vorbereitungsperioden nach 9-10 Monaten Training gegen Gleichwertige abholen zu können, von Meisterschaftsterminen einmal abgesehen.

5000m – 3000m Hi – 10.000m Rennen neu programmieren

Juni – Mitte August muss wieder Hauptwettkampfzeit werden

Nachdem beim Mini-Internationalen im Mai in Koblenz (außerhalb der German Meetings) inzwischen nur noch die 5000m im Mittelpunkt stehen, müssen die Besten danach ihr Glück über die 5000m/10.000m Langstrecken im Ausland suchen obwohl es im DLV eine Abteilung Wettkampforganisation gibt! Reicht ihre Kraft und Personalstruktur wirklich nur für die Deutschen Meisterschaften? Die Wettkampforganisation hat doch erst ihre Aufgaben – die Ansprüche des Hochleistungssports innerhalb der Olympischen Leichtathletik -  erfüllt, wenn für alle Kaderathleten von U18 – U20 – U23 bis zu den Elitekadern bis Mitte August Wettkämpfe angeboten werden, in denen die Erwartungen an Kaderathleten auch erfüllbar sind. Nur so kann der DLV zukünftig Leistungsfortschritte auf breiter Front erwarten. Aus trainingsmethodischen Erkenntnissen ist dem noch anzufügen, dass nach einer gut genutzten Hauptsaison bis etwa Mitte August (von EM, WM, OS - Terminen abgesehen) 16-18 Wochen innerhalb der VP1 zur Schaffung einer neuen besseren Basis für mehr gebraucht werden. Das bedeutet, dass möglichst früh im September die Olympiavorbereitung für Rio beginnen sollte.

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16 Hallen für 6-8 Wochen schnelles Laufen eine Riesenreserve

Wenn man bedenkt, wie gut deutsche Leichtathleten mit Leichtathletikhallen (16!) ausgestattet sind und es im Rahmen einer Doppelperiodisierung kein Hallenwettkampfsystem im Verbund zwischen Dortmund – Leverkusen – Düsseldorf - Berlin – Neubrandenburg - Karlsruhe – München – Fürth  - Mannheim – Frankfurt -  Leipzig – Halle – Magdeburg – Erfurt - Chemnitz – Sindelfingen oder Teilen davon gibt, stößt man auf eine weitere Organisationsschwachstelle und damit Reserve, um aus Training nicht nur Wettkampfresultate, sondern auch grenzwertige anaerobe Anforderungen an den Läufer - Organismus zu machen. 16 Hallen hat Deutschland derzeit, die diesen Ansprüchen genügen würden, sensationell. Leider fehlt es an vielen Orten an Politikern, dem LV, Sportfunktionären und auch Trainern, die zukünftig aus diesen ihnen einst geschenkten Millionen vor allem in ihren Regionen für die Leichtathletik arbeiten würden wie manche Ehrenamtliche. Nach 4 Monaten Training innerhalb der 1.Vorbereitungsperiode wäre eine erste Geschwindigkeitsbestandsaufnahme beispielsweise für Läufer innerhalb aller Altersklassen auf den Strecken von 400m bis 5000m wichtiger, als man auf Grund des offensichtlich destruktiven Verhaltens aller mit Wettkampforganisation betrauten Gremien annehmen könnte.

Schon im vorolympischen Jahr die Wettkämpfe den Ansprüchen anpassen

Olympianormen in 15 Monaten erfordern harte Arbeit, ab sofort

Es reicht nicht mehr - nur Mitglied im GM-Verein zu sein, den Namen German Meetings für sich zu nutzen, aber zu übersehen, dass die Läufer eigentlich für persönliche Bestleistungen kommen, sehr gute Leistungen wollen und dabei gleichzeitig Reisekosten ins Ausland sparen wollen. Deshalb sollte demnächst auch die Organisation der Wettkampfleistung – also nicht nur die Organisation der Veranstaltung im Vorfeld - im Mittelpunkt von Meetings stehen. Nicht derjenige Verein ist der Beste, der in Vorschauen bei leichtathletik.de die besten Namen präsentiert, sondern der, der den Läufern die besten Voraussetzungen für schnelles Laufen – einschließlich Pacemakern in allen Läufen bietet, die auch ihr Handwerk verstehen. Dies wäre ein Teil zeitweiliger Strategie, um unsere Läufer schneller dem Weltniveau näher zu bringen. Reisekosten und Startgelder für Ausländer sollte man besser in Anreizprämien für die Plätze 1-8 verändern, für die es sich richtig lohnt, um mehr zu kämpfen. Und am 1.März könnte nach der Halle eine erste Leistungs-Bilanz gezogen werden, nicht wer die meisten Teilnehmer hatte, sondern wer wie viele beispielsweise „Kadernormen“, persönliche Bestleistungen oder andere Kriterien erfüllt hat. Positive Meldungen in den Medien machen vielleicht auch wieder Sponsoren mit großem Hintergrund Lust, mitzuhelfen. Zeitweilig würde dem Leistungsfortschritt und den Fans auch helfen wenn zwei Drittel Deutschen nur ein Drittel Ausländer in den einzelnen Rennen gegenüberstehen würden. Ein Schlüssel wäre auch eine interne Konferenz des DLV mit seinen Landesverbänden und Trainern zur Wettkampf-Problematik: „Wir helfen den Sportlern das Weltniveau schneller zu erreichen“ oder so. Die deutschen Sprinter und Läufer sind auch nicht in der Weltspitze, weil sie in den Wettkampfphasen Hallensaison und Sommersaison zu selten, zu wenig trainingsmethodisch sinnvoll und zu wenig hart gefordert werden.

Fotos: Pöhlitz, Steininger, Pöhlitz

Wenn Olympische Spiele 2024 nach Deutschland kommen RESPECT – NO RASSISMUS – NO DOPING 10 Jahre brauchen echte Talente bis zur Olympiareife

2015_02_01_Olympia-2024-Zukunft-in-FrageLothar Pöhlitz – 01. Februar 2015 - In der FAZ vom 31.12.2014 fragte ANNO HECKER „Wo geht´s denn hier zur Zukunft?“ und betrachtete das bevorstehende Sport-Jahr 2015,  fragte zugleich auch ob der organisierte Sport in Deutschland auf dem Weg zur Wende ist und benannte den „Kampf des Spitzensports um seine Zukunft“ als ein Thema des Jahres! Toll – endlich hat mal einer Mut dem DOSB und seinen Mitarbeitern den Siegel Zukunft des Sports vorzuhalten und das auch noch in einer unserer größten deutschen Zeitung. Gerade in einer Phase in der in unserer Demokratie heftig um die Meinungsfreiheit auf Straßen, Plätzen und in den Medien gerungen wird und die Politik an den vielfältigen großen deutschen Baustellen weniger erfolgreich arbeitet, ist es an der Zeit sich endlich auch der „Zukunfts-Sorge Leistungssport“ öffentlich zuzuwenden. Wer derzeit sportliche Spitzenleistungen vollbringt – wo in den Medien „die Zweiten“ oft schon die ersten Verlierer sind -  wird 2024 kaum noch nach Medaillen greifen. Olympische Spiele in Deutschland in 10 Jahren müssen gut und umfassend vorbereitet werden, allein mit einem Zuschlag ist es nicht getan. Deshalb muss man sich auch – aber wer ist man – sich schnellstens um die Rolle, Stand und Niedergang des Nachwuchsleistungssports – außerhalb der Fußball-Nachwuchs-Trainingszentren – sorgen und über Wege wieder nach oben nicht nur nachdenken oder sie in gedachten Prinzipien niederschreiben.

Anno Hecker - verantwortlicher FAZ-Redakteur für Sport schrieb u.a.:

„In Deutschland bündeln sich die Probleme zu einer Herkulesaufgabe. Sie reichen von zweifelnden jungen Athleten, eine Sportkarriere zu wählen, statt sich einem Beruf zu widmen, über schlecht bezahlte Trainer bis hin zu einer um sich greifenden Grundskepsis in der Gesellschaft gegenüber dem Spitzensport. Spannende Duelle, glorreiche Wettkämpfe, Goldmedaillen am laufenden Band reichen nicht mehr, das stetig gewachsene Misstrauen zu überspielen. Die nachlassenden Erfolge bei internationalen Junioren-Wettkämpfen könnten erste Vorboten eines selbst herbeigeführten Absturzes sein“

Eine deutsche Sport-Zukunft erfordert eine Wende im Nachwuchsleistungs-sport – die derzeitigen Strukturen reichen nicht

Ein Weg zur Wende würde zurückführen zum Nachwuchsleistungssport. Das wäre natürlich toll, überfällig, der große Sprung und dringend erforderlich, wie die Statements dazu aus den Sportarten unterstreichen. Eine echte umfassende, von den Medien unterstützte sachlich-fachliche Diskussion um die zukünftige  Konkurrenzfähigkeit des deutschen Sports im Weltmaßstab – wie sie Anno Hecker angeschoben hat – und eine „Hilfe“ für den Kinder- und Jugendsport auf den Fernsehkanälen – das wär´s. Dafür könnte der DOSB einmal eine Henne, Ente, einen Oscar oder einen „Goldenen Puma des DOSB“ an die beste sport- und nicht fußballfreundliche Fernsehanstalt verleihen. Natürlich brauchte es auch die Initiativen und das Geld der Bundesregierung mit ihren 16 Ministerpräsidenten, dem DOSB, den Sportverbänden, den Innenministern – die auch in den Ländern für den Sport zuständig sind und auch ausgewählten Vorbildern wie Robert Harting, Nils Schumann oder Ulli Meyfarth die die deutsche Leistungsfähigkeit bei Olympischen Spielen durch Olympiasiege schon bewiesen haben. Das würde bestimmt mehr als derzeit von der Politik angenommen Deutsche Stolz und für den Sport - initiativ machen.

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Vielleicht Ist hier ein Olympiasieger für 2024 dabei?

In einer Diskussion um den Nachwuchsleistungssport innerhalb des DOSB und den Schulsport sollte auch der Qualität der Arbeit in den Eliteschulen des Sports und der Talentsuche die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet werden – wenn man Olympia 2024 im Auge hat. Aber wer erschließt die Reserven, organisiert neue Strukturen, stellt hauptamtliche Nachwuchs-Trainer an oder organisiert im Osten den Wiederaufstieg des Leistungssports?

Auch der Hochleistungssport – Etat entscheidet über Medaillen

Will die Bundesregierung derzeit überhaupt über dazu notwendige Finanzen reden die für solche Ziele zusätzlich notwendig wären. Ist man sich bewusst mit wie vielen Hunderten Millionen der Fußball seine derzeitige tolle Leistungsfähigkeit einschließlich seiner Nachwuchsleistungszentren in allen Bundesligavereinen aufgebaut hat und das die Bundesliga 2014 einen Umsatz von 2,45 M i l l i a r d e n hatte und in höchster Priorität von allen Medien unterstützt wird. Welche geringen Summen stellt im Vergleich dazu die Bundesregierung für den Hochleistungssport seiner vielen übrigen Sportarten – den mehr als 40 olympischen Disziplinen in der Leichtathletik - zur Verfügung. Und da der Sport (außer gerade der Wintersport) im Vergleich zum Fußball auch in den Medien Stiefkind ist muss man sich sorgen. Allein die Tatsache dass in der Leichtathletik derzeit unsere Amateure und nebenamtlichen Trainer gegen die weltweite Profipraxis bestehen sollen macht Schwierigkeiten die weiteren Probleme aufzulisten.

Wenn wir Deutschland bei Olympia 2024 mit Siegen vertreten wollen...

...reicht es nicht das sich Regierung und Parlament zur Bewerbung bekennen, sie müssten einmal erklären ob sie überhaupt erfolgreichen Spitzensport wollen. In den vergangenen Jahren hatte man nie so richtig den Eindruck. Die Bundeskanzlerin, die offensichtlich glaubt Fußballerfolge helfen durch ihre Präsenz vor allem ihr, verantwortet für die Politik insgesamt die Rolle auch von Kultur und Bildung und damit auch die des Spitzensports. Sport ist Teil der Kultur einer Gesellschaft und sollte es bleiben und das müsste wieder bei den Jüngsten anfangen. Leider hat das in der Vergangenheit auch die Opposition nicht im Geringsten interessiert. Die Hoffnung für eine Nachwuchs- und Schulsport-Wende liegt deshalb vielleicht beim Neu-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in Thüringen. Seine Regierung könnte sich vorbildhaft dem völlig vergessenen Kinder- und Jugendsport im Rahmen der Bildungspolitik zuwenden. Für das Wintersportzentrum Oberhof hat er ja bereits seine Unterstützung signalisiert.

Ein Sport – Problem mit Priorität – unsere Kinder mehr bewegen

Obwohl die Ärzte seit Jahren die mangelnde Bewegung unserer Jüngsten nicht nur für Ihre Gesundheit, auch für ihre Intelligenz - Ausprägung beklagen lassen alle Parteien zu das diese außerordentliche Zukunfts-Problematik unserer sich kaum noch bewegenden Kinder und den immer ernsteren Warnungen der Ärzte über rasant steigende Kinderkrankheiten der „kleinen Dicken“ nicht in der Verantwortung des deutschen Parlaments ist. Es stört offensichtlich derzeit keinen Politiker wenn im ganzen Land Schulsporthallen für deutsche Kinder einfach so zweckentfremdet für die Flüchtlingsaufnahme ihrem eigentlichen Bildungs-Zweck entzogen werden.

Anno Hecker nennt auch einige weitere Probleme wie die Zweifel junger Athleten zwischen Beruf oder Sportkarriere, schlecht bezahlter Trainer, einer mehr zweifelnden Gesellschaft gegenüber Spitzensport, nachlassender Erfolge schon bei internationalen Juniorenwettkämpfen und die Priorität eines fehlenden Anti – Dopinggesetzes damit das Kulturgut Leistungssport nicht vor die Hunde geht.

Leider ist alles ein wenig kurz gedacht und hilft nicht aus unserer gegenwärtigen unbefriedigenden Leistungssportsituation und würde auch nicht den beschworenen notwendigen Weg zur Wende 2015 einleiten. Es gäbe viel zu diskutieren. Aus  Sicht der Praxis, aus Sicht der Trainer die ja für die gewünschte deutsche Konkurrenzfähigkeit die Arbeit an der Basis leisten müssten sollen deshalb an dieser Stelle einmal einige notwendige Voraussetzung genannt werden, die – von der gegenwärtigen Ausgangsposition betrachtet – auch bei schneller Umsetzung erst nach Jahren – vielleicht / hoffentlich bei den 2024 in Deutschland angedachten Olympischen Spielen Wirkung zeigen könnten.

Das Wichtigste: Trainererfahrung ist das junge Talente etwa 10 Jahre brauchen bis sie Olympiareif sind. Das würde bedeuten das heute bereits 12 jährige am besten unter Sportschulbedingungen von Profi-Trainern auf die Olympischen Spiele 2024 langfristig vorbereitet werden müssten! Dieser Gedanke macht aber nicht nur Experten sorge, weil 12 Jährige heute durch den Sport in der Schule vergleichsweise zu früher bis dahin nicht mehr mit einem hilfreichen Anspruchsniveau durch Schulsport ausgebildet wurden, also in diesem Alter bereits Fitness- und Ausbildungsrückstände haben. Die Frage aus dem letzten Jahrzehnt aber bleibt: wer stellt sich endlich an die Spitze: die Kinder – und Jugendsport – Wende ist zwingend. Die Grund- und Ganztagsschulen wären dazu hervorragend geeignet.

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Doping - welcher soll nun kontrolliert werden???
RESPECT - NO RASSISMUS – NO DOPING

Noch zum Ruf von Anno Hecker nach einem Anti-Doping Gesetz:  Die Trainer und Athleten im deutschen Spitzensport unterstützen die Bemühungen um ein Anti-Doping-Gesetz – bitten aber nicht nur IOC-Chef Dr. Thomas Bach - um ein Anti-Dopinggesetz weltweit – weil Insidern die Dopingenthüllungen Russlands zu kurz greifen und sich gut kontrollierte deutsche Sportler und Trainer gern wieder „w e l t w e i t  sauberen Hochleistungssportlern in allen Sportarten“ zum Kampf um Siege stellen würden.

Fair geht vor sollte für alle – auch für Funktionäre, Journalisten und Mediziner - wieder ins Bewusstsein. Eine Demütigung über 6 Jahre und eine späte  aktuelle Rehabilitation von Claudia Pechstein durch DOSB-Präsident Alfons Hörmann („Claudia Pechstein gilt aus unserer Sicht als Opfer“) zeigt welchen Schaden man mit Unkenntnis und frühen Vorverurteilungen anrichten kann. Nicht nur NO RASSISMUS sondern auch NO DOPING in den Winter- und Sommersportarten, auf allen Sportstätten, in Stadien und Hallen und im Kopf von Sportlern, Trainern und Funktionären ohne Korruption und mit ehrlichen, offensiven Kontrollen weltweit (im Norden – Süden – Westen – Osten - in Demokratien und Diktaturen) in entscheidenden Trainingsphasen des Jahres könnte ein Anti-Doping-Gesetz überflüssig machen.

Auch wenn dadurch die Leistungen in den Einzelsportarten oder die Aggressivität in den Spielsportarten und damit die Verletzungen zurückgehen würden, auf Weltrekorde erst einmal für längere Zeit verzichtet werden müsste, der Kampf um Siege bei EM, WM oder OS bliebe für die Zuschauer nicht weniger interessant. Derzeit sind leider die für Dopingkontrollen weltweit agierenden Gremien sowie IOC oder IAAF oder die für andere große Sportarten verantwortliche Vorstände nicht in der Lage ganzjährig faires, sauberes, dopingfreies Training oder Wettbewerbe zu garantieren. Dies sollte vor allem deutschen Fans und Zuschauern bewusst sein wenn unsere gut kontrollierten Athleten wieder einmal nur Vierter oder Sechster werden oder nur das Finale erreichten.

Auch Intersexualität bleibt für die Gremien ein ungelöstes Problem

Zum großen Themenbereich „Leistungsmanipulation“ zählt auch das immer wieder in Zusammenhang mit Olympischen Spielen aufkommende und noch immer nicht gelöste Problem „der männlichen Frauen“. Die lange praktizierten Geschlechtskontrollen, von Sportlern kurz „Sextest“ genannt, wurde, nach langjährigen Diskussionen vor allem seit der Zeit nach dem 2.Weltkrieg, nach Vermutungen und Beschuldigungen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1966 international eingeführt und war auch  seit 1968  bei Olympischen Spielen die Regel.  Auch weil die Prozedur der Geschlechtsüberprüfung medizinisch komplex und bis dahin teuer war, vielfältige Diskussionen in den Gremien keine Einigung brachten und 1999 die Athletenkommission des IOC vom Vorstand einen Teststopp forderte wurde beschlossen einen Test nicht mehr durchzuführen. Trotz der Beschlüsse bleibt diese Problematik unter dem Gesichtspunkt „Fair geht auch für die Frauen vor“  als Tabu und ungelöstes Problem weiter im Raum und man sollte nicht einfach – weil die Lösung schwer und vielleicht teuer ist -  zur Tagesordnung übergehen. Verschweigen löst keine Probleme. In einem Beitrag der FAZ vom 2.10.2009 unterstrich Michael Eder die Kompliziertheit der Lösung:

„Es gibt mehr als zwanzig verschiedene genetisch bedingte Ursachen dafür, dass sich manche Embryonen trotz eines (männlichen) 46,XY-Chromosomensatzes zu äußerlich weiblichen Babys entwickeln; sie können männliche und weibliche Geschlechtsorgane haben. Die Varianten zwischen Mann und Frau sind vielfältig. Es gibt keine einfache Definition der Intersexualität, und deshalb gibt es auch keine einfachen Antworten“ und kennzeichnete die alle Frauen im Hochleistungssport betreffende

„Intersexualität als eines der letzten Tabus moderner Gesellschaften“

Fotos Pöhlitz - privat

Das Wissen um die Talentproblematik darf nicht nur Trainer herausfordern Talent – Talent – wenn´s Feuer aber nicht brennt

Eine kleine Literaturanalyse von Lothar Pöhlitz

2015_11_13_Talentproblematik-Literaturanalyse© Lothar Pöhlitz - 13. November 2015 - „Die Eignung für eine Laufstrecke im Sprint-, Mittel- oder Langstreckenlauf wird durch das individuelle Verhältnis der anaeroben oder aeroben Energiebereitstellung - deren organisches Korrelat der genetisch determinierte Muskelfasertyp ist – bestimmt“ (DICKHUTH 1990)

Viele junge Langsprinter gehören früher zur Mittelstrecke - viele junge Mittelstreckler gehören früher zur Langstrecke

„Nachwuchstraining muss als Eignungserkennungstraining verstanden und gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, wesentliche Leistungsvoraussetzungen herauszuarbeiten, deren Entwicklungszustände und -verläufe sauber zu dokumentieren“ (NORDMANN 2009)

Erziehen, entwickeln wollen erfordert fördern und fordern zugleich. Jeder ist für irgendeine Disziplin oder Sportart talentiert, es ist Aufgabe der Trainer dies möglichst früh zu erkennen, sie der jeweiligen Disziplin / Sportart ohne persönliche Egoismen zuzuführen und entsprechend auszubilden. Genetisch festgelegt ist, ob die Muskulatur eher schnellkräftig oder verstärkt ausdauernd ist (Pöhlitz 1986).

Die Erfahrung lehrt dass nicht alle Talente über die notwendigen Intelligenzvoraus-setzungen verfügen, um die privaten, schulischen und Trainings- und Wettkampf-aufgaben erfolgreich miteinander zu verbinden. Intelligenz ohne Leistungsbereitschaft und ohne starke Willensqualitäten dagegen führt nicht zu Spitzenleistungen. Erfahrung ist auch, dass Sportler im Endeffekt können was sie können wollen (Pöhlitz 1987).

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Je härter man trainiert – sei es in der Musik, im Sport oder in der Wissenschaft, umso besser wird das Ergebnis. Amerikaner, Afrikaner, Japaner oder Chinesen arbeiten meist härter als Europäer. (Lang Lang im FOCUS 15/2009)

Die Ausbildung von Begabten setzt organisierte Zeit zum täglichem Üben voraus, dies gilt für Sänger, Pianisten, Artisten, Schwimmer und auch für Läufer und Geher, die eines Tages vor einem großen Publikum erfolgreich auftreten wollen.?Junge Sportler die früh beginnen und seit frühester Kindheit mit Spaß üben haben einen Übungsvorsprung der kaum aufzuholen ist. Es ist aber auch Erfahrung, dass noch deutliche Fortschritte durch intensives üben bis ins späte Hochleistungsalter möglich sind.

„Konstitutionell – anatomisch günstige Voraussetzungen stellen nur einen Teilbereich der sportlichen Leistungsfähigkeit dar. Analysen zeigen dass bis zu 60 % Sportverletzungen oder Sportschäden und ein daraus resultierender frühzeitiger Karriereabbruch auf ungünstige Voraussetzungen zurückzuführen sind.“ (LOHRER 1990)

Belastbarkeit ist eine wichtige Voraussetzung für einen Weg nach oben

„Erfolgreiche Entwicklungsverläufe von jungen Nachwuchsathleten im Leistungssport sind wesentlich von ihrer „Belastbarkeit“ abhängig. Sie ist durch genetische Anlagen, sowie durch exogene und endogene Einflüsse bestimmt. Die Belastbarkeit entscheidet maßgeblich über die mögliche Kontinuität des individuellen, langfristigen Trainings- und Leistungsaufbaus“ (FRÖHNER 2008).

„Belastbarkeit aber ist nicht angeboren, sondern das Ergebnis möglichst früh beginnender allgemeiner- und spezieller vielseitiger Einwirkungen auf den kindlichen Organismus durch systematisch zunehmende Anforderungen, auch mit sportartgerichteten Übungen (Ganzkörperkonditionierung, Schwachstellenbeseitigung)“ (Pöhlitz 1979)

„Nachwuchstraining muss als Eignungserkennungstraining verstanden und gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, wesentliche Leistungsvoraus-setzungen herauszuarbeiten, deren Entwicklungszustände und -verläufe sauber zu dokumentieren“ (NORDMANN 2009).

Prof. W. Kindermann definierte 1990 die Talent-Voraussetzungen aus sportmedizinischer Sicht wie folgt:

 

  • Leistungsphysiologisch hinsichtlich der dominierenden leistungsbestimmenden Faktoren der Sportart genetisch?herausragend determiniert sein (aerobe + anaerobe Leistungsdiagnostik)
  • orthopädisch hoch belastbar sein (Minusvariante: z.B. anatomische Anomalien)
  • internistisch gesund und wenig krankheitsanfällig sein ?(Minusvariante: z.B. erhöhte Infektanfälligkeit, hoher Substitutionsbedarf) mental stabil sein (Minusvariante: Trainingsweltmeister).

„Talent, hohe und höchste Leistungsmotivation, Unterstützung durch Eltern, Schule und Umfeld, eine frühzeitige, nicht nur koordinative, sondern auch konditionelle Vorbereitung im Kindes- und Jugendalter, langfristige und gesunde Steigerung der Belastung, permanente Kontrolle des Belastungszustandes und der Belastbarkeit, hochkompetente Trainer, optimale wissenschaftliche Unterstützung für Mensch und Material, finanzielle Absicherung während des Leistungssports mit Vorbereitung auf eine berufliche Karriere danach und schließlich Zeit für den Leistungssport“ (Reinsch 2009)

Alles ist Anpassung. 10000 Übungsstunden benötigen Menschen um außergewöhnliche Fähigkeiten auszuprägen. Talente werden geschaffen. Wunderkinder gibt es nicht. (ERICSSON-USA-2008)

Fotos: TV Parsberg, Schneider

Viel Läufer-Sonne in Schweden – Schatten in Tallin und Cali

Bilanz und Ausblick nach den U18 - / U20 - / U23 - EM/WM - 2015

2015-09-03-Nachwuchssituation-DLV © Lothar Pöhlitz – 3. September 2015 - Die Nachwuchsleistungssituation im Bereich Mittel- und Langstreckenlauf stellt sich nach der weltweiten Bestenermittlung 2015 in den Altersklassen (AK), den U18- / U20- / U23- Höhepunkten differenziert dar, mit sehr viel Sonne in Eskilstuna und Schatten in Cali und Tallin. Die Läufer und Läuferinnen der Altersklasse U20 und ihre Trainer machen Hoffnung für demnächst, haben sicher die Fans und das Fachpersonal mit ihren Fortschritten überrascht und erfreut. Sie kamen mit nicht erwartenden 6 Medaillen als stärkste Disziplingruppe des DLV aus Schweden heim. 2x Gold – 3x Silber – 1x Bronze, toll.

DLV - Lauf - Medaillenbilanz U18 – U 20 – U23 EM / WM 2015
U-23 EM

  • Christina Hering (800 m Bronze)

U-20 EM

  • Alina Reh (3000 m / 5000 m Doppel-Gold)
  • Fabian Gering (10000 m Silber)
  • Sarah Schmidt (800 m Silber)
  • Patrick Karl (Hindernis Silber)
  • Konstanze Klosterhalfen (1500 m Bronze)

U-18 WM

  • -

Diese Euphorie bremsen die Bereiche U 18 mit nur 5 Lauf-Teilnehmern und keiner Medaille und vor allem die U23 mit nur 1x Bronze durch Christina Hering über 800 m der Frauen. Da sollte man wohl, nach 3 Jahren Arbeit im neuen Olympiazyklus, einmal über neue Konzepte nachdenken. Auch weil es 2015 wieder nicht gelungen ist die Besten aus dem Anschlusstraining - die Läufer jenseits der 19 Jahre - in Tallin näher an die Spitze zu führen. So ist nur 1 Jahr vor den Olympischen Spielen die erhoffte Verstärkung der Olympiamannschaft aus diesem Bereich fast unwahrscheinlich. Wo junge Mittel- und Langstreckler anderer Länder in diesem Altersbereich schon in der Champions League unterwegs sind bleiben dem DLV die Lauf - Probleme der Vergangenheit.

6 Läufermedaillen bei der U-20-EM – Aufbruch - sensationell

Die vor 2 Jahren vom DLV installierte neue Bundestrainer Nachwuchsstruktur macht Hoffnung auf mehr. Die U-20 – Läufer haben ein Zeichen gesetzt, völlig ungewohnt aus den letzten Jahren, fährt die Disziplingruppe Lauf mit den meisten Medaillen nach Hause und es sind sogar die lange Jahre vernachlässigten Langstreckler dabei. Diese Ergebnisse machen Hoffnung und sind sicher auch das erfreuliche Ergebnis der Neuordnung des Nachwuchsbereiches mit den Bundestrainern Georg Schmidt – Thomas Dreißigacker – Pierre Ayadi – Enrico Aßmus und Andreas Michallek. Auch wenn noch nicht einmal alle Träume in Erfüllung gegangen sind hat sich die offensichtlich organisatorisch-inhaltlich veränderte Talentarbeit im Team, gemeinsam mit den Heimtrainern, ausgezahlt.

2015-09-03-Nachwuchssituation-DLV

Alina Reh – U20 - Doppel-Gold und 15:51,48

Toll wie Alina Reh mit den hohen Erwartungen in Eskilstuna umgegangen ist, Gold über 3000 m – dann die Emotionen einer Europameister-Siegerehrung und noch einmal Gold direkt am darauf folgenden Tag über 5000 m und das auch noch sehr sicher in guten 16:02,01. Das zeugt von einem hohen aeroben Qualitätsniveau in ihrem Leistungsbereich und mentaler Stärke. Das sie mit 15:51,48 von vorn gleich noch die Wachablösung bei den DM der Aktiven in Nürnberg einleitete hatte so überzeugend wohl niemand erwartet.

Glückwunsch auch für die Silbermedaillen von Sarah Schmidt (800 m) – Fabian Gering (10000 m) – Patrick Karl (3000 m Hindernis) – und Bronze durch Konstanze Klosterhalfen (1500 m). Sie brachten nicht nur ihren Heimtrainern Lob und Anerkennung sondern machen auch allen Lauf-Fans Freude weil deutlich wird das Teamarbeit zu Fortschritten führen kann und die deutsche Leichtathletik in Teilen auch Nachwuchsleistungssport kann. Offen bleibt natürlich wer es nun schon 2018 zu einem EM-Start in Berlin schafft.

Beste DLV - U23 - Mannschaft bei der EM – aber nur 1 Laufmedaille

Die einzige Medaille (Glückwunsch zu Bronze von Christina Hering über 800 m) in 10 Disziplinen des Mittel- und Langstreckenlaufs bei der U23-EM in Tallin erschreckt, widerspiegelt die ganze Problematik und wird nicht nur Lauf-Cheftrainer Wolfgang Heinig in Erklärungsnot bringen wenn er an die 3 letzten Arbeitsjahre mit dieser AK, an Olympia 2016 und danach denkt, dabei ging es in Tallin nur gegen Europa.

Die Aufgabe bleibt: mit Bestleistungen in den AK der Welt nähern

EM, WM und OS sind in Zukunft kaum erfolgreich zu gestalten wenn der Leistungs-fortschritt der 19-22 jährigen nicht durch Veränderungen in der Arbeit mit Talenten beschleunigt wird. Der derzeit präsentierte Unterbau gefährdet das Abscheiden deutscher Läufer bei den Olympischen Spielen 2020 und 2024. Auch wenn man bedenkt das bis dahin einige der älteren Etablierten der Leichtathletik adé sagen werden.

Das sich die erhofften Fortschritte auch noch in Rückschritte umkehrten macht hoffentlich nicht ratlos. Für die vom DLV und den Medien gewünschten bzw. erwarteten Ergebnisse / Medaillen / Siege / Finals bei den internationalen Wettkampfhöhepunkten (EM, WM, OS) der Zukunft reichen die eingeleiteten Maßnahmen – von Ausnahmen abgesehen – offensichtlich nicht. Wenn man bei den inzwischen Etablierten und von den Ländern offensiv angenommenen internationalen U18- / U20- / U23 Prüfungen in zwei von drei Altersklassen mit fast leeren Händen nach Hause reist muss man wohl noch einmal intensiv über alles nachdenken.

2015-09-03-Nachwuchssituation-DLV

Die Probleme sind nicht geringer geworden. Es ist wieder nicht gelungen eine Reihe der U-23 Kader näher an die Weltspitze wenigstens erst einmal ihrer Altersklasse zu führen. In einem Beitrag bei der LCA im August 2014 konnte man beispielsweise lesen: "Einige, noch im Vorjahr „als Talente gehandelte“, wie beispielsweise Maya Rehberg (94), Christine Gess (94) oder Sonja Mosler (93), haben den Durchbruch erst einmal nicht geschafft. Ob es für sie aber ein verlorenes Jahr war wird sich 2015 zeigen". Natürlich gibt es für Stagnationen immer Gründe – wenn aber beispielsweise Christine Gess (2013: 2:04,22) – Maya Rehberg (9:55,73) – Sonja Mosler (2:03,76) auch 2015 keine Fortschritte in Richtung internationale Ansprüche machten und mit Dennis Krüger (1:45,79) – Patrick Zwicker (1:46,69) – Hendrik Pfeifer (29:16,14) – Martin Grau (8:24,29) und ihren Leistungen aus dem Vorjahr nun der männliche Nachwuchs auch stagnierte müssen wohl die Ursachen auf den Tisch der olympischen Leichtathletik. Der Verluste sind es zu viele. Wenn in anderen Disziplingruppen Medaillen oder gute Finalleistungen gefeiert werden sollte man Läufer nicht länger für eine Qualifikation zu einer Nachwuchs-EM oder WM loben.

Wenn die DLV - Zentrale Weltniveau in den Altersklassen plant

Wie schon 2014 bleibt auch für die Mittel-, Langstreckler und Hindernisläufer nach den 3 Nachwuchshöhepunkten U18- / U20- / U23 - 2015 die Aufgabe „Weltniveau in diesen Altersklassen“. Dafür hat sich der DLV in seinem Strukturplan zu Beginn des Olympia-zyklus 2013-2016 entschieden.

DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska unterstrich die Wichtigkeit konkurenzfähiger Nachwuchs-Leistungen nach der für den DLV erfolgreichen U23-EM so: „Für uns ist die U23-EM eine sehr wichtige Meisterschaft. Hier können wir Entwicklungen nach dem Jugendbereich im Wettbewerb gegen starke Konkurrenz beobachten und auf der Basis der Auswertungen Athleten auf den Sprung in A-Nationalmannschaft vorbereiten. In Tallinn haben wir Teile des möglichen Kernteams für die Heim-EM 2018 in Berlin gesehen.“

Ein schnellerer Anschluss ans Weltniveau erfordert das Nachwuchsleistungstraining zu optimieren und das Anspruchsniveau bereits für den U20-Altersbereich zu erhöhen. Es fehlen nicht nur Talente, sondern vor allem "Goldkörnchen" oder Wunderkinder, wie die Amerikaner gern sagen, für das Podium. Und in einer Vorstufe zunächst erst einmal für Starts gegen die Weltspitze in den Champions League Wettbewerben. Es muss demnächst auch einmal um die Großbaustelle „Leistungsbreite 400 m – Unterdistanzbereich“ gehen ohne die sich Leistungen über 800 m und 1500 m nahe zur Weltspitze immer weiter entfernen werden. Ein Neuanfang scheint auch in diesen Disziplinbereich in den Altersklassen notwendig. Das keine 400 m Läufer und keine 4 x 400 m Staffeln für Peking nominiert wurden ist wohl als erstes Signal zu werten.

Erst am 17.7.2015 wurde beim großen Internationalen in Monaco für alle Läufer beispielsweise in den zwei 1500 m Rennen der Männer und Frauen demonstriert was gegenwärtig unter Weltspitze zu verstehen ist. Gegen die sollen unsere Besten ja in Rio in den Finals bestehen. In der Regel wird in einer Olympia-vorbereitung bei den Besten noch ein Schritt zugelegt.

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Reserven im Team mit LV und Heimtrainern erschließen

Junge Läufer und Läuferinnen – auch wenn die Mädchen in diesem Alter den Jungen in ihrer Entwicklung oft voraus sind - müssen nicht unbedingt bei einer U18-WM Medaillen holen, trotzdem sollte die Konsequenz aus nur 5 Jungen und Mädchen (3 x 800 m / 2 x 3000 m) des Laufbereichs bei der U18 – WM in Cali sein: wir müssen näher dran in den Altersklassen! Vor allem aus einer größeren Breite kommt die Leistung. Das vorrangige Ziel müsste deshalb erst einmal sein mit mehr Talenten möglichst viele der Startplätze zu besetzen und in den Finals erste internationale Erfahrungen zu sammeln. Damit würden in Zukunft auch weniger Hoffnungsträger bis zur U23 auf der Strecke bleiben.

Erfahrung: U18 - Leistungen erfordern bessere Trainings-Bedingungen und neue Wettkampf-Organisationsformen – schon für den C/D - Kader

Der U20 - Aufbruch sollte alle motivieren die Kaderarbeit als einen Teilbereich „Talente / Hochbegabte U18 / U-20 / U-23 – Elite“ zu organisieren. Das Training ist darauf auszurichten besser als bisher und mit neuem Anspruchsniveau auf die internationale Konkurrenzfähigkeit und den „Anschluss ans Weltniveau dieser AK“ vorzubereiten. Die Konsequenzen wären kleinere Kader mit den für diesen Weg und Anspruch bereiten Talenten und Heimtrainern. Altersleistungsorientiert und wie die gleichaltrigen anderer Länder mit täglichem Training. Auch die Landesverbände sollten sich – als Teil des DLV - gemeinsam mit der Abt. Nachwuchs beim DLV dieser Aufgabe stellen. Die Talentsuche, ihre Grundausbildung auf höherem Niveau und ein dafür zu überarbeitendes Wettkampfsystem wären wichtig. Wenn auch noch den Heim-Trainern vor Ort zu besseren Bedingungen für solche Talente verholfen wird könnte eine Konzentration der Arbeit schneller voran helfen, auch weil mehr Geld – wie der Innenminister signalisierte - sicher nicht zu erwarten ist. Es reicht nicht länger nur Mitglied in einem Kader zu sein.

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Schüler auf das Jugendtraining besser vorbereiten

Das Training der 12-14 jährigen ist mehr als bisher als Talent-Erkennungstraining mit höherem Anspruch zu gestalten. Talente – nicht alle - müssen früher entdeckt und durch ein Ganzkörpertraining besser als bisher auf das Jugendtraining vorbereitet werden. Die Spielleichtathletik 2-3x wöchentlich bleibt für die denen der Leistungswille fehlt und sich deren Eltern mit der derzeitigen Welt-Dopingdiskussion der Großen entschuldigen. Das Voraussetzungstraining U-18 sollte schon mehr zentral gelenkt werden und z.B. durch ein Regional-Wettkampfsystem (vielleicht Süd-Ost-Nord-West) die mögliche Leistungsdarstellung - und damit die Ausbildung zu fördern. Die Bundestrainer könnten vielleicht die Koordination der Zusammenarbeit des DLV mit immer mehreren „ihrer“ Landesverbände – nach dem Beispiel früherer Koordinatoren für die OSP - übernehmen.

Zuletzt noch ein Rückblick auf die Jahre 2013 – 2014 – 2015 der Besten
Leistungsentwicklung des Junior – Elite – Teams - Lauf (Junior-Elite-Team 2014)

 

800m Männer Ergebnis 2013 Ergebnis 2014 Ergebnis 2015
Krüger Dennis (1993) 1:47,20 1:45,79 1:46,65
Lange Andreas (1991) 1:45,69 1:46,79 1:48,91
Stadler Kevin (1993) 1:47,31 1:48,27 1:50,20
Zwicker Patrick (1994) 1:46,04 1:46,69 1:48,97
Langstrecke Männer
Sonnenberg Nico (1991) 14:00,07 14:06,40 / 8:45,24 Hi. ----/8:40,54
Pfeifer Hendrik (1993) 14:27,43 / 29:38,99 14:04,52 / 29:16,14 ----/30:09,53
3000m Hindernis
Grau Martin (1992) 8:42,60 8:24,29 8:31,55
1500m Frauen
Sujew Elina (1990) 4:08,82 4:07,82 4:09,28
Langstr./Marathon Fr
Stöcker Nina (1992) 35:10 / 2:37:46 ------- ---------/---------
Hahner Lisa (1989) 33:50 / 2:30:17 ------- ---------/--------
3000m Hindernis Frauen
Rehberg Maya (1994) 10:00,04 9:55,73 9:49,88

 

Wer gefördert werden will muss sich fordern lassen, das war bereits einmal in den 80iger Jahren DLV-Prinzip. Nach der Nominierung für Peking fragt sich der DLV bestimmt gerade wer von wem! Für Kader und ihre Heimtrainer sollte auch aktuell als Voraussetzung zur Kaderaufnahme die Bereitschaft zu einer gemeinsamen Arbeit mit den Bundestrainern, zum täglichen Training und zu 9-10x Training in Gipfelwochen vereinbart und jährlich erneuert werden. Trainingslager in allen Ferien, komplexes Training mit stärkerer Beachtung der Unterdistanzen, der schnellen Kraft und einer optimalen Lauftechnik/ Laufökonomie wären Möglichkeiten. Und alles orientiert am Weltniveau, auch in den Altersklassen. Auch mit einer engeren Arbeit mit den verantwortlichen Lauf-Landesverbandstrainern im Team könnte man Reserven ausgraben. Schneller voran geht es vor allem über mehr Geschwindigkeit im Trainingsumfang, natürlich jeder in den Bereichen seines aktuellen Leistungsniveaus. Für solche psychophysischen Belastungen wären auch eine sportmedizinisch-physio-therapeutische Begleitung außerordentlich wichtig !

Foto: LAZ

Wenn in gemischten Rennen Frauen die Pace machen

Am Erfolg von EM-/U20-WM–Qualifikationen sind alle beteiligt

Englbrecht-Reng-Kick 3000m-Challenge14 ZweckfotoRegensburg, 20. Mai 2014 (von Lothar Pöhlitz) - Gleich geht´s richtig los, die wichtigen Wettkämpfe beginnen nachdem offensichtlich von vielen Läufern der Monat Mai besser als in den Vorjahren als Trainingsmonat genutzt wird. Auf den krummen Strecken fanden Intensitäts-Tests in Berlin und Pliezhausen  mehr oder weniger zufriedenstellend für die Einzelnen statt. Nun dienen Aufbaurennen und einige wettkampfspezifische Trainingseinheiten zur weiteren Entwicklung der sportlichen Form in Richtung bisheriger Bestleistungen. Dabei ist zu bedenken, dass sich sehr gute Trainingsleistungen in den Mittel- und Langstrecken in der Regel erst 2–3 Wochen später in entsprechenden höherklassigen Wettkämpfen abrufen lassen.

Frauen dürfen immer noch nicht von Männer profitieren

2014 gilt es, Probleme in der Organisation der Wettkampfleistung zu überwinden. Zu Beginn der Sommer-Bahnsaison mit den wichtigen Qualifikationen stellt sich das Problem einer leistungsunterstützenden Wettkampforganisation auch 2014 wieder, weil der Leistungsfortschritt besonders der Frauen und Mädchen in der Welt durch Regeln aus Zeiten behindert, wird in denen Frauen in Männerkleidern in Männerrennen gejagt und disqualifiziert wurden, es keine 800m, keine 3000m Hindernis oder keinen Marathon für sie gab. Alle Sportler möchten bei Rennen in der Hauptsaison ihre Winterarbeit so gut wie möglich belohnt wissen, Jungen und Mädchen, Männer und Frauen und auch die Frauen die im eigenen Land kaum Gegner haben, aber trotzdem in Zürich auf hohem Niveau erfolgreich sein sollen. Pacemaker für Männer sind weltweit seit langem normal. Die Unsicherheit männliche Pacemaker für Frauen bleibt, weil die Regeln für Frauen nicht aus der Welt sind. Sie vor allem brauchen Unterstützung. Sogar die Landesverbands–Bestenlisten der Jungen und männlichen Jugend würden kräftig durch Mädchen oder Frauen aufgebessert werden. Das Frauen oder Mädchen sogar manchmal für Jungen oder sogar Männer  rein zufällig in gemischten Rennen die Pace gemacht haben, fiel bisher kaum auf, da gemischte Rennen hin und wider auch noch verschämt verschwiegen werden.

Nicht übersehen werden darf, dass die Qualifikationen der Frauen für die EM aber „sauber“ erfolgen müssen! Sie sollten deshalb besonders akribisch vorbereitet werden. Dies gilt zumindest immer noch für Rennen kürzer als 5000m. „Gemischte Rennen bei Läufen auf der Bahn sind nach der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) grundsätzlich erlaubt. Sie gelten auch für die DLV – Bestenlisten. Als Qualifikationszeit für internationale     Wettkämpfe wie WM oder Olympische Spiele wurden so erzielte Zeiten allerdings nicht anerkannt". Just in dieser Woche zeigt sich ein Silberstreif am Horizonz. Sabrina Mockenhaupt, Corinna Harrer und Maren Kock können am 28. Mai beim Mimi-Internationalen in Koblenz in einem gemischten Rennen auf EM-Normen Jagd machen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat dies ab den 5000m aufwärts nun abgesegnet.

Beste Organisation hilft allen Läufern schneller voran

Natürlich gelten internationale Regeln für die EM 2014 auch für den DLV, deshalb müssen in den nächsten Wochen die Qualifikationsrennen – eine Lanze für unsere Frauen die gegenwärtig nur schwer in den großen internationalen Events einen Platz finden - besser organisiert werden. Dies ist in den letzten Jahren nur selten geschehen. Im Gegensatz zu Männerrennen zerstörten unfähige „Pacemakerinnen“ nicht nur einmal die Rennen – es gibt selten 3 Tempomacher wie bei den Männern, oft werden sie nicht nach Erfahrung und dem notwendigen Tempogefühl ausgewählt und dann reicht es  auch noch höchstens bis zur Hälfte und nicht wie gewünscht bis zu Zweidrittel der Rennstrecke! Und wenn ihre Absage kurzfristig kommt, sollte es nicht einfach sorry heißen und man geht zur Tagesordnung über!

Schuelerrennen2014 SchneiderfotoMan hört, die Läufer und Läuferinnen hätten im Winter besser gearbeitet. Da haben sie auch eine bessere Wettkampforganisation verdient. Das gilt für jeden Einzelnen, jede Frau, jeden Mann die eine EM-Chance haben, auch weil das Ziel diesmal wohl darin besteht, es bei der EM in Zürich nicht nur in die Vorläufe, sondern öfter in die Finals zu schaffen als noch beim letzten Mal. Dafür leisten schnelle Qualifikationsrennen einen wichtigen Beitrag für alle, auch zum Wiederaufstieg deutscher Läufer in Europa und der Welt. Das ist bitte eine Aufgabe  a l l e r – nicht nur die zuständigen Bundestrainer!

Auch dem Nachwuchs den Leistungsfortschritt erleichtern Wettkämpfe anders organisieren – leistungsorientiert - auch für den Nachwuchs

Erfreulich das sich die gemischten Rennen bei den Veranstaltern landesweit durchgesetzt haben. Dies gilt vor allem für die Ausnahmen, den talentierten Laufnachwuchs – der z.T. schon länger in den eigenen Altersklassen im LV keine Gegner mehr hat. Sie unterstützen den allgemeinen Leistungsfortschritt, machen im Training nach der neuen Bestleistung neue Impulse frei und ebnen die Wege Richtung U18-/U20–EM/WM. Oft wird auch unterschätzt welchen Beitrag die Würdigung einer entsprechenden Leistung nicht nur durch den eigenen Trainer für das weitere Training leistet. Mit jeder neuen Leistung steigen Anspruch und Motivation. Die Trainer wünschen sich von den Organisatoren, durch anders organisierte Wettkämpfe unterstützt zu werden - fair, leistungsorientiert offensiv, planmäßig – nach dem Bestleistungsprinzip zusammengestellt. Dazu gehört aber auch Fairness der Trainer, dass die bisherigen Bestleistungen möglichst aktuell sind, durch die Trainer ehrlich gemeldet werden, höchstens aus dem letzten Jahr stammen. Öffentliche Abmahnungen könnten dieser Unsitte sicher wirksam begegnen. Wer traut sich zuerst? Unabhängig vom Jahrgang und Geschlecht können sich dann viel mehr Athleten als bisher über gute Leistungen freuen.

Gemeinsam durch Teamarbeit zu neuen Bestleistungen - Auch den Nachwuchsbestenlisten würde es gut tun

Trainer wünschen sich sicher mit mir auch, dass eines Tages alle Funktionäre zur Einsicht kommen, dass Männer-Rennen in denen bis zu drei Pacemaker den Besten zu Weltrekorden, Preisgeldern oder der zweiten Reihe zu Qualifikationsnormen verhelfen, Vorbild auch für Mixed-Rennen, in denen Männer für Frauen oder Mädchen für Jungen Tempo machen, sind. Es wäre auch hilfreich wenn bei Ausfall mehrerer Läufer A-B-C-D-Läufe oder Vorläufe unbürokratisch zusammengelegt würden. Sie dürften auch nichts dagegen haben wenn – bei natürlich getrennter Wertung - bei Schüler- oder auch Jugend-Landesmeisterschaften in den Läufen die Geschlechtertrennung überwunden würde und die Rennen nach dem Leistungsprinzip organisiert würden.

Die Vorkommnisse bei den 10.000m DM in Aichach haben gerade deutlich gemacht, dass es Zeit ist, auch in der Wettkampforganisation und der schnellen Ergebnisübermittlung mehr die Verantwortung im Amt einzubringen, gleichzeitig aber auch in der Wettkampfgestaltung neue Wege zuzulassen. Auch Funktionäre müssen funktionieren und sichern, dass Läufer die sich im Winter unter großen persönlichen Aufwand auf Meisterschaften vorbereitet haben, nicht 30 Minuten bei 7 Grad Celsius an der Startlinie auf den Schuss warten müssen! Im DLV-Strukturplan liest man vom Anschluss ans Weltniveau in möglichst vielen Disziplinen. Das darf in den nächsten Wochen und Monaten nicht Aufgabe von Athleten und Trainern allein sein. Die Sicherung von optimalen Bedingungen für Spitzenleistungen sind Teil der Aufgaben und Ziele.

Foto: Zweck