Fabian Gering – Silbermedaille über 10000 m bei der U20 – EM im LCA - Interview

Noch vor Ort gewährte Fabian Gering der Leichtathletik-Coaching-Academy das nachfolgende Interview

2015-07-20-Interview-Fabian-Gehring© Lothar Pöhlitz  -  20. Juli 2015  - Langstreckler Fabian Gering hat bei der U20-Europameisterschaft in Eskilstuna (Schweden) in 30:20,69 Minuten überraschend die Silbermedaille über 10.000 Meter erkämpft. In einem klugen Rennen lies der 19 jährige Vogtländer während des Rennens keine Lücke zu groß werden die sich vor ihm auftat und verpasste nach einer bravourösen letzten Runde hinter dem Sieger Pietro Riva (ITA – 30:20,45) Gold nur denkbar knapp. Eine tolle erfreuliche Leistung des jungen Langstrecklers – zumal dem Langstreckennachwuchs im DLV lange Jahre keine besondere Aufmerksamkeit galt.

Fabian Gering geb. am 1.11.1996 in Plauen / Vogtland
5000 m / 10.000 m / Größe - Gewicht 181 cm - 65 kg
Bisherige Vereine : SV Theuman – SC Syrau - LG Vogtland - TV Wattenscheid 01
Trainer: Wolfgang Rossbach - Udo Hendel - Tono Kirschbaum
Leistungsprofil:

  • 2014 : 1:53,93 – 3:51,38 – 14:21,82 – 31:52 (10 km)
  • 2015 : (bis 17.7.)– 3:52,12 - 14:33,50 - 30:17,17

Das Abi und Deutscher 10000 m Meister am 2.5.2015 in Ohrdruf in 30:17,17 – wie ging das zusammen ?

Es war relativ schwer, direkt nach Deutsch und Chemie und noch vor Mathe. Der LK- Feiertag hat das einfacher gemacht, der gab mir einen Tag zum durchatmen. Ein Trainingslager mußte ich dadurch auslassen. Das UWV - TL ist auch weggefallen, da ich zu dem Zeitpunkt noch eine Nachprüfung in Chemie hatte. Abi war aber recht erfolgreich mit einem 1,5 Schnitt! Natürlich habe ich auch trainiert.

Die Entscheidung für die 10000 m bei der U20-EM fiel erst vor Ort – was war entscheidend ?

Ich habe mich in Absprache mit meinem Trainer Udo Hendel auf mein Bauchgefühl verlassen – der letzte 5000er vorher war nicht so erfolgreich, bei den 10000 m hatte ich die besseren Erfahrungen in dieser Saison. In einem zu erwartenden taktischen 10000m Rennen habe ich auf meine Chance in der Endphase gehofft, da ich auch einiges für die Mittelstrecke trainiert hatte.

Die Schlussrunde in 56,1 hat Dich wohl selbst überrascht?

Das ich die letzte Runde in 56,1 Sekunden kann habe ich erst nach dem Ziel erfahren. Das konnte ich bisher nicht einmal über 1.500 Meter. Ich war aber nach 9600 m noch richtig gut drauf.

Du willst Dich nun wegen dem Medizinstudium in Bochum oder Essen von Deinem Heimtrainer Udo Hendel und der LG Vogtland trennen und startest schon für Wattenscheid.

Erst habe ich Fußball gespielt und das länger parallel gemacht. Dann wurde beides zu viel, Anfang der U-18 bin ich vom Fußball zum Laufen zu Trainer Udo Hendel gewechselt. Dabei hat mich die Trainingspartnerschaft mit Sebastian Hendel besonders interessiert und motiviert aus meinem kleineren Verein (SC Syrau) zur LG Vogtland zu wechseln. Nun finde ich in Sachsen nicht die Möglichkeiten ein Medizinstudium mit Leistungssport zu verbinden. Wattenscheid und Trainer Tono Kirschbaum waren da für mich die beste Adresse.

Arzt oder Profi ? Die Langstrecke erfordert viel Zeit – wie willst Du es bewältigen ?

Das Studium soll beginnen, aber möglichst gestreckt werden. Bei wichtigen Ereignissen muss dann zeitweise die Priorität mehr auf dem Sport oder auch mal auf dem Studium liegen. Das große Ziel ist es aber erstmal mehr zu trainieren und auszuloten was dann im Sport möglich ist. Dafür habe ich mich für die professionellen Bedingungen und deren Hilfen im Ruhrgebiet mit kurzen Wegen zwischen Studienort und Verein entschieden.

Und dann fehlt auch noch das familiäre Umfeld in Plauen, Mama und ihre Mischkost ? Besser nach NRW als an ein USA-College ?

Irgendwann muss man zu Hause raus. Meine Eltern und Geschwister (waren auch alle hier in Schweden vor Ort) unterstützen mich sehr! Gegen die USA sprach das Medizinstudium. Das wäre in den USA zu kompliziert gewesen. NRW weil die Möglichkeiten dort sehr gut sind und auch schon einige Leistungssportler vor mir den Weg dort geschafft haben.

Wenn man Vogtland hört denkt man sofort an bergiges Gelände, Wald und Bergantraining. Hat das Dir auch voran geholfen oder ?

Auf jeden Fall, viele Berge und ein Wintersportleistungszentrum ist in der Nähe. Gerade im Winter trainierten wir viel am Berg! Flache Strecken findet man das ganze Jahr fast gar nicht. Fast jeder 10 km DL hat ca. 100 Höhenmeter.

Bist Du Dir bewusst dass Du aus einer Region Deutschlands kommst die bis 1990 immer wieder sehr gute Mittel- und Langstreckler hervorbrachte. Nach längerem Tiefgang endlich wieder ein Lauftalent aus "dem Osten". Woran lag das ?

Ich sehe keinen großen Zusammenhang mit meiner Herkunft zu früher. Ich glaube, dass die Konstellation vor Ort einfach für mich persönlich sehr gut gepasst hat. Ich hatte mich beispielsweise auch gegen eine Sportschule entschieden, ich wollte Sport und Schule so verbinden und glaubte so mehr Zeit für die Schule / Studium zu haben.

Eigentlich hat in der Vergangenheit Sebastian Hendel – nur 1 Jahr älter als Du - auf den Namen der LG Vogtland immer wieder aufmerksam gemacht. Ward ihr Trainingspartner ?

Wir haben bis vor einem Jahr viel zusammen trainiert und voneinander profitiert, die Haupteinheiten in der Regel zusammen. Sebastian studiert nun seit einem Jahr in den USA. Da musste ich oft allein trainieren. Deshalb freue ich mich nun auch auf ein Gruppentraining in Wattenscheid.

An welche Leistungsbereiche denkst Du – weiter EM, WM oder eines Tages sogar OS ?

Erstmal in der U-23 weiter den Anschluss finden. Danach es auch in den internationalen Bereich bei den Aktiven zu schaffen. Aber da kommt noch viel Arbeit auf mich zu!

Wie schätzt Du Dein gegenwärtiges Leistungsprofil ein ? Stärken und Schwächen ?

Auf den Unterdistanzen lief es noch nicht wie erhofft, aber im nächsten Jahr soll es deutlich schneller über die 1500m gehen und auch die 5000m müssen natürlich schneller werden. Meine Stärke ist die Endbeschleunigung in Langstreckenrennen. Schwächen gibt es noch bei schnellen Rennen in der Anfangsphase, da fehlt mir (auch durch das Abi) bestimmt noch ein wenig mehr Umfang.

Über täglich 2 Trainingseinheiten, auch Läufe bis zu 25 km, ein ausgiebiges Kraft- und Schnelligkeitsprogramm und verletzungsvorbeugende Athletik-Übungen wurde in der heimatlichen Presse berichtet. Welche speziellen Programme haben Dich am meisten beeindruckt ?

2x habe ich erst nach dem Abi trainiert, vorher im Prinzip nur 1x täglich, meine langen Dauerläufe sind in der Regel 20-21 km, seltener 25 km - Athletik und Kraft habe ich im Winter 2x und aktuell eher nur 1x absolviert. In der UWV bin ich beispielsweise einmal 12 x 400m in 66-67s gelaufen. Das lief schon recht gut, das war für mich ein Zeichen das ich gut in Form bin.

Wem dankst Du nach der Deutschen Meisterschaft und diesem ersten großen internationalen Erfolg in der Jugend?

Meine Familie und einige enge Freunde waren komplett vor Ort in Schweden und haben mich bis zum Ende unterstützt. Das war für mich hilfreich. Auch das ganze deutsche Team hat mich angefeuert, das war wirklich stark, das habe ich während des Rennens alles mitbekommen. Mein Bundestrainer Pierre Ayadi war sehr überrascht als wir nach einer endlosen Dopingkontrolle als die allerletzten aus dem Stadion kamen und die ganze Familie noch auf mich gewartet hat und mich feierte. Keine Frage mein Trainer natürlich. In der Endphase meiner Vorbereitung auf die U20-EM hat mir aber auch meine Schule sehr geholfen. Der Antrag auf Nachteilsausgleich hat mich sehr gefreut. Ich hoffe er wird anerkannt! Danke an alle !

Foto: Ayadi

Marcel Fehr 3:40,06 – 13:39,10 und zum Geburtstag in einer russischen Klinik

Ein LCA Interview

2015-09-15-Interview-Marcel-Fehr© Lothar Pöhlitz - 15. September 2015 - Das Wettkampfjahr 2015 begann für Marcel Fehr von der SG Schorndorf am 23.5. in Oordegem/BEL mit 13:39,10 (Bestleistung 2014 13:38,53) vielversprechend. Als am 5.Juni im französischen Montbéliard mit 3:40,06 auch noch eine neue schöne persönliche Bestleistung über 1500 m folgte waren sich er und sein Trainer Uwe Schneider bewusst das es eine gute Saison des erst 23 jährigen Lauftalents werden würde. Mit 2010 noch wenig Training wurde Marcel bereits Deutscher Jugendmeister und Vierter & Sechster bei den U20-EM und U20-WM über 1500 m. Ein „Goldkörnchen“? Vorsichtig und behutsam von seinem Trainer über die Jahre aufgebaut – weil Leistung und Trainingsbelastung noch lange nicht zusammen-passten – kam nach kontinuierlichem Fortschritten, aber auch Rückschlägen durch Blessuren 2014 – die im Hochleistungssport keinen verschonen - der große Sprung. Von 14:11,19 über 5000 m im Vorjahr auf 13:38,58 Minuten - endlich der Durchbruch. Über die Nominierung zur Team-Europameisterschaft am 20./21.Juni im russischen Cheboksary war die Freude groß. Für seine erste größere Aufgabe innerhalb der DLV-Nationalmannschaft hatte er sich eine Platzierung ganz vorn vorgenommen – alle 5000er im Rahmen der Team-EM in den Vorjahren gingen als Spurtrennen über die Bühne und da rechnete er sich eine Chance weit vorn aus.

Marcel Fehr (1992) – SG Schorndorf – Trainer: Uwe Schneider

Leistungsprofil 2015:

 

Freiluft 800 m 13.08.2011 1:48,84
  1.000 m 22.05.2011 2:24,91
  1.500 m 05.06.2015 3:40,06
  3.000 m 18.05.2014 7:54,63
  5.000 m 31.05.2014 13:38,53
  10 km 12.10.201 30:16

 

  • Vierter U20-EM 2011 (1.500m)
  • Sechster U20-WM 2010 (1.500m)
  • Deutscher U23 Meister 2014 (5.000 m)
  • Deutscher Jugendmeister 2010
  • Deutscher B-Jugendmeister 2010
  • Deutscher Jugend-Hallen-Meister 2010

... und dann ging bei etwa 3000 m plötzlich das Licht aus? Was ist passiert?

Nach ungefähr der Hälfte des Rennens war meine ganze Kraft von einen auf den anderen Moment - innerhalb von 100 m - komplett weg. Und das bei einem Tempo, das selbst für eine Trainingseinheit noch sehr niedrig wäre. Das hatte ich noch nicht erlebt. Meine einzigen Gedanken waren Du musst es ins Ziel schaffen, nicht aufgeben. Ich wollte ja möglichst viele Punkte für die Mannschaft retten. Besonders vernünftig war dieser Gedanke von mir jedoch nicht, hat man mir in Nachhinein gesagt.

Hat sich das im Vorfeld irgendwie angedeutet?

Das Training war zu 100% auf diesen Wettkampf abgestimmt, die Tage vorher waren gut, regenerativ und ruhig. Ich habe vorher auf einen geplanten Wettkampf sogar verzichtet. Am Wettkampftag selbst habe ich die Hitze (über 35°) gemieden, mich bis kurz vor dem Rennen im Hotelzimmer aufgehalten, viel getrunken, im Schatten warm gemacht und mit Wasser und Eis kühl gehalten. Selbst im Rennen habe ich mich nach dem Startschuss gut gefühlt und nach den ersten langsamen Runden schon auf einen Endspurt (so wie er mir normalerweise entgegenkommt) gefreut.

Der restliche Geburtstag endete im Krankenhaus von Cheboksary?

Nach dem Rennen wurde ich erst einmal lange vor Ort medizinisch versorgt. DLV-Arzt Dr. Schreiber und die russischen Ärzte vor Ort haben sich richtig bemüht. Meinen restlichen Geburtstag habe ich dann im dortigen Krankenhaus verbracht.

Eine für mich positive Überraschung erlebte ich in der Klinik. Alle sorgten sich um mich. Eine Krankenschwester kümmerte sich wohl nur um mich, der Chefarzt war Spitze und stellte mich auf den Kopf. Auf meine vorsichtige Frage nach der Finanzierung kam auf Englisch: „You don´t have to pay – you are our guest !“

Danke noch einmal nach Cheboksary!!! Danke an alle die vor Ort und im Nachhinein auch zu Hause und im Klinikum Tübingen an Dr.Nieß und seine Crew, die um meine Gesundung bemüht waren. Auch für die zahlreichen Aufmunterungsnachrichten, die mich per Handy, E-Mail oder persönlich erreicht haben, haben mir wieder auf die Beine geholfen.

Und ein Rückblick in diese Juni-Tage?

Bis jetzt kann ich mir nicht erklären, wie und warum das passiert ist. Wer meinen Trainer und mich gut kennt weiß dass wir uns vor so einem Ereignis alles andere als naiv und blauäugig verhalten. Was passiert ist schmerzt mich in doppelter Hinsicht. Trotz eines optimalen Rennverlaufs bei meinem ersten Nationalmannschaftseinsatz bei den Aktiven konnte ich nicht zeigen was ich kann und nur wenig zum tollen Team-Ergebnis beisteuern. Die für dieses Jahr angedachte Leistungsausprägung näher nach Olympia und der Universiade – Start im Sommer wurde schließlich unmöglich und viele Wochen Training habe ich versäumt.

Das Ergebnis der vielen Untersuchungen – bist Du wieder trainingsfähig?

Kreislaufkollaps, Virusinfektion, Ozon-Allergie ...es konnte alles sein. Und es bleiben noch viele Fragen offen. Die Erholung war richtig langwierig, nach 3 Wochen Pause und zwei Wochen Anlauf-Training bekam ich für die 1500 m bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg grünes Licht. Nach meiner Quali für das Finale habe ich gemerkt, dass ich noch nicht 100% fit bin. Und obwohl ich mich auf Anhieb wieder fürs Finale der besten 12 in Deutschland qualifiziert habe, habe ich aus sportlichen und gesundheitlichen Gründen darauf verzichtet.

Die Nachwirkungen von der Team EM sind komplizierter als wir erwartet hätten. Inzwischen geht es mir besser. Die Ursachenforschung und Untersuchungen haben zum Glück erste Anhaltspunkte geliefert für diesen Totalausfall. Es gibt immer noch offene Fragen, aber eine „heiße Spur“. Wichtig ist für mich und meinen Trainer, dass das Herz-Kreislaufsystem gesund und die Lunge in Ordnung sind.

Wie geht es nach der neuesten Planung weiter?

Der Blick ist natürlich nach vorn gerichtet, das neue Trainingsjahr beginnt früher als sonst. Kilometer sammeln, die Kräfteverluste aufarbeiten und ein paar verlorene Pfunde wieder anlegen sind die ersten Aufgaben. Der Traum von Olympia in Rio ist trotz verlorener „Sekunden – Annäherung“ an die Norm im Sommer noch nicht aufgegeben, schließlich bin ich erst 23 Jahre alt. Und wenn ich es, wider Erwarten, nicht schaffe, kommen erneut Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und auch wieder Olympische Spiele. Man hat mir von vielen Seiten immer gesagt, dass ich dafür das Potential hätte. Das will ich beweisen!

Danke Marcel für das Gespräch – wir drücken Dir die Daumen

Foto Markus Herkert

„Gesunde Knochen ermüden nicht“ - Läuferrisiko Ermüdungsbruch

Mit Kalzium + Vit. D – Milchprodukten und grünem Gemüse kann man vorbeugen

2015_01_10_Ermuedungsbruch© Lothar Pöhlitz  -  10. Januar 2014  - Zu den unangenehmen z.T. langwierigen Läufer-Verletzungen gehören Ermüdungsbrüche im Bereich der unteren Extremitäten. Zwar verweist der auch bekannte Begriff Stressfraktur im Schien- und Wadenbein oder auch im Bereich des Mittelfußes gern auf Über- oder Fehlbelastungen durch Training und es gibt vielfältige meist länger andauernde Reparaturempfehlungen oder sogar Ruhigstellungen. In der Regel ist sie mit Lauf-Trainingsausfall verbunden. Die Aussage von Prof. Michael Ameling  (Uniklinik Hamburg – Eppendorf) „ein gesunder Knochen kann nicht ermüden“ macht die Praxis aber darauf aufmerksam das durch frühzeitige Vorsorge für alle Läufer – bevor 8 Wochen Pause notwendig werden – solche negativen Erfahrungen weitgehend auszuschließen sind.

Im Knochen ist Leben, ihre Dichte sichert ihre Stabilität, Trainingsbelastungen macht sie stärker. Die Osteoporose – ein Knochendichteverlust (die messbar ist) beginnt individuell unterschiedlich, Frauen früher als Männer – Knochen bauen ab wenn sie bereits früh immer weniger belastet werden – wenn Knochenauf- und -abbau nicht mehr in Balance oder sie unterversorgt sind. Obwohl Knochen ein Leben lang umgebaut und erneuert werden erhöht sich, nicht selten schon jenseits der 30 Jahre beginnend, auch durch Versäumnisse in der Ernährung oder Fußfehlstatiken die Gefahr von Knochenbrüchen. Die Knochendichte nimmt ab, der Knochen ermüdet und bricht schließlich. Ein wesentlicher Schlüssel ist dabei dass sich an feine Kollagenfäden offensichtlich nicht mehr ausreichend Kalziumphosphat anlagert. Eine u.a. Kalziumunterversorgung in der Ernährung macht diesen Schlüssel und damit die Knochenstabilität brüchig.

Trainer klären junge Läufer über optimale Ernährung auf
...und auch über Nahrungsergänzungsmittel

Um Medikamente möglichst außen vor zu lassen sollte Traineraufgabe bereits im Nachwuchstraining sein immer wieder auf die Bedeutung einer Qualitäts-Ernährung für junge Leistungssportler hinzuweisen. Aber auch für die ambitionierten Senioren wird die Gefahr eines Knochendichteverlustes von Jahr zu Jahr mehr. Praxis-erfahrung ist, dass vor allem auch Essstörungen mit Kalzium-Unterversorgung verbunden bei Mädchen und Jungen diese Problematik verstärken.

Kalziumhilfen bekommt man z.B. von Milchprodukten, grünem Gemüse und kalziumreichem Mineralwasser

Beraten sie sich frühzeitig mit dem Arzt ihres Vertrauens und leiten sie rechtzeitig Maßnahmen ein wenn sie das Gefühl haben das ihre Läufer Betroffene sein könnten, auch um später im Hochleistungstraining auf Pillen dagegen verzichten zu können! Vermeiden sie auch in diesem Zusammenhang Extreme und verbessern lieber die Qualität ihrer Mischlost á la Mama bevor sie weiterhin zu den oft teuren und nicht immer sauberen Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

Foto: Kiefner

Nicht ausreichend beanspruchte Systeme entwickeln sich nicht oder bilden sich zurück

Reizwirksame Belastungen im Herbst / Winter bereiten die p.B. vor

2015_01_27_Nicht ausreichend-beanspruchte-Systeme© Lothar Pöhlitz  -  27. Januar 2014  -  Die in den letzten Jahren vollzogenen Veränderungen des internationalen Wettkampfkalenders hin zu ganzjährigen Leistungsabforderungen (Cross, Halle, Strasse, Bahn), die stürmische Weiterentwicklung der Rekorde in den Laufdisziplinen, die Leistungsdichte im Spitzenbereich, sowie die praktischen Erfahrungen aus der Vorbereitung von Spitzenathleten unter diesen „neuen veränderten Bedingungen“ und immer öfter unter den Bedingungen mittlerer Höhen zwingen zu einer effektiveren Form, zum neuen Denken innerhalb des Jahrestrainingsaufbaus. Besonders die von NEUMANN, WEINECK, MADER u.a. in den letzten Jahren geleisteten Beiträge und Veröffentlichungen zu sportwissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Physiologie und Sportmedizin, die aus einer verstärkten Zusammenarbeit mit der Trainingspraxis des Hochleistungstrainings entstanden sind, sollten  alle anregen das bisherige Vorgehen zu modernisieren.

Effizienter trainieren – Anpassungen optimieren

Aus vielen Veröffentlichungen sollte man für die Trainingspraxis schlussfolgern, dass alle sportlichen Aktivitäten zuerst unter dem Gesichtpunkt der Anpassung (Adaptation) der biologischen Systeme des Organismus (auf der Grundlage der sportmedizinischen, aber auch trainingspraktischer Erkenntnisse) als Grundlage einer Wirksamkeitssteigerung des Leistungstrainings, gesehen werden müssen. Dies führt zu der Notwendigkeit, auf der Grundlage einer möglichst hohen konditionellen Basis dem speziellen, qualitativen Teil der Trainingsbelastung, als wichtigste Voraussetzung für die sportliche Spitzenleistung, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dies beinhaltet auch darüber nachzudenken, ob es richtig sein kann, z.B. für Mittelstreckler über Wochen oder auch Monate in der Phase der Grundlagenausdauerentwicklung bestimmte für den Wettkampf notwendige Systeme und Muskelstrukturen durch eine vor allem aerobe Schwerpunktlegung aus dem Trainingsprozess fast ganz ausklammert und so zulässt, dass das ererbte oder bereits erarbeitete Niveau z.B. in der Muskelstruktur  (schnelle FT-Fasern)  sowie im Muskelstoffwechsel nur in einer bestimmten Richtung gefordert wird. Zwingend ist auch über die Effektivität der Ausbildung in den verschiedenen Entwicklungszeiträumen der Sportler (Schüler-Talentausbildung, Jugend-Aufbautraining, Anschlusstraining, Hochleistungstraining) nachzudenken. Durch bessere Nutzung z.B. der Trainingseinheiten („Mischtraining“ mit verschiedenen Aufgaben und Intensitäten im Lauftraining: niedrige à hohe à mittlere Intensität) das Entwicklungstempo zu erhöhen. Erfahrung ist dass bei Sportlern mit mittlerem Leistungsniveau mittlere Belastungen umfangsorientiert (ohne niedrige bzw. hohe Intensitäten auszuschließen) am besten wirken. Im Hochleistungstraining dagegen stehen vor allem mittlere und hohe Belastungen / Intensitäten – bei ausreichenden Anteilen mit niedriger Intensität zur aeroben Stabilisierung oder  Beschleunigung der Regenerationsprozesse im Mittelpunkt. Eigene Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass umfangreichere Belastungen mit mittlerer Intensität wichtige Voraussetzung für das spezielle Training sind, positiv auf den Verlauf der biochemischen Prozesse wirken, zur Steigerung der Laktattoleranz und zur schnelleren Reduzierung erhöhter Laktatkonzentrationen beitragen. Da hilft oft ein Training nach Gefühl mit z.B. Rasenrunden schneller voran als ein Druck durch den Trainer mit der Uhr.

2015_01_27_Nicht ausreichend-beanspruchte-Systeme

Das Hochleistungstraining erfordert von den Trainern umfassende Kenntnisse der biologischen Gesetzmäßigkeiten der Anpassung, sowie der Gesetzmäßigkeiten der Spezialisierung des Organismus für eine bestimmte Disziplin des Laufbereichs in einem langfristigen Leistungsaufbau. Damit ist auch das Wissen verbunden, welche Trainingsbelastung mit welchen Pausen, einschließlich der notwendigen Regenerationszeiten, für welche benötigte Fähigkeit erforderlich ist und an welcher Stelle des Jahrestrainingsaufbaus in welchem Zeitraum die jeweiligen Fähigkeiten auszuprägen sind. Zeitverluste in der Leistungsentwicklung lassen sich vermeiden, wenn rechtzeitig Übungen oder Inhalte gewechselt werden sobald sich der Organismus in der gewünschten Richtung angepasst hat.

Ein Kernproblem jeder Leistungsentwicklung ist die Lösung des oftmaligen Widerspruches zwischen der durch Training notwendig auszulösenden Anpassungen und der Trainingsbelastung die auf die individuell aktuelle Leistungssituation des Athleten trifft.

Das Wissen und die Fähigkeiten des Trainers entscheiden weitestgehend über Tempo, Höhe und Stabilität der Leistungsentwicklung. Zum Schutz des Trainers soll aber auch unterstrichen werden, dass realisiertes Training und dargestellte Leistung vielseitig beeinflusst, keine stabile Abhängigkeit garantiert. So lassen sich oft Phasen beschleunigter oder auch verlangsamter Leistungsentwicklung bzw. auch längerfristige Stagnationen oder auch die Wirkung des Höhentrainings „wissenschaftlich“ nicht hinreichend erklären. Es lässt sich aber die Erfahrung vermitteln, dass zu geringe Trainingsumfänge oder ungenügende Belastungsfortschritte im Wintertraining für nicht ausreichend stabile Leistungsdarstellungen im Sommer verantwortlich gemacht werden können.

Anpassung vor Periodisierung

2015_01_27_Nicht ausreichend-beanspruchte-SystemeDie in der Vergangenheit relativ starre Orientierung an den Mikro- bzw. Mesozyklen der Periodisierung berücksichtigt die biologischen Prozesse und damit eine optimale Adaptation zu wenig und führt oft zu trainingsmethodischen Entscheidungen, die die individuell aktuelle Verfassung des Sportlers (beispielsweise nach Trainingsausfällen) sowohl im positiven als auch im negativen Sinne zu wenig berücksichtigt. So kann man in der Praxis beobachten, dass in einer Phase hoher Leistungsfähigkeit und hoher Leistungsbereitschaft des Organismus die weitere Belastung abgebrochen wird nur weil die 3.Woche eines 3:1 Belastungszyklus gerade vorbei ist und der Plan nun eine ruhige Woche vorsieht. Im umgekehrten Fall wird, obwohl der Sportler „platt“ ist, die vorgesehene hohe Belastung trotzdem durchgeführt. Deshalb müssen z.B. 4 Wochen Trainingsaufall im Winter zu Konsequenzen im Sinne „wirksamer nachzuholender Versäumnisse“ führen.

Damit sollen die Gewohnheiten im Umgang mit Makro-, Meso-, oder Mikrozyklen nicht abgeschafft werden, weil sie zur Ordnung und Organisation des Trainingsprozesses und zur gegenseitigen Verständigung, zur Trainingsplanung und Analyse des absolvierten Trainings hilfreich sind. Die Trainer sollten aber besser als bisher die Reaktion der biologischen Systeme ihrer Athleten beobachten, sich von leistungsdiagnostischen Verfahren oder Tests begleiten lassen und wenn nötig auch zu aktuellen Trainingsplanänderungen bereit sein, damit die geplante Belastungssteigerung möglichst effektiver als bisher zur gewünschten Anpassung führt. Die Vorbereitungsperioden I + II dienen der „Vorbereitung auf die persönliche Bestleistung“ beim Jahreshöhepunkt im Sommer.

Trainingsanpassungen, die nur durch entsprechend starke, anforderungsspezifische Trainingsbelastungen (Schwierigkeitsbewältigung) ausgelöst werden, vollziehen sich unter diesen Bedingungen in den Systemen:

  • im Herz-Kreislaufsystem und der Ganzkörper - Durchblutung (Beanspruchung und Wiederherstellung, Ökonomisierung, Sportherz, Sauerstoffaufnahme- und -transportkapazität – VO2max )
  • in der Atmung und Sauerstoffversorgung (Herz- bzw. Atemfrequenz / Ökonomisierung der Herz- und Lungenarbeit )
  • in  der Vergrößerung der Energiespeicher und verstärkter Mobilisation des Energiestoffwechsels, Enzymaktivitäten, Vermehrung der Kapillaren und Mitochondrien (Ausdauerfähigkeiten),
  • in der Laktattoleranz
  • in den Kraftfähigkeiten - Bewegungskoordination, Beweglichkeit, Muskelfaserstruktur, Belastbarkeit
  • in der Schnelligkeit und Schnellkraft / FT-Faserstruktur, energiereiche Phosphate
  • Lauf – Technik und Laufökonomie
  • im Bindegewebe, bei Sehnen, Knorpeln, Kapseln und Bändern
  • dem Willen zur Leistung und der Konzentration auf das Wesentliche
  • „Spaß“ an Grenzbelastungen und anaeroben Toleranztraining (natürlich verbunden mit optimaler Regeneration)

Trainingsbelastungen führen nur dann zu Anpassungen wenn die zu entwickelnden Funktionssysteme, auf der Grundlage des individuell - aktuellen Belastungsniveaus richtig dosiert, ausreichenden Anforderungen ausgesetzt werden. Die Belastungsentwicklung kann allmählich, aber auch sprunghaft akzentuiert erfolgen (Störung des inneren Gleichgewichtes à Ermüdung à Wiederherstellung à Superkompensation). Überhöhte Reize (submaximale, maximale und unterdistanzorientierte Intensitäten) im Vergleich zur aktuellen Leistungsfähigkeit + optimale Regeneration bilden die Grundlage für die Leistungsentwicklung. Hohe Reize haben vor allem dann einen großen Wirkungsgrad, wenn sie auf einen nicht ermüdeten, dafür ausreichend vorbereiteten, Organismus treffen.

Wohldosierte physiologische Ausdauer-Überlastungen passen die energiebereitstellenden, sauerstofftransportierenden- und sauerstoffverarbeitenden Systeme an. Im Hochleistungstraining nimmt mit zunehmendem Alter die Wirkung der Belastung ab. Bei schon hohem Trainingsumfang muss eine weitere Belastungserhöhung über die Intensität und zunehmend spezifischen Anteile erfolgen. Durch Training angepasste Systeme, die nicht mehr ausreichend beansprucht werden, bilden sich zurück und schwächen das Gesamtsystem.

Fotos: Ayadi

Die Kälte unterstützt die schnellere Regeneration

Kältekammer – Kältebox - Kältekissen – Kältespray – Eiswasser – Kühlwesten

2015_02_17_Regeneration_durch_Kaelte© Lothar Pöhlitz – 17. Februar 2015  -  Kälte zur Regenerationsbeschleunigung wurde bereits 1996 von der australischen Olympiamannschaft in Vorbereitung auf die Spiele in Atlanta eingesetzt. Schon 12 Jahre früher nutzte Charlotte Teske beim Olympischen Marathon 1984 in Los Angeles bei grenzwertigen Temperaturen einen mitgeführten „Eisschwamm“ zur Kühlung von Armen, Halsbereich und Körper. Physioprophylaktische Maßnahmen zur Selbstbehandlung wie Kältekissen, Kältesprays und Eisbehandlungen werden von Läufern „schon immer“ zur Verminderung bzw. Verhütung von Schwellungen, Einblutungen nach Prellungen, Entzündungen und Schmerzen nach Verletzungen wirksam eingesetzt. Langjährig positive Erfahrungen gibt es beispielsweise auch mit „Eisbädern“ für die Füße bis zum Knie, Kältebehandlungen bei Knochenhautentzündungen, mit Kalt-Warm-Wechselduschen und „Kneipp - Beinebaden im kalten Meer-Salzwasser“ nach harten Lauftrainingseinheiten. Die Durchblutung wird unter Kälte gedrosselt, die Hauttemperatur sinkt, die Gefäße ziehen sich zusammen. Unterkühlung wirkt stoffwechselaktivierend, der Sauerstoffverbrauch und andere chemische Abläufe im Körper werden zeitweilig reduziert. Wird die Kälteeinwirkung beendet steigen die Durchblutung und die Hauttemperatur wieder an und der Stoffwechsel wird beschleunigt.

Seit 2009 Kältekammer Kienbaum

Die Empfehlungen der „DLV-Kältekonferenz“ 2008 haben sicher die Aktion „Kältekammer Kienbaum“ – eine hilfreiche Einrichtung auch für die Leichtathleten - beschleunigt.  Am 14. Juli 2009 wurde im Bundesleistungszentrum Kienbaum eine „Kältekammer“ eröffnet, eine Bereicherung für die Trainingsarbeit in der zentralen Sportschule des DOSB nicht nur für Läufer.

Mit Kopf- und Mundschutz, Schuhen, Stirnband sowie Handschuhen ausgestattet und freiem Oberkörper nutzen die Sportler nach harten Belastungen diese Möglichkeit zur Regenerationsunterstützung über -10° C  und -60° C - Schleusen bis in die Hauptkammer in der sie sich bei -110° C  2 bis zu 2 ½  Minuten lang bewegen / „gehen“. Da es derzeit keine transportablen Kältekammern gibt, bleibt die Methode vorerst auf das Training vor Ort beschränkt. Wer zu Hause keine Kältekammer hat dem hilft ersatzweise ein Bad mit Eiswürfeln oder kaltes Duschen, Läufern das Fußbad bis zum Knie im Eiswasser nach harten TE. Auch der Umgang mit Kälteeinwirkungen bedarf gemachter Erfahrungen und sollte keineswegs bei Wettkämpfen „ohne vorheriges Probetraining“ genutzt werden. Die hin und wieder empfohlenen 800 g Kühlwesten bei warmen Marathontemperaturen sind sicher nur für Trainingsläufe unter solchen Bedingungen sinnvoll oder man kann gleich einen Marathon jenseits der 25 Grad C bei etwa 80 – 85 % der HFmax ohne „Zusatzlast“ in Angriff nehmen.

2015_02_17_Regeneration_durch_Kaelte

Keine Wunder erwarten – das Training bleibt entscheidend

Allerdings sollte man nie Wunder erwarten weil auch zukünftig vor allem die Trainingsbelastung über den Leistungsfortschritt entscheidet. Diese Form der „Regenerationsbeschleunigung“ zielt vor allem darauf den Zeitraum bis zur nächsten reizwirksamen Trainingsbelastung zu verkürzen umso Belastungsreserven zu erschließen. Da ein Läufer wöchentlich 3 – 4 anspruchsvoll-harte Trainingseinheiten pro Woche absolviert würde ein 2 – 3 wöchiger Aufenthalt in Gipfelwochen wie in der Kältekammer in Kienbaum sinnvoll erscheinen lassen. Erst eine längerfristig wissenschaftlich begleitende Kienbaum – Studie – vor allem zur Unterstützung der „Wiederbelastbarkeit“ - würde eines Tages zu wichtigen Erkenntnissen in der praktischen Nutzung im Lauf - Hochleistungsbereich führen und hilfreiche Hinweise geben nach welchen Belastungen welche Kältereize wirklich sinnvoll sind.

Kältetherapieanwendungen rufen komplexe Reaktionen im Organismus hervor die reflektorisch über das Nervensystem ausgelöst werden. Nicht nur Herz-Kreislauf und Energiehaushalt, sondern auch die Muskulatur wird besser versorgt und zentrale Strukturen im Gehirn werden beeinflusst. Sportler berichten dass der Aufenthalt in der Kältekammer auch positiv auf die Psyche, auf ihre Frische und ihre Leistungsbereitschaft wirkt.

Leistungssteigerung und Verkürzung der Regenerationszeit (Schweiz)

„Im Spitzensport etabliert sich die Ganzkörper-Kältetherapie als eine der effektivsten Methoden zur Steigerung der Kraft und Ausdauer und zur effektiven und schnellen Regeneration nach oder zwischen den Wettkämpfen. Der Körper reagiert auf die Kälte auch mit der Mobilisierung von Abwehrkräften und der Ausschüttung von Endorphinen. Die extreme Kälte bewirkt eine Erhöhung der Blutzirkulation in den Muskeln und damit die Regenerationszeiten herabzusetzen. Dadurch können toxische Stoffe und Laktate schneller abgebaut werden. Zusätzlich enthält die kalte Luft in der Kältekammer ein Vielfaches an Sauerstoff. Der Körper und die Muskeln werden so mit extra Sauerstoff versorgt. Der Sportler kann schneller regenerieren, wird vitalisiert und zum Wettkampf gestärkt“. (www.med-ice.ch - Dr. med. Arnold Eggerschwiler)

Eiserfahrungen aus Frankreich favorisieren auch die Kältekammer

„Nach extremer sportlicher Belastung soll ein Sprung ins eiskalte Nass empfehlenswerter sein als der Gang in die Sauna. Das ist das Ergebnis einer Studie französischer Wissenschaftler des Institut National du Sport, de l’Expertise et de la Performance in Paris, die den Einfluss von Wärme und Kälte auf die Muskelregeneration untersucht haben. Die Testpersonen waren neun gut trainierte Läufer, die drei Mal einen anstrengenden Lauf absolvieren mussten. Nach dem Workout wurden die Muskeln jedes Läufers mit einer von insgesamt drei Erholungstherapien behandelt: mit einer Infrarotwärmelampe, mit einer 30-minütigen Ruhephase oder mit einem Gang in eine -110° C kalte Kältekammer. Die Behandlung erfolgte drei Mal, jeweils eine Stunde, 24 Stunden und 48 Stunden nach dem Training. Nach allen drei Tests stand die Kältekammer auf Platz eins“. (Raphaela Baur © MensHealth.de 8.12.2011)

Fotos: Volke, Pöhlitz