Ein Denkmodell: „ohne uM“ international konkurrenzfähig SCHNELLER LAUFEN WOLLEN - die Agenda für alle Altersklassen

ohneUM1_Poehlitz-Foto

© Lothar Pöhlitz* - 27. Juni 2019 – Viele können sich noch erinnern, Deutschland konnte schon einmal Medaillen, 82 bei den OS 1992. In der Zeit des kalten Krieges West gegen Ost gehörten auch „a l l e Leichtathleten“ – immer angezweifelt - zu den Guten in der Welt. Auch wenn sie sich gegenseitig „uM“ - Doping (unterstützende Mittel) unterstellten, wissen wir heute, dass das anabolica-Doping von damals zwar wirksam, aber viel weniger war, als die inzwischen 5-7 oder mehr genutzten Medikamentenkombinationen, die allen Sportarten und allen Körper-Systemen voran helfen. Sie wurden damals von Lance Armstrong öffentlich und ehrlich bekannt. Leider muss man davon ausgehen, dass man „s i e und andere“ auch heute noch besiegen muss, auch die Gedopten oder die Überführten nach zu kurzen Sperren – wie M.J. Sundby oder Therese Johaug aus Norwegen im Skilanglauf – die bei der Ski-WM 2019 siegten, wie vor ihrer Sperre.

            Wir wissen nicht, wie viele der Olympia-, WM- oder EM-Teilnehmer bzw. der Medaillengewinner in der Vergangenheit gedopt waren. Es bleiben   Verdächtigungen und Vermutungen. Die Lösung für die Zukunft wäre unseren begabten deutschen Athleten und Trainern für dopingfreie Leistungen „ersatzweise“ die dafür notwendigen Zeit-, Trainings- und Trainer - Bedingungen zur Verfügung zu stellen wie sie seit Jahren den Profis in der Welt Medaillen ermöglichen.

            Es gibt keine Wunder in wenigen Monaten – es gibt nur kontinuierliche, langfristige, systematische Arbeit. Dabei bedeutet üben oft wiederholen, immer wieder.

Wenn die vL-3 Laktat-Schwelle steigt sinkt die Herzfrequenz

Laktat1 Poehlitz Karsch Foto

© Lothar Pöhlitz* – 12. Juni 2019  - Das kardiovaskuläre System, das komplexe Bluttransportsystem des menschlichen Körpers besteht aus dem Herzmuskel, den Blutgefäßen und dem großem Leitungssystem in dem für Läufer der benötigte Sauerstoff zur Laufmuskulatur transportiert wird.   Der systematischen langfristigen Ausbildung dieses Gesamt-Systems, auch der Entwicklung der Herzgröße, kommt für Läufer und Trainer eine grundsätzliche Bedeutung zu. Dieses Wissen muss vor allem in der Nachwuchsausbildung wieder mehr Beachtung finden. Längere ruhige Läufe sind in diesem Zusammenhang keine Leerkilometer.

Die alles entscheidende Sauerstoffversorgung wird begrenzt von der Stärke und Funktionsfähigkeit des Herzens, der Blutmenge die das Herz in einer bestimmten Zeit anforderungsgerecht zu transportieren vermag (Herzfrequenz, Schlagvolumen) und der möglichen Fließgeschwindigkeit des Blutes. Um das Gesamtsystem auf Hochleistungsansprüche von Mittel- und Langstrecklern vorzubereiten muss es rechtzeitig entwicklungswirksam beansprucht werden. Das erfordert schon möglichst früh für einen starken Motor & einen großen Tank voll Superkraftstoff zu „trainieren".

Mit 10-12jährigen anders, mit 13-15jährigen öfter trainieren

101213153 Schneider Foto

© Lothar Pöhlitz – 29. Mai 2019 - Die Begeisterung über unsere Handballer in den WM-Wochen war der Beweis, dass deutsche Sport-Fans sich unsere internationale Konkurrenzfähigkeit dringend wünschen. Dies haben auch die Wintersportler in den letzten Wochen erfahren dürfen.  Damit die Medien und die Fans demnächst auch die Leichtathleten und die Läufer wieder „so lieben“, müssen die derzeit zu wenigen „Top-Athleten“ öfter siegen und der Nachwuchs auf breiter Front schneller vorangebracht werden. Die Verjüngung im Weltniveau ist unübersehbar. Der Schlüssel dahin für uns liegt im Nachwuchsleistungstraining. Die Vorbilder findet man im Ausland.

Mit Talenten Fitness, Disziplin, Mentalität und Einstellung „trainieren“

Der Leistungsfortschritt wird unabhängig vom Alter und Leistungsstand auch in den Laufdisziplinen zwischen 800 m und dem Straßenlauf von der Effizienz der Belastungswirkung auf die individuell konkrete Leistungssituation bestimmt, im Kindesalter und später. Dabei sind neben den physischen Voraussetzungen, die psychischen Fähigkeiten, der Umgang mit dem taktischen Vermögen im Rennen und die Qualität der Technik als Voraussetzung für eine möglichst hohe Laufökonomie gleichermaßen leistungsbeeinflussend. Vielen ist leider die Mentalität den Großen zu folgen verlorengegangen, anstrengen ist out.

Höhentraining – 30 lehrreiche Tage inmitten der Kenianer in Iten

Iten1_Schneider-Foto

Alles Schneider-Fotos

Ein Foto - Bericht von Trainer Uwe Schneider

Wir sahen Leidenschaft, Hingabe, Disziplin und auch Leistungsbereitschaft wie wir sie in Deutschland wohl nie erreichen.

Eine Anreise nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias, dauert 11-16 Stunden je nach Abflugort aus Deutschland bzw. je nach Fluglinie. Von Nairobi aus in das ca. 2400m hoch gelegene Iten gelangt man am schnellsten (45 min) mit der innerkenianischen Fluglinie nach Eldoret, von wo Taxis oder Matatus in etwa einer Stunde das letzte Stück nach Iten fahren.

Warum so viele kenianische Weltklasseläufer, Weltmeister, Olympiasieger und Weltrekordler aus Iten kommen wollen wir in den nächsten Tagen wissen.

Es gibt insgesamt 11 Länder weltweit, durch die der Äquator führt, darunter Kenia. Dort geht 365 Tage im Jahr die Sonne um ca. 6:00 Uhr morgens auf und um ca. 18:30 unter. Auf 2300-2400m Höhe misst man ganzjährig 18 – 27 Grad und es gibt keinen Schnee. Der Trainings-, Essens und Schlafrhythmus ist für die bis zu 800 gleichzeitig trainierenden aus dem ganzen Land und Europa das ganze Jahr hinweg im Prinzip gleich. Das Klima in der Höhe (Luftdruck nur etwa 760 mbar) macht Iten zum idealen Ort für Höhentrainingslager. Die Zeitverschiebung zu den deutschen Wintermonaten beträgt lediglich 2 Stunden, im Sommer sogar nur eine Stunde. Dazu findet man unter den auch zu uns freundlichen Läufern immer Trainingspartner für alle Geschwindigkeiten.

Den Respekt vor hohen Umfängen und hohen Intensitäten früher ablegen

Respekt1_Ayadi-Foto

© Lothar Pöhlitz* - 3. Mai 2019 - Sie laufen uns davon, erhöhen ihre Anstrengungen, nicht nur in der Weltspitze. Die 50 Nationen bei der U18 – Europameisterschaft in Györ und die 160 Nationen mit 1460 Teilnehmern bei der U20-WM in Tampere haben ihre Bemühungen offengelegt. Auch wenn in diesen Altersklassen die Medaillen noch nicht so wichtig sind, die unsere jungen U18 / U20 – Läuferinnen und Läufer bei „ihrer“ EM und WM erringen sollen. Wichtig ist mehr, dass die Aufgaben, die Investitionen, die Rückstände, die Fortschritte, der Ausbildungsstand in der Vorbereitung auf das Hochleistungsalter und die aktuellen Leistungen für die Zeit jenseits der 20 Jahre für zukünftige Ziele ausreichend sind. Wir müssen ihnen zuerst in diesen Altersklassen schneller näherkommen und die U23-Goldkörnchen wissen lassen das viele andere in der Welt in diesem Alter schon im Weltniveau Erfahrungen sammeln.