Die Läufer im Jahr „1“ des Olympiazyklus 2017 - 2020

Über die WM 2017 - die EM 2018 - die Etablierten und alle für Olympia 2020

 

© Lothar Pöhlitz – 22. September 2017 - Im Jahr „1“ des neuen Olympiazyklus - der internen Zeitrechnung im Hochleistungssport - mit dem WM-Höhepunkt in London - haben die Läufer und die neue Lauf-Trainergeneration, unter dem 2016 berufenen, noch jungen Cheftrainer Thomas Dreißigacker, erstaunliches und erfreuliches zugleich ihren Fans geboten, aber auch neue Erfahrungen gesammelt. In den Kreis der bereits Etablierten Gesa Krause, Christina Hering, Homiyu Tesfaye, Richard Ringer (13:13,48 beim ISTAF), Timo Benitz (Universiade-Sieger), Marcel Fehr und Philipp Pflieger, die 2017 leider - warum auch immer - den großen Abstand zu den Besten nicht verkürzen konnten. Ein „fortgeschrittener Teil des Nachwuchses“ ist aufgestiegen - hat bei den für sie wichtigen Höhepunkten - auf sich aufmerksam gemacht. Bei der U23-EM im polnischen Bydgoszcz (13. bis 16. Juli) - der „wichtigsten Nachwuchsleistungsklasse“ - erkämpften die Läufer 5 Medaillen (2 x Gold, 2 x Silber und 1 x Bronze). Auch Marius Probst und Amanal Petros präsentierten Nachwuchs-Fortschritte, wenn es darauf ankam. Dafür muß man den Heimtrainern und ihrem privaten, hilfreichen Umfeld einmal ein dickes Lob zollen.

„Mehr Wissen“ über die Atmung und ein hilfreich-größeres Atemzugvolumen für Läufer

© Lothar Pöhlitz – 20. August 2017 - Obwohl Läufer mit den Begriffen Sauerstoffversorgung, Sauerstoffpuls, Sauerstoffaufnahmevermögen, Sauerstoffdefizit, Sauerstoffschuld, Sauerstoff-Dauerleistungsgrenze, Vitalkapazität oft wie selbstverständlich umgehen, kommt die Lehre von der richtigen Atmung zur optimalen Sauerstoffversorgung und Kohlendioxidabatmung in der Trainingspraxis von Leistungsläufern, in der Trainerausbildung, selbst auch in der speziellen Literatur oft zu kurz. Es wird mehr oder weniger jungen Athleten überlassen wie sie beim langsamen, mittleren oder auch schnellen Laufen atmen, ob durch den Mund oder die Nase oder ob sie nach maximalen Belastungen durch eine bewusste Sauerstoffmehraufnahme die Rückkehr zum Ruheausgangswert und damit auch das Regenerationstempo unterstützen. Oft wird auch unterschätzt das man durch Training der Atemmuskulatur das Atemzugvolumen und damit das maximale Atemminutenvolumen steigern und damit das Sauerstoffangebot erhöhen kann.

Im Schülertraining soll gelernt, geleistet und gelacht werden

Lauftechnik und Technik aller Trainingsübungen bilden die Basis

© Lothar Pöhlitz – 26. Juni 2017 - „Weltklasse in allen Altersklassen" hat die Abteilung olympische Leichtathletik des DLV ihren Lauf-Nachwuchsbundestrainern als nicht so einfache Aufgaben mit auf den Weg gegeben. Und sie haben es angepackt, sogar im vielen Jahren vernachlässigten Jugend-Langstreckenlauf wieder Erfolge präsentiert. Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) wurde U20-Cross-Europameisterin 2015, lief inzwischen 3 neue Altersklassen-Rekorde, holte Silber in 4:04,45 bei der Hallen-EM 2017, Alina Reh (SSV Ulm 1846) holte U-20 Cross-Bronze und lief im späten Frühjahr als 19jährige tolle 15:16,39 Minuten über 5000m. Und auch bei den Jungen wird kräftig geübt - hört man - um die langjährigen Versäumnisse aufzuarbeiten. Geduld - auch bei den Jungen gibt es Talente. Dabei ist der Unterschied zwischen der „Spielleichtathletik des letzten Jahrzehnts“ und eines anspruchsvollen Talenttrainings in Vorbereitung auf das Hochleistungstraining vom DLV noch deutlicher nach außen zu vermitteln.

UWV - „Unmittelbare Wettkampf-Vorbereitung“ - die persönliche Bestleistung beim Jahres-Höhepunkt ist möglich wenn...

© Lothar Pöhlitz – 13. Juni 2017 - Eine UWV ist der Trainings-Zeitraum zwischen der entscheidenden Qualifikation und dem jeweiligen Wettkampfhöhepunkt des Jahres. Sie bekommt eine besondere Bedeutung in Jahren zur Vorbereitung auf Olympische Spiele. Üben kann man aber auch schon vorher. Für Läufer sind dafür 6-8 Wochen vorzusehen - 6 Wochen für Bahnläufer - 7 - 8 Wochen für Marathonläufer. Die 3 bzw. 5 ersten Wochen im Höhentraining, die 3-4 nachfolgenden Wochen unter NN dienen der Intensivierung und dem Tapering. Die Problematik dabei ist, ob der Verband die Möglichkeit bietet, die jeweils entscheidende Qualifikation in einem solchen Abstand beispielsweise zu Olympia zu planen bzw. den Besten zu gestatten.

Für Spitzenathleten, deren Qualifikation auf Grund ihrer hohen Grundleistungs-fähigkeit auch ohne persönliche Bestleistung, z.B. bei der DM-Quali „gesichert ist“, gilt, dass der trainingsmethodische Aufbau so erfolgen sollte, dass erst bei den EM, WM oder den Olympischen Spielen ihre höchste sportliche Form abrufbar ist. Für jüngere Athleten, die eine persönliche Bestleistung schon zur Qualifikation brauchen, muss der Leistungsaufbau so erfolgen, dass nach dem ersten Jahreshöhepunkt eine Wiederholbarkeit oder auch leichte Steigerung beim 2.Jahreshöhepunkt erwartet werden kann. Dafür ist zu empfehlen, nach 3 Wochen Höhentraining eine letzte ausreichende Phase der Vorbereitung unter NN zu gestalten. Erfahrung ist nämlich das bei Läufern die sich nach mehreren Versuchen sozusagen erst „auf den letzten Drücker“ qualifizieren beim zu nahen Höhepunkt eine Leistungssteigerung kaum möglich ist.

Läufern mit zu wenig Kraft fehlt es auch an Leistung

Die ATHLETIK in der Sommer - Wettkampfperiode nicht aussetzen

© Lothar Pöhlitz - 31. Mai 2017 - Nicht nur im Nachwuchstraining, auch in der Praxis des Leistungstrainings oder bei den Senioren kann man in den Laufdisziplinen beobachten, dass im späten Frühjahr, mit Beginn der verstärkten Intensivierung der Kraftraum verlassen und die Arbeit an der Kraft, Athletik, Fitness, Beweglichkeit mehr und mehr vernachlässigt oder über Wochen sogar ganz eingestellt wird. Dies begünstigt nicht nur die Verletzungsanfälligkeit, sondern wirkt schon nach 2 - 3 Wochen negativ auf die zuerst bei hohen Geschwindigkeiten abnehmende Handlungsgenauigkeit in der Lauftechnik. Da wo Schrittlänge und Schrittfrequenzen mit steigender spezifischer Leistungsfähigkeit zum Optimum geführt werden sollen, ist das ganze System, das Zentrum, die Beinhebemuskulatur oder die Fußgelenkskraft bereits wieder auf dem absteigenden Ast ihrer optimalen Leistungsfähigkeit. Im Straßenlauf „bricht in den Endphasen oft die Technik zusammen und sie werden immer kleiner“ weil rund ums Zentrum die stabilisierende Muskulatur zu schwach ist. Eine Möglichkeit dem aktiv entgegenzuwirken gelingt mit einem regelmäßigen, möglichst intensiven Sommer - Zirkeltraining auf dem Rasen, dem Einfallsreichtum der Trainer sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die folgenden Beispiele sind als Ideen - Börse für alle Wettkampfperioden eines Jahres anzusehen, können vielseitig erweitert oder natürlich auch entsprechend eigener Erfahrungen abgewandelt, ergänzt bzw. ersetzt werden.