Trainingspraxis: 6 x Füsse – 6 x Bauch – 6 x Rücken

Mehrmals wöchentlich auch schon in frühester Jugend
2007-12-18-fuesse-bauch-ruecken18. Dezember 2007 (Pöhlitz) - Im Leistungs- und Hochleistungstraining von Läufern und Gehern sind vor allem die Füße besonders hohen Belastungskräften ausgesetzt. Füße sind Stoßdämpfer für den ganzen Körper, Stabilisatoren des Gleichgewichts auf unterschiedlichen Bodenuntergründen, in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit leisten sie beim Fußaufsatz, in der mittleren Stützphase und beim Abdruck vor allem in der Zusammenarbeit mit den Muskeln der Unterschenkel besonders in Wettkämpfen Außergewöhnliches. Schrittlängen und Schrittfrequenzen hängen aber nicht nur von einer optimalen Fußarbeit ab, sondern auch vom Ausbildungsgrad der um den Mittelpunkt des Hebelsystems liegenden Hüft- und Beckenmuskulatur. Strecken und Beugen aller an der Vorwärtsbewegung beteiligten Muskeln soll möglichst effizient und unbewusst im gewünschten Tempo ablaufen. Dies setzt eine möglichst frühzeitige, dem Wachstum angepasste Konditionierung des Gesamtsystems Rumpf/Arme, Becken/Hüfte und Beine/Füße auf immer höherem Niveau, mit dem ständigen Bestreben eine möglichst kräftige, aber schlanke Läufer- bzw. Gehermuskulatur aufzubauen, voraus.

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Innerhalb der allgemein athletischen Ausbildung müssen Dehnung und Kräftigung der Rumpf- Becken-/Hüft- und Fußmuskulatur, einschließlich der Vergrößerung der Gelenkbeweglichkeit, „ganzjährig“ mehrmals wöchentlich zur Verbesserung des Wirkungsgrades beim Laufen und Gehen ins Training integriert werden. Ganzjährig bedeutet zugleich arbeiten in Schwerpunkten, z.B., dass innerhalb 6 wöchiger Mesozyklen in 2 x 2 Wochen und im Jahr in mindestens 5 von 8 MEZ schwerpunktmäßig geübt wird.

Die nachfolgende Übungsauswahl soll beispielgebend anregen. Sie ist kein Übungskatalog und muss deshalb, auch unter Berücksichtigung individueller Schwachstellen ergänzt oder Übungen ausgetauscht werden. Sinnvoll ist, wenn immer mal andere Übungen ins Übungsprogramm aufgenommen werden. Eine sehr gute Übungsausführung unterstützt auch hier die Belastungswirkung.
Es wird empfohlen aus diesem Übungsgut mehrere Programme zusammenzustellen die dann im Wechsel geübt werden.

Füße – Fußgelenke – Unterschenkelmuskulatur

2007-12-18-fuesse-bauch-ruecken Es ist von Vorteil wenn die Übungen Barfuss ausgeführt werden. Im Bereich der Fortgeschrittenen erhöhen Gewichtsmanschetten an den Fußgelenken die Belastungswirkung.
Wiederholungen: 3 – 5 x 10 – 15 – 20 Wiederholungen oder Sekunden, je nach Schwierigkeitsgrad, Pausen dazwischen 1 – 1,5 Minuten
  1. Gehen auf den Zehenspitzen (Hochzehenstand)
    bzw. Heben und Senken der Füße (siehe Foto)
  2. Übungen auf einem Kreisel oder Wackelbrett Balanceübungen (ein- und beidbeinig)
  3. Im Sitz auf einem Kasten/Tisch o.ä.:
    Füße anziehen – strecken – kreisen (auch gegen Widerstand eines Latexbandes)
  4. Einbeinstand auf Weichbodenmatte oder Schaumstoffkissen, Werfen und Fangen eines Balles in unterschiedliche Höhen
  5. Seitwärtssprünge einbeinig („Schlittschuhschritt“) auf einer Weichbodenmatte
  6. Laufen und Hüpfen auf einem Trampolin, Balanceübungen, Stehen auf einem Bein, Kniehebelauf

 

Bauch - Becken – Hüfte – Oberschenkelmuskulatur

  1. Rückenlage, Hüfte und Knie jeweils 90 Grad gebeugt, Hände seitlich neben dem Körper, Unterschenkel Richtung Decke strecken und beugen (siehe Foto) – auch mit leicht gespreizten Oberschenkeln bzw. das Becken minimal vom Boden abheben, halten, ablegen
  2. Rückenlage, Radfahren flach (10 cm über dem Boden), dabei Beine langsam öffnen und wieder schließen
  3. Rückenlage, Füße im Knie gebeugt aufgestellt, Arme hinter dem Kopf, Oberkörper im Wechsel gerade und schräg langsam aufrichten, absenken
  4. Hängen an der Sprossenwand, anheben, halten und senken der Knie bis über die Waagerechte
  5. Medizinball aus der Rückenlage (Arme gestreckt), nach aufrichten gegen eine Wand (auch Partner) werfen
  6. Im Stand anheben eines Knies, Unterschenkel strecken, gestreckt halten, absetzen, Bein wechseln
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Rücken – Oberkörper – Arme
Auch mit Gewichtsmanschetten an den Handgelenken

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  1. Bauchlage auf Lang-Kasten, Beine ein- bzw. beidbeinig anziehen – strecken – halten im Wechsel
  2. Kniestand, li Arm + re Bein nach vorn bzw. hinten strecken (bis zur Waagerechten), Arm und Bein unter den Körper einrollen, wiederholen (Katzenbuckel), Seite wechseln
  3. Bankdrücken in der Rückenlage
  4. Bauchlage, Arme nach vorn strecken Daumen zeigen nach oben, li Arm + re Bein etwas vom Boden abheben, halten, ablegen, Seite wechseln
  5. In leichter Schrittstellung Laufimitation der Arme mit Handhanteln, kräftig schwingen, Beinstellung wechseln
  6. Bauchlage auf Lang-Kasten, Butterfly mit Handhanteln (siehe Foto), in drei Ebenen, Arme mehr nach vor, in der Mitte, mehr nach hinten, auf und ab schwingen

 

Ganzkörperkräftigung

  1. Hampelmannvariationen mit Hantelstange oder auch Handhanteln
  2. Werfen eines Medizinballes rückwärts über den Kopf gegen eine Wand, wenn möglich direkt wieder auffangen
  3. Reißen einer Hantelstange
  4. Kniehebelauf mit Manschetten an den Fußgelenken und Handhanteln, dabei gleichzeitig die Arme nach oben stoßen
  5. Halbe Kniebeuge mit Hantel, Sandsack oder anderer Zusatzlast (siehe Foto)
  6. Im Liegestütz beim Beugen der Arme gleichzeitig li bzw. re Bein nach hinten oben strecken
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Fotos: (Pöhlitz-Fotos)

Jan Fitschens Weg zur Goldmedaille bei der EM 2006

Langzeit-Trainingsanalyse
2007-12-30-jan-fitschens-weg-zur-goldmedaille30. Dezember 2007 (leichtathletiktraining)- Mit seinem spektakulären Sieg über 10000 Meter bei den Europameisterschaften in Göteborg erzielte Jan Fitschen nicht nur seinen persönlich größten Erfolg, sondern setzte für die gesamte deutsche Langstrecklerszene ein Glanzlicht, das noch lange leuchten wird. Grund genug, einmal Einblick in sein Training zu suchen. Wir konnten seinen langjährigen persönlichen Trainer Tono Kirschbaum und den betreuenden Leistungsdiagnostiker vom IAT Leipzig Dr. Olaf Ernst gewinnen, die langfristige Trainings- und Leistungsentwicklung von Jan Fitschen zu analysieren.

Der Beitrag von Tono Kirschbaum und Olaf Ernst liegt im PDF-Format zum Download bereit: Jan Fitschens Weg zur Goldmedaille (332kb)

Quelle: Leichtathletik Training, Heft Nr. 7, Juli 2007, philippka sportverlag

Eisenmangel beeinträchtigt die Ausdauerleistungsfähigkeit

von Dr. Birgit Friedmann – Sportleranämie*
Kurzzusammenfassung aus Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 52, Nr. 9 (2001)


11. Januar 2007 (Pöhlitz) - Eisenmangel mit und ohne Anämie führt zu Einschränkungen in der Ausdauerleistungsfähigkeit und zu subjektiven Beschwerden, die sich vor allem in Müdigkeit, hin und wider auch in Appetitlosigkeit ausdrücken. Klagen Läufer über Schwierigkeiten vor allem im letzten Drittel von DL- oder langen Tempoläufen kann zunächst geprüft werden ob eine  Hämoglobinverminderung vorliegt. Zur Feststellung eines akuten Eisenmangels sind neben dem Serumeisen auch Transferrin und Ferritin zu untersuchen. Für Läufer sollte im Rahmen von kontinuierlichen Elektrolytbestimmungen immer auch der Eisenspiegel kontrolliert werden.

  • Aufgrund erhöhter Eisenverluste über den Gastrointestinaltrakt, mit dem Schweiß und im Urin haben Sportler einen vermehrten Eisenbedarf.
  • Neben vegetarisch sich ernährenden Sportlern haben insbesondere Ausdauersportler sowie jugendliche Sportler/Innen menstruations- bzw. wachstumsbedingt ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Eisenmangels.
  • Nach intensiven Ausdauerbelastungen sind Eisenverluste bis zu 2 mg/Tag möglich. Durch starkes Schwitzen können 1 mg und mehr verloren gehen. Weitere zusätzliche Eisenverluste gibt es im Urin (ca. 0,2 mg/Tag). Durch Zunahme des Plasmavolumens (Flüssigkeitsverluste) liegen die Hämoglobinkonzentration (Hb) und Hämatokrit (Hk) häufig im unteren Normbereich oder sind sogar leicht erniedrigt:
  • Der tägliche Eisenbedarf von Ausdauersportler/Innen ist durchschnittlich um ca. 1 mg gegenüber den nichtsporttreibenden Männern und Frauen ( ca. 10-15 mg / Jugendliche ca. 18 mg ) erhöht und kann nur mit einer bewussten, ausgewogenen und möglichst fleischhaltigen Ernährung gedeckt werden. Insbesondere eine Diät der auf ein niedriges Körpergewicht bedachten Ausdauersportlerinnen und der Jugendlichen enthält nicht genügend Eisen. Ernährungsberatungen und regelmäßige Untersuchungen werden empfohlen.
  • Bei Sportlern/Innen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Eisenmangels sind regelmäßige Kontrollen von Hämoglobin, Hämatokrit und Ferritin indiziert. Dabei darf nicht vergessen werden das auch eine krankheitsbedingte Anämie vorliegen kann und eine weitere Diagnostik erforderlich wird.
  • Zur Eisensubstitution sollten für 4 – 12 Wochen (!) morgens nüchtern 100 mg Fe²+ peroral möglichst mit Vitamin C verabreicht werden (eventuell auch ein zweites Mal im Laufe des Tages ) bis zur Normalisierung des Ferritinwertes ( 20-40 μg/l ). Bei Ferritinwerten knapp
  • Da 1-5 Tage nach einer intensiven und / oder langen Ausdauerbelastung infolge einer bis zu 25 %- tigen Zunahme des Plasmavolumens eine Pseudoanämie auftreten kann, sind Kontrolluntersuchungen besser am Ende einer Regenerationswoche zu planen.

Ergänzung :
Eisenmangelgefährdete Sportler/Innen sind im Höhentraining erfahrungsgemäß „anfälliger“als andere. Sie sollten nur „gesund“ d.h. mit gut gefüllten Eisenspeichern ins Höhentraining gehen und die angezeigte Vorsicht (Substitution) in der Höhe mit ihrem Arzt vorbesprechen bzw. vorplanen!
Eine besondere Bedeutung kommt im Höhentraining der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung zu. Gefährdet sind Selbstversorger, die sich neben ihrem Training auch noch um die Mahlzeiten und deren Zubereitung kümmern müssen und glauben, dass vor allem Kohlenhydrate für Läufer bzw. Geher wichtig sind. Unmittelbar nach Rückkehr aus dem Höhentraining ist eine Kontrolluntersuchung für alle sinnvoll und angezeigt.

© Lothar Pöhlitz

Läuferschwachstelle – Achillessehne – Was ist zu tun?

13. Januar 2007 (Pöhlitz) - Die etwa 1,5  cm starke Achillessehne, die sich in einem Gleitgewebe bewegt, ist die stärkste Sehne des Menschen. Sie überträgt die Kraft über den Wadenmuskel zur Ferse. Die vieltausendfache, von der Geschwindigkeit und den Bodenverhältnissen abhängige Belastung beim Lauf (Fußaufsatz, Abrollbewegung, Fußabdruck), die mit zunehmenden Trainingsalter im Hochleistungstraining nicht immer systematisch erhöht, nicht ausreichend physiotherapeutisch begleitet wird und oft nicht ausreichend vorbereitend die Ausbildung der Fuß-, Bein- und Becken-/Rückenmuskulatur sichert, führt häufig zu Reizungen, zu Entzündungen des Gleitgewebes und auch zu Sehnenrissen.

Ungenügend vorbereitete, länger anhaltende Extrembelastungen, chronische Überforderungen, eine gleichzeitige qualitative und quantitative Steigerung der Intensität, ohne die gleichzeitig zu verstärkenden Maßnahmen zur schnellen, umfassenden Regeneration, der Durchblutungsförderung, zur Dehnung der Wadenmuskulatur und der Kräftigung der Antagonisten, der Unterkühlung der Ansatzbereiche oben und unten sowie die Wahl der Sportschuhe und der Bodenverhältnisse sind wesentliche Ursachen für eine sich meist langsam entwickelnde Achillessehnenentzündung (Achillodynie).
Langjährige Beobachtungen aus der Trainingspraxis weisen zusätzlich besonders auf Zeiträume von Modellwechseln bei Sportschuhen (meist sind die Sportler ja an eine bestimmte Sportschuhfirma „gebunden“)  und Zeiträume nach längeren Trainingsabschnitten, in denen nur in Einlaufschuhen trainiert oder nur langsam gelaufen wurde, hin. Deshalb wird empfohlen in solchen Phasen regelmäßig, wenn auch nur wenige Tempoläufe mit Spikes oder auch Steigerungsläufe nach Dauerläufen einzufügen. Vor allem in Trainingsabschnitten, in denen Tempolaufprogramme mit Spikes wieder wichtig sind,  sollte eine systematische Gewöhnung an die Spikes durch zunächst nur 2-3 Läufe in Spikes jeweils zum Ende eines Tempolaufprogramms erfolgen, um dann die Anzahl schrittweise zu erhöhen. Nur mit Geduld können sich in solchen Trainingsphasen, aber auch bei Aufnahme neuer Trainingsformen wie z.B. intensiver Sprünge, die belasteten Strukturen in den weniger durchbluteten Bereichen der Achillessehne anpassen.

Langwierige, schmerzhafte Beschwerden sind oft das Ergebnis nicht frühzeitiger intensiver Eigenbehandlungen. Deshalb kommt der Pflege dieser „Konstruktionsschwachstelle“  für Menschen, die viele Tausend Kilometer im Jahr oder auch hohe Geschwindigkeiten in Spikes laufen, eine außerordentliche Bedeutung zu!

Bei ersten Reizungen der Achillessehne reichen oft mehrrnals tägliche Eisbehandlungen und eine sofortige mehrtägige Trainingspause. Um weitere Trainingsausfälle zu vermeiden sollten schnellstmöglich physiotherapeutische bzw. ärztliche Maßnahmen ergänzend einbezogen werden.
Voraussetzung für die Wirksamkeit ist eine konsequente mehrmals tägliche Durchführung der ausgewählten Maßnahmen und eine sofortige Abstimmung möglicherweise veränderter Trainingsinhalte mit dem Trainer. Dabei sollten veränderte Konsequenzen in den Regenerationsmaßnahmen an der Spitze aller Überlegungen stehen.

Positive Erfahrungen bei der  Behandlung von Achillodynien

Prophylaktisch sollten Läufer regelmäßig ihre Trainingsuntergründe wechseln (Bahn, Wald, Straße, Finnbahn, feste Wege, auch Querfeldeinläufe, Wasserlaufen usw.), nicht auf seitlich abgeschrägten Straßen laufen, Extreme (wie Sandstrände oder zum Meer abfallende Strände in Trainingslagern nur vorsichtig ins Training einbeziehen) meiden, die Bereiche „rund um die Sehne“ warm halten bzw. richtig für das jeweilige Training aufwärmen (vorbereiten) und nicht in „abgelatschten“ Schuhen trainieren, auch wenn der Sportler meint, es seien seine Besten.
Bei ersten Reizerscheinungen Läufe in Spikes, Sprünge und Kraftübungen die auf die Sehne wirken, zeitweilig einstellen, aber das Training geht, angepasst an die Möglichkeiten, weiter. Die Regeneration und Entlastung wird durch Alternativtraining wie Wassertraining, Schwimmen, Rad fahren, Beweglichkeits- und Lockerungsübungen (vor allem der  Unterschenkel, Waden und Füße) unterstützt. Außerdem:

  • Selbstmassage
    Massage mit Salbe nach Arztempfehlung + Verträglichkeit / Heilpflanzenöl
    Einen 2-3 cm langen Salbenstrang auf das mit Heilpflanzenöl eingeriebene Gewebe geben, den zu behandelnden Unterschenkel auf das andere Knie legen, mit Daumen und Zeigefinger die Salbe ~ 5 Minuten leicht einmassieren, dabei den Fuß langsam kreisend bewegen
  • Bürstenmassage unter der Dusche „von unten nach oben“ (Handbürste) leicht mit weicher Handbürste von Ferse zum Knie hin streichen (Durchblutung)
  • Lockerung der Waden- und Fußmuskulatur / Dehnübungen
  • mehrmals täglich Eisbehandlung
  • Überprüfung des Schuhwerks durch einen Fachmann (evtl. Einlagen beidbeinig)
  • Wechselbäder
    1 Eimer heißes + 1 Eimer kaltes Wasser + 2-5 Tropfen Heilpflanzenöl
    beide Füße bis mindestens Mitte Wade für ~ 5 Minuten ins 39-42° heißes Wasser, danach 20 – 30“ ins leitungskalte Wasser 2 – 3x wechseln, anschließend Dehnübungen + Fußkreisen (heben- senken- rotieren)
  • Salbenverbände über Nacht
    feuchtes Mulltuch – Salbe wie vom Arzt verordnet  großflächig verteilen + Heilpflanzenöl -auf gereizte Stelle legen – Übergang Achillessehne Wade, mit Plastikfolie abdecken, mit Wickel (Handtuch) befestigen, über Nacht einwirken lassen („feucht-warme Kammer“)
    Oma sagt : auch Packungen mit Haushalts-Quark helfen!
  • Strombehandlungen (nur beim Physiotherapeuten)
  • Ultraschall
  • Histamin-Iontophorese
  • Medikamentöse Begleitung : - Tabletten gegen Entzündungen
  • Vitamin C (zeitweilig 1 Teelöffel tägl. als Salz)
  • Entsäuerungsmittel (z.B. Basica u.a.)
  • Tägl. Fuß-, Bein-, Rücken-Gymnastik (Stabi) vor jedem Training (auch vorm DL - zu Hause auf dem Teppich!)

Ist Besserung in Sicht soll mit leichten Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, der Stabilität und Fuß-/Fußgelenkskräftigung begonnen werden. Die Dauer des Wiederaufbaus hängt vom Grad der vorherigen Entzündung / Schädigung ab. Auf alle Fälle soll der Belastungsaufbau allmählich erfolgen. Bewährt haben sich Übungen auf dem Gymnastik-Kreisel, wiederholtes Heben in den Zehenstand, Gehen auf dem Vorfuß (Ballen) und der Ferse, Kräftigung des Fußgewölbes mit Fußstreckung gegen einen Widerstand (Hand hält Zehen fest), Übungen zur Beseitigung von Fußschwächen (Fußgewölbe / Pronation, Supination und zur Kräftigung der vorderen Schienbein- und Wadenmuskulatur).
Analyse der vor der Verletzung gemachten Fehler. Ein intelligenter Sportler macht
einen Fehler nur einmal!

Operationen lassen sich nicht umgehen, wenn über längere Zeit, trotz aller konservativer Maßnahmen, und veränderten Trainingsbelastungen, sich die Beschwerden nicht beheben lassen. Fragen Sie deshalb rechtzeitig ihren Arzt oder Physiotherapeuten!

Neukirchen – Cross macht Lust auf mehr

Gedanken zu einer neuen Cross-Planungs-Struktur

2007-02-09-neukirchen-cross-macht-lust-auf-mehr09. Februar 2007 (Ring) – Selten sind sie geworden, die Tage, an denen die deutsche Leichtathletik zur Winterzeit die warmen Hallen verlässt. Anfang Februar war wieder einmal so ein Tag, als in Neukirchen eine durchaus sehenswerte U23-Cross-Challenge stattfand, die Lust auf mehr machen könnte. Europäische Nachwuchsspitze maß sich bei guter Organisation, auf anspruchsvollem Terrain im Laufen über Stock und Stein. Ein Aufbruch zu besseren (Cross)-Zeiten? Mitnichten, lediglich wieder ein Mosaiksteinchen auf einer dringend nötigen Cross-Struktur-Reform. Wir wollen mit diesem Beitrag keineswegs als Besserwisser dastehen, uns lediglich als „Ideengeber“ oder auch „Ideensammler“ dessen betätigen, was die Experten zum Thema Crosslauf und Crosssaison  in den letzten Monaten und Jahren geäußert haben, versuchen, es einmal zum gängigen Netzwerk zusammenzufügen, damit nun endlich einmal  mit der überfälligen Reform begonnen wird. Dabei wollen wir den Verantwortlichen nichts vorschreiben, sondern lediglich gedankliche Hilfen geben. Die Verlegung der Cross-DM zurück in den März zeigte bereits deren Ansatz, etwas zu verändern.

Die Zielsetzung:

Die Zielsetzung für eine spezielle Crosssaison mit der verbundenen Vorbereitung und den zu installierenden Wettbewerben wurde vom derzeitigen Bundestrainer Detlef Uhlemann klar und unmissverständlich formuliert: Fernziel muss es sein, mit deutschen Mannschaften wieder bei den jeweils Ende März stattfindenden Cross-Weltmeisterschaften vertreten zu sein. Zur Vorbereitung dieses hohen Ansatzes bezeichnet er die jeweils nun Anfang März stattfindenden deutschen Crosslaufmeisterschaften als Nahziel. Geht man von dieser Zielsetzung aus, war die Verlegung der nationalen Titelkämpfe von Ende November in den frühen März eine sinnvolle Planungskonsequenz. Wer in der Halle starten will, kann das, muss das sogar, sofern er sich zur schnellen Fraktion der Läufer/Innen zählt. Wer zur Straße tendiert, hat seinen Meisterschaftsblock im Herbst oder Frühjahr oder kann sogar mit dem Cross eine Verbindung eingehen. Zumindest war es so bis Dezember des letzten Jahres, als ein unsinniger, sponsorenprotegierter Verbandsratsbeschluss die Marathon-DM wieder ins Frühjahr katapultierte. Die Cross-EM im Dezember ist trainingsmethodisch sicher nicht das Beste,  könnte aber von einem zukünftig zu schaffenden zeitweiligen Cross-Langstreckenkader in einer speziellen Vorbereitung mitgenommen werden.

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Die Wettkampfplanung

2007-02-09-neukirchen-cross-macht-lust-auf-mehrMan spricht viel darüber, geschehen ist bisher wenig. Die Eckpfeiler einer zukünftigen Crosssaison stehen mit den nationalen Titelkämpfen, der Cross-EM und –WM fest. Über ein weiteres Cross-Wettkampfkonzept in Vorbereitung dieser Events muss man offensichtlich noch reden. Als theoretisch methodischer Ansatz sollten 4-6 leistungs- und zahlenstarke Crossläufe in die geplant werden. Fragmente dazu sind schon vorhanden. Ende November gibt es den Darmstadt-Cross mit den Hochschul-Crossmeisterschaften und der darin integrierten Qualifikation für die Cross-EM. Anfang Februar existiert die U23-Challenge, die eine qualitative Ausweitung auf die Frauen/Männer-Klasse bzw. die U20/18 Klasse durchaus vertragen könnte.

Zentrale Veranstaltungen Mitte Dezember, als Alternative für alle Nicht-Nominierten der Cross-EM oder auch in Vorbereitung auf die Cross-WM, Mitte Januar bis Ende Februar fehlen noch. Dort sollte  der deutsche Cross-Cup postiert werden. Der DLV-Beauftragte Wilfried Raatz ist  optimistisch, sieht gute Möglichkeiten für eine rasche Realisierung schon in der Saison 2008. Natürlich spielt das Geld eine große Rolle, schon gleich, wenn die Veranstaltung „Crosslauf“ heißt. Ausrichtungen, die wir dringend brauchen, sollten Niveau haben, publikumsfreundlich und medienträchtig. Eine Vergabe nach dem Prinzip „Wer von den Ausrichtern die meiste Kohle auf den Tisch legt, bekommt den Zuschlag“ halten wir für wenig konstruktiv. Gerade beim Crosslauf ist hohe Fachkompetenz gefragt, die notwendige Erfahrung dafür haben in Deutschland nur noch wenige. Die Realisierung vor Ort zeigt dies immer wieder. Auch den regionalen Gesichtspunkten mitten im deutschen Winter muss Rechnung getragen werden.

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Die Kaderplanung

2007-02-09-neukirchen-cross-macht-lust-auf-mehrWill man den Crosslauf wirklich erfolgreich voranbringen, braucht man einen ähnlich dem Berglauf-Kader zu schaffenden Cross -Kader, der nach modernen didaktischen und methodischen Grundsätzen der Trainingslehre zielorientiert in Richtung der zu erfüllenden Aufgaben geführt wird. Gleichzeitig ist ein solches Vorgehen  als ein zentrales Mittel des Langstrecken-Wintertrainings anzusehen. Grundlage dazu könnte schon ein Athleten/Innen Screening bei den diesjährigen deutschen Crossmeisterschaften sein. Wer kommt in Frage, wer würde die Planung mittragen, wer kann sich mit solchen Zielen identifizieren?

Bestehende Laufkader-Athleten/Innen und ihre Trainer sollten frühzeitig entscheiden, welchen Weg sie in der VP1 (September bis Ende März) gehen wollen, spätestens aber unmittelbar vor Beginn des Wintertrainings.Ein bisschen Cross, ein bisschen Halle, garniert noch mit dem einen oder anderen Straßenlauf erschwert die Systematik im langfristigen Aufbau und zieht oft auch eine instabile Saison nach sich. Um dem neuen Konstrukt Gewicht zu verleihen, sollten Nominierungen für internationale Einsätze ausschließlich aus dem Spezialkaderpotential erfolgen. Es gibt keinen Sinn, Athleten/Innen, die sich gezielt auf eine Cross-WM bzw. die nationalen Titelkämpfe im Frühjahr vorbereiten, Ende November durch den Vorzug gerade mal gut in Form befindlicher Athleten/Innen aus anderen Spezialkadern (z.B. Hallen-Kader) zu düpieren, selbst dann nicht, wenn das Niveau der nominierten Mannschaft dadurch „wahrscheinlich“ steigen würde.  Das Ziel muss also sein: ein neues Konzept als Basis für eine neue Leistungsstärke im Langstreckenlauf.
Die zu beobachtende Praxis, vor allem auch jugendliche Talente adhoc für internationale Einsätze zu nominieren, ohne zuvor genügend Einfluss auf  deren Vorbereitung ausgeübt zu haben, sie dann durch Cross-EM, Hallensaison mit Länderkampfeinsatz, Cross-Challenge, Cross-DM und einer verkürzten Frühjahrs-Vorbereitung zu jagen, mag kurzfristig von den Entwicklungsschüben der Youngster abgefangen werden können,  für einen langfristigen Aufbau in Richtung Hochleistungsalter aber sind sie Gift.
Die Aufnahmen in die jeweiligen neuen Kader (Kadergruppe 1 , Kadergruppe Cross o.ä. ) könnten so auch frühzeitig flexibler gehandhabt werden, d.h. Aufnahme in Abhängigkeit vom trainingsmethodischen Konzept für das neue Jahr.

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Die Kadermaßnahmen

Die aus einer solchen Kaderplanung entstandenen Kadergruppierungen lassen eine weit höhere Effizienz der Trainingsmaßnahmen zu. Nach dem bisherigen Modell ist es in VP1 durchaus möglich, das Athlet/In 1 aus dem Hindernis  -Kader eine Hallenvorbereitung wählt, Athlet/In 2 aber die Crossvorbereitung favorisiert. Wer was wann wie macht blieb bisher Individualentscheidung. Das hier vorgeschlagene Modell zielt auf eine gruppendynamische, gezielte Langstreckenvorbereitung über einen Crosswinter, über eine stärker gemeinsame Vorbereitung der Athleten/Innen im Team, mit dem Ziel der Erhöhung des Entwicklungstempos der Langstreckendisziplinen auf der Bahn.

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Gemeinsame Trainingsmaßnahmen scheinen Ende Oktober/Anfang November (mit ärztlicher Grunduntersuchung und 1. Leistunsdiagnostik) im Umfang von einer Woche und Ende Dezember/Anfang Januar im Umfang von 2 Wochen angebracht. Eine weitere dritte Maßnahme ist dann nötig, wenn sich Teams für die Cross-WM qualifizieren (Zeitpunkt: unmittelbar nach  der DM in einer kleinen UWV zur WM, einwöchig)

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Die Finanzierung

Dies alles muss natürlich bezahlt werden. Von der Betrachtung ausgeschlossen ist dabei die Finanzierung des eigentlichen Cross-Events, den Meisterschaften bzw. der Challenge oder der Cross-Cup-Veranstaltungen. Dies ist ein eigenes Thema zur gesonderten Diskussion. Fakt zu sein scheint, dass nach Worten des Crossbeauftragten Wilfried Raatz zumindest die Richtung Challenge und der  Cross-Cup große Fortschritte gemacht werden. Das auch Meisterschaften mit hohem Qualitätsanspruch finanziert werden können, haben in jüngster Zeit die Beispiele Darmstadt und Regensburg gezeigt. Die Frage nach der Finanzierung des Cross - Kaders, der Trainingsmaßnahmen und der Wettkampfeinsätze soll hier aber schon eine zentrale Rolle spielen. Deshalb wollen auch wir einen Plan aufstellen, wie in Sachen Crosslauf Geld flüssig gemacht werden könnte. Die Mittel sollten aus vier Bereichen rekrutiert werden:

  • Verbandseigenmittel
  • Individuelle Eigenmittel der Athleten/Innen
  • Fördergelder
  • Sponsoring

Verbandseigenmittel
Verbandseigenmittel sind zweifelsfrei vorhanden (Trainingsmaßnahmen, Wettkampfeinsätze), sollten aber flexibel und sinnvoll gebündelt werden. Ein eigenes Budget entsprechend der in Frage kommenden Sportler könnte aus den verschiedenen Disziplin-Kadermitteln (Langstrecke, Hindernis, Marathon) entstehen.

Individuelle Eigenmittel der Athleten/Innen
Gelingt es, die in Frage kommenden Athleten/Innen vom Sinn des anzustrebenden Cross-Kaders zu überzeugen, wird man  auch etwas in deren Umfeld Mittelressourcen (Verein, Verband) freischaufeln können. Die individuelle Einzelbetrachtung wird hier eine große Rolle spielen. Wer ein Ziel sieht, das sich lohnt, der investiert auch!

Fördergelder
Bei Vorlage von plausiblen, erfolgsorientierten Konzepten gibt es immer wieder Institutionen (z.B. „Freunde der Leichtathletik“) die geplantes, sinnvolles Vorgehen mit nicht unbeträchtlichen Fördermitteln unterstützen. Die Arbeit kann hier mühsam, oft aber auch lohnend sein. Anträge auf diesem Gebiet brauchen allerdings eine längere Vorlaufzeit, weil nicht selten Wettbewerbscharakter mit Terminen vorliegt.

Sponsoring
Sponsoring braucht ein Marketingkonzept. Was vermarktbar ist, muss für den potentiellen Sponsor klar ersichtlich sein. Dies erfordert eine fachspezifische Vorarbeit, verbunden mit neuen Ideen. Ein „Crosskalender“, ein Internetportal „Crosslauf“ gibt Raum und Möglichkeit für die Darstellung des/der Sponsor(en)s, ganz abgesehen davon, dass Publikationen eine zusätzliche Imagewerbung fürs eigene Produkt oder Projekt sind.(DLV-Sponsoren) Wichtig dabei ist, dass der Gewinn zu hundert Prozent dem Projekt zufließt.
Apropos investieren! Die derzeit alles bestimmende Frage zu diesem Bereich bleibt: Was lässt der DLV-Ausrüstervertrag bei solchen Sub-Unternehmen überhaupt zu. Hier lag wohl die Gewinnorientierung näher als eine optimale Grundlage für sinnvolles Investieren in die Leistungsentwicklung zu schaffen.
Zwei Möglichkeiten bleiben da: Der Verband erkennt seine für viele kleinere DLV-Events knebelnde Vertragswirkung und macht von sich aus Investitionssummen für Projekte frei oder er lagert diese Projekte aus (wie bei der Cross-Challenge) und macht damit den Weg frei für andere Ausrüster. Zumindest müssen hier schnellstmöglich neue praxisorientierte Wege freigemacht und vor allem für die Leistungsentwicklung hilfreich investiert werden.

Der Personalaufwand

Detlef UhlemannVom Bundestrainer zu verlangen, all diese Dinge zu leiten und zu initiieren, wäre sicher zu viel verlangt. Das Projekt braucht einen Führungsstab. Bruchstäbe davon sind vorhanden. Da ist der Crossbeauftragte des DLV. Ihn zum Cross-Direktor zu machen, würde schon vom Namen deutlich zeigen, dass er nicht mehr der Handlager des immer mehr bremsenden Verbandsrates ist, sondern ähnlich wie Thomas Pfüller im Skiverband voll verantwortlich und weisungsbefugt für das Gesamtunternehmen Crosslauf in Deutschland ist. Schnittstelle zum Verband sollte der zuständige Bundestrainer (derzeit Detlef Uhlemann) sein, über dessen Person der Verband ein Vetorecht für jegliche Maßnahmen hat. Dazu müsste sich ein Marketing-Spezialist gesellen, der die Verbindung zu den Geldquellen aufnimmt, die Dinge dort mit der DLP abgleicht und vor allem schnell und gezielt handeln kann. Nachdem der Crosskalender so wie so schon in den erfahrenen Händen des bisherigen Crossbeauftragten liegt, eine Internetadresse „Crosslauf“ bereits existiert und mit einer geschickten Verhandlungstaktik durchaus mit ins Boot gezogen werden könnte, scheint es um das Unternehmen gar nicht so schlecht zu stehen.

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Es liegt daher ganz allein am Verbandsrat selbst,  den  „Crosslauf“ schnell  schlagkräftig zu machen. Er muss nur endlich die vielen bremsenden Waggons aus den eigenen Reihen, den Landesverbänden und den anderen Vereinigungen abkoppeln. Ein schlankes Management ist schneller, schlagkräftiger und fachkompetenter. Über ein Vetorecht behält sich der DLV  zu jeder Zeit die Kontrolle vor.

Fotos: Susi Lutz (Schröder-Foto), Cross-DM05 Start (Kiefner-Foto), DLV-Team U23 (Gantenberg-Foto), Detlef Uhlemann (Kiefner-Foto)