Trainingspraxis: Ernährung ist Teil des Belastungsprozesses

Komplexe Ernährung ist für Leistungs- und Hochleistungstraining Lauf / Gehen wichtig

2007-11-20-die-ernaehrungspyramide20. November 2007 (Pöhlitz) - Unterversorgung, einseitige Mangelernährung oder Extreme behindern oft die Umsetzung auch ordentlicher Trainingsbelastungen in den erwarteten Leistungsfortschritt. Wenn dem Körper der erhöhte Bedarf an Mikronährstoffen, an Mineralien, Vitaminen, Aminosäuren, Eisen usw. nicht zur Verfügung steht, reagiert er mit Müdigkeit, verzögerter Regeneration und Stagnation in der Leistungsentwicklung. Mit der Ernährungspyramide soll darauf hingewiesen werden, dass für Läufer und Geher eine möglichst optimale, bewusste Ernährung – mit den angegebenen Kohlenhydrat – Fett – Eiweiß – Proportionen – neben dem Training, die wichtigste Voraussetzung auf dem Weg zur neuen persönlichen Bestleistung ist. Außerdem kann man durch eine ausreichende Kalorienversorgung über eine gesunde Mischkost viele €uro für zusätzliche Pillen sparen.

Ernährungspyramide

Foto: Mischkost (Ziegler-Foto)

Ein starker Körper braucht auch eine starke Psyche

Wenn die Beine weich werden und das Ziel verloren geht - Teil 1

 

2007-11-24-mentaltraining-teil124. November 2007 (Ring) - Treten bei heranwachsenden Athleten/Innen Probleme in der Leistungsentwicklung auf, werden die Ursachen meistens in der Trainingsarbeit gesucht. „Der ist ausgebrannt, der hat in jungen Jahren zuviel oder zu hart trainiert, der hatte den falschen Trainer“, sind oberflächliche, extrem vereinfachte Vermutungen. Tatsächlich kristallisiert sich in den meisten Fällen ganz einfach die Nichteignung für den Leistungssport heraus, in vielen Fällen auch die mentale Eingung betreffend, was in der Umgangssprache gerne als „Kopf“ bezeichnet wird. In diesem Artikel geht es im weitesten Sinn um diese, dem Leistungsgedanken zuträgliche „Kopfarbeit“.

Jeder Leistungssportler braucht eine klare ABC-Analyse seines Tuns

Gezieltes Handeln setzt eine Ordnung des eigenen Willens voraus. Wo will ich hin, was will ich erreichen. Die Fähigkeit „sein Ziel zu verfolgen“ muss einem Leistungssportler gegeben sein. Es gibt die Theorie, dass glückliche, aber auch erfolgreiche Menschen nur zwei Bereiche in den Mittelpunkt stellen sollten, die für sie höchste Priorität haben. Ansonsten besteht die Gefahr des Verzettelns, verbunden mit einer unweigerlichen Verflachung des Tuns. In der allgemein bekannten ABC-Analyse des Handelns ist diesen Bereichen ein klares „A“ zuzuweisen. Untergeordnet mag der Mensch noch drei Nebenschauplätze bedienen können (Kategorie B), alles andere muss der Kategorie „C“ zugeordnet werden.
In einer freiheitlich demokratischen Grundordnung hat jeder Mensch nun die Freiheit, nicht alles tun zu können, sondern sich seine beiden „A’s“ auszusuchen, was auf dem Papier nach großer Wahl aussieht, in Wirklichkeit für heranwachsende Leistungssportler eine ganz enge Kiste ist, denn ein „A“ ist in der Regel durch die Schulausbildung fest belegt. Das andere eben durch den Leistungssport. Weitere möglichen Ziele wie „zwischenmenschliche Beziehungen – Liebe, Freundschaft und Geselligkeit“ oder „Hobbys“ müssen dem zwangsläufig untergeordnet werden.
Vertiefend muss festgehalten werden, dass die beiden „A“ zwar rational gesehen dieselbe Priorität genießen (sollen), emotionell die intrinsische Motivation in Sachen Schule/Lernen in vielen Fällen nicht so hoch ausgeprägt ist. Die Folge davon ist ein sehr schlechtes Abarbeiten der so genannten ABC-Analyse, d.h. das unangenehm Wichtige des Lernens wird gerne nach hinten geschoben, dort, wo die körperliche und geistige Ermüdung am höchsten ist. Deshalb nützt den jungen Athleten/Innen die Erkenntnis über die ABC-Kategorien wenig, wenn sie über ein schlechtes Ordnungssystem verfügen.

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Leistungssportler tanzen aus der Reihe

Pflicht und Vergnügen sind für den Menschen wichtige Begriffe. Zum Pflichtbereich gehören neben den existentiellen Bereichen wie Broterwerb und Gesundhaltung auch das sich „in die eigene Pflicht“ nehmen, um ein sich selbst gestelltes Ziel plangerecht zu erreichen. Das widerspricht natürlich völlig der derzeit vorherrschenden Lust- und Feierstimmung unserer Gesellschaft in Richtung Freizeitgestaltung. Leistungssport bedeutet aber Askese, also vordergründig auch spontanen Lustgewinn und Hinkehr zur geordneten Arbeit. Kai Scholz schreibt dazu in Leichtathletiktraining 7/07 – Seite 36/37: „Anders geartetes Verhalten allgemein und somit auch diese Abkehr von der fortwährenden schnellstmöglichen Realisierung von „aufwandlosem Spaß”, also letztlich das leistungssportliche Verhalten und Denken wirken oft auf andere uncool. Die anderen vergessen dabei, dass Spaß, Glück und Erfüllung für jeden etwas anderes sind!“
Der Mut zum Anderssein fehlt vielen Menschen. Das „Aus der Reihe tanzen“ ist nicht jedermanns Sache, zumal der zeitaufwändige Leistungssport durchaus „Freunde fressen“ kann, weil die Zeit zum entspannten, ungeplanten Miteinander oft fehlt. Der Mangel an „sozialen“ Bedürfnissen, gerade bei jungen heranwachsenden Teens, wird von vielen jungen, ehrgeizigen Trainern oft übersehen, als nicht wichtig erachtet und dem Erfolgsstreben geopfert. Eine genaue Analyse der wichtigen Athletenumfeldfaktoren ist in dieser Richtung von ganz großer Bedeutung. Eine soziale Vereinsamung junger Leistungssportler auf Grund fehlender Zeiträume für deren Pflege kann entstehen und beginnt in aller Regel schleichend. Ein Thema, über das nachgedacht werden muss. Besonders gefährdet in dieser Beziehung sind Kleinvereinssysteme und Eltern-Trainingsbeziehungen.

Leistungssport ist zielorientiertes Verhalten

Voraussetzung für diesen „Freizeitstress“ muss eine intrinsische Motivation sein, ein Wille zum Handeln, der aus der/dem Athleten/In selbst heraus kommt, sozusagen die Bereitschaft zum „Schinden“ immer mit dem festen Auge auf das Einmalige der Zielsetzung. Hohe Ziel angehen heißt, gewohnte Wege zu verlassen. Körper und Geist brauchen Reize, die über das Normale hinausgehen. Was hilft, ist der naturgegebene Endorphinausstoß in solchen Fällen. Schinden kann also durchaus trotz Muskelkater, totaler Erschöpfung und Ausgrenzung seiner Möglichkeiten Glücksgefühle erzeugen.

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2007-11-24-mentaltraining-teil1Soweit so gut, solange der/die junge Athlet/In überhaupt die Chance bekommt, eigene Ziele zu formulieren. Häufig steht ein „erfahrener“ Trainer im Hintergrund, der weniger fragt „willst du das?“ sondern fordernd motiviert „du kannst das erreichen“. Die Balance zwischen der noch unerfahrenen Zielsetzung junger Athleten und des professionell ausgeloteten Trainerziels ist oft schwer auszutarieren, Motivationsschwankungen, die beim durchaus möglichen Nichterreichen eines Jahresziels fatale Folgen haben können, sind nicht selten. Der sich stets verändernden, oft schwankenden Psyche des jungen Leistungssportlers das Ohr zu leihen, lohnt sich allemal, das Hinzuziehen eines Fachmanns in Form eines sportpsycholgisch geschulten Beraters wäre dann schon professionell.

 

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Ähnlich verhält es sich mit der Anerkennung. In der polarisierten Stellung deines Tuns (nur wenige sind in der Lage Ähnliches zu leisten), kann nur selten mit herzlicher Zuneigung, vielmehr leider oft mit Kleingeistigkeit und Neid gerechnet werden. Für die eigene psychisch ausgeglichene, weil dann erheblich leistungsfördernde Verfassung ist ebenfalls anzuraten, aufkommende Neidgedanken gegenüber vermeintlich Erfolgreichere mit einer ehrlichen Anerkennung der Leistung jener zu ersetzen.
Sozialkontakte in der Leistungssportgruppe sind zum Miteinander und nicht zum Gegeneinander zu nutzen. Alles andere zieht nur noch weiter runter, wenn eins der unvermeidlichen Tiefs erreicht ist, die Trainer als Entwicklungsplateau bezeichnen. Fallen diese Plateaus oft recht dramatisch aus (gerade Mädchen sind dafür prädestiniert) kann es durchaus auch zum Leistungsrückschritt kommen. Ziele sind dann individuell neu zu formulieren, den derzeitigen Bedingungen anzupassen. Der neidvolle Blick über die Schulter zur „normal“ weiterkommenden Trainingskollegin hilft nicht weiter, damit lösen sich individuelle Problem auch nicht. Im Gegenteil, alles läuft nur noch schlechter, weil so ein Verhalten zur unweigerlichen Isolierung in der Gruppe führt.

Leistungssport ist in der Entwicklungsstufe (Jugendaufbautraining, Anschlusstraining) als leistungsorientierter Sport zu sehen, weil hier der „Sieg“ allein nicht zählen darf, oft im kurzfristigen Denken der langfristigen Entwicklung deutlich im Weg steht. Die Leistungsstärke des Nachwuchsjahrganges, die eigene Talentierung und somit Entwicklungsfähigkeit, der jeweilige Entwicklungsstand und ein noch nicht optimalisiertes Umfeld sind Unwägbarkeiten, die noch kein klares Bild auf ein bestimmtes Leistungsziel zulassen.

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Fotos: © Theo Kiefner

Ein starker Körper braucht auch eine starke Psyche

Eigenverantwortlichkeit im Leistungssport - Teil 2

 

2007-11-27-mentaltraining-teil227. November 2007 (Ring) - Auch wenn dein Trainer Berater, elterlicher Freund, Motivator und Mädchen für alles ist, bleibt die letzte Verantwortlichkeit deines Handelns immer in deinen Händen. Dem Trainer blind vertrauen, ja oft sogar Probleme und Zeichen deines Körpers, die nur du fühlen kannst, zu verschweigen, ist falsch. Dein Trainer ist keineswegs dein Befehlshaber. Dein Coach, dem du vertraust, dem du aber auch einmal Inhalte aus wohl überlegten Gründen ablehnst, wird im Lauf der Jahre immer mehr zum Partner werden, sofern du ihm ein menschliches Feedback gibst und dich nicht nur „unterwirfst“. Ein guter Coach wird immer den mündigen Athleten/In zu formen versuchen, letztendlich bist du später im großen Rund eines Meisterschaftsstadions auch weitgehend allein. Kai Scholz drückt das in Leichtathletiktraining 7/07 – Seite 38 so aus: Die Erfahrung zeigt sogar, dass Du erfolgreicher sein wirst, wenn Du einem „schlechten Trainer” vertraust, als an einem guten Trainer zweifelst. — Im Idealfall vertraust Du natürlich einem guten Trainer. Und nicht vergessen: Auch wenn Dein Trainer noch so viel Erfahrung und Wissen hat, kann er nie in jeder Situation die richtigen Entscheidungen treffen. Vieles ist häufig „Versuch und Irrtum”, aber Ihr werdet gemeinsam wachsen.

Eingefahrene Wege verlassen

Jörg Löhr, ehemaliger Handballnationaltrainer und jetzt erfolgreicher personal coach drückt das so aus: Menschen bewegen sich gerne in einer gewohnten Eihülle, selbst dann, wenn sie Unzufriedenheitsfaktoren aufweisen. Diese zu verlassen erzeugt zunächst die Angst, sich in unbekannte Gefilde zu begeben und dort vielleicht hilflos zu sein. Außerdem tut’s weh, weil neues Handeln das Ersetzen alter „Strickmuster“ erfordert. Will man also etwas verändern, muss man zwangsläufig sein bisheriges Verhalten ändern. Hilfreich und ratsam ist so ein Gedanke, wenn das eigene System für die möglichen individuellen Ziele sich als nicht mehr tragfähig erweist, oft der Fall im Übergang vom wohlbehüteten Jugendaufbautraining im kleinen Verein hin zum geforderten Anschlusstraining. Wer hier nicht den Schritt zu hochleistungserfahrenen Systemen macht, wird letztendlich erfolglos bleiben.

Für jüngere Athleten/Innen birgt jener Ansatz aber auch Gefahr. Nicht jede Formschwankung, nicht jedes schlechte Rennen ist dazu geeignet, den vertrauten Weg zu verlassen. Einen neuen Weg zu gehen, bedeutet immer, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben, mit einem Rüstzeug, das in vielen Fällen nicht ausreicht, den neuen Hindernissen gekonnt und sicher zu begegnen. In solchen Fällen ist Rat von mehreren, möglichst unabhängigen Kennern der Materie einzuholen.

Das Umfeld beeinflusst die Leistung im hohen Maße

„Vogel fliegt, Fisch Schwimmt und Läufer läuft“, dieser Satz von Emil Zatopek gibt immer noch preis, was viele denken. Wer als Läufer gut werden muss, muss einfach Kilometer in hoher Qualität schrubben. Für den Hochleistungssport ist allerdings ein wenig mehr notwendig. Umfeldfaktoren spielen eine überragende Rolle. Das geht beim hochleistungserfahrenen Physio an und endet vielleicht bei einer hochleistungssportgerechten Ernährung oder Unterbringung.

Das neue Stadion, die Halle mit der 200 m Rundbahn allein wird noch keine neuen Leistungssportler produzieren. Dahinter stehen immer Menschen, die ein großes Ziel vor Augen haben: Immer das Letzte aus sich herauszuholen. Ideal sind die Umfeldbedingungen erst, wenn sie dem Eigentlichen hundertprozentig dienen. So manche Klimaanlage in den modernen Hightech-Hallen kann gesundheitlich mehr Schaden anrichten als ein wohl dosiertes Training im klirrenden Frost eines Wintertages.

Unter optimalen Umfeld ist immer das speziell individuell optimale Umfeld zu verstehen. Da kann durchaus auch mal – für Läufer – die wohl temperierte Hallenrundbahn im Winter fehlen. Das heißt aber noch lange nicht, sich mit jedem Ungemach abzufinden nach dem Motto: „Das geht halt nicht, weil es nicht geht.“ Eine ruhige Überprüfung des Ist-Zustandes kann nie schaden im Hinblick auf die Ignoranten des oft Machbaren.

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Zur eigenen Verantwortung gehört auch das Management des „übrigen Lebens“

Ganz entscheidend für den erfolgreichen Leistungssportler sind die indirekten Einflussgrößen. Dazu gehört ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Dein Körpergewicht, Deine seelische und körperliche Gesundheit, einen aktiven Umgang mit Verletzungen, ausreichende Regeneration vor Hauptwettkämpfen usw.! Schon oft wurde ein unglaublicher Trainingsfleiß von manchen Athleten durch ungenügende Aufmerksamkeit in diesem Bereich zunichte gemacht.

Der richtige Umgang mit Verletzungen

2007-11-27-mentaltraining-teil2Verletzungen sind keine extraordinäre Bestrafung nur für dich. Verletzungen gehören zum Leistungstraining. Wer an seine Grenzen will, muss ausgrenzen, auch körperlich. Das richtige Maß dafür zu finden, ist nicht immer leicht, schon gar nicht beim heranwachsenden Körper. Such dir dazu ein leistungssportliches Umfeld, das mit diesen Problemen umgehen kann. Die werden dich dann sicher bei der Hand nehmen. Verletzt sein heißt noch lange nicht, alle Aktivitäten einstellen zu müssen. Nimm den Störfall als (überwindbaren) Teil deiner leistungssportlichen Entwicklung an. Nicht das Ziel ändert sich, sondern nur der Weg dorthin. Erfahrene Sportmediziner werden dir ganz schnell den Weg zeigen. Es gibt Fälle, bei denen es Mediziner geschafft haben, den Athleten auch während der Verletzung psychisch auf „optimistisch nach vorne schauend“ zu halten. Nur wer sich fallen lässt, also aufgibt, fällt wirklich. Eines bleibt dennoch unverrückbar: Jede Verletzung hat seine Heilungszeitdauer, die kann im Regelfall auch vom besten Sportmediziner nicht verkürzt werden. Verletzungen in der ersten Vorbereitungsperiode berechtigen noch lange nicht zur Aufgabe der Ziele für den Sommer.

Achte auf eine ausreichende Regeneration!

Es gibt viele Athleten, die in den Trainingsphasen ihre Möglichkeiten nicht ausreizen, aber auch einige, die all zu gerne übertreiben: Sehr trainingsfleißige Athleten, die häufig in der Phase unmittelbar vor einem Hauptwettkampf zu viel trainieren. Achte darauf, denn nur im ausgeruhten Zustand kannst Du Deine Leistung bringen! Die Regenerationsphase aber unmittelbar vor dem wichtigen Wettkampf anzusetzen, hieße ebenfalls den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Das Hochleistungssystem muss auch vor dem entscheidenden Wettkampf hochgefahren bleiben oder eben unmittelbar vorher wieder hochgefahren werden. Vor einer in der Seniorenklasse zur Unart gewordenen Vorgangsweise sei auch gewarnt. Die als Hauptregenerationszeit vorgesehene Urlaubs- oder Ferienzeit ist kein idealer Zeitpunkt für ein Trainingslager. Irgendwann im Jahr muss der Körper einmal raus aus dem Leistungsstress.

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Gewinner sind selten Trainingsweltmeister

Die ständige Suche nach der Höchstleistung macht unsicher. Kann ich die Prognose überhaupt erfüllen, schaffe ich das Ziel! Die Verführung, die vermisste Sicherheit und das fehlende Vertrauen in seine eigene Leistungsfähigkeit durch ständige Höchstleistungen im Training aufzuwerten, ist gerade bei Heranwachsenden sehr groß. Es kommt nicht selten zur Überreizung der noch fragilen Systeme und zu einem deutlichen Missverhältnis von Trainingswerten zu Wettkampfergebnissen. Das richtige Verhältnis kann in aller Regel nur der erfahrene Trainer einschätzen. Dies ist im Übrigen eine Kunst für sich, weil die Einflussgrößen auf Wettkämpfe vielfältiger, aber nicht immer leistungsfördernder Natur (Taktik, Witterung usw.) sind.

Die ständige Suche nach Gründen, warum die eigenen Erwartungen nicht ganz eingetreten sind, helfen nicht weiter. Es gibt selten Wettkämpfe, wo alle idealen Bedingungen zusammentreffen. In diesem Zusammenhang sei auch gesagt, dass der Sieg viel wichtiger ist, als die erzielte Zeit. Sicher hilft das allen Geschlagenen nicht weiter, vor allem denen nicht, die sich in der Unendlichkeit des Mittelfeldes wiederfinden. Doch auch denen sei gesagt: Jeder unmittelbar von dir niedergerungene Mitkonkurrent ist mehr wert, als die später am Papier stehenden ein paar Zehntel weniger in deiner Gesamtzeit. Noch eins: Wer seine Ängste vor der grenzwertigen Belastungen vor dem Trainer verbirgt, dem kann auch nicht geholfen werden.

Kai Scholz hat hier einen interessanten Vorschlag:

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Zum Schluss mag festgehalten werden, dass jedes leistungsgerichtete Handeln stets neu überdacht werden muss, weil sich die begleitenden Umstände ständig ändern. In der Analyse muss im Misserfolg nicht nur das Schlechte und im Erfolg nicht nur der Königsweg gesehen werden. Das Vorgehen muss dem Standard moderner Trainingsmethodik standhalten können. Eingeschlagene Handlungsweisen sind keine Geheimrezepte sondern sollen immer auf ihren Zweck hin erklärt werden. Es gibt kein „Wunderprogramm“ im Training. Jedes angewandte Trainingsmittel beinhaltet eine Zielsetzung. Lediglich die richtige Dosierung der Reize mag eine ganz besondere Fähigkeit guter Trainer sein.

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Zwei erfolgreiche amerikanischer Basketballtrainer sehen das so:

„Harte Arbeit garantiert nichts, aber ohne sie bist Du verloren!” (Chuk Daly)

und John Wooden stellt fest, dass das Bestreben, in Training und Wettkampf alles zu geben, mehr wert ist, als das Ergebnis, also Sieg oder Niederlage:

„Erfolg ist die innere Ruhe, die sich direkt herleitet aus der Zufriedenheit zu wissen, Du hast alles getan, was irgend möglich war, um das Beste aus Dir zu machen”. (Zitat gefunden bei Kai Scholz in Leichtathletik Training 07/Ausgabe Nummer 7)

Fotos: © Theo Kiefner

Ohne Enzyme gäbe es kein Leben

Der Mensch ist nur so leistungsfähig wie seine Enzyme

2007-12-04-enzyme04. Dezember 2007 (Holzheu-Riedel) - Jeder Mensch besitzt eine Unmenge an Enzymen, die in jedem Augenblick seines Lebens für ihn tätig werden. Mehr als 6000 verschiedene Enzyme wurden bereits entdeckt. Jedes einzelne davon hat eine einzige Aufgabe im Organismus und erledigt diese mit einer kaum vorstellbar großen Leistungsfähigkeit und Perfektion.

Enzyme ermöglichen und steuern alle Stoffwechselvorgänge im Organismus, sorgen so als einer der wichtigsten Bausteine unseres Lebens für einen gesunden und widerstandsfähigen Körper. Viele der biochemischen Prozesse würden unter den im Körper herrschenden Normalbedingungen (Temperaturbereich 37 Grad Celsius, pH-Wert, Druck etc.) in lebenden Zellen nicht oder nur sehr langsam ablaufen, erst durch die Funktion der Enzyme als Biokatalysatoren werden diese möglich. Die Enzyme erhöhen die Geschwindigkeit der chemischen Reaktion, ohne dabei selbst verändert zu werden.

2007-12-04-enzymeEnzyme bestehen meist aus Aminosäuren. Einige brauchen für ihre Arbeit ein Co-Enzym (z.B. Metall-Ionen, Vitamine etc.). In der systemischen Enzymtherapie werden eiweißspaltende Enzyme (= Hydrolasen wie Papain aus der Papaya), Bromelain (aus dem Strunk der Ananas) und Bauchspeicheldrüsen-Enzyme (Pankreatin = Komplex aus eiweiß-, kohlenhydrat- und fettspaltenden Enzymen) mit Bioflavonoiden (z.B. Rutin aus dem Buchweizen) und Vitaminen kombiniert.

Eine Fülle von Aufgaben übernehmen die Enzyme, um die Lebens- und Selbstheilungskräfte auf höchstem Niveau aktiv zu halten. Dabei entfalten sie ausschliesslich positive Wirkungen. Nur einige Beispiele:

  • sie wirken entzündungshemmend und abschwellend, da sie Zellbruchstücke und Entzündungsmediatoren abbauen,
  • sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, da sie die Verformbarkeit der Erythrozyten erhöhen, die Zusammenlagerung der Thrombozyten hemmen und die fibrinauflösende Aktivität im Blut erhöhen,
  • sie unterstützen den Abbau pathogener Immunkomplexe (Entgiftung) indem sie die Phagozytoseleistung (Aufnahme und Vernichtung von Krankheitserregern) steigern,
  • sie erhöhen die Gewebedurchlässigkeit für Antibiotika (damit höhere Wirkstoff-Konzentration am „Brennpunkt“),
  • sie beschleunigen die Heilung da sie die Reinigung des schadhaften Gewebes unterstützen, die Durchblutung fördern und gewebeaufbauende Fibroblasten stimulieren

und, und, und...

2007-12-04-enzymeNachdem Sportler sowieso einem höheren Verletzungsrisiko unterliegen, ist es nicht verwunderlich, dass bei den Profisportlern Enzyme schon lange kein Geheimtipp mehr sind. Zwar können regelmäßige Enzym-Einnahmen keine Verletzungen verhindern, doch deren Ausmaß deutlich vermindern. Der Heilungsprozess wird durch eine ausreichende Enzym-Bereitstellung beschleunigt, so dass der Sportler schneller wieder fit wird und das Training rasch wieder aufnehmen kann. Prophylaktische Enzym-Einnahme ist sehr sinnvoll, um die langfristigen Auswirkungen der durch regelmäßige, teilweise harte Trainingseinheiten oder Wettkämpfe entstehenden Mikro-Verletzungen (z.B. kleine Muskelfibrillen-Risse wie beim Muskelkater) von vornherein auszubalancieren.

2007-12-04-enzymeEin anderer für Sportler wichtiger Punkt ist die hohe Krankheitsanfälligkeit, besonders die häufigen Erkältungsepisoden in der Herbst- und Wintersaison. Auch hier leisten Enzyme große Hilfe. Sie unterstützen das Immunsystem, indem sie die Abwehrzellen anregen, Erreger wie Bakterien, Pilze, Viren (z.B. Grippe- oder Herpesviren) zu vernichten. Bei einer Bronchitis oder Sinusitis helfen sie, die Schleimhaut abzuschwellen, verbessern gleichzeitig die Sauerstoff-Versorgung des Gewebes und fördern zudem den Lymphfluss, also die Stoffwechselaktivität – allesamt wichtige Komponenten zur Heilung.

Verstauchungen und Prellungen verursachen Wasseransammlungen im geschädigten Gewebe (sogenannte Ödeme), die durch Gabe von Enzymen schneller abschwellen, weil diese gleichzeitig eine Entzündungshemmung und eine Verbesserung der Fliesseigenschaften des Blutes bewirken. Durch das Bioflavonoid Rutin (aus Buchweizen) werden zusätzlich die Gefäßwände abgedichtet und verstärkt, so dass die Flüssigkeitsmenge im Gewebe verringert wird (wichtig auch bei Venenleiden).

2007-12-04-enzymeAber auch auf die Gelenke wirken bei Aktiven viel höhere Kräfte. Durch übermäßige Belastung oder andere schädigende Faktoren (Umknicken) kommt es auf Dauer zu einer Aufrauhung der Knorpeloberfläche. Der Abrieb bleibt im Gelenk liegen und reizt unter anderem die Gelenkschleimhaut, die anschwillt und sich entzündet. Der Knorpel wird nicht richtig ernährt. Die Muskulatur in der Umgebung ist meist verhärtet, es kommt zu typischen Schmerzen. Anfangs tritt meist Nachtschmerz und morgendlicher Anlaufschmerz auf, später kommt es dann zu Dauerschmerzen, am Ende steht die Bewegungsunfähigkeit (Arthrose).

Zur Therapie gehört dann die intensive krankengymnastische Betreuung des Patienten. Unterstützend verbessern Enzyme die Durchblutung, hemmen die Entzündung und fördern die Abheilung. Zusätzlich ist der Wiederaufbau der abgenutzten Strukturen um die Gelenkfläche oder Wirbel wünschenswert. Die geschädigte Knorpelstruktur kann mit standardisierten, mucopolysaccharidhaltigem Fischknorpelpulver, zusätzlichem Vitamin E und Selen erfolgreich wieder aufgebaut werden, wie wissenschaftliche Studien belegen. Die Wirkung der Supplementation tritt manchmal erst nach 2-4 Wochen ein, insgesamt ist allerdings eine umfassendere, 3-6monatige Kur sinnvoll.

Diese Kombination wird erfolgreich auch bei Gelenkrheumatismus eingesetzt. Unerlässlicher Anteil und entscheidender Positiv-Effekt der Enzyme bei Rheuma-Erkrankungen ist, entzündliche Schübe an Gelenken zu lindern und zu dämpfen.

Normalerweise produziert der gesunde Körper bei ausgewogener, gesunder Ernährung alle benötigten Enzyme in ausreichender Menge selbst und gleicht so einen Enzymmangel rechtzeitig aus. Ein erhöhter Enzymbedarf tritt zum Beispiel in Zeiten gesundheitlicher Beeinträchtigung oder Schwangerschaft, durch akute Verletzungen, intensiven Sport, ungesunde Ernährung, physischen und psychischen Stress und durch die nachlassende Stoffwechselleistung mit zunehmendem Alter irgendwann unweigerlich auf – vieles davon Situationen, die heutzutage leider oft schon zum Alltag gehören!

2007-12-04-enzymeUnterstützung der körpereigenen Wirkstoff-Produktion mittels Zugabe ideal zusammengestellter, hochreiner Natur-Präparate ist also nicht nur als wirksame Prophylaxe oder Akutmassnahme angezeigt, sondern bedenkenlos zur natürlichen Unterstützung der Selbstheilungskräfte und auch als effizientes „Anti-Aging“ einsetzbar.

Die Anwendung ist auch langfristig ungefährlich, denn es ist keine Überdosierung möglich und es sind keinerlei Negativ-Effekte zu befürchten. Daher können sogar Kinder jeden Alters und natürlich auch Tiere hohe Enzymdosen einnehmen und sehr gut vertragen.

Im Akutfall beginnt man eine Enzymbehandlung mit einer relativ hohen Initialdosis (Stoßtherapie z.B. 3x7 Dragees pro Tag für 2-3 Wochen), die schrittweise auf eine individuelle Erhaltungsdosis (z.B. 3x3-5 Dragees pro Tag) reduziert wird. Auf Magensaftresistenz und eine Einnahme 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach den Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit muss geachtet werden, da sonst die empfindlichen Enzyme von der Magensäure zerstört werden.

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Der Vorteil der systemischen Enzymtherapie im Sport-, Hochleistungs- und Olympionikenbereich ist, dass die Betroffenen mit Hilfe der Natur erfolgreich und effizient behandelt werden können, ohne dabei ein Dopingrisiko einzugehen!

 


Verfasser: Josef Holzheu-Riedel, Offizin-Apotheker und Geschäftsführer der Firma nutritect GmbH, erreichbar unter

Literatur:

  • Dr. Ingeborg Cernai, Dr. Josef Cernai: Gesund und schön durch Enzyme (1995)
  • Karsch T & E: Sport und Medizin Jahrgang 9 Heft 5, 260-261, 1997
  • M. Marshall et al.: Wirksamkeit und Verträglichkeit einer oralen Enzymtherapie bei der schmerzhaften akuten Thrombophlebitis superficialis; Phlebologie 2001; 30; 36-43
  • E. Muntschler: Arzeimittelwirkungen – Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie 8. Auflage
  • www.mucos.de
  • H. Wrba, M.-W. Kleine, K. Michlke, F-W. Dittmar, R.E. Weissenbacher:
    Systemische Enzymtherapie, aktueller Stand und Fortschritte, 1996

Trainer sollen trainieren, Funktionäre funktionieren

Trainer und Athleten brauchen dringend „Hilfen“

 

2007-12-23-trainer-sollen-trainieren-funktionaere-funktionieren-teil123. Dezember 2007 (Pöhlitz) - Im Vorfeld der Nominierung für die Olympischen Spiele und im Nachgang zu den Weltmeisterschaften 2007 wird allerorts in den Medien die zu geringe internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Athleten und die mangelnde Präsenz bei den großen Leichtathletik-Events des Sommers kritisiert. In vielen Disziplinen bekommen unsere Athleten derzeit dort nicht einmal einen Startplatz. Der Baustellen gibt es viele. Die Arme von Trainern und Athleten sind aber zu kurz, um dies zu korrigieren.

Bei den letzten Weltmeisterschaften konnten vom DLV von 129 möglichen Startplätzen (ohne Staffeln) wegen mangelnder Leistungsfähigkeit nur 46 besetzt werden. Trotzdem waren die Ergebnisse von Osaka 2007 für den DLV erfreulich, ein dezenter Aufschwung, der hoffentlich zu einem positiven Ergebnis in Peking führt. Wenn aber für 83 Plätze keine Leistungsträger da sind, haben wir ein Problem. Die Vorbereitung auf die OS 2008 und die WM 2009 in Berlin ist im vollen Gange. Athleten und Trainer stehen in diesem Zusammenhang immer im Zentrum der Diskussion. In diesem Prozess müssten die Funktionäre mehr Verantwortung übernehmen.

Alle haben bei der Fußball-WM, Handball-WM und auch beim ISTAF 2007, beim Weltfinale in Stuttgart gesehen, unsere Zuschauer wollen Spitzenleistungen vor allem von unseren Athleten und ihren Kampf um den Sieg. Wir müssen zurück in die Medien, Leichtathletik muss wieder eine ständige Präsenz vor allem im Fernsehen erhalten. Im Vorfeld der WM 2009 ist das besonders wichtig.

Auch wenn die Leichtathletik-Coaching-Academy in erster Linie den Bereich Lauf / Gehen auf dem Weg aus dem Tal, sicher manchmal auch für den einen oder anderen ein wenig unbequem, aber hoffentlich hilfreich - unterstützt, Osaka hat gezeigt, dass es im DLV nicht nur diese Baustelle gibt. Deshalb bieten wir unsere Plattform auch allen anderen Disziplinen an, die sich den Weg wieder nach oben zum Ziel setzen. Wir suchen nach Reserven und Möglichkeiten, Ideen und Wegen, möchten anregen und motivieren, damit unsere Sportler auf breiter Front in die Leistungsspitze zurückkehren. Wir haben bewusst die Nische Leistungstraining gewählt, weil langjährige Erfahrung lehrt, dass man sich mit viel Arbeit und vor allem neuen Ansätzen aus einem Tief wieder nach oben arbeiten kann. Wir sind überzeugt, auch der Laufbereich kann wieder Anschluss an frühere Zeiten finden und es muss keiner mehr wegsehen. Was die Wirtschaft und einige andere Sportarten in Deutschland können, muss auch die Leichtathletik auf möglichst breiter Front schaffen, den Anschluss ans Weltniveau.

Damit unser Beitrag aber nicht zu falschen Schlussfolgerungen führt soll eingangs nochmals unterstrichen werden, dass selbstverständlich die Sportler gemeinsam mit ihren Trainern die Leistungen zu erarbeiten haben. Die Erfahrung ist:

wer im Vergleich zu den Weltbesten zu wenig „tut“ hat auch kein Recht auf deren Erfolge. Im Hochleistungssport zählt nur die erbrachte Leistung, nicht das wenn und aber und ich hätte ja eigentlich mehr gekonnt, wenn…

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Nachdem sich alle seit langem daran gewöhnt haben, die Ursachen für die vielen DLV-Leistungsschwachstellen immer wieder den Trainern und Athleten anzulasten, möchten wir heute einmal die Funktionäre in die Verantwortung mit einbinden:

die Funktionäre schaffen für Trainer und Athleten die Bedingungen und Voraussetzungen für Spitzenleistungen, dazu gehören auch die Leistungsstrukturen
     » das erfordert dass Funktionäre auch funktionieren.

Der Leistungs- und Hochleistungssport darf weder der Wirtschaft, wie es Runners-point Chef Daniel Kumelis gerne sehen würde, noch dem DLV-Verbandsrat mit all seinen Interessen und Lobbys überlassen werden. Der Hochleistungssport braucht eine eigenverantwortliche personell schmale, aber effektiv gestaltete Handlungsstruktur mit einem voll verantwortlichen Leistungssportdirektor an der Spitze. Die gegenwärtige internationale Präsenz der Leichtathletik ist das Ergebnis auch veralteter Strukturen.

In der Literatur, in Lexikas, im sportwissenschaftlichen Lexikon von Röthig findet man, was eigentlich Funktionär bedeutet. Haben Sie es gewusst:

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Leider treten dabei auch Differenzierungen in Funktionseliten und Leistungseliten (Machteliten) innerhalb der Funktionäre auf, bis zur Aussage: die ihre „Macht“ auch nutzen um die Leistungen anderer zu „missbrauchen“.

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In Kurzfassung: ein Funktionär soll…
seine Mitarbeiter durch Überzeugung, Freundlichkeit, Teamgeist, Vorbild gewinnen, motivieren, begeistern, anregen, muss organisieren, entscheiden, selbst gestalten, Vorgaben von oben umsetzen, selbständig denken, handeln und kreativ sein.
Dass sie Verantwortung übernehmen müssen macht Funktionären oft Angst, Angst etwas falsch zu machen, falsche Entscheidungen zu treffen. Da es sich in der Regel um Wahlfunktionen handelt sind sie oft nicht auf die Aufgabe genügend gut vorbereitet, mit der täglichen Praxis überfordert und viel zu sehr auf ihre Wiederwahl fokussiert. Deshalb passiert in vielen Fällen besser wenig oder nichts. Es fehlt an Ideen, Bewegung und Erkenntnissen, die in ihrem Verantwortungsbereich selbstständig in die Praxis umgesetzt werden müssten. Dafür könnte man sich das Wissen und den Erfahrungsreichtum der Mitarbeiter oder sogar der weiter oben zu nutze machen. Nein besser keine Schwächen zeigen, wer sich äußert könnte ja etwas Falsches sagen. Also bleibt´s besser beim „Alten“. Die Wiederwahl ist in der Regel mangels Konkurrenz auch so zu erwarten.
In Köln sagt ein Sprichwort: „es hat schon immer gut gegangen“!

Um die breite Palette der aktuellen Probleme nur anzudeuten möchten wir die Sorgen eines Vereinvorsitzenden einschieben, der kürzlich erzählte, dass in seine bereits gut funktionierende Kinderabteilung weitere Aufnahmen nicht möglich sind, weil keine Übungsleiter bzw. Trainer für diese Arbeit zu finden sind! „Der Ansturm ist gewaltig, wir könnten noch viele Kinder ins Training integrieren, die Eltern rennen uns die Bude ein, aber wir finden keine Trainer, dabei würden wir zunächst einmal gar nicht nach der Ausbildung fragen“.

Liebe Funktionäre: bitte denken Sie einmal darüber nach, wie wichtig gerade an der Basis die breit angelegte Grundlagenarbeit notwendig ist. Erarbeiten sie auch dafür ein Konzept für ganz Deutschland und handeln sie schnell. Wir haben nicht nur einen gewaltigen Bedarf an Talenten, sondern auch eine Mitverantwortung für die Gesundheit unserer Kinder. Bedenken Sie aber gleichzeitig, dass ein solches Konzept erst dann für die Leichtathletik vollständig ist, wenn es auch sichert, dass die Talente eines Tages oben ankommen. Die größte Schwachstelle liegt nach wie vor im Übergang so zwischen 17 – 20 Jahren. Noch eine Bitte, überlassen sie Kinder und Jugendliche im Leistungstraining nicht unausgebildeten Hobby-Trainern. Auch das ist ihre Verantwortung. In diesem Zusammenhang noch eine weitere Bitte:

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Bedenken sie vielleicht auch, dass Bewegung die Gesundheit fördert und mehr Sport zur Persönlichkeitsentwicklung einen wesentlichen Beitrag leistet. Das mit der Bildung (mit dem Geist) funktioniert vielleicht nicht richtig (Pisa-Studie), weil das mit dem gesunden, leistungsfähigen Körper an vielen Stellen hapert.

Unser Anliegen ist die Olympische Leichtathletik, die Disziplinen die bei den Olympischen Spielen auf dem Zeitplan stehen. Es geht uns um Voraussetzungen und Bedingungen für Trainer und Athleten, eben bei diesen Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften auf möglichst breiter Front erfolgreich zu sein und im Nachwuchsbereich dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Wissen allein reicht nicht. Auch resignieren bringt keine Veränderungen. Bei zu Vielen hat man das Gefühl, dass sie genau vor dieser Wand halt gemacht haben. Auch die Funktionäre in den Landesverbänden dürfen sich nicht länger der Verantwortung für den Leistungs- bzw. Nachwuchsleistungssport entziehen. Fortschritte setzen Veränderungen voraus.

Nachfolgende Aufgaben unterstreichen die Kompliziertheit des Weges bis zu Topleistungen. Aber ohne diese Voraussetzungen geht nichts!

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Bedingungen und Voraussetzungen für Spitzenleistungen im Lauf / Gehen und vielen anderen leichtathletischen Disziplinen:

  • Trainingszeit für 2 x tägliches Training +
  • Physiotherapie
  • Optimale Trainingsbedingungen, Trainingsstützpunkt, Partnertraining
  • Tägliche Trainerbegleitung durch qualifizierte, erfahrene Trainer
  • Optimaler Zugang zu sportmedizinischer und psychologischer Begleitung, Ernährungsberatung
  • Laktatsteuerung, Leistungsdiagnostik - regelmäßig
  • Wohnbedingungen, Verpflegung, Mobilität (Fahrzeug)
  • 4 - 5 Trainingslager im Jahr, davon 3 x 3-5 Wochen Höhentraining oder auch mehr
  • Sportlerfinanzierung, Aufwandsentschädigung (Unabhängigkeit), Reisekosten, Verdienstausfall
  • Ausreichende optimale Wettkampfteilnahme im In- und Ausland
  • Management zur Sicherung dieser Bedingungen

Um solche Voraussetzungen zu schaffen ist bei den derzeit allerorts mangelnden Finanzen eine Konzentration der Kräfte und Finanzen ein Ausweg, den wir favorisieren. Dies wären z.B. DLV - Trainingsstützpunkte für bestimmte Disziplinkonzentrationen. Das könnten auch Zentren z.B. für einen Umkreis ~100 km und mehr mit einer Infrastruktur sein, die auch den dualen Weg Studium/Beruf/Leistungssport möglich machen. Ohne solche Bedingungen geht es zukünftig nicht mehr. Ein einmal vierzehntägiges Stützpunkttraining nützt wenig. Die Besten könnten so in Disziplinbereichen regelmäßig gemeinsam trainieren, das Entwicklungstempo würde steigen. Was im Fußball geht, sollte auch in der Leichtathletik möglich sein. Dort kommt keiner auf die Idee, im Dorfverein Nationalspieler zu werden. In der Leichtathletik beanspruchen aber viele schmal ausgebaute Provinzsysteme für sich auch die Kompetenz der Ausbildung von Olympiateilnehmern. Die wichtigste Voraussetzung für eine solche Aufgabe wären fachlich kompetente, für den Leistungssport qualifizierte Diplom -Trainer oder Diplom-Sportlehrer vor Ort, mit dem baldigen Ziel hauptamtlich arbeitender Coaches. Das ist natürlich nicht an jedem Ort möglich wo sich ein Talent zeigt.