Optimismus, Leidenschaft, aufopferungsvolle Teamarbeit sind ein Weg (Teil 1)

Teil 1: Gedanken zum Ende der Saison 2006

 17. September 2006 (Pöhlitz) - Die Entwicklung der Leistungen und der Leistungsdichte in den Lauf- und Gehdisziplinen weltweit hat in den letzten Jahren so zugenommen, dass die Leistungserwartungen für die nächsten Jahre und der Abstand unserer Läufer und Geher zum Weltniveau intensivere Überlegungen für ein schnelleres Entwicklungstempo und eine höhere Wirksamkeit des Trainings erforderlich machen . Jan Fitschen und Ulrike Maisch haben sicher allen mit ihren Goldmedaillen bei der EM in Göteborg Mut gemacht und zugleich auch den Weg gezeigt. Herzliche Glückwünsche an die beiden Europameister, eine tolle Zwischenstation auf ihren weiteren Weg. Beide haben erklärt, sie wollen 2008 zu den Olympischen Spielen nach Peking. Wir würden uns wünschen, dass sie dort als Europameister Deutschland auch erfolgreich repräsentieren. Dafür muss alles auf ein höheres Niveau gebracht werden, d.h. über 10.000 m eine Leistungsfähigkeit aufzubauen, die es erlaubt mindestens eine Minute schneller zu sein! Aber die Zeit bis dahin ist für alle kurz, verdammt kurz!

Solch eine oder ähnliche Zielstellungen setzen eine neue Form der Zusammenarbeit der für das Ziel Olympia 2008 befähigten und bereiten Athleten und Trainer unter Führung der Bundestrainer – bei Begleitung durch Sportärzte / Physiologen und Physiotherapeuten – sozusagen als ein gemeinsames „Profi-Lauf-Geh-Team 2008/9“ und eine entsprechende Umfeldorganisation voraus. Eine psychologische Begleitung, vor allem zur Umsetzung der Trainingsleistungsfähigkeit in entsprechende Wettkampfleistungen ohne „Verluste“ bei wichtigen Wettkämpfen, ist bei Betrachtung der weiteren Ergebnisse bei der EM sicher sehr empfehlenswert.

Leidenschaft – Leistungswillen – Arbeitsbereitschaft – Selbstbewusstsein und der Glaube an die Möglichkeit neue Ziele etwas weiter oben realisieren zu können sind unabdingbare Voraussetzungen für den Erfolg. Ein Mentalitätswechsel wäre sicher dabei für den Einen oder Anderen hilfreich.

Rückt zusammen – bildet ein Team Gleichgesinnter, die alle 2008 in Peking ihre Fortschritte zeigen oder vielleicht bis dahin wenigsten den Anschluss nach oben geschafft haben wollen. Vielleicht bildet man zusätzlich eine 2. Vorbereitungsgruppe der „Jüngeren“, deren Zeit dann 2009 bei der WM in Berlin gekommen ist?

Läufer und Geher, Bundestrainer und Heimtrainer, Fitnesstrainer und Ärzte, nutzt die vielfältigsten Möglichkeiten, die Olympiastützpunkte, die Sportinstitute, neben der Höhe die Höhenkammern, die LV, den DLV, Sponsoren, alle die einen Beitrag leisten können! Alles Geld in einen Topf! Wir müssen wieder konkurrenzfähig sein wollen. Es gilt keine Zeit zu verlieren, vielleicht ist schon im November/ Dezember das erste TEAM -Höhentrainingslager der in Frage kommenden Läufer und Geher mit ihren Trainern möglich. Spätestens dort könnte eine gemeinsame Konzeption beraten und verabschiedet, neue wirksame Formen, aber auch die Bekannten gemeinsam geübt werden.

Qualitative Trainer- und Athletenfortbildung als ein Schlüssel auf dem Weg zum Weltniveau

16. September 2006 (Pöhlitz) - Noch bevor der Bundesvorstand Leistungssport im Deutschen Sportbund (jetzt DOSB) im Dezember letzten Jahres seine Trainer-Offensive für den deutschen Spitzensport verabschiedete, die auf eine nachhaltige Stärkung des Trainerberufs, seiner weiteren Qualifizierung und auf eine internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Athleten abzielt, waren wir mit dem Projekt Internetplattform Lauf/Gehen zur qualifizierten Trainer- und Athletenfortbildung bereits in der Planung.

Mit der Präsentation der ersten Beiträge freuen wir uns, dass wir in Übereinstimmung mit dem DOSB einen von drei Schwerpunkten der Trainer-Offensive getroffen haben: die Qualität der Trainerfortbildung für den Spitzensport schwerpunktmäßig zu verbessern. Unser Anliegen zielt zunächst in erster Linie auf die olympischen Lauf- und Gehdisziplinen und den angrenzenden, für die schnellen Läufe hilfreichen Sprintbereich bis 400 m. Dabei möchten wir gern die Maßnahmen und Aktivitäten des DLV und der LV auf diesem Gebiet unterstützen, verstärken oder auch vertiefen und nicht als ein Gegenpol zum Verband gesehen werden.

Wir glauben, dass im ersten Schritt einer solchen Trainer-Offensive die Qualifizierung der z.Zt. tätigen Trainer keinen weiteren Aufschub zulässt, weil das Tempo der Leistungsentwicklung und die Verdichtung in der Weltspitze im Lauf in den letzten Jahren sich nicht, wie eigentlich vor Jahren vermutet, verlangsamt hat. Die Kompetenz der Trainer bestimmt die Leistungsfähigkeit der Athleten und ist somit der Schlüssel für Erfolge. Deshalb hoffen wir vor allem durch praxisnahe Beiträge zur Optimalisierung des Theorie-Praxis-Transfers beizutragen und durch einen offenen Erfahrungsaustausch auf möglichst hohem Niveau das Trainer- und Sportlerwissen im Allgemeinen und die Handlungssicherheit auch von Trainern mit übergreifenden Aufgaben zu verbessern.

Ein besonderes Anliegen ist uns, das Nachwuchsleistungssport-Konzept 2012 des DOSB mit unseren Mitteln vor allem in Richtung Qualifizierung der Nachwuchstrainer/Innen zu unterstützen. Die Richtung entspricht dem Anliegen, von der Durchsetzung in der Praxis aber hängt ab ob die "Erfolge im Spitzensport, insbesondere Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften" auch zu erreichen sind. Die Wahrnehmung und Umsetzung der "Richtlinienkompetenz" des Spitzenverbandes in kooperativer Zusammenarbeit mit den Landesverbänden und Leistungsvereinen, wie sie im Konzept festgeschrieben ist, scheint weitere große Reserven auf dem angestrebten Weg, wieder nach oben, zu beinhalten. Die wichtigste Aufgabe zur Erreichung von Spitzenleistungen aber ist die Quantität und Qualität des Trainings und die Persönlichkeitsstruktur unserer Talente als Voraussetzung dafür, zu verbessern. Dafür sind möglichst zuerst die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Hilfreich wäre, wenn sich auch unsere Läufer/Innen und Geher/Innen intensiv mit den hier veröffentlichten Beiträgen beschäftigen würden.

Unsere neue Internetplattform sehen wir als eine der zusätzlichen, neuen Formen für eine Qualifizierungsoffensive, wie sie in diesem Konzept gefordert wird.

Bei den einzelnen Beiträgen ist natürlich zu differenzieren, welchen Ausbildungsbereichen die jeweiligen Inhalte zuzuordnen sind, damit nicht übersehen wird, ob es sich beispielsweise um Grundlagentraining, Jugend-Aufbautraining, Anschlusstraining oder Training im Hochleistungsalter handelt und nicht zur falschen Zeit die falschen Maßnahmen zu Misserfolgen führen.

von Lothar Pöhlitz

Optimismus, Leidenschaft, aufopferungsvolle Teamarbeit sind ein Weg (Teil 3)

Teil 3: Die Dopingproblematik ist die eine Sache – nationale Qualitätsrückstände aber eine andere

19. September 2006 (Pöhlitz) - Wir sollten nicht immer nur die Doping-Sau reiten, die gerade durch die Medien getrieben wird. Es gibt für uns erst einmal keine Ausrede, weil der Anschluss zum Weltniveau auch heute noch von Talenten ohne Doping geschafft werden kann. Wir können nicht alles leisten, was sich die Medien wünschen (bei eurosport ist für Läufer fast in jeder LA-Übertragung der Maßstab Weltrekord!). Trotzdem sind bei den Frauen Leistungen unter 2:00 / 4:00 / 15:00 / 31:00 / 9:30 (Hindernisse) Minuten usw. und bei den Männern um 1:45 / 3:35/ 13:10 / 27:30 oder 8:10 Minuten über 3000 m Hindernis ohne Doping möglich. Damit könnten wir in jedem internationalen Rennen präsent sein. Weltniveau sind nicht Weltrekorde, die sicher zukünftig nur noch von absoluten Ausnahmetalenten ohne „unterstützende Mittel“ oder von gedopten Athleten zu verbessern sind. Zur Lösung solcher Aufgaben brauchen wir Trainer, die über das Wissen und die Fähigkeiten verfügen die Athleten dorthin zu führen, aber auch bereit sind die notwendigen Instrumente ( Trainingslehre, Leistungsdiagnostik, Teamarbeit, Höhentraining, Persönlichkeitsführung usw.) dazu einzusetzen.

Insider wissen, dass die alte DDR-Trainingslehre intern schon seit Mitte der 70er Jahre mit doppelten Boden argumentierte und auch arbeitete, dessen Ziel es war, auf der Basis einer überlegenen, eigenen Trainingslehre auch dann das Weltniveau mitzubestimmen, wenn eines Tages ein dopingfreier Sport weltweit durchgesetzt werden würde.

Sportler und Trainer mit einem solchen Anspruchsniveau sollten einen Aufgabenkatalog entwickeln und über Reserven für den Einzelnen oder auch für Leistungsgruppen nachdenken. Nach gründlichen Überlegungen und Diskussion möglichst im Team (vielleicht auch im Sinne einer Trainerqualifizierungsoffensive wie sie vom DOSB gefordert wird), auswählen, Festlegungen treffen und sofort an deren Realisierung gehen.

Optimismus, Leidenschaft, aufopferungsvolle Teamarbeit sind ein Weg (Teil 2)

Teil 2: Quantität und Qualität zu erhöhen ist gleichermaßen Voraussetzung für den Erfolg

18. September 2006 (Pöhlitz) - Viele europäische Läufer haben es in den letzten Jahren selbst erlebt und immer wieder berichtet, hinterm Zaun (Afrika) wird sogar in der Höhe schneller gelaufen als bei uns unter NN und die Konkurrenz dort macht das Entwicklungstempo immer schneller und die Regenerationszeiten nach Wettkämpfen immer kürzer !!! Natürlich wünschten wir uns wie viele bei diesen Heerscharen von „farbigen Weltniveauläufern“ ganzjährige, stark verbesserte Trainingskontrollen, zu Hause und in ihren Camps in Europa Wir schließen uns natürlich auch gern dem DLV-Präsidenten Dr. Clemens Prokop an, der sich mehr Kontrollen in Russland wünscht, wir wünschen sie uns aber auch in Afrika, in USA und Asien!!!

 Was das weitere Vorgehen für unsere Athleten und Trainer betrifft darf es keine Tabus, keine Denkverbote geben, es haben sich Fortschritte gezeigt, in der Mehrzahl der Disziplinen gibt es aber einen noch beträchtlichen Rückstand! (siehe auch unsere EM-Statistik)

EM Statistik

Im Zusammenhang mit dem neuen Schwimm-Weltrekord der deutschen 4 x 100 m Freistilstaffel der Frauen bei der EM 2006 in Budapest – den nach dem Fehlen von Völker und van Almsick in der Tat niemand erwartet hatte – dankten die 4 Schwimmerinnen ihrem erst seit März 2006 tätigen neuen Sportdirektor, dem Norweger Madsen so: „Er hat unglaublich hart mit uns trainiert, viel mit uns gesprochen und uns ein neues Wir-Gefühl vermittelt“ und die Schnellste im Team, Britta Steffen ergänzte: „Ich habe mir geschworen, dass ich nicht mehr nur einfach dabei sein will, ich will alles dafür tun, dass ich ganz vorne bin.“

Alle Überlegungen müssen mit dem Ziel verbunden werden möglichst bald so schnell zu laufen wie die Konkurrenz. Dafür sind zuerst die Voraussetzungen zu schaffen. Alle Aktivitäten müssen deshalb im ersten Schritt der Vorbereitung auf schnelles Laufen dienen!!! Dazu sind vielfältige Maßnahmen möglich und notwendig.

Auch wenn Fußball als Mannschaftssportart nicht Laufen oder Gehen ist, das Klinsmann-Team hat es bewiesen, in nur zwei Jahren ist ein riesiger Leistungsfortschritt zu organisieren! Aber man muss es wollen.

Das Nachwuchstrainings- und Wettkampfsystem muss neu strukturiert werden

Altbundestrainer Lothar Pöhlitz mit einem Neuansatz der Wettkampfperiodisierung

Lothar PöhlitzKürten, 21. September 2006 (pö) - Man hat gegenwärtig das Gefühl, dass trotz der derzeit unbefriedigenden Konkurrenzfähigkeit unserer Läufer und Geher einfach zur Tagesordnung: "lassen wir doch alles so wie es ist" übergegangen wird. Hin und wider wird der Zustand dargestellt, Ursachen - wie mangelhafter Schulsport, unorganisierte, nicht zielorientierte Talentsuche, unbefriedigende Talentausbildung auf Grund zu weniger gut ausgebildeter Nachwuchs-Trainer bis zu solchen allgemeinen Formulierungen wie unzureichende Nachwuchsförderung - genannt. Auswege aus der Krise, die machbar sind, die direkt zu positiven Veränderungen führen, die unseren Jugend-Kaderathleten, den schon trainierenden Talenten helfen könnten, werden aber kaum aufgezeigt. Spitzenleistungen sind nicht das Ergebnis schwarzer Hautfarbe. Nach Dieter Baumann und Nils Schumann hat der Australier Craig Mottram unlängst mit seiner WM-Bronzemedaille über 5000 m gezeigt, dass mit harter Arbeit auch "Weiße" erfolgreich sein können und er hat sich für die Zukunft vorgenommen sie alle zu besiegen!

Alle sollten dies als Herausforderung ansehen - systematisch nach Reserven suchen, sie aufzeigen, diskutieren und möglichst schnell verändern! Geht nicht, gibt's nicht, Veränderungen im Training und in der Wettkampfgestaltung wären sofort möglich. Die dafür Verantwortlichen müssten aus dem Schatten treten, ihr Konzept einmal der Öffentlichkeit vorstellen. Mein Diskussionsbeitrag zielt - ohne Geld zu kosten - im Gegenteil er spart sogar welches ein - auf eine meines Erachtens notwendige Veränderung unseres Nachwuchstrainings- und Wettkampfsystems. Allein damit könnte die Wirksamkeit des Trainings entscheidend verbessert werden. Die gegenwärtige Praxis ist, dass unser talentierter Nachwuchs fast ganzjährig mit Wettkämpfen "ausgelastet" ist, oftmals noch bis Ende September, im November / Dezember Cross, im Januar / Februar Hallenwettkämpfe. Bereits im April fordern die Bahneröffnungen schon wieder zum Wettkampf auf, die veröffentlichten Bestenlisten reizen, schließlich will man sich ja auch mal unter den besten 10 präsentieren. Dies ist mehr als im Hochleistungsbereich der Erwachsenen. Damit bleibt für unsere Jugendlichen zu wenig Zeit zur Ausbildung, zum Training, besonders zur Basisarbeit, aber auch zur Erholung. Deshalb sollte ein wichtiges Ziel darin bestehen, mit Veränderungen Trainingszeit zu gewinnen. Dies wäre bei gleichzeitiger Verdichtung der Wettkampftätigkeit möglich. Um solche Veränderungen im Nachwuchswettkampfsystem zu erreichen, bedarf es sicher umfangreicher Überzeugungsarbeit, beginnend bei den DLV Nachwuchsverantwortlichen, bei allen Landestrainern der Landesverbände und ihren "Chefs", vor allem aber bei den Heimtrainern, die im Endeffekt die Wettkampftätigkeit innerhalb des Aufbautrainings ihrer Athleten planen und auch verantworten.

Auch bei der Ausbildung von Läufern und Gehern gibt es trainingsmethodische Zwänge. Sie müssen sichern, dass jährlich ein ordentlicher Leistungsfortschritt organisiert wird, dass aber gleichzeitig eine zielgerichtet allgemeine und spezielle Belastbarkeit in Vorbereitung auf eine schrittweise folgende Belastungserhöhung, aber auch für die Zeit des Überganges zum Hochleistungstraining (Verletzungsanfälligkeit bei steigender Trainingsbelastung), vorbereitend auszubilden ist. In der Abbildung „Ausbildungspyramide“ machen die bei der Ausbildung von Läufern und Gehern komplex zu lösenden wichtigsten Trainingsaufgaben deutlich, dass dafür viel Trainingszeit gebraucht wird, mehr als sie gegenwärtig im Nachwuchstraining in vielen Fällen eingesetzt wird. Vor allem für einen breiten Unterbau (Kondition, allgemeine Kraft, Grundlagenausdauer, Aufbau der allgemeinen und speziellen Belastbarkeit, Technikausbildung, Beweglichkeit und Schnelligkeit) wird zu Beginn der jeweiligen Makrozyklen bekanntlich viel Zeit benötigt, die in der Regel nicht vorhanden ist.

Nachwuchsarbeit

Jugend-Trainings- und Wettkampfsystem „ neu“

Die Abbildung „Periodisierung im Jugend-Aufbautraining neu ordnen“ zeigt einen konkreten Vorschlag zur Erschließung von
Reserven auf dem Weg junger Athleten in Vorbereitung auf das Erwachsenentraining. Die Hauptaufgabe besteht in der Gewinnung von Trainingszeit zur Verbesserung der inhaltlichen Ausbildung.

Das neue Trainingsjahr beginnt jeweils bereits in der 38. Woche (Mitte September). Um eine Übergangsperiode von 3 Wochen zu sichern, muss der September wettkampffrei sein, das Wettkampfjahr mit der 34. Woche beendet werden! Damit wären ein 3-wöchiger Urlaub (auch mit den Eltern) und die notwendige Regeneration gesichert. Bereits nach einer 14-tägigen trainingsfreien Zeit ist bekanntlich der Verlust an z.B. aerober Leistungsfähigkeit deutlich, nach etwa 3 Wochen gehen alle erarbeiteten Fähigkeiten z. T. schnell zurück.
Gleichzeitig wäre eine Verlängerung der VP I auf 19 Wochen, der VP II auf 15 Wochen möglich. Im Gesamtjahr beträgt damit das Verhältnis der Trainingswochen zu Wettkampfwochen 34:13, der Winterwettkampfabschnitt könnte 4 – 5 Wochen dauern,
in dieser Zeit finden „wichtige Wettkämpfe“ statt, deren Höhepunkt in der letzten Woche die Deutschen Jugendmeisterschaften
sein könnten. Vorher sind zusätzlich Aufbauwettkämpfe als Bestandteil des Trainings möglich. Für die schnellen Disziplinen (800 m – 5000 m) wäre eine Doppelperiodisierung mit Hallensaison, für Langstreckler und Geher ein langfristiger Aufbau mit Cross- / Straßenwettkämpfen wünschenswert.

Im Sommer werden 2 Wettkampfabschnitte (5 + 3-4 Wochen) durch 2-3 Zwischentrainingswochen (evtl. auch Urlaub mit aktiver Erholung / Training / Sommertrainingslager wie in anderen Ländern üblich) verbunden. Am Ende der WP I könnten die Deutschen Jugendmeisterschaften liegen, in der WP II auch internationale Höhepunkte. Wichtig ist noch, dass der Mai eigentlich zu den wichtigen „Trainingsmonaten“ (auch mit Aufbauwettkämpfen / Unter- bzw. Überdistanz) zählt und schwerpunktmäßig auch der Leistungsausprägung dient. Denkt man an den gerade vergangenen langen und intensiven Winter bis ins späte Frühjahr, besonders in Süddeutschland, wird eine solche trainingsmethodische Konsequenz noch dringlicher! Für das notwendige spezielle Training (Intensitätssteigerung) mit entsprechenden Erholungsphasen und verstärkten Regenerationsmaßnahmen muss ausreichend Zeit zur Verfügung stehen. Schnellschüsse unter Zeitdruck führen nicht zu den gewünschten Leistungsfortschritten.

In der folgenden Abbildung werden unter MEZ auch zu planende Mesozyklen im Sinne von Belastungs- und Erholungswochen (4:1 – 3:1 – 2:1) bei systematisch ansteigender Intensität im Jahresverlauf vorgeschlagen.

Periodisierung im Jugend-Aufbautraining neu ordnen heißt

- VP I ist länger als VP II (19:15 Wochen)
- Der Winterwettkampfabschnitt dauert ~ 4-5 Wochen - zusätzliche Aufbauwettkämpfe sind Bestandteil des Trainings
- 2 Wettkampfabschnitte im Sommer (5 + 4 Wochen) werden durch 2-3 Zwischentrainingswochen (evtl. auch Urlaub) unterbrochen
- die Übergangsperiode dauert 3 Wochen und beginnt bereits im August (Urlaub)
- Im September finden keine Wettkämpfe statt!
- das neue Trainingsjahr beginnt jeweils in der 38. Woche (Mitte September)
- die Deutschen Meisterschaften könnten als Höhepunkte der Wettkampfperioden jeweils in der letzten Woche dieser Abschnitte ( hier 8. bzw. 28. Woche ) stattfinden
- für die schnellen Disziplinen (800 – 5000 m) ist eine Hallensaison, für die Langstreckler und Geher ein langfristiger Aufbau mit Cross- /Straßenwettkämpfen im Winter zu empfehlen

Periodisierungstabelle

von Lothar Pöhlitz