Läuferschwachstelle – Achillessehne – Was ist zu tun?

13. Januar 2007 (Pöhlitz) - Die etwa 1,5  cm starke Achillessehne, die sich in einem Gleitgewebe bewegt, ist die stärkste Sehne des Menschen. Sie überträgt die Kraft über den Wadenmuskel zur Ferse. Die vieltausendfache, von der Geschwindigkeit und den Bodenverhältnissen abhängige Belastung beim Lauf (Fußaufsatz, Abrollbewegung, Fußabdruck), die mit zunehmenden Trainingsalter im Hochleistungstraining nicht immer systematisch erhöht, nicht ausreichend physiotherapeutisch begleitet wird und oft nicht ausreichend vorbereitend die Ausbildung der Fuß-, Bein- und Becken-/Rückenmuskulatur sichert, führt häufig zu Reizungen, zu Entzündungen des Gleitgewebes und auch zu Sehnenrissen.

Ungenügend vorbereitete, länger anhaltende Extrembelastungen, chronische Überforderungen, eine gleichzeitige qualitative und quantitative Steigerung der Intensität, ohne die gleichzeitig zu verstärkenden Maßnahmen zur schnellen, umfassenden Regeneration, der Durchblutungsförderung, zur Dehnung der Wadenmuskulatur und der Kräftigung der Antagonisten, der Unterkühlung der Ansatzbereiche oben und unten sowie die Wahl der Sportschuhe und der Bodenverhältnisse sind wesentliche Ursachen für eine sich meist langsam entwickelnde Achillessehnenentzündung (Achillodynie).
Langjährige Beobachtungen aus der Trainingspraxis weisen zusätzlich besonders auf Zeiträume von Modellwechseln bei Sportschuhen (meist sind die Sportler ja an eine bestimmte Sportschuhfirma „gebunden“)  und Zeiträume nach längeren Trainingsabschnitten, in denen nur in Einlaufschuhen trainiert oder nur langsam gelaufen wurde, hin. Deshalb wird empfohlen in solchen Phasen regelmäßig, wenn auch nur wenige Tempoläufe mit Spikes oder auch Steigerungsläufe nach Dauerläufen einzufügen. Vor allem in Trainingsabschnitten, in denen Tempolaufprogramme mit Spikes wieder wichtig sind,  sollte eine systematische Gewöhnung an die Spikes durch zunächst nur 2-3 Läufe in Spikes jeweils zum Ende eines Tempolaufprogramms erfolgen, um dann die Anzahl schrittweise zu erhöhen. Nur mit Geduld können sich in solchen Trainingsphasen, aber auch bei Aufnahme neuer Trainingsformen wie z.B. intensiver Sprünge, die belasteten Strukturen in den weniger durchbluteten Bereichen der Achillessehne anpassen.

Langwierige, schmerzhafte Beschwerden sind oft das Ergebnis nicht frühzeitiger intensiver Eigenbehandlungen. Deshalb kommt der Pflege dieser „Konstruktionsschwachstelle“  für Menschen, die viele Tausend Kilometer im Jahr oder auch hohe Geschwindigkeiten in Spikes laufen, eine außerordentliche Bedeutung zu!

Bei ersten Reizungen der Achillessehne reichen oft mehrrnals tägliche Eisbehandlungen und eine sofortige mehrtägige Trainingspause. Um weitere Trainingsausfälle zu vermeiden sollten schnellstmöglich physiotherapeutische bzw. ärztliche Maßnahmen ergänzend einbezogen werden.
Voraussetzung für die Wirksamkeit ist eine konsequente mehrmals tägliche Durchführung der ausgewählten Maßnahmen und eine sofortige Abstimmung möglicherweise veränderter Trainingsinhalte mit dem Trainer. Dabei sollten veränderte Konsequenzen in den Regenerationsmaßnahmen an der Spitze aller Überlegungen stehen.

Positive Erfahrungen bei der  Behandlung von Achillodynien

Prophylaktisch sollten Läufer regelmäßig ihre Trainingsuntergründe wechseln (Bahn, Wald, Straße, Finnbahn, feste Wege, auch Querfeldeinläufe, Wasserlaufen usw.), nicht auf seitlich abgeschrägten Straßen laufen, Extreme (wie Sandstrände oder zum Meer abfallende Strände in Trainingslagern nur vorsichtig ins Training einbeziehen) meiden, die Bereiche „rund um die Sehne“ warm halten bzw. richtig für das jeweilige Training aufwärmen (vorbereiten) und nicht in „abgelatschten“ Schuhen trainieren, auch wenn der Sportler meint, es seien seine Besten.
Bei ersten Reizerscheinungen Läufe in Spikes, Sprünge und Kraftübungen die auf die Sehne wirken, zeitweilig einstellen, aber das Training geht, angepasst an die Möglichkeiten, weiter. Die Regeneration und Entlastung wird durch Alternativtraining wie Wassertraining, Schwimmen, Rad fahren, Beweglichkeits- und Lockerungsübungen (vor allem der  Unterschenkel, Waden und Füße) unterstützt. Außerdem:

  • Selbstmassage
    Massage mit Salbe nach Arztempfehlung + Verträglichkeit / Heilpflanzenöl
    Einen 2-3 cm langen Salbenstrang auf das mit Heilpflanzenöl eingeriebene Gewebe geben, den zu behandelnden Unterschenkel auf das andere Knie legen, mit Daumen und Zeigefinger die Salbe ~ 5 Minuten leicht einmassieren, dabei den Fuß langsam kreisend bewegen
  • Bürstenmassage unter der Dusche „von unten nach oben“ (Handbürste) leicht mit weicher Handbürste von Ferse zum Knie hin streichen (Durchblutung)
  • Lockerung der Waden- und Fußmuskulatur / Dehnübungen
  • mehrmals täglich Eisbehandlung
  • Überprüfung des Schuhwerks durch einen Fachmann (evtl. Einlagen beidbeinig)
  • Wechselbäder
    1 Eimer heißes + 1 Eimer kaltes Wasser + 2-5 Tropfen Heilpflanzenöl
    beide Füße bis mindestens Mitte Wade für ~ 5 Minuten ins 39-42° heißes Wasser, danach 20 – 30“ ins leitungskalte Wasser 2 – 3x wechseln, anschließend Dehnübungen + Fußkreisen (heben- senken- rotieren)
  • Salbenverbände über Nacht
    feuchtes Mulltuch – Salbe wie vom Arzt verordnet  großflächig verteilen + Heilpflanzenöl -auf gereizte Stelle legen – Übergang Achillessehne Wade, mit Plastikfolie abdecken, mit Wickel (Handtuch) befestigen, über Nacht einwirken lassen („feucht-warme Kammer“)
    Oma sagt : auch Packungen mit Haushalts-Quark helfen!
  • Strombehandlungen (nur beim Physiotherapeuten)
  • Ultraschall
  • Histamin-Iontophorese
  • Medikamentöse Begleitung : - Tabletten gegen Entzündungen
  • Vitamin C (zeitweilig 1 Teelöffel tägl. als Salz)
  • Entsäuerungsmittel (z.B. Basica u.a.)
  • Tägl. Fuß-, Bein-, Rücken-Gymnastik (Stabi) vor jedem Training (auch vorm DL - zu Hause auf dem Teppich!)

Ist Besserung in Sicht soll mit leichten Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, der Stabilität und Fuß-/Fußgelenkskräftigung begonnen werden. Die Dauer des Wiederaufbaus hängt vom Grad der vorherigen Entzündung / Schädigung ab. Auf alle Fälle soll der Belastungsaufbau allmählich erfolgen. Bewährt haben sich Übungen auf dem Gymnastik-Kreisel, wiederholtes Heben in den Zehenstand, Gehen auf dem Vorfuß (Ballen) und der Ferse, Kräftigung des Fußgewölbes mit Fußstreckung gegen einen Widerstand (Hand hält Zehen fest), Übungen zur Beseitigung von Fußschwächen (Fußgewölbe / Pronation, Supination und zur Kräftigung der vorderen Schienbein- und Wadenmuskulatur).
Analyse der vor der Verletzung gemachten Fehler. Ein intelligenter Sportler macht
einen Fehler nur einmal!

Operationen lassen sich nicht umgehen, wenn über längere Zeit, trotz aller konservativer Maßnahmen, und veränderten Trainingsbelastungen, sich die Beschwerden nicht beheben lassen. Fragen Sie deshalb rechtzeitig ihren Arzt oder Physiotherapeuten!

Neukirchen – Cross macht Lust auf mehr

Gedanken zu einer neuen Cross-Planungs-Struktur

2007-02-09-neukirchen-cross-macht-lust-auf-mehr09. Februar 2007 (Ring) – Selten sind sie geworden, die Tage, an denen die deutsche Leichtathletik zur Winterzeit die warmen Hallen verlässt. Anfang Februar war wieder einmal so ein Tag, als in Neukirchen eine durchaus sehenswerte U23-Cross-Challenge stattfand, die Lust auf mehr machen könnte. Europäische Nachwuchsspitze maß sich bei guter Organisation, auf anspruchsvollem Terrain im Laufen über Stock und Stein. Ein Aufbruch zu besseren (Cross)-Zeiten? Mitnichten, lediglich wieder ein Mosaiksteinchen auf einer dringend nötigen Cross-Struktur-Reform. Wir wollen mit diesem Beitrag keineswegs als Besserwisser dastehen, uns lediglich als „Ideengeber“ oder auch „Ideensammler“ dessen betätigen, was die Experten zum Thema Crosslauf und Crosssaison  in den letzten Monaten und Jahren geäußert haben, versuchen, es einmal zum gängigen Netzwerk zusammenzufügen, damit nun endlich einmal  mit der überfälligen Reform begonnen wird. Dabei wollen wir den Verantwortlichen nichts vorschreiben, sondern lediglich gedankliche Hilfen geben. Die Verlegung der Cross-DM zurück in den März zeigte bereits deren Ansatz, etwas zu verändern.

Die Zielsetzung:

Die Zielsetzung für eine spezielle Crosssaison mit der verbundenen Vorbereitung und den zu installierenden Wettbewerben wurde vom derzeitigen Bundestrainer Detlef Uhlemann klar und unmissverständlich formuliert: Fernziel muss es sein, mit deutschen Mannschaften wieder bei den jeweils Ende März stattfindenden Cross-Weltmeisterschaften vertreten zu sein. Zur Vorbereitung dieses hohen Ansatzes bezeichnet er die jeweils nun Anfang März stattfindenden deutschen Crosslaufmeisterschaften als Nahziel. Geht man von dieser Zielsetzung aus, war die Verlegung der nationalen Titelkämpfe von Ende November in den frühen März eine sinnvolle Planungskonsequenz. Wer in der Halle starten will, kann das, muss das sogar, sofern er sich zur schnellen Fraktion der Läufer/Innen zählt. Wer zur Straße tendiert, hat seinen Meisterschaftsblock im Herbst oder Frühjahr oder kann sogar mit dem Cross eine Verbindung eingehen. Zumindest war es so bis Dezember des letzten Jahres, als ein unsinniger, sponsorenprotegierter Verbandsratsbeschluss die Marathon-DM wieder ins Frühjahr katapultierte. Die Cross-EM im Dezember ist trainingsmethodisch sicher nicht das Beste,  könnte aber von einem zukünftig zu schaffenden zeitweiligen Cross-Langstreckenkader in einer speziellen Vorbereitung mitgenommen werden.

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Die Wettkampfplanung

2007-02-09-neukirchen-cross-macht-lust-auf-mehrMan spricht viel darüber, geschehen ist bisher wenig. Die Eckpfeiler einer zukünftigen Crosssaison stehen mit den nationalen Titelkämpfen, der Cross-EM und –WM fest. Über ein weiteres Cross-Wettkampfkonzept in Vorbereitung dieser Events muss man offensichtlich noch reden. Als theoretisch methodischer Ansatz sollten 4-6 leistungs- und zahlenstarke Crossläufe in die geplant werden. Fragmente dazu sind schon vorhanden. Ende November gibt es den Darmstadt-Cross mit den Hochschul-Crossmeisterschaften und der darin integrierten Qualifikation für die Cross-EM. Anfang Februar existiert die U23-Challenge, die eine qualitative Ausweitung auf die Frauen/Männer-Klasse bzw. die U20/18 Klasse durchaus vertragen könnte.

Zentrale Veranstaltungen Mitte Dezember, als Alternative für alle Nicht-Nominierten der Cross-EM oder auch in Vorbereitung auf die Cross-WM, Mitte Januar bis Ende Februar fehlen noch. Dort sollte  der deutsche Cross-Cup postiert werden. Der DLV-Beauftragte Wilfried Raatz ist  optimistisch, sieht gute Möglichkeiten für eine rasche Realisierung schon in der Saison 2008. Natürlich spielt das Geld eine große Rolle, schon gleich, wenn die Veranstaltung „Crosslauf“ heißt. Ausrichtungen, die wir dringend brauchen, sollten Niveau haben, publikumsfreundlich und medienträchtig. Eine Vergabe nach dem Prinzip „Wer von den Ausrichtern die meiste Kohle auf den Tisch legt, bekommt den Zuschlag“ halten wir für wenig konstruktiv. Gerade beim Crosslauf ist hohe Fachkompetenz gefragt, die notwendige Erfahrung dafür haben in Deutschland nur noch wenige. Die Realisierung vor Ort zeigt dies immer wieder. Auch den regionalen Gesichtspunkten mitten im deutschen Winter muss Rechnung getragen werden.

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Die Kaderplanung

2007-02-09-neukirchen-cross-macht-lust-auf-mehrWill man den Crosslauf wirklich erfolgreich voranbringen, braucht man einen ähnlich dem Berglauf-Kader zu schaffenden Cross -Kader, der nach modernen didaktischen und methodischen Grundsätzen der Trainingslehre zielorientiert in Richtung der zu erfüllenden Aufgaben geführt wird. Gleichzeitig ist ein solches Vorgehen  als ein zentrales Mittel des Langstrecken-Wintertrainings anzusehen. Grundlage dazu könnte schon ein Athleten/Innen Screening bei den diesjährigen deutschen Crossmeisterschaften sein. Wer kommt in Frage, wer würde die Planung mittragen, wer kann sich mit solchen Zielen identifizieren?

Bestehende Laufkader-Athleten/Innen und ihre Trainer sollten frühzeitig entscheiden, welchen Weg sie in der VP1 (September bis Ende März) gehen wollen, spätestens aber unmittelbar vor Beginn des Wintertrainings.Ein bisschen Cross, ein bisschen Halle, garniert noch mit dem einen oder anderen Straßenlauf erschwert die Systematik im langfristigen Aufbau und zieht oft auch eine instabile Saison nach sich. Um dem neuen Konstrukt Gewicht zu verleihen, sollten Nominierungen für internationale Einsätze ausschließlich aus dem Spezialkaderpotential erfolgen. Es gibt keinen Sinn, Athleten/Innen, die sich gezielt auf eine Cross-WM bzw. die nationalen Titelkämpfe im Frühjahr vorbereiten, Ende November durch den Vorzug gerade mal gut in Form befindlicher Athleten/Innen aus anderen Spezialkadern (z.B. Hallen-Kader) zu düpieren, selbst dann nicht, wenn das Niveau der nominierten Mannschaft dadurch „wahrscheinlich“ steigen würde.  Das Ziel muss also sein: ein neues Konzept als Basis für eine neue Leistungsstärke im Langstreckenlauf.
Die zu beobachtende Praxis, vor allem auch jugendliche Talente adhoc für internationale Einsätze zu nominieren, ohne zuvor genügend Einfluss auf  deren Vorbereitung ausgeübt zu haben, sie dann durch Cross-EM, Hallensaison mit Länderkampfeinsatz, Cross-Challenge, Cross-DM und einer verkürzten Frühjahrs-Vorbereitung zu jagen, mag kurzfristig von den Entwicklungsschüben der Youngster abgefangen werden können,  für einen langfristigen Aufbau in Richtung Hochleistungsalter aber sind sie Gift.
Die Aufnahmen in die jeweiligen neuen Kader (Kadergruppe 1 , Kadergruppe Cross o.ä. ) könnten so auch frühzeitig flexibler gehandhabt werden, d.h. Aufnahme in Abhängigkeit vom trainingsmethodischen Konzept für das neue Jahr.

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Die Kadermaßnahmen

Die aus einer solchen Kaderplanung entstandenen Kadergruppierungen lassen eine weit höhere Effizienz der Trainingsmaßnahmen zu. Nach dem bisherigen Modell ist es in VP1 durchaus möglich, das Athlet/In 1 aus dem Hindernis  -Kader eine Hallenvorbereitung wählt, Athlet/In 2 aber die Crossvorbereitung favorisiert. Wer was wann wie macht blieb bisher Individualentscheidung. Das hier vorgeschlagene Modell zielt auf eine gruppendynamische, gezielte Langstreckenvorbereitung über einen Crosswinter, über eine stärker gemeinsame Vorbereitung der Athleten/Innen im Team, mit dem Ziel der Erhöhung des Entwicklungstempos der Langstreckendisziplinen auf der Bahn.

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Gemeinsame Trainingsmaßnahmen scheinen Ende Oktober/Anfang November (mit ärztlicher Grunduntersuchung und 1. Leistunsdiagnostik) im Umfang von einer Woche und Ende Dezember/Anfang Januar im Umfang von 2 Wochen angebracht. Eine weitere dritte Maßnahme ist dann nötig, wenn sich Teams für die Cross-WM qualifizieren (Zeitpunkt: unmittelbar nach  der DM in einer kleinen UWV zur WM, einwöchig)

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Die Finanzierung

Dies alles muss natürlich bezahlt werden. Von der Betrachtung ausgeschlossen ist dabei die Finanzierung des eigentlichen Cross-Events, den Meisterschaften bzw. der Challenge oder der Cross-Cup-Veranstaltungen. Dies ist ein eigenes Thema zur gesonderten Diskussion. Fakt zu sein scheint, dass nach Worten des Crossbeauftragten Wilfried Raatz zumindest die Richtung Challenge und der  Cross-Cup große Fortschritte gemacht werden. Das auch Meisterschaften mit hohem Qualitätsanspruch finanziert werden können, haben in jüngster Zeit die Beispiele Darmstadt und Regensburg gezeigt. Die Frage nach der Finanzierung des Cross - Kaders, der Trainingsmaßnahmen und der Wettkampfeinsätze soll hier aber schon eine zentrale Rolle spielen. Deshalb wollen auch wir einen Plan aufstellen, wie in Sachen Crosslauf Geld flüssig gemacht werden könnte. Die Mittel sollten aus vier Bereichen rekrutiert werden:

  • Verbandseigenmittel
  • Individuelle Eigenmittel der Athleten/Innen
  • Fördergelder
  • Sponsoring

Verbandseigenmittel
Verbandseigenmittel sind zweifelsfrei vorhanden (Trainingsmaßnahmen, Wettkampfeinsätze), sollten aber flexibel und sinnvoll gebündelt werden. Ein eigenes Budget entsprechend der in Frage kommenden Sportler könnte aus den verschiedenen Disziplin-Kadermitteln (Langstrecke, Hindernis, Marathon) entstehen.

Individuelle Eigenmittel der Athleten/Innen
Gelingt es, die in Frage kommenden Athleten/Innen vom Sinn des anzustrebenden Cross-Kaders zu überzeugen, wird man  auch etwas in deren Umfeld Mittelressourcen (Verein, Verband) freischaufeln können. Die individuelle Einzelbetrachtung wird hier eine große Rolle spielen. Wer ein Ziel sieht, das sich lohnt, der investiert auch!

Fördergelder
Bei Vorlage von plausiblen, erfolgsorientierten Konzepten gibt es immer wieder Institutionen (z.B. „Freunde der Leichtathletik“) die geplantes, sinnvolles Vorgehen mit nicht unbeträchtlichen Fördermitteln unterstützen. Die Arbeit kann hier mühsam, oft aber auch lohnend sein. Anträge auf diesem Gebiet brauchen allerdings eine längere Vorlaufzeit, weil nicht selten Wettbewerbscharakter mit Terminen vorliegt.

Sponsoring
Sponsoring braucht ein Marketingkonzept. Was vermarktbar ist, muss für den potentiellen Sponsor klar ersichtlich sein. Dies erfordert eine fachspezifische Vorarbeit, verbunden mit neuen Ideen. Ein „Crosskalender“, ein Internetportal „Crosslauf“ gibt Raum und Möglichkeit für die Darstellung des/der Sponsor(en)s, ganz abgesehen davon, dass Publikationen eine zusätzliche Imagewerbung fürs eigene Produkt oder Projekt sind.(DLV-Sponsoren) Wichtig dabei ist, dass der Gewinn zu hundert Prozent dem Projekt zufließt.
Apropos investieren! Die derzeit alles bestimmende Frage zu diesem Bereich bleibt: Was lässt der DLV-Ausrüstervertrag bei solchen Sub-Unternehmen überhaupt zu. Hier lag wohl die Gewinnorientierung näher als eine optimale Grundlage für sinnvolles Investieren in die Leistungsentwicklung zu schaffen.
Zwei Möglichkeiten bleiben da: Der Verband erkennt seine für viele kleinere DLV-Events knebelnde Vertragswirkung und macht von sich aus Investitionssummen für Projekte frei oder er lagert diese Projekte aus (wie bei der Cross-Challenge) und macht damit den Weg frei für andere Ausrüster. Zumindest müssen hier schnellstmöglich neue praxisorientierte Wege freigemacht und vor allem für die Leistungsentwicklung hilfreich investiert werden.

Der Personalaufwand

Detlef UhlemannVom Bundestrainer zu verlangen, all diese Dinge zu leiten und zu initiieren, wäre sicher zu viel verlangt. Das Projekt braucht einen Führungsstab. Bruchstäbe davon sind vorhanden. Da ist der Crossbeauftragte des DLV. Ihn zum Cross-Direktor zu machen, würde schon vom Namen deutlich zeigen, dass er nicht mehr der Handlager des immer mehr bremsenden Verbandsrates ist, sondern ähnlich wie Thomas Pfüller im Skiverband voll verantwortlich und weisungsbefugt für das Gesamtunternehmen Crosslauf in Deutschland ist. Schnittstelle zum Verband sollte der zuständige Bundestrainer (derzeit Detlef Uhlemann) sein, über dessen Person der Verband ein Vetorecht für jegliche Maßnahmen hat. Dazu müsste sich ein Marketing-Spezialist gesellen, der die Verbindung zu den Geldquellen aufnimmt, die Dinge dort mit der DLP abgleicht und vor allem schnell und gezielt handeln kann. Nachdem der Crosskalender so wie so schon in den erfahrenen Händen des bisherigen Crossbeauftragten liegt, eine Internetadresse „Crosslauf“ bereits existiert und mit einer geschickten Verhandlungstaktik durchaus mit ins Boot gezogen werden könnte, scheint es um das Unternehmen gar nicht so schlecht zu stehen.

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Es liegt daher ganz allein am Verbandsrat selbst,  den  „Crosslauf“ schnell  schlagkräftig zu machen. Er muss nur endlich die vielen bremsenden Waggons aus den eigenen Reihen, den Landesverbänden und den anderen Vereinigungen abkoppeln. Ein schlankes Management ist schneller, schlagkräftiger und fachkompetenter. Über ein Vetorecht behält sich der DLV  zu jeder Zeit die Kontrolle vor.

Fotos: Susi Lutz (Schröder-Foto), Cross-DM05 Start (Kiefner-Foto), DLV-Team U23 (Gantenberg-Foto), Detlef Uhlemann (Kiefner-Foto)

Crossveranstaltungen richtig gemacht

Tipps zum Gelingen einer Crosslauf-Veranstaltung

 

Die Strecke

2007-02-13-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-113. Februar 2007 (Ring) –Sie sollte überschaubar, also gut einsichtig, abwechslungsreich und angemessen schwierig sein. Vorbei sind die Zeiten, wo die Läufer kurz nach dem Startschuss in der Landschaft verschwanden und irgendwann nach Bewältigung ihrer Strecke unvermittelt wieder am Ziel auftauchten. Die beiden letzten Deutschen Crossmeisterschaften 2001/02 haben gezeigt, dass man selbst beinahe zwei Kilometer lange Schleifen spielend in ein sehr kleines Terrain bringt. Vom Untergrund her gesehen ist es natürlich am besten, wenn man von weich bis hart alles im steten Wechsel anbieten kann. Nur Morast oder nur Rennbahn, keines von beiden ist optimal. Kleine Anstiege, schroff oder gemäßigt, sollten auch nicht fehlen. Die vielen Wenden und Kehren, wo man immer wieder Tempo rausnehmen muss, um dann erneut beschleunigen zu müssen, ergeben sich auf einem kleinen Gebiet von selber. Was man auf alle Fälle vermeiden sollte, sind schräge Laufuntergründe, die die Beine permanent einseitig belasten. Da sich in der Crosssaison die Witterung und damit auch das Geläuf sehr schnell ändern kann, sollte man unbedingt Alternativstreckenführungen parat haben, die den Nachwuchsklassen oder aber auch jenen der Senioren/Innen entsprechen.

Die Absperrungen

2007-02-13-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-1Die totale Absperrung der Strecke mit Trassierbändern ist eigentlich ein Muss. Dazu die einfache Faustregel: für einen Kilometer braucht man zirka 250 bis 300 Pflöcke aus Holz oder Metall (leicht bei größeren Baufirmen kostenlos auszuleihen) und ungefähr fünf Rollen Trassierband, die Rolle mit 500 Metern (Kosten pro Rolle ca 10 Euro oder eben über einen Sponsor kostenlos). Die Pfosten sollten weniger als acht Meter auseinander sein, weil sonst der Wind mit den Bändern ein übles Spiel (Abreißen, Einbuchten) treiben kann. Wer in der ganz kalten Jahreszeit einen Cross ausrichten will, sollte bedenken, dass die Dinger, vor allem wenn sie aus Holz sind, nicht so ohne weiteres in den gefrorenen Boden gehen. Bei der DM in Regensburg wurden die Holzstäbe, dort immerhin 750 Stück, übrigens bereits vier Monate vorher, Anfang Dezember, im Boden versenkt. Besonders toll ist es, wenn man die oberen Stabenden, vor allem wenn sie aus Metall sind, mit aufgeschlitzten Tennisbällen schützt. So bleiben Athleten, die im Eifer des Gefechtes einen Pfahl berühren, unverletzt. Noch etwas zu den Kurven. Kurven werden nur dann runde Kurven, wenn die Stöcke dort besonders eng gesetzt werden - macht echt etwas her! Noch ein kleiner Hinweis zur Breite: vier bis fünf Meter reichen allemal, außer natürlich im etwa 50 bis 60 m langen Startbereich, der sich von der ca zwanzig Meter breiten Startlinie eben diese Strecke lang gleichmäßig konisch verjüngen sollte. Starts bergab und solche die sofort in eine Kurve führen sollten vermieden werden. Abschließend noch die Arbeitszeit: mit drei bis vier kräftigen Helfern schafft der Kurssetzer spielend einen Kilometer in drei bis vier Stunden. Das ist trotzdem viel Arbeit, die sich aber allemal lohnt.

Ziel und Zeitnahme

2007-02-13-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-1Wer auch immer den Zielkanal erfunden hat, war nie in der Urlaubszeit auf deutschen Autobahnen unterwegs. Engstellen erzeugen Stau, Stau erzeugt Stress, Unfälle und Fehler. Lasst den Läufern die volle Breite, um bis zum Zielstrich die Entscheidung suchen zu können. Zwei gute Teams mit jeweils zwei Einlaufrichtern (der eine schreibt, der andere diktiert die einlaufenden Startnummern) und ein Zeitnehmer mit einer Seiko-Uhr plus Drucker haben selbst größte Felder im Griff. Eine gesonderte Videoaufzeichnung von vorne kann bei Einläufen mit über hundert Teilnehmern nicht von Schaden sein, bei kleineren Veranstaltungen ist sie nicht nötig. Finger weg von der Elekronik! Die Lichtschrankentechnik ist viel zu störungsanfällig, bei einer Genauigkeit einer ganzen Sekunde Zeittoleranz auch gar nicht nötig. Mit den nötigen "Abräumhelfern" im Zielbereich braucht man dann schon meist 10 bis 12 Personen, um klar zu kommen. Ein Zieltransparent ist eigentlich schon Pflicht, die nötigen Metallstangen mit Verankerungsspitzen für den Boden und Metallösen zum Festzurren des Transparents sind eine einmalige Anschaffung. Fast jeder Verein hat einen Tüftler in seinen Reihen, der so etwas auch zum Rohstoffpreis herstellen kann. Das ganze lässt sich mit starken Leinen und Zeltheringen so stark verspannen, dass sich selbst beim stärksten Wind nichts mehr bewegt. Der Zielraum sollte natürlich schon noch, zumindest provisorisch auf einer Fläche von 6x12 Metern abgsperrt werden, sonst läuft Ihnen Hinz und Kunz bei der nicht gerade einfachen Arbeit über den Weg. Bei größeren Veranstaltung bietet sich selbige Absperrung natürlich auch mit etwas anderen Dimensionen für den Start an, wobei hier (ein) Startzelt(e) auch nicht schaden können (kann). Wer seinen Zieleinlauf bergab gestaltet, braucht sich am Ende nicht wundern, wenn alle sehr schnell und kompakt ins Ziel kommen und man beim Einlauf Probleme bekommt.

Fotos: DM-Cross 2003 (Archivbilder)

Crossveranstaltungen richtig gemacht

Tipps zum Gelingen einer Crosslauf-Veranstaltung

 

Startnummern

2007-02-16-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-216. Februar 2007 (Ring) – Jeden Lauf mit eigenen Startnummern von eins beginnend auszustatten, ist nicht nur für die Zuschauer ein besonderer Service. Der Zieleinlauf wird Ihnen die niedrigen Nummern mit weniger oder gar keinem Fehler danken. Sollten Sie zwei oder auch mehrere Altersklassen in einem Lauf vereinen, bietet sich eine Unterscheidung mit farbigen Klebepunkten an. Auch diese Arbeit im Vorfeld der Veranstaltung lohnt sich. Für die unverbesserlich Vergesslichen sollten Sie jederzeit eine Schachtel Sicherheitsnadeln zum Verkauf vorrätig haben. Der Satz Startnummern kostet etwa 25 Euro (100 Stück - Tyvec), die Kosten sind eigentlich hier am einfachsten auf einen Sponsor abzuwälzen. Sollten Sie alles genau so gemacht haben und dabei aber vergessen haben, die einzelnen Startnummern auch nach den Läufen zu differenzieren, haben Sie wieder ein Problem, weil Kunde Athlet in der Aufregung gern zum Verwechseln der Dinger neigt. Daher auch hier ein guter Tip. Verwenden Sie ganz einfach zum Beispiel Vierhunderter-Nummern für die Mittelstrecke, Fünfhunderter-Nummern für die Langstrecke usw. Die Hunderterstelle der Nummer ist dann die Kennzahl für den Lauf, der Einlaufkampfrichter braucht aber nur die Zehner- und Einerstelle der Nummer beachten, weil eben in dem bestimmten Lauf nur Fünfhunderter- oder Vierhunderter- usw. Nummern vorkommen.

Auswertung

2007-02-16-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-2Warum experimentieren um Gottes Willen so viele Ausrichter mit selbstgebastelten Auswertungsprogrammen herum? Die Cosa- oder Rieping-Programme sind so ausgefeilt, dass sie schon nach wenig Übung auch einer bedienen kann, der nicht so viel von EDV versteht, zudem sind sie auf die Bedürfnisse der Läufe zugeschnitten. Gefährlich ist natürlich auch jene andere Variante, wo sogenannte "PC-Profis" glauben, sie könnten sich eine Viertelstunde vor der Veranstaltung einfach vor den Monitor setzen und die Sache ist geritzt. Wie in allen Dingen ist eben auch hier der Fleiß vor dem Preis nötig. Eine diffizile Programmierung auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Veranstaltung im Vorfeld zahlt sich allemal aus. Welche Altersklassen werden zusammen gewertet, zählen alle Einlaufenden zur Mannschaftswertung? Ist der Druck der Urkuden eingerichtet? Solche Fragen weiß das Programm nicht alleine zu beantworten. Wehe dem, der im Notfall dann das Handbuch herausholen muss! Bei größeren Veranstaltungen ist es durchaus angebracht, dem Mann am PC einen "Einleser" zu gewähren. Dann geht die Sache einfach schneller. Bei ganz großen Events mit Einläufen von jeweils über hundert Teilnehmern sind sogar zwei Auswertungsteams anzuraten, die sich von Lauf zu Lauf abwechseln und so überlappend arbeiten können. Eine andere Fehlerquelle besteht oft darin, dass die Auswertung kilometerweit vom eigentlichen Geschehen postiert ist und auf Änderungen nur zeitversetzt und träge reagieren kann. Siegerehrungen lassen dann oft über eine Stunde lang warten, gibt's Unregelmäßigkeiten (im Cross kann das schnell passieren) kann es dann auch bis zu drei Stunden dauern. Schnelle Ergebnisse gibt's nicht, das Rätselraten um den Mannschaftssieger wird zum Geduldsspiel. Hektik, miese Laune aller Beteiligten, Unruhe und gegenseitige Schuldzuweisungen sind die Folge. Alles unnötig, selbst in einem normalen Campingbus ist eine Auswertung für 400 Teilnehmer spielend unterzubringen, ein Stromaggregat ist meist auch leicht aufzutreiben. Die Siegerehrung sollte höchstens (ohne Einspruch) dreißig Minuten nach dem letzten einlaufenden Läufer stattfinden. Die Vorab-Ergebnisse müssen sogar noch schneller im Bereich der Laufstrecke veröffentlicht werden.

Urkunden und Ergebnislisten

2007-02-16-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-2Schöne, dicke Urkunden mit Papiergewichten über 200 g sind eine feine Sache, wer sich aber schon einmal damit am Drucker geplagt hat, kehrt schnell zum gängigen Gewicht von 150 bis 170 g zurück. Wem das Ganze zu lasch ist, der kann die Dokumente letztendlich noch laminieren. Dann kann's wirklich Hunde und Katzen regnen. Das schöne Stück wird locker alles unbeschadet überstehen. Zu den Ergebnislisten ist zu sagen, dass kaum noch welche in Papierform gebraucht werden. Selbst bei Landesmeisterschaften pendelt sich der Absatz unmittelbar nach Abschluss der Veranstaltung bei vier bis fünf Stück ein. Die Veröffentlichung im Internet nimmt jedoch immer mehr an Bedeutung zu. Es sollte eigentlich inzwischen jeder Veranstalter in der Lage sein, diesen Service bis ca 2-3 Stunden nach dem Veranstaltungsende anbieten zu können. Todsünde ist, wenn man das gute Stück erst Tage später veröffentlicht. Einmal ganz im Ernst - wie sollen denn die vielen freien "Pressemitarbeiter" unter den Betreuern Infos an die Regionalzeitungen weitergeben können, wenn ihnen wichtigstes Instrument, die Ergebnisliste, dazu vorenthalten wird.

Öffentlichkeitsarbeit

2007-02-16-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-2Die rechtzeitige Anmeldung ihrer Veranstaltung im Sommer des vorhergehenden Jahres hat zwar nicht direkt mit der Öffentlichkeitsarbeit zu tun, gibt Ihnen aber die Gewähr, dass Ihr Crosslauf in allen offiziellen und inoffiziellen Kalendern erscheinen wird, sofern Sie dem etwas nachhelfen (Anzeigen etc.). Außerdem haben Sie nun schon einmal die Grundlagen für Ihre Veranstaltung geschaffen. Werbung über einen Folder will auch wirtschaftlich überlegt sein, die Kosten für den Druck sollten Sie auf alle Fälle durch Anzeigen abdecken. Wenn Sie hier fleißig sind, kann Ihnen sogar noch etwas übrig bleiben. Die oft aufwendigen Arbeiten am Design der Broschüre erfordern viel Geschick und vor allem Zeit, machen aber schon etwas her. Im Vorfeld der Veranstaltung sollten Sie nicht erst warten, bis die regionale Presse auf Sie zukommt, sondern offensiv mit einer Vorschau und Veranstaltungsinfos an die örtliche Presse rangehen. Die fast bei allen Vereinen inzwischen vorhandene Homepage bietet ebenfalls eine tolle Plattform zur Vorabinformation. Anfahrtsbeschreibungen und rechtzeitig veröffentlichte und immer wieder aktualisierte Teilnehmerlisten sind wichtige Hinweise für Ihre Teilnehmer. Ihre gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Zeitung wird einen Quantensprung nach vorne machen, wenn Sie diese unmittelbar nach der Veranstaltung mit einem Bericht plus Ergebnisliste plus eventuellen Fotos auf dem digitalen Weg per E-Mail bedienen. Legen Sie sich eine digitale Fotodatenbank zu. Es lohnt sich. Ein noch so schöner Bericht drei, vier Tage später, am Donnerstag oder Freitag, ist nicht einmal mehr die Hälfte wert. Im Zeichen der EDV ist Schnelligkeit der absolute Trumpf.

Fotos: DM-Cross 2003 (Archivbilder)

Crossveranstaltungen richtig gemacht

Tipps zum Gelingen einer Crosslauf-Veranstaltung

 

Zeitplan und Durchführung

2007-02-18-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-318. Februar 2007 (Ring) – Gehen Sie lieber einmal das Risiko von zehn Minuten Verspätung bedingt durch einen straff gehaltenen Zeitplan ein, als dass Sie sich durch ein Sechsstunden-Mammutprogramm mit Miniläufen für wirklich jede Altersklasse und vielen großen Pausen dazwischen, durchquälen. Nicht immer scheint bei Crossläufen die Sonne mit fünfzehn Grad vom Himmel. Alle Beteiligten werden es Ihnen danken. Die letzten Bezirksmeisterschaften haben wir in knapp neunzig Minuten mit über zwei hundert Teilnehmer/Innen in nur vier Laufentscheidungen durchgezogen und selbst da ist einigen Zuschauern schon recht kalt geworden. Zusammenlegung von Altersklassen heißt die Zauberformel, auf der Straße läuft schließlich auch alles miteinander. Siegerehrungen sollten unmittelbar nach den jeweiligen Läufen direkt an der Strecke durchgeführt werden. Der Rahmen dafür hängt natürlich von der Größe des Crosslaufes ab.

Infrastruktur

2007-02-18-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-3Damit ist das ganze Drum herum mit Toiletten, Umkleiden, Organisationsräumen, Verpflegung etc. gemeint. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass es immer einfacher ist, eine bestehende Infrastruktur in der Nähe des Parcours zu nutzen, als eine solche mit Zelten, Clohäuschen, Ständen und Fahrzeugen aufbauen zu müssen. In der Nähe heißt dabei immer in einem Umkreis von ca 200 bis 300 Metern zum Streckenzentrum, möglichst mit Start und Zielbereich. Eine Strecke kann noch so schön sein. Wenn sie mitten in der Wildnis liegt, wird es schwer werden, drum herum ohne größeren finanziellen Aufwand eine gute Veranstaltung zu machen. Bei größeren Events sollten Sie die nötige Strom- und Wasserversorgung mit Fachleuten besprechen. Sie glauben gar nicht, wie schnell ein Stromkreis von ein paar Haushaltsmaschinen lahmgelegt wird. Besonders peinlich ist es, wenn exakt dort auch noch die Lautsprecheranlage und die EDV angeschlossen war. Crossläufe sind oft Schlammschlachten. Bieten Sie deshalb allen Teilnehmern eine Möglichkeit an, ihre Spikes außerhalb der Umkleidekabinen sauber machen zu können. Damit ersparen Sie sich im Anschluss deftige Reinigungskosten für die Umkleide- und Duschräume. Zu den Umkleideräumen muss ferner gesagt werden, dass eben solche in ausreichender Form vorhanden sein sollten, pro hundert Teilnehmer mindestens zwei. Ferner ist anzuraten, mit den Besitzern des Laufterrains (meistens sind das Kommunen oder öffentliche Einrichtungen) die "Flurschäden" des Crosslaufs und deren Beseitigung schon im Vorfeld zu regeln. Damit gehen Sie viel Ärger nach der Veranstaltung aus dem Weg. Das Uni-Gelände in Regensburg hat jedenfalls nach den Deutschen Meisterschaften wie ein Schlachtfeld ausgeschaut.

Personalbedarf und Leitung

2007-02-18-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-3Das richtige Planen des Personalbedarfs ist auch so eine Sache. Selbst beim kleinsten Cross ohne selbst verwaltete "Fressmeile" und sonstigem Schnickschnack, braucht man sicher nicht unter zwanzig Helfer. Größere Veranstaltungen haben dann schon andere Kennzahlen. Pro hundert Teilnehmer jeweils zehn Helfer zusätzlich zum Grundbedarf ist ein knappes, aber machbares Verhältnis. Als Organisationschef sollten Sie am Veranstaltungstag von allen speziellen Aufgaben entbunden sein. Nur so können Sie die Fäden sicher in der Hand halten, wobei sich hier Handfunkgeräte bzw. eine Handy-Liste der wichtigsten Leute als äußerst hilfreich erweisen, weil man im Gewirr der Leute den Ansprechpartner selbst im Umkreis von fünfzig Metern nur schlecht findet. Alle Entscheidungen, auch die der Verbandsoberen, dürfen nur über Sie laufen, schließlich halten Sie auch den Kopf für die ganze Veranstaltung hin. Wie gut Ihr Event läuft, hängt natürlich von der Güte Ihrer "Stabchefs", den Obleuten für die verschiedenen Bereiche ab. Erziehen Sie sie zur Selbstständigkeit, damit sie Ihnen nicht nur bei jeder Kleinigkeit ein Loch in den Bauch fragen, sondern eben schon Lösungen anbieten können. Nur so können Sie im Problemfall blitzschnell reagieren. GAU's werden Sie niemals in den Griff bekommen, wenn Einweisungen erst unmittelbar vor dem Wettkampf stattfinden. "Was ist, wenn …" sollte schon Tage vorher in aller Ruhe durchgespielt werden.

Moderation und Beschallung

2007-02-18-crossveranstaltungen-richtig-gemacht-3Eine Flüstertüte und der Organisationschef selbst am Mikrofon ist die schlechteste aller Lösungen. Sie werten Ihre Veranstaltung mit einem fachkundigen Sprecher, vielleicht sogar deren zwei, die eben dann miteinander nicht nur ansagen, sondern eben moderieren, um Klassen auf. Diese Fachmänner lohnen sich für größere Events auf alle Fälle, waren aber leider selbst bei Deutschen Crossmeisterschaften der letzten zehn Jahre nicht immer usus. Sollten Sie solch Personal engagiert haben, müssen Sie denen auch professionelles Handwerkszeug anbieten mit genügend großen Lautsprechern in ausreichender Anzahl und mit den heute üblichen schnurlosen Mikros. Pausen sollten mit der passenden Musik zum Ereignis gefüllt werden. Interviews der Sieger/Innen lockern das Ganze auf. Glauben Sie ja nicht, dass eine lockere Moderation so einfach vom Himmel fällt. Die Leute, die so etwas machen, kennen sich meist in der Szene verdammt gut aus, eine spröde Ansage, wie man sie im Stadion immer noch all zu oft antrifft, ist beim Cross völlig unangebracht. Eins sollte Ihnen aber auch klar sein. Wenn Sie den Sprecher "verhungern" lassen, ihm die Lauflisten vorenthalten, die Ergebnisse zu spät bringen, wird er auch nur allgemeines Zeug reden können. Nirgends ist die Bringpflicht so wichtig wie hier.

Eins sollte Ihnen nach all den Erläuterungen klar sein: Crosslauf kann man nicht nebenbei machen und locker damit Geld machen kann man auch nicht. Was den Cross so faszinierend macht, ist, dass Ihrer Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt sind. Wenn Sie nun noch das Glück haben, Olympiasieger wie Nils Schumann oder Dieter Baumann am Start zu haben, kann Ihnen auch das mieseste Wetter keinen Strich mehr durch die Rechnung machen.

Fotos: DM-Cross 2003 (Archivbilder)