Trainer sollen trainieren, Funktionäre funktionieren

Trainer und Athleten brauchen dringend „Hilfen“

 

2007-12-23-trainer-sollen-trainieren-funktionaere-funktionieren-teil123. Dezember 2007 (Pöhlitz) - Im Vorfeld der Nominierung für die Olympischen Spiele und im Nachgang zu den Weltmeisterschaften 2007 wird allerorts in den Medien die zu geringe internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Athleten und die mangelnde Präsenz bei den großen Leichtathletik-Events des Sommers kritisiert. In vielen Disziplinen bekommen unsere Athleten derzeit dort nicht einmal einen Startplatz. Der Baustellen gibt es viele. Die Arme von Trainern und Athleten sind aber zu kurz, um dies zu korrigieren.

Bei den letzten Weltmeisterschaften konnten vom DLV von 129 möglichen Startplätzen (ohne Staffeln) wegen mangelnder Leistungsfähigkeit nur 46 besetzt werden. Trotzdem waren die Ergebnisse von Osaka 2007 für den DLV erfreulich, ein dezenter Aufschwung, der hoffentlich zu einem positiven Ergebnis in Peking führt. Wenn aber für 83 Plätze keine Leistungsträger da sind, haben wir ein Problem. Die Vorbereitung auf die OS 2008 und die WM 2009 in Berlin ist im vollen Gange. Athleten und Trainer stehen in diesem Zusammenhang immer im Zentrum der Diskussion. In diesem Prozess müssten die Funktionäre mehr Verantwortung übernehmen.

Alle haben bei der Fußball-WM, Handball-WM und auch beim ISTAF 2007, beim Weltfinale in Stuttgart gesehen, unsere Zuschauer wollen Spitzenleistungen vor allem von unseren Athleten und ihren Kampf um den Sieg. Wir müssen zurück in die Medien, Leichtathletik muss wieder eine ständige Präsenz vor allem im Fernsehen erhalten. Im Vorfeld der WM 2009 ist das besonders wichtig.

Auch wenn die Leichtathletik-Coaching-Academy in erster Linie den Bereich Lauf / Gehen auf dem Weg aus dem Tal, sicher manchmal auch für den einen oder anderen ein wenig unbequem, aber hoffentlich hilfreich - unterstützt, Osaka hat gezeigt, dass es im DLV nicht nur diese Baustelle gibt. Deshalb bieten wir unsere Plattform auch allen anderen Disziplinen an, die sich den Weg wieder nach oben zum Ziel setzen. Wir suchen nach Reserven und Möglichkeiten, Ideen und Wegen, möchten anregen und motivieren, damit unsere Sportler auf breiter Front in die Leistungsspitze zurückkehren. Wir haben bewusst die Nische Leistungstraining gewählt, weil langjährige Erfahrung lehrt, dass man sich mit viel Arbeit und vor allem neuen Ansätzen aus einem Tief wieder nach oben arbeiten kann. Wir sind überzeugt, auch der Laufbereich kann wieder Anschluss an frühere Zeiten finden und es muss keiner mehr wegsehen. Was die Wirtschaft und einige andere Sportarten in Deutschland können, muss auch die Leichtathletik auf möglichst breiter Front schaffen, den Anschluss ans Weltniveau.

Damit unser Beitrag aber nicht zu falschen Schlussfolgerungen führt soll eingangs nochmals unterstrichen werden, dass selbstverständlich die Sportler gemeinsam mit ihren Trainern die Leistungen zu erarbeiten haben. Die Erfahrung ist:

wer im Vergleich zu den Weltbesten zu wenig „tut“ hat auch kein Recht auf deren Erfolge. Im Hochleistungssport zählt nur die erbrachte Leistung, nicht das wenn und aber und ich hätte ja eigentlich mehr gekonnt, wenn…

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Nachdem sich alle seit langem daran gewöhnt haben, die Ursachen für die vielen DLV-Leistungsschwachstellen immer wieder den Trainern und Athleten anzulasten, möchten wir heute einmal die Funktionäre in die Verantwortung mit einbinden:

die Funktionäre schaffen für Trainer und Athleten die Bedingungen und Voraussetzungen für Spitzenleistungen, dazu gehören auch die Leistungsstrukturen
     » das erfordert dass Funktionäre auch funktionieren.

Der Leistungs- und Hochleistungssport darf weder der Wirtschaft, wie es Runners-point Chef Daniel Kumelis gerne sehen würde, noch dem DLV-Verbandsrat mit all seinen Interessen und Lobbys überlassen werden. Der Hochleistungssport braucht eine eigenverantwortliche personell schmale, aber effektiv gestaltete Handlungsstruktur mit einem voll verantwortlichen Leistungssportdirektor an der Spitze. Die gegenwärtige internationale Präsenz der Leichtathletik ist das Ergebnis auch veralteter Strukturen.

In der Literatur, in Lexikas, im sportwissenschaftlichen Lexikon von Röthig findet man, was eigentlich Funktionär bedeutet. Haben Sie es gewusst:

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Leider treten dabei auch Differenzierungen in Funktionseliten und Leistungseliten (Machteliten) innerhalb der Funktionäre auf, bis zur Aussage: die ihre „Macht“ auch nutzen um die Leistungen anderer zu „missbrauchen“.

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In Kurzfassung: ein Funktionär soll…
seine Mitarbeiter durch Überzeugung, Freundlichkeit, Teamgeist, Vorbild gewinnen, motivieren, begeistern, anregen, muss organisieren, entscheiden, selbst gestalten, Vorgaben von oben umsetzen, selbständig denken, handeln und kreativ sein.
Dass sie Verantwortung übernehmen müssen macht Funktionären oft Angst, Angst etwas falsch zu machen, falsche Entscheidungen zu treffen. Da es sich in der Regel um Wahlfunktionen handelt sind sie oft nicht auf die Aufgabe genügend gut vorbereitet, mit der täglichen Praxis überfordert und viel zu sehr auf ihre Wiederwahl fokussiert. Deshalb passiert in vielen Fällen besser wenig oder nichts. Es fehlt an Ideen, Bewegung und Erkenntnissen, die in ihrem Verantwortungsbereich selbstständig in die Praxis umgesetzt werden müssten. Dafür könnte man sich das Wissen und den Erfahrungsreichtum der Mitarbeiter oder sogar der weiter oben zu nutze machen. Nein besser keine Schwächen zeigen, wer sich äußert könnte ja etwas Falsches sagen. Also bleibt´s besser beim „Alten“. Die Wiederwahl ist in der Regel mangels Konkurrenz auch so zu erwarten.
In Köln sagt ein Sprichwort: „es hat schon immer gut gegangen“!

Um die breite Palette der aktuellen Probleme nur anzudeuten möchten wir die Sorgen eines Vereinvorsitzenden einschieben, der kürzlich erzählte, dass in seine bereits gut funktionierende Kinderabteilung weitere Aufnahmen nicht möglich sind, weil keine Übungsleiter bzw. Trainer für diese Arbeit zu finden sind! „Der Ansturm ist gewaltig, wir könnten noch viele Kinder ins Training integrieren, die Eltern rennen uns die Bude ein, aber wir finden keine Trainer, dabei würden wir zunächst einmal gar nicht nach der Ausbildung fragen“.

Liebe Funktionäre: bitte denken Sie einmal darüber nach, wie wichtig gerade an der Basis die breit angelegte Grundlagenarbeit notwendig ist. Erarbeiten sie auch dafür ein Konzept für ganz Deutschland und handeln sie schnell. Wir haben nicht nur einen gewaltigen Bedarf an Talenten, sondern auch eine Mitverantwortung für die Gesundheit unserer Kinder. Bedenken Sie aber gleichzeitig, dass ein solches Konzept erst dann für die Leichtathletik vollständig ist, wenn es auch sichert, dass die Talente eines Tages oben ankommen. Die größte Schwachstelle liegt nach wie vor im Übergang so zwischen 17 – 20 Jahren. Noch eine Bitte, überlassen sie Kinder und Jugendliche im Leistungstraining nicht unausgebildeten Hobby-Trainern. Auch das ist ihre Verantwortung. In diesem Zusammenhang noch eine weitere Bitte:

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Bedenken sie vielleicht auch, dass Bewegung die Gesundheit fördert und mehr Sport zur Persönlichkeitsentwicklung einen wesentlichen Beitrag leistet. Das mit der Bildung (mit dem Geist) funktioniert vielleicht nicht richtig (Pisa-Studie), weil das mit dem gesunden, leistungsfähigen Körper an vielen Stellen hapert.

Unser Anliegen ist die Olympische Leichtathletik, die Disziplinen die bei den Olympischen Spielen auf dem Zeitplan stehen. Es geht uns um Voraussetzungen und Bedingungen für Trainer und Athleten, eben bei diesen Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften auf möglichst breiter Front erfolgreich zu sein und im Nachwuchsbereich dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Wissen allein reicht nicht. Auch resignieren bringt keine Veränderungen. Bei zu Vielen hat man das Gefühl, dass sie genau vor dieser Wand halt gemacht haben. Auch die Funktionäre in den Landesverbänden dürfen sich nicht länger der Verantwortung für den Leistungs- bzw. Nachwuchsleistungssport entziehen. Fortschritte setzen Veränderungen voraus.

Nachfolgende Aufgaben unterstreichen die Kompliziertheit des Weges bis zu Topleistungen. Aber ohne diese Voraussetzungen geht nichts!

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Bedingungen und Voraussetzungen für Spitzenleistungen im Lauf / Gehen und vielen anderen leichtathletischen Disziplinen:

  • Trainingszeit für 2 x tägliches Training +
  • Physiotherapie
  • Optimale Trainingsbedingungen, Trainingsstützpunkt, Partnertraining
  • Tägliche Trainerbegleitung durch qualifizierte, erfahrene Trainer
  • Optimaler Zugang zu sportmedizinischer und psychologischer Begleitung, Ernährungsberatung
  • Laktatsteuerung, Leistungsdiagnostik - regelmäßig
  • Wohnbedingungen, Verpflegung, Mobilität (Fahrzeug)
  • 4 - 5 Trainingslager im Jahr, davon 3 x 3-5 Wochen Höhentraining oder auch mehr
  • Sportlerfinanzierung, Aufwandsentschädigung (Unabhängigkeit), Reisekosten, Verdienstausfall
  • Ausreichende optimale Wettkampfteilnahme im In- und Ausland
  • Management zur Sicherung dieser Bedingungen

Um solche Voraussetzungen zu schaffen ist bei den derzeit allerorts mangelnden Finanzen eine Konzentration der Kräfte und Finanzen ein Ausweg, den wir favorisieren. Dies wären z.B. DLV - Trainingsstützpunkte für bestimmte Disziplinkonzentrationen. Das könnten auch Zentren z.B. für einen Umkreis ~100 km und mehr mit einer Infrastruktur sein, die auch den dualen Weg Studium/Beruf/Leistungssport möglich machen. Ohne solche Bedingungen geht es zukünftig nicht mehr. Ein einmal vierzehntägiges Stützpunkttraining nützt wenig. Die Besten könnten so in Disziplinbereichen regelmäßig gemeinsam trainieren, das Entwicklungstempo würde steigen. Was im Fußball geht, sollte auch in der Leichtathletik möglich sein. Dort kommt keiner auf die Idee, im Dorfverein Nationalspieler zu werden. In der Leichtathletik beanspruchen aber viele schmal ausgebaute Provinzsysteme für sich auch die Kompetenz der Ausbildung von Olympiateilnehmern. Die wichtigste Voraussetzung für eine solche Aufgabe wären fachlich kompetente, für den Leistungssport qualifizierte Diplom -Trainer oder Diplom-Sportlehrer vor Ort, mit dem baldigen Ziel hauptamtlich arbeitender Coaches. Das ist natürlich nicht an jedem Ort möglich wo sich ein Talent zeigt.

Trainer sollen trainieren, Funktionäre funktionieren

Bildungs- und Ausbildungsoffensive vor allem für Trainer dringlich
Fachkräftemangel, „Ingenieure und Dipl.-Ingenieure für Leistungssport“ fehlen


 

2007-12-26-trainer-sollen-trainieren-funktionaere-funktionieren-teil226. Dezember 2007 (Pöhlitz) - Eine schnelle Wirksamkeit einer solchen Maßnahme ohne Reibungsverluste macht die Vorbereitung, Qualifizierung des ausgewählten Personals, auch für viele Funktionäre, erforderlich. Unsere derzeitige Situation beweist, dass die vom DLV bereits angekündigte Ausbildungsoffensive vor allem für im Leistungs- und Hochleistungstraining tätige Trainer in den Vereinen, für die Landestrainer oder auch für die für den DLV tätigen Verbandstrainer – einschließlich der im Jugend-Aufbautraining – dringlich ist. Wie soll aber ein neben seinem Beruf für ein wenig Honorar arbeitender Verbandstrainer die Aufgaben eines Bundestrainers erfüllen, er hat doch nicht einmal Zeit für seine eigene Qualifizierung.
Wie in der Wirtschaft fehlen gute „Ingenieure und Dipl.-Ingenieure für Leistungssport“, nicht nur für den Spitzenbereich. Sicher könnte man auch einmal darüber nachdenken, dass zur Ausbildung von Trainer-Eliten nach dem Vorbild der gegenwärtig entstehenden Elite-Universitäten eine qualifizierte Ausbildungs- bzw. Fortbildungseinrichtung hilfreich wäre. Auch nach der WM 2009 in Berlin gibt es weiterhin Spitzenleichtathletik.

Die aktuelle Praxis der Wirtschaft, der Sponsoren und der Medien, mit bereits errungenen Goldmedaillen auf der sicheren Werbe-Seite zu sein und erst dann Geld oder TV-Präsenz zur Verfügung zu stellen, darf nicht zur Resignation führen.

Aus der Trainingspraxis weiß man, dass unbefriedigende Ergebnisse einer Arbeit immer auch mit der Qualität der Arbeit, aber auch mit der Qualität des Materials, mit Bildung verbunden werden müssen. Ist dies der Fall, wird in der Wirtschaft etwas unternommen. Es gibt eine DLV-Trainerschule, eine Trainerakademie, ein BISP, ein IAT, eine Abt. Leistungssportforschung an der DSHS Köln, Verbandsärzte und viele Sportwissenschaftliche Institute die sicher mit ihrem Personal – vielleicht in einer Kooperation - helfen könnten. Aber man sollte für den Bereich Lauf / Gehen auch über den Zaun schauen, die besten Trainer anderer Länder als Referenten verpflichten, die besten Trainer z.B. in Kenia oder Äthiopien oder… in ihren Ländern vor Ort bei ihrer Arbeit beobachten, konsultieren. Viele Jahre hat Deutschland West und Ost unendliche Entwicklungshilfe mit Auslandstrainer-Seminaren geleistet, jetzt sollten wir uns nicht scheuen und schämen einmal anderen über die Schulter zu schauen. Ein Erfahrungsaustausch mit den Trainern, die in den letzten Jahren in diesen Ländern waren würde auch schon ein Schritt sein.
Wer übernimmt für mehrere Wochen die „Beobachtung/Konsultation“ z.B. in Äthiopien, Kenia oder und Marokko und gibt anschließend seine gemachten Erfahrungen an unsere Trainer weiter. Auch für die Zeit nach Olympia gilt es keine weitere Zeit zu verlieren. Wenn man sich die Teilnehmerliste der Trainer an der DLV-Höhenkonferenz 2007 ansieht, muss man sich fragen, ob viele für sich überhaupt Bedarf sehen, ob sie qualifizierte Fortbildung überhaupt wollen. Es waren noch nicht einmal alle Verbandstrainer da.

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Ohne Partner-Firmen-/Universitäten und Sponsoren sind Spitzenleistungen unmöglich

Allen ist sicher bewusst, dass ein zweimal tägliches Training + Physiotherapie + alle dazu gehörigen Notwendigkeiten – wie sie oben aufgeführt sind – ohne Partner-Firmen, den OSP´s, den Landesregierungen, Städten und Sponsoren, die die entsprechenden Bedingungen zeitweilig (Verträge über einen Zeitraum einer Olympiade) sichern, nicht möglich ist. Damit wird auch klar, dass die Gewinnung solcher Partner (bestimmt sind sie auch unter ehemaligen Leichtathleten zu finden) nicht allein Aufgabe des DLV sein kann, sondern DOSB, die Landessportbünde und die DLV-Landesverbände innerhalb ihrer Regionen ihren Beitrag für eine solche Aufgabe leisten müssen. Auch die Vereine, die Olympia- oder WM-Kandidaten in ihren Reihen haben, sollten überlegen, wie sie deren Vorbereitung durch eine zeitweilige Finanzkonzentration besser sichern könnten. Das Geld soll ja nicht in den Taschen der Athleten ankommen, vielmehr

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In Köln macht man sich Gedanken wieder eine Sportstadt zu werden, dabei wird – wenn man die Presse verfolgt – in erster Linie über Fußball geredet. Glücklicherweise haben die Leichtathleten der Deutschen Sporthochschule und der ASV ein Zeichen gesetzt, ohne das man das Gefühl hat, dass sie für einen künftigen Leistungsfortschritt große Unterstützung von der Kommune erhalten. Dafür beschäftigt der 1.FC Köln (2.Liga) alle, in den Medien täglich auf mehreren Seiten.
Wenn man beobachtet wie ein scheinbar großer aus der Leichtathletik IAAF– Funktionärs – Riege wie Prof. Diegel in Interviews betreffs Verkauf des Stuttgarter Stadions an den Fußball oder zu Fragen weltweiter Doping-Trainingskontrollen ganzjährig, seit Jahren nicht nur seine Machtlosigkeit in dieser Funktion demonstriert und keinen rechten Ausweg weiß, muss man sich schon Sorgen um die Zukunft machen. Die Unterschiede zwischen Sport (den viele Sportarten außerhalb des Fußballs die bereits im Fernsehen keinen Platz mehr haben) und Fußball sind schon gewaltig, allein wenn man an die Finanzen denkt, mit denen im Fußball – auch bei den Trainervergütungen – um sich geschmissen wird. Und die Politik, Städte und Gemeinden helfen kräftig mit und tolerieren. Alle haben sich damit abgefunden, dass die ARD-Samstagsportschau sich ausschließlich mit Fußball beschäftigt, dass der organisierte tägliche Sport für unsere Kinder und Jugendlichen in vielen Städten und Gemeinden Stiefkind ist und dringender Aktivitäten und auch Hilfen bedarf, auch durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Auch sie kennen nur Quoten.
Vielleicht kommt einmal jemand an dafür verantwortlicher Stelle auf den Gedanken, dass in vielen oft leer stehenden Sportanlagen sofort Betrieb wäre, wenn dort Trainer arbeiten würden und die ihren Arbeitsnachweis über funktionierende Trainingsgruppen erbringen müssten. Sportanlagen (auch Sporthallen) sind nur funktionstüchtig, wenn dort auch Trainer, nicht nur Platzwarte, arbeiten. Vielleicht kommen Sie auch mal auf den Gedanken die Diskrepanz zwischen der Finanzierung der Kunst gegenüber dem Sport, vor allem dem Kinder- und Jugendsport, durch unsere Regierung und die Landesregierungen gerade zu rücken.

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Wir hoffen deshalb dass sich viele Funktionäre, das Fernsehen, Bürgermeister, Sportbürgermeister, Landesregierungen, Abgeordnete, aber vor allem die für die Leichtathletik verantwortlichen in den Landesverbänden, ab sofort unserer Ideen-Börse anschließen und zukünftig für die Olympische Leichtathletik „funktionieren“. Vielleicht erinnern sie sich auch an den vor nun schon vielen Jahren für die Wirtschaft, für ganz Deutschland wirksamen Schlager, den heute noch alle kennen und geben sich einen Ruck: „Nun wird wieder in die Hände gespuckt, wir …“ (…kehren bald auf breiter Front in die Weltspitze zurück – auch ohne die Doping-Ausrede). Auch weil wir 2009 die Weltmeisterschaft im eigenen Lande haben.

In diesem Zusammenhang haben viele ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass der Generalsekretär des DLV soviel freie Kapazität hat, dass er kürzlich die Verantwortung für die Vorbereitung der WM in Berlin mit übernommen hat und dort auch regelmäßig präsent sein will. Als ob es nicht in Darmstadt, im DLV-Verbandsrat und in den Landesverbänden, aber auch in den Vereinen genug ungelöste Aufgaben / Baustellen im Zusammenhang mit der Olympischen Leichtathletik, mit den Leistungen der deutschen Athleten, mit der Leistungssituation in den Landesverbänden, mit dem Trainerangebot, den wenigen Sponsoren, mit den Finanzen usw. gäbe. Gibt es tatsächlich im DLV keinen fähigen Kopf, der diese Aufgabe zur Zufriedenheit des Verbandes in Berlin lösen könnte? Viele Weichen müssten doch baldmöglichst in eine neue Richtung gestellt werden, aber dafür müssen Weichensteller im Stellwerk arbeiten.

Außerdem sind bereits nach 2008 schon 2012 die nächsten Olympischen Spiele. Da wird der DLV an weiteren echten Fortschritten gemessen. Vielleicht können Sie schon bei einer ihrer nächsten Sitzungen (auch die der Landesverbandspräsidenten mit dem DLV und seinem „General“) einmal über diese Themen diskutieren? Nach den Medienberichten zu urteilen war dies wohl bei der letzten Herbst -Tagung nicht der Fall. Aber man kann doch in der gegenwärtigen Situation nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

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Waren Sie Beteiligte an den notwendigen Veränderungen haben Sie später einmal das gute Recht gemeinsam mit den erfolgreichen Sportlern stolz zu sein, stolz nicht nur auf ihre Region, ihren Verein, ihren LV, sondern vielleicht auch auf die konkurrenzfähige deutsche Leichtathletik die wieder regelmäßig im Fernsehen präsentiert wird, die nicht resigniert hat und darauf, dass auch sie funktioniert haben.

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