Für das Klima in Doha und Tokyo schon einmal vordenken

Überhitzung, Lichtschäden, Ozon, Schweiß, Wind und Dehydration

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© Lothar Pöhlitz* – 22. April 2019 - Bevor es zu spät ist, könnte man sich ja schon einmal Gedanken machen. Wir wissen, dass die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 im warmen Doha und die Olympischen Spiele 2020 im „schön warmen“ Japan stattfinden. Wir wissen auch, dass hohe Temperaturen, ungewohnt hohe Luftfeuchtigkeiten, Sonneneinstrahlung, Ozon, der Wechsel zwischen Außentemperaturen und klimatisierten Räumen und der Wind für die Mittel- und Langstrecken bei den Wettkampfhöhepunkten WM oder OS einen großen negativen Einfluss auf die Laufleistungen haben können. Wir wissen auch, dass es kurzfristige und auch längerfristige Möglichkeiten der Vorbereitung auf solche Bedingungen gibt.

Die „ich will - wir wollen - Motivation“ entscheidet auch für Begabte über ihre läuferische Zukunft

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© Lothar Pöhlitz* – 8. April 2019 - Nur wenige Wochen hat Konstanze Klosterhalfen in ihrem neuen „Super-Oregon-Team bei ganz tollen Bedingungen und einer unbeschreiblichen Atmosphäre“ – wie sie berichtete - trainiert um über 1500 m und 3000 m in der Halle, mitten im deutschen Winter, neue tolle Bestzeiten, sogar mit veränderter Taktik“, zu präsentieren. Ursache: Die Trainingsstruktur ist anders aufgebaut als ich es bisher in Deutschland kannte, die Tempoeinheiten sind intensiver, die Läufer auf einem höherem Niveau und ich will in die Weltspitze“, schilderte sie die Bedingungen in ihrer neuen zehnköpfigen Trainingsgruppe während ihres aktuellen Deutschland-Aufenthaltes (16.2.2019 Harald Koken). Mit diesen Wechsel nach Amerika hatte der DLV wohl nichts zu tun. Eingefädelt hat den Wechsel ins USA-NIKE-Trainingszentrum Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer beim RB Leipzig. Selbst einmal im DLV-Lauf-Nachwuchskader, stammen beide aus einem kleinen Ort bei Königswinter.

Interessant für unsere Trainer ist sicher das Koko bereits Mitte Januar in Seattle binnen einer Stunde 1.000 Meter (2:43,07 min) und eine Meile (4:29,06 min) lief. Zwei Wochen später in Boston 5.000 Meter in 15:15,80 Minuten und nun am 16.2. in Leipzig 8:32.47 Minuten über 3000 m. Sicher kann man sein, dass sie „nebenbei“ auch noch trainiert hat.

Alle Läufer profitieren vom Höhentraining - auch Senioren

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© Lothar Pöhlitz* - 24. März 2019 - Im Höhentraining ist die Sauerstoffmenge, die zur Laufmuskulatur transportiert wird durch einen verminderten Sauerstoffpartialdruck und damit auch die Sauerstoff-Hämoglobin-Bindung geringer. Je höher das Trainingszentrum liegt umso größer wird das Problem, weil damit ja auch die individuell aerobe Kapazität geringer ist. Dagegen soll durch Höhentraining schrittweise ansteigend angekämpft werden. Ein Vorteil ist, dass die geringere Luftdichte ein kürzeres schnelleres Laufen im Schnelligkeits- und Schnelligkeitsausdauertraining ermöglicht. In der 2. und 3. Woche eines Höhentrainings sollten man sich im Trainingsumfang, in den DL-Streckenlängen an den normalen Trainingsprogrammen von zu Hause orientieren oder sie sogar übertreffen und 2x pro Woche in der Geschwindigkeit auch nicht auf TE verzichten, die sich innerhalb ihres Aufenthaltszeitraumes von 80 zu 95 % der HFmax hin entwickeln.

Spezielle Kraft - Schnelligkeit und Pyramidentraining

Weniger Wiederholungen - mehr Gewicht und Rasendiagonalen danach

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© Lothar Pöhlitz* - 12. März 2019 - Viele Jahre dominierten auch für Spitzenläufer die „Zirkel“. Dabei erfordert reizwirksames spezielles Krafttraining ohne Muskelhypertrophie weniger schnelle Wiederholungen mit größeren Lasten. Zum Beispiel 10 – 8 - 6 - 3 technisch saubere Qualitäts-Wiederholungen, bei dem immer die letzten 2 schwer gehen sollen. Im nächsten Schritt erhöht man das Gewicht und senkt die Zahl der Wiederholungen weiter, bevor man wieder den Unterbau verstärkt. Nach dem Wintertraining soll man sich nun, in der Vorbereitungsperiode II, an der Kraftpyramide in der Abbildung unten orientieren. Dafür braucht man maximal 2 x 30-40 Minuten wöchentlich, auch nach DL-1.

AAAA - Im 2.MAZ ANDERS ALS ALLE ANDEREN

Balance zwischen steigender Belastung und Regeneration in den MIZ und MEZ

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© Lothar Pöhlitz* - 25. Februar 2019 - Inzwischen reizen die U18-U23 Klassen, die Junioren-EM- / WM und internationale Starts gegen Gleichaltrige anderer Länder zu einer früheren Konkurrenzfähigkeit. Auch der DLV will das. So hat sich die Trainingsmethodik für junge Nachwuchsläufer in den Jahren so verändert, dass ständig und dazu noch früher „reizwirksame Lehrzeit mit optimalen Pausen“ Traineraufgabe ist. Man bestimmt früher das Talent und das Muskelstruktur-Erbe und sucht die, die den anderen auffällig davonlaufen. Damit verbessern sich international die Möglichkeiten für Talente, ihre Ausbildung und den DLV.

Das Hochleistungsalter ist international inzwischen in den Altersbereich der U23 gerückt. Deshalb beginnt man am besten früher und man tut früher was man am besten kann. Die EM-Cross-Ergebnisse vor wenigen Wochen sollten den DLV animieren sofort über einen „großen Schwerpunkt Nachwuchs“ für die Zeit nach Olympia 2020 nicht nur nachzudenken. Wichtig dabei ist das oberhalb U16 das ganze Jahr Lehrzeit ist – also auch in der VP II - zur Ausbildung - natürlich auch in Schwerpunktphasen genutzt wird. Die Schnelligkeits- / Schnellkraft – Anlagen, die Ausdauerfähigkeiten, die Kraft und die Lauftechnik müssen reizwirksam verbessert werden. Dazu gehört vor allem auch den Mai als wichtigen Trainingsmonat zu nutzen und nicht schon im April durch Wettkämpfe die „Investitionszeit Qualität im Trainingsumfang“ zu verkürzen.