Kids-Bildung, Erziehung und Bewegung FOR FUTURE

Fit zur und durch Schule und Verein

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© Lothar Pöhlitz* – 20. Dezember 2019 – Natürlich bedroht derzeit das Weltklima unser aller Zukunft, aber es ist doch nicht die einzige Großbaustelle im Lande und die Welt können wir allein auch nicht retten. Greta Thunberg hat nicht Unrecht und darf zum Demonstrieren, zum „handeln jetzt“ aufrufen. Die Wahrheit aber ist doch, dass Fridays - Kinder- und Jugend-Demos am falschen Tag, von den vielen anderen Problemen in unserem Lande ablenken, aber sie nicht lösen. Sie sollten besser freitags in die Schule gehen und etwas für ihre Zukunft tun, damit nicht noch mehr eines Tages vom Staat leben müssen. Sind denn unsere Bildungs- und Ausbildungsdefizite nicht auch schlimm? Immer wieder wird auf die vielen offenen Fragen und Probleme, auch von Erwachsenen, hingewiesen, beantwortet, noch besser, gelöst werden sie selten.

Gerade zeigt sich auch, dass, wer das Klima verändern will, Personal mit Intelligenz braucht; nicht nur mehr Windräder, sondern muss auch denen eine Antwort und Geld geben, die ihr Auto stilllegen sollen oder ihre Arbeitsplätze z.B. in der Kohle oder Kali hatten und damit ihren Lebensstandard verlieren. Deutschland braucht wieder Konjunktur, nicht nur Verbote.

Alle die in den 10 letzten Jahren die ungelösten Probleme zu verantworten haben, auch die die keinen Sender auslassen und die auf den Zug aufspringenden „Schlaumeier ohne background oder Macht aus den Parteien oder Talk-Shows“. Sie sollten bedenken, dass TV-Euphorie, Forderungen, Kritiken und Widersprüche allein zu wenig sind, die vielen Langzeit-Baustellen in Deutschland sind doch das Ergebnis von Versäumnissen. Ansprüche und Realität klaffen weit auseinander. Handeln, verändern, wäre die Aufgabe der Stunde.

Kids-Bildung, Erziehung und Bewegung ist eine dieser Großbaustellen

Stillstand überwinden, jetzt. Wir sind nicht nur in der Digitalisierung, in der Infrastruktur, in der internationalen sportlichen Konkurrenzfähigkeit im Rückstand. Eine dieser Riesenbaustellen ist die Kids-Bildung, Erziehung und Bewegung in den unterschiedlichsten Schulformen und Vereinen. Dafür müssten sich endlich die dafür Verantwortlichen bewegen, investieren, vor allem die die in unserem Lande für Bildung, Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder zuständig sind. Vor allem muss die Bundesregierung ihre innenpolitische Verantwortung wahrnehmen und ihnen den Auftrag erteilen. Die Zukunft erfordert Handeln, jetzt.

Man könnte sich diese bisher völlig vernachlässigte Aufgabe, die für die Gesundheit in unseren Ländern so zukunftswichtig wäre, aber auch den Repräsentationssport für die einstige Sportnation, neben dem Fußball, unter das Motto stellen

„Fit zur und durch Schule und Verein“

        Schon im Studium hat man uns vermittelt, dass die Schule einst geschaffen wurde, damit Kinder ab der 1.Klasse, außerhalb des Elternhauses, von Lehrer-Fach-Personal in der Bildung, Erziehung und Bewegung zu ihrem eigenen Wohle, aber auch zum Wohle aller im Lande, gefördert werden und das fördern fordern einschließt.

       „Keine Handys für Kinder unter 11 Jahren“ forderte Kinder-Ärzte-Chef Thomas Fischbach erst kürzlich in BILD. Sie wären besser beim Sport in den Vereinen aufgehoben, möchte ich dem gern hinzufügen.

       Die gerade beschlossene Ganztagsbetreuung für die 1.-4. Klassen ermöglicht die – Organisation sinnvoller sportlicher Aktivitäten am Nachmittag

       Was Deutschlands perspektivische internationale Konkurrenzfähigkeit im Sport betrifft ist sie davon abhängig unser Kindertraining wieder breiter und anspruchsvoller aufzustellen, um leistungsauffällige Talente mit Voraussetzungen für Spitzenleistungen zu finden und sie schrittweise in professionelle Bedingungen einzubinden.

Was die Bewegung betrifft stelle man sich einmal vor, dass Deutschland 2032 Olympische Spiele ausrichten und wir uns darstellen dürfen. Die dafür in Frage kommenden Talente, die für Sport hochbegabten, die Goldkörnchen, wären jetzt gerade 8-12 Jahre alt. Die WM in Doha hat uns gerade verdeutlicht das die Welt schon heute keine Angst mehr vor GERMANY hat. Die zum Weltniveau gehörenden werden immer jünger und unsere Nachwuchsleistungssportler sind in der Mehrzahl der Disziplinen, aber auch in anderen Sportarten wie Schwimmen oder Turnen auf eine WM oder Olympische Spiele mangels Bedingungen und Talenten nicht gut genug vorbereitet. Dafür sind der DOSB und auch der DLV „im Auftrage“ zuständig.

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Für unser Land und unsere Zukunft sind die Probleme rund um die Kids-Bildung und Bewegung nicht weniger wichtig als die Klimaprobleme. Sie müssten schnell parallel gelöst werden, auch mit und für die junge Generation, die Digitalisierung und selbstverständlich auch für das Klima. Aber doch nicht länger am Friday, jede Stunde Bildung die versäumt wird, ist eine zu viel. Es reicht auch nicht im Rahmen der Digitalisierung modernste Computer in die Schulen zu stellen. Man muss die Lehrer doch zuerst einmal befähigen, sie auch bedienen, optimal nutzen zu können. Deshalb muss Deutschland nicht nur in der Klimaproblematik eine Wende einleiten“ – wie Frau Merkel bei der Uno-Konferenz im September forderte - sondern beispielsweise auch in der Kids-Bildung und Bewegung.

       Dafür braucht man Fachpersonal, auch „Sport-Lehrer“ in modernen Sporthallen der Schulen, Kids-Coaches in den Vereinen und Profi-Trainer im Hochleistungssport, in Ost und West. Zuletzt brachte Annalena Baerbock (von den Grünen) auch noch Hygienemängel in Turnhallen in die Diskussion und ergänzte damit das auch die Schulsporthallen und ihre Ausstattung schon lange nicht mehr modernen Ansprüchen genügen.

BILDUNGS-AKTIVISTEN KÖNNTEN AUCH HIER EINE WENDE EINLEITEN UND SICH SELBT MEHR BEWEGEN WOLLEN

EIN BILDUNGS-BEWEGUNGS-KABINETT WÄRE AUCH DRINGEND

Die in den letzten Monaten vielfältigen und sich verstärkenden Diskussionen, selbst von der Opposition, auch um die jahrelangen Versäumnisse um die Bildung der jungen Generation und eine offensichtlich von Bund und Ländern bisher nicht ernst gemeinte Bildungsoffensive im Lande, erfordern Konsequenzen. Aber auch um die Übergewichtigen in allen Altersbereichen, um mehr Fitness und die stark gesunkene körperliche und geistige Leistungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen muss man sich endlich kümmern. Die Groko und die Bildungsministerien der Länder negieren hartnäckig, sicher auch weil sie wissen was die jahrzehntelangen Versäumnisse kosten würden. Besonders besorgniserregend ist, dass die großen Probleme des Kinder-Vereins- und Schulsports innerhalb unseres 12/13 - klassigen Schulsystems nicht wahrgenommen werden.

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Ein Goldener Plan für Sport in Schule und Verein wäre dringend

„Laut einer aktuellen Studie der Kaufmännischen Krankenkassen (KKH) ist die Zahl junger Menschen, mit Extrem-Übergewicht zuletzt um weitere 30 % gestiegen. Das Robert Koch Institut geht von rund 1,5 Millionen Kindern mit Übergewicht und mehr als 500000 Fettleibigen (Adipositas) aus“ (BILD.de vom 19.9.2019). Dazu hat die AOK analysiert, dass sich nur noch 10 % ausreichend bewegen. Da würde vor allem mehr Sport helfen. Die WHO empfiehlt Kindern über alle Altersklassen hinweg sechzig Minuten organisierte Bewegung pro Tag, die nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung gehen von deutlich höheren Werten aus: Kindergartenkinder sollten sich 180 Minuten bewegen, Vorschulkinder und Schulkinder ab der Grundschule mindestens neunzig Minuten.

H.J. Kahl, der Sprecher der deutschen Kinder- und Jugendärzte mahnte:  

       „natürlich sind auch die Schulen, Kitas und die Eltern in der Pflicht“ 

       und erfordert endlich ernsthafte Maßnahmen auch der Politik                                              

       Dicke Kinder von heute sind die kranken Erwachsenen von morgen. 

Vielleicht demonstrieren einmal Kinder- und Jugend-Bildungs- und Sport-Aktivisten für Deutschlands FUTURE, für ihre Gesundheit, Fitness, Intelligenz und internationale Konkurrenzfähigkeit in der Wirtschaft und im Sport.

Ob die Forderung in BILD vom 4.8.2019 von Annalena Baerbock (Grüne) nach einem Goldenen Plan für den Sport und in einem ersten Schritt einem jährlichen 500 Millionen Förderprogramm zur Sanierung von maroden Sportstätten in Ost und West zur Verfügung ernst gemeint war. Dem sollten gleich weitere 500 Millionen für Kids-Trainer in den Vereinen angefügt werden, damit wieder mehr Leben in die Sportstätten kommt und die Kinder mit Anspruch auf die Zukunft vorbereitet werden.

           „Den geborenen Leader erkennt man schon im Kindergarten“

                           (Herbert Henzler – Chef von McKinsey in WELT vom 2.10.2019)

Genauso wichtig wie die kürzlich veranstaltete Klimakonferenz wäre eine Kinder –Gesundheits-Konferenz für die Gesundheit und Fitness der Nation, auch um die Gesundheitskosten in Zukunft wieder zu beherrschen.

  • Bildung & Bewegung sind Basis für Deutschlands erfolgreiche Zukunft
  • Für Eltern wäre wichtig schon in der Vorschulzeit, spätestens aber ihre 8 – besser 6jährigen in einen Verein zu bringen
  • Das für die 6-10jährigen Kids-Coaches in den Vereinen arbeiten
  • Das der Schulsport revolutioniert und renoviert wird

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Eine wichtige trainingsmethodische Konsequenz, bis hinunter zum Kindertraining, müsste nun auch davon abgeleitet werden, dass nach Konstanze Klosterhalfens Wechsel in die USA, nun auch Gina Lückenkemper zu Lance Brauman in die USA wechselt, weil offensichtlich mit ihren Ergebnissen 2019 unzufrieden, „sein Training um einiges intensiver als mein bisheriges Training, ist“. Koko hatte ja auch schon „über eine größere Intensität, mehr Härte, schlaueres Training und eine große Bedeutung der Regenerationsmaßnahmen“ in ihrem neuen Training in den USA berichtet.

Bewegungskindergarten – Schul- und Vereinssport - Elternverantwortung

Die Sorgen um die anderen Nationen dominieren, Europa, Syrien, Griechenland und / oder die Welt zu retten beschäftigt unsere Politiker und Medien Tag und Nacht. Deutschland „beruhigt die Welt“ mit Millionen, um die Qualität der Bildung des eigenen Nachwuchses sorgt man sich wenig. Das einst leistungsfähige Deutschland – auch im Sport - mit inzwischen vielen persönlichen Problemen von Millionen, wird durch Proteste von Minderheiten in den Medien, durch Einwanderungsprobleme und Migranten, durch Mord- und Totschlagsberichte, fast tägliche Krimis mit Toten im Fernsehen, endlose Diskussionen um die Energiewende, Diesel- / Klimakatastrophe oder einen monatelangen Kampf der Parteien um Wählerstimmen, ums Personal, um die Macht im Lande, von seinen wahren Problemen abgelenkt. Es wird nicht mehr lange dauern und das Volk wird sich um unsere deutschen Probleme selbst kümmern oder sich noch mehr als bisher der AfD zuwenden. Nicht nur wegen der auf breiter Front sinkenden Leistungsfähigkeit der Nation und der Verschleuderung von Volksvermögen.

Die junge Generation muss lernen wieder Flughäfen, Bahnhöfe, Verkehrswege und Autobahnen zeitnah und in Qualität zu bauen und Deutschland zu modernisieren. Stromleitungen und Schienenstränge von Nord nach Süd oder West nach Ost zu verlegen oder Straßen zu erneuern sind doch nicht nur Personalprobleme für die einst stolze, leistungsfähige Nation. Ich bin selbst in den 80igern mit dem Shinkansen (seit 1964) in Japan 400 km/h gefahren. Wir kämpfen um die Ausrüstungstechnik und Pünktlichkeit, um Klimaanlagen und Geschwindigkeiten, um den Güter- und Regionalverkehr. Und wer immer wieder für ein bestelltes Bauwerk das doppelte als den vereinbarten Preis bezahlt, hat wohl die falschen Verträge abgeschlossen, eine Form mangelnder Intelligenz? Ist Ihnen auch schon aufgefallen das Deutschland bei der Verleihung der Nobelpreise zuletzt wieder nicht dabei war?

Die 68er haben gesät – Elite zum Schimpfwort gemacht – die DDR mit dem Aufbau des Sozialismus die Lebensqualität ihrer Bürger vernichtet, die Verantwortlichen in der BRD ein einheitliches Bildungssystem im Lande verhindert, wir ernten das Mittelmaß auf breiter Front jetzt, in der Wirtschaft und leider auch im Sport. Der Ruf der Firmen nach qualifiziertem Nachwuchs, Facharbeitern, das beängstigend unterschiedliche Niveau der Bildung in den Ländern, auch in der Mehrzahl der Sportarten nicht mehr gegebenen Konkurrenzfähigkeit im Spitzensport ist besorgniserregend. Die alarmierenden Meldungen zur Gesundheit und abnehmenden Leistungsfähigkeit unserer Kinder, der Jugendlichen und der vielen sich zu langsam bewegenden Übergewichtigen auf den Straßen oder auch in den Betrieben werden uns immer mehr Probleme bereiten.

Eine ganzheitliche Bildungsoffensive mit mehr Bewegung braucht das Land

Natürlich würde es irgendwann in 10 Jahren oder später auch dem Sport helfen, wenn die Nation in allen Altersbereichen wieder leistungsfähiger und gesünder wäre. Dafür müsste aber eine ganzheitliche Bildungsoffensive, die mehr Bewegung einschließt, als Bildungsqualität verstanden werden, weil nicht die Anzahl der Studierenden oder die Anzahl der Schulstunden das Bildungsniveau einer Nation ausmacht, sondern ihre Endleistungsfähigkeit, ihre Intelligenz. Seit langen warnen Ärzte und appellieren, dass dringend etwas getan werden müsse, weil die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen Anlass zu großer Sorge sind, weil:

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Die derzeitigen Waffen aber sind stumpf

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Die Regierung hat zwar dem Fett, dem Zucker, den jungen Dicken, der abnehmenden Leistungskraft den Kampf angesagt, beklagt die Fitness der Nation. Meist sind es ziemlich hilflose, oberflächliche „Scheingefechte“ ohne Hilfen der Medien und Politiker, von denen sich immer mehr einmal selbst ernsthaft mit ihrem eigenen Body-Mass-Index (BMI) beschäftigen sollten. Sie könnten ja auch Vorbild sein.

Nur mehr Bewegung macht fit und verbrennt Kalorien

Eine dankenswerte Aufgabe für den Sport (Vereine für Bewegungsübungen, Spielsportarten, Schwimmvereine, die Ausdauer der Leichtathletik, der Radsport, Aus-dauerspiele o.ä.) wäre es sich dieser Aufgabe anzunehmen. Aber nichts ist kostenfrei. Man braucht dafür aber nicht nur „Spielleichtathletik“, sondern ausgebildete Sportlehrer, Kinder-Trainer, an den Sportinstituten sind sie ja in den letzten Jahrzehnten zu Tausenden ausgebildet worden. Wo „arbeiten“ sie denn eigentlich?

Viele Eltern wären sicher zur Selbstfinanzierung für mehr geistig-körperliche Entwicklung ihrer „Liebsten“ bereit, schließlich sind ja Bundesliga-Besuche oder Fitness-Studios auch nicht kostenlos und das Übergewicht war ja auch nicht preiswert bzw. hat ihnen ja der Staat nicht verordnet. Leider hilft ihnen der Schulsport nicht in ihren Bemühungen, vielmehr verhindert die Schule derzeit oft sogar den außerschulischen Sport durch überfrachtete Anforderungen in und außerhalb der Schule. Warum war das früher alles anders.

Gemeinsam Fitness - auch den Eltern Fitness im Verein anbieten

Ansprechpartner könnten / müssen auch die regionalen Sportbünde und Vereine sein. Vereine und Firmen sollten sich mit dem Gedanken anfreunden, für die Fitness ihrer Auszubildenden, Arbeiter und Angestellten den Sport im Betrieb, was es ja früher schon gab, wieder zu organisieren. Erfahrungen lehren das Vorbild sich auch für ihre Kinder auszahlen würde. Mehr Fitness heißt auch mehr Ausdauer und Konzentration bei der Arbeit. Sie sollten aber in einen oder – in Abhängigkeit von der Größe der Firma – in mehrere, gut qualifizierte Sportlehrer investieren, weil zielgerichtete Anleitung für die Wirkung unverzichtbar ist.

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Erziehung zur Bewegung ist auch Elternverantwortung, schon ab dem Säuglingsalter - nur Bildung & Bewegung sichern Deutschlands Zukunft

Ernährung und Bewegung haben vom ersten Lebensjahr an wesentlichen Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung, auch auf die Entwicklung der Intelligenz der Kinder. Bis zum Eintritt ins Schulalter sind vor allem die Eltern für die Erziehung, für anzuerziehende Gewohnheiten, für Hygiene, Ernährung, auch für Schulung von Körpergefühl und Ausbildung der Koordinationsfähigkeiten, für Bewegungserfahrungen, für das Barfußlaufen, für den sozialen Umgang mit anderen Kindern, auch in der Krippe oder im Kindergarten zuständig, auch wenn sie nicht immer präsent sind. Die längste Zeit sind ja Eltern in diesem Altersbereich mit ihren Kindern zusammen, dies wird gerade durch die umfassende Diskussion um Kinderkrippen- und Kindergartenplätze bestätigt. Bitte tun sie mehr.

       Gesunde Kinder werden nicht dick geboren, sondern „fett“ gefüttert, wenn sie nicht krank sind, wurde uns schon im Studium vermittelt. Meine Beobachtungen bestätigen diese „Lebensweisheit“. Kinder, die im Vor-schulalter vor allem mit dem Smartphone in der Ecke liegen und geistig und körperlich nicht gefordert werden, entwickeln sich nicht so wie lebhafte, interessierte, auch körperlich geforderte Kinder (Bewegungsvielfalt). Ist es dann verwunderlich, wenn es später mit der Perspektive schwierig wird?

       Um die Quantität und Qualität des Schulsports muss endlich in den Bildungsministerien aller Länder gerungen werden. Das schließt mehr Bewegung auch in den Kindergärten ein damit die Kleinen schon fitter eingeschult werden können.

Appell an junge Eltern: Säuglinge bis zum 3. Lebensjahr vielseitig zu bewegen

Ein junger Baum mit nur 2 kahlen Ästen entwickelt sich, bildet immer neue Verästelungen, wird größer und hat am Ende viele „Abzweigungen“ mit Millionen Blättern. Das Gehirn ihres Säuglings ist in seiner frühen Ausprägung in etwa mit dem jungen, noch kahlen Baum zu vergleichen. Mit jeder neuen Bewegung, mit immer vielseitigeren Bewegungen von Händen und Füßen, mit dem Krabbeln auf einer Decke oder einer Wiese, mit jeder Erfahrung im Laufställchen, bis zum freien Laufen lernen sie dazu. Auch das Hantieren mit immer neuen Gegenständen, die sie damit kennen- und beherrschen lernen, mit der ersten Ausfahrt oder mit den ersten Schritten in der freien Natur bilden sich immer neue „Verästelungen“ im Gehirn ihres Kindes. Es lernt täglich, stündlich tausend Dinge neu und speichert sie ab, vorausgesetzt, sie bieten sie ihm an.

Eingeschlossen in diesen ständigen Lernprozess ist auch das Bewegungslernen. Je mehr sie ihrem Kind schon im frühen Kindesalter anbieten, umso beweglicher werden seine Nervenprozesse, seine Beweglichkeit. Dazu gehört auch dass sie ihre Säuglinge nur dann in Schuhe stecken sollten, wenn es unbedingt erforderlich ist. Barfußlaufen auf allen möglichen Bodenuntergründen „bildet“, nicht nur die Fußmuskulatur, sondern auch die Gleichgewichtsfähigkeit und stimuliert über die Fußreflexzonen das Gehirn.

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4 x 2 Std. Schulsport wöchentlich würden Versäumnisse aufarbeiten

Ein Traum, mein Traum - die einfachste Lösung - nach der Frühkindphase aktive Bewegung anerziehen, 4 x 2 Stunden Schulsport. Das erfordert natürlich erst einmal den Schulsport und seine Bedingungen, die Sportstätten, Sporthallen, Sportlehrer, die Schulsportausstattung zu reorganisieren, zu modernisieren, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte auszubügeln.

SCHLAU UND FIT FOR FUTURE

Das setzt natürlich flächendeckende Investitionen nicht nur in die Schulsportstätten, sondern vor allem in die Sportlehrer, Sportlehrerqualifizierung, eine Modernisierung der Lehrpläne und Unterrichtszeiten voraus. Das im Sportunterricht keine „Stehgeiger“ mehr ausgebildet werden, die Kinder mindestens mit der 6. Klasse schwimmen können oder die mit dem Kopftuch nicht auf der Bank sitzen dürfen, wären notwendige Veränderungen. Nur wenn wieder eine ausbildungsorientierte Lehre, ein echter Bewegungsunterricht mit systematisch steigenden Anforderungen von der 1. bis zur 10. / 12.Klasse mit im Verhältnis zu anderen wichtigen Fächern konkurrenzfähiger Benotung, stattfindet, können Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Normalgewicht der Kinder optimiert werden. Um einen echten Bewegungsunterricht durchzuführen sind wenigstens 3, besser 4 Doppelstunden Sport pro Woche ausbildungswirksam.

Und im Unterricht muss die Ernährungslehre „ohne Extreme“

Bestandteil der Ausbildung sein.

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Mit weniger als 1 Milliarde ist im Schulsport sicher nichts zu bewegen

Am besten wäre die Länder übernehmen für ihre Kinder die Verantwortung

Ein wohl erforderlicher Weg, ein Ruck durchs Land wäre, wenn die vielen Millionen an Steuergeldern die gegenwärtig verschleudert (Schwarzbuch) werden oder ins Ausland ohne Wirkung transferiert werden, in viele Millionen kostende Brücken für teilweise nur wenige Tiere, in den aufgeblähten Bundestag, in die landesweiten Parteiapparate und Konferenzen, diese vielleicht erst einmal für 10 Jahre in den Schulsport und den außerschulischen Kinder- und Jugendsport zu leiten. Sicher würde dafür 1 Milliarde nicht reichen.

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Spätestens ab dem 3. Lebensjahr müssten Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder aktiv üben. Wenn Sie diese Aufgabe nicht selbst übernehmen können, bringen sie sie zum Mutter- und Kindturnen, zum Kleinkinderschwimmen oder suchen sie einen Bewegungs - Kindergarten in dem Sport getrieben wird. 60 Minuten und mehr tägliches „Training“ der körperlichen Fähigkeiten sollten es möglichst sein, sie schaden im Vorschulalter ihrem Kind durch Bewegung nicht. Ihre „Intelligenz“ entwickelt sich mit.

Mit Beginn des Schulalters (vor allem in der 1.-4. Klasse) bis etwa zum 10. Lebensjahr sollten sie zum Ausgleich des stundenlangen ruhig Sitzens in der Schule – solange die Schule die täglichen Sportstunden nicht einführt - ihr Kind Sportarten zuführen, die den ganzen Körper fordern, Bewegungsgefühl, Koordination, Ausdauer, Motorik weiterentwickeln. Das bietet z.B. die Leichtathletik, die Spielsportarten und das Schwimmen. Dort lernen die Kinder auch sich in der Gruppe zu bewegen und durchzusetzen. Die Formen der Bewegung ist zunächst egal, alles ist „Training“. Wichtig ist möglichst „täglich 2 Stunden an die Luft“, Spaß an der Bewegung, auch Kräftemessen und Erster sein wollen sollte wieder gefördert werden! So ist doch das spätere Leben.

Nur in einem gesunden, leistungsfähigen Körper wohnt ein gesunder Geist! Das schließt den frühzeitigen sinnvollen Umgang mit dem Computer nicht aus. Aber auch das kann man steuern, wenn man es nur will. Man kann auch Kinder schon frühzeitig an einen Tages-Organisationsplan gewöhnen. Das spätere Leben funktioniert erfolgreich auch nicht im Chaos. Sie dürfen nicht froh darüber sein, wenn Ihr Kind sie in Ruhe lässt, sich an den PC verzieht und dort Räuber und Schandarm oder das Töten schon einmal virtuell übt (im TV wird ja das Töten fast täglich in den Krimis lehrbuchhaft vorgeführt) oder schon sehr früh plötzlich mit der Pornographie konfrontiert wird! Innerhalb des Elternhauses kann niemand anderes die Verantwortung übernehmen als sie selbst.

Und die Begabten müssen in einen kompetenten Verein

Etwa ab dem   11. Lebensjahr sollten sich bereits Vorlieben für bestimmte Sportarten herausgebildet haben. Gehört Ihr Kind zu den Begabten, Talenten in einer Sportart, sollten sie es möglichst früh einem kompetenten Verein / Trainer oder einer Sportschule zuführen, wo sie wissen, dass qualifizierte Trainer den weiteren sportlichen Weg ihres Kindes bereiten. Jedes Kind ist in irgendeiner Richtung talentiert, für schnelle Bewegungen, für Ausdauer- oder Spielsportarten, für Kampf- oder Schießsport, für Ski oder Rad, für Schwimmen oder Tennis, die Möglichkeiten sind vielfältig, am besten man findet heraus welche Sportart „funktioniert und Spaß macht“. Aber alle diejenigen, für die der Sport weiterhin „nur“ Sport als Spaß an der Bewegung ist, die weniger „geerbt haben“ sollten in die Obhut eines gut geführten Vereins in ihrer Umgebung gegeben werden.

F A Z I T

„Die Probleme, die alle Sportarten und auch unsere internationale sportliche Zukunft drücken, liegen an der Basis, im Kindersport in den Vereinen und im Schulsport. Mehr Bewegung unserer Kleinen wäre nicht nur für die Gesundheit und die wachsende Zahl der „Fettleibigen“ gut, sondern würde auch wieder „leistungsauffällige“ Talente erkennbar machen, die allen Sportarten so sehr fehlen. Und es ist auch bewiesen das Bewegung der Intelligenz nicht schadet.

       Es gibt doch nicht nur im kleinen Bockeroth nahe Bonn in NRW solche Goldkörnchen wie Konstanze Klosterhalfen, die inzwischen in der Weltspitze angekommen ist. Um sie „auszugraben“ werden Scouts und „Kids-Coaches“ in den Vereinen gebraucht, die aber nicht länger – wie es  die hauptamtlichen Funktionäre bisher erwarten – vor allem für die Ehre im Dunkeln arbeiten müssen“           (Lothar Pöhlitz am 10.10.2019 bei GRR)

Schnell noch einen Blick in die Schweiz:

„Seit Beginn im Jahre 2011 hat sich das Nachwuchsprojekt UBS Kids Cup von Weltklasse Zürich und Swiss Athletics unglaublich positiv entwickelt. Die Zahl der Teilnahmen hat sich mehr als verdreifacht. Mit 178‘048 Starts in den vergangenen 12 Monaten verzeichnet der UBS Kids Cup erneut einen Rekordwert, im Juni die 1 millionste Teilnahme(germanroadraces.de)        

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*Lothar Pöhlitz – seit 1957 Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / 1971-1979 Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums Lauf/Gehen im DVfL / 1980 - 1998 DLV- Bundestrainer i. R. / Teamleiter Marathon / Straßenlauf / 3x Olympia-Trainer für Deutschland / Langjähriger Dozent an der Trainerakademie Köln und DLV-Trainerschule / seit 2006 Leichtathletik Coaching Academy

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