Bis zu den „Olympics 2016 in Rio“ sind es nur noch 200 Wochen

Olympische Lauf-Erfolge 2016 erfordern „TRAIN HARD – WIN EASY“

In Rio sind Läufer erst unter 1:43 – 4:00 – 13:00 – 9:00 – 30:30 – 2:06 konkurrenzfähig

Lothar Pöhlitz - 4 Jahre vor Olympia 2016 in Rio de Janeiro - Sportler die es noch nicht verinnerlicht haben warum Olympische Spiele aller vier Jahre das größte und wunderbarste Fest des Weltsports sind haben es 2012 erleben dürfen. Großbritannien wunderbar. Und die Leichtathleten und ihre Fans haben dazu einen tollen Beitrag geleistet. Sportler, Trainer und Funktionäre von der Insel haben mehr als einen Olympiazyklus genutzt und schließlich ihre Leistungsfähigkeit, Organisationskraft, ihre Kultur, ihre freundlichen, hilfsbereiten, teilhabenden, stolzen Menschen der Welt in den 2 Olympia-Wochen überzeugend präsentiert. Aber auch Deutschland machte auf sich aufmerksam. Schade dass es schon vorbei ist.

Der DLV wurde für seine eingeleiteten Veränderungen bereits belohnt: 8 Medaillen bei Olympia !

In einem sachlich – fachlichen Rück- und Ausblick, vor allem für den deutschen Laufbereich, sollen schon einmal die Aufgaben im neuen Olympiazyklus thematisiert werden.

Der DLV hat sich zwischen Peking 2008 und London 2012 neu aufgestellt und wurde belohnt. Die Veränderungen zeigten bereits Wirkung, der Aufschwung hat begonnen: 8 Medaillen bei Olympia - davon 1 x Gold – 4 x Silber – 3 x Bronze, toll, das beruhigt, zeigt aber zugleich das der eingeschlagene Weg funktioniert und intensiv fortgesetzt werden muß. Dabei wäre es gut weiterhin den Ball flach zu halten, schließlich gibt es noch Möglichkeiten weitere große Reserven zu erschließen: keine Starter in 6 Sprint-Einzeldisziplinen, in 4 Laufdisziplinen, in 3 Sprüngen und im Hammerwurf der Männer. Dazu kommt dass zu viele mit Finalchance-Nominierungen die Erwartungen nicht erfüllten, die persönliche Bestleistung beim Jahreshöhepunkt nicht abrufen konnten. Auf weitere bereits vom DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen angekündigte „Strukturveränderungen“ und Gespräche mit dem DOSB in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio darf man deshalb gespannt sein. Die Hoffnung der Lauf-Trainer ist auch auf den neuen „Allein-Cheftrainer“ Cheick-Idriss Gonschinska gerichtet, dessen aktiver Einsatz bereits im vergangenen Jahr den Läufern gut getan hat. Neue Anstrengungen sind auch wichtig weil nicht zu übersehen ist dass vor allem im Sprint und Mittel- und Langstreckenlauf unser Abstand zur Weltspitze - also zu Medaillen - besonders groß ist.

16 EM – Lauf - Qualifizierte, 2 Medaillen, 2 x Platz 1 – 8
10 OS – Lauf - Qualifizierte, keine Medaille, 2 x Platz 1 - 8

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Hochbegabte, kompetente Trainer, Hochleistungsbedingungen und Wettkämpfe gegen die Besten sind die Schlüssel

Ein Schritt voran ist getan, endlich waren wieder mehr Läufer dabei, mitbestimmen konnten wir aber noch nicht, das müssen wir nun erst einmal auf die nächsten 4 Jahre verschieben. Das neue Ziel für unsere Läufer bis 2016 in Rio de Janeiro muß lauten: wir wollen wieder mitreden, es geht um mehr, um die Konkurrenzfähigkeit in der Welt. Sicher reicht das derzeitige „Personal“ nicht für alle Laufdisziplinen, vielleicht werden dies auch nur einige wenige schaffen. Olympia 2012 hat unterstrichen dass nur Talente, Hochbegabte und Trainer die es wollen dafür gebraucht werden. Solche Ziele erfordern den eingeschlagenen Weg weiter zu intensivieren. Bist Du nicht zufrieden musst Du etwas ändern hat mir im Leben immer geholfen. Bei Olympia sahen wir die Vorbilder und die erforderlichen Leistungen, auch neue „Wunder“ und vor allem immer mehr „Junge“. Wir haben ja auch deutsche Vorbilder aus einer erfolgreicheren Vergangenheit deren Botschaften die aktuellen Erfahrungen unterstützen: wir müssen mit Hochbegabten nun härter trainieren, die Weltspitze ist vorangeschritten und es gibt keinen Stillstand, sogar neue Weltrekorde und neue Vorbilder! Aufbruch bedeutet fortsetzen was im letzten Jahr begann, neue Ziele erfordern weiter verbesserte Wege, Leidenschaft für alle, auch für die Trainer von denen die Talente erwarten, dass sie sie motivieren in noch größeren Schritten schneller voranzukommen.

Mit hartem Training und entsprechenden Bedingungen können auch deutsche Talente – da bin ich mir sicher - „ohne Doping“ Männer: 1:43 (2 x 51,5) – 3:30 (2 x 1:52) – 8:00 (3 x 2:40) - 13:00 (5 x 2:36) – 27:00 (2 x 13:30) Frauen: 1:57 (2x58,5) - 4:00 (2 x 2:08) – 9:00 (3 x 3:00) – 14:30 (5 x 3:54) – 30:30 (2 x 15:15) erreichen.

Das erfordert eine neue Philosophie, ein schneller auch im Nachwuchsleistungstraining; es scheint es erfordert auch eine neue Generation von Funktionären, vielleicht jüngere die das alles auch wollen! Und eine Regierung / BMI / DOSB die sich das Made in Germany ins Weltniveau wieder ganz oben auf die Agenda schreiben, die Leistung mehr belohnen als derzeit, die den vergessenen Schulsport in Ordnung bringt und die Stolz auf eine gesunde, leistungsfähige Jugend wäre. Dies ist überfällig und nützt nicht nur dem Sport.

Olympia und die EM 2012 sind Geschichte - in 4 Jahren 2016 in Rio de Janeiro sind wieder alle Sieger oder Verlierer: Sportler, Trainer und auch Funktionäre.

2012-23_08-Olympia_RioEine sachliche Beurteilung der aktuellen Situation könnte so aussehen: die Fortschritte der Mittel- und Langstreckler „raus aus dem Tal“ sind erfreulich, auch wenn es einen Medaillenregen bei der EM nicht gab. Wer hätte 2011 erwartet dass es solch einen Ruck nach vorn gibt, sich 16 Läufer für die Europameisterschaften qualifizierten, Arne Gabius Silber, Antje Schmidt-Möldner Bronze holten und G.F. Krause noch Vierte wurde und 10 Läufer nach London zum Fest des Weltsports durften. Eine sachlich-realistische Einschätzung verlangt aber auch Demut, kein hervorragend oder super, keine Arroganz auf international mittlerem Niveau, wie es 2012 die Fußballer wieder demonstriert haben.

Bei Olympia haben alle gespürt wie verdammt schwer es ist eine Medaille zu gewinnen, derzeit für uns sogar die Finals zu erreichen. In 4 Jahren geht es wieder gegen die am besten vorbereiteten aus der Welt. Deshalb sollten wir nicht resignieren, sondern uns weitere Leistungssprünge wie im vergangenen Jahr vornehmen. Die deutschen Läufer haben einen Schritt nach vorn gemacht, dran sind sie aber noch nicht. Schon die Vorläufe und Halbfinals bei der „kleinen EM“, mehr noch die bei Olympia haben gezeigt was Bestleistungen wert sind wenn man noch kein komplexer Läufer ist. Antje Schmidt - Möldner, Gesa Felicitas Krause und Corinna Harrer haben überzeugt, leider hat sich Arne Gabius – nach seiner sensationellen Leistung bei der EM - in der neuen Stunde seiner Bewährung bei Olympia „nicht getraut“. Am 17.8. in Stockholm hat er mit einer tollen p.B. über 3000 m in 7:35,43 gezeigt dass viel mehr „drin“ war - schade. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Die Olympiavorbereitung 2016 hat bereits begonnen

Ein sachliches Fazit beinhaltet auch eine Vorausschau: die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2016 hat bereits begonnen. Wer 2015 an der Weltspitze nicht dran ist, wird die Großen 2016 nicht schlagen. Und dafür reicht nicht das Training der/des letzten Jahre(s) zu wiederholen, dafür müssen „wir“ wie die Weltspitze trainieren! Leider wollten zu viele in der Vergangenheit nicht wahrhaben dass wir das auch könnten, so haben wir Jahre verloren. Nach einem ersten erfreulichen Schritt nach vorn, gibt es nun weiteren Bedarf, wir brauchen noch ein paar Läufer, aber auch Trainer mehr mit Leidenschaft, Ehrgeiz, Motivation die dafür hart trainieren „wollen“. Alles wird bestimmt von einer optimalen Organisation des Trainings und einer besseren Organisation der Wettkampfleistung, auch schon beim Nachwuchs. Das ist aber keine neue Erfahrung. Vorrangig wäre jetzt die auszuwählen die solche Ziele haben und dafür trainieren wollen und ihnen die dafür notwendigen Bedingungen zu bieten.

Für Medaillen braucht´s Hochbegabte, Profi-Trainer und Qualitätstraining unter Hochleistungsbedingungen

Die Olympiateilnehmer für Südamerika - vom 5. - 21. August 2016 - gibt es schon heute. Davon bin ich jedenfalls überzeugt. Talente brauchen Zeit bis in die Weltspitze, bis Rio bleiben nur noch knapp 4 Jahre um dem unverkennbaren Fortschritt mehr anzufügen, vielleicht sogar Medaillen. Die USA-Läufer haben gerade eindrucksvoll gezeigt was durch Training möglich ist, wir sollten aber auch bedenken dass sie daran schon Jahre arbeiten. Noch einmal: es helfen aber keine Absichtserklärungen und Wunschträume, für Medaillen braucht´s Hochbegabte, echte Talente und Qualitätstraining unter Hochleistungsbedingungen. Die gegenwärtig „Außerirdischen“ in dieser Richtung sind wohl Usain Bolt und David Rudisha – sie sind mit ihren „ererbten“ Voraussetzungen, mit ihrem Talent und offensichtlich auch mit ihrem Training dem Weltniveau um eine Klasse voraus, auch wenn aktuell Zweifel immer auch erlaubt sein müssen. „Beginne sofort, verliere keine Zeit, erwarte auch Niederlagen, es werden auch Steine auf dem Weg liegen“ würde ich Trainern und Athleten gern zurufen, vor allem den Jüngeren mit den großen Träumen.

Mit 21/22 Weltspitze erfordert viel mehr mit 17/18 als viele in der Vergangenheit gedacht und trainiert haben. Dafür müssen wir unsere alte Philosophie vom Nachwuchsleistungstraining über Bord werfen. Heute hat niemand mehr Zeit bis er/sie 30 ist. Schließlich sind Jugendliche heute nicht nur an der Zigarette oder beim Alkohol oder.......früher reif. Wenn deutsche Läufer ihren Vorbildern aus den letzten Jahrzehnten nacheifern und vielleicht mehr wollen als in London gilt die Erfahrung aus der Olympiavorbereitung 2012:

Erfolg = Geschwindigkeit im Trainingsumfang + spezielle Kraft
+ Laufökonomie + mentale Stärke in entscheidenden Wettkämpfen.

Corinna Harrer – mit 21 bei Olympischen Spielen eine unserer Aufsteiger der Saison - hat es so gesagt: „Wir laufen schnell weil wir schnell trainieren“. Besser kann man die Aufgaben für alle für die nächsten 4 Jahre in Kurzform nicht zusammenfassen, zumal dies auch von Arne Gabius so bestätigt wurde. Für Hochleistungstraining aber braucht man Hochleistungsbedingungen – am besten 12 TE ganzjährig mit 3 – 4 Qualitätstagen in möglichst vielen der nicht einmal 200 verbleibenden Wochen, schließlich haben wir nachzuarbeiten, auch mit reizwirksamen Ausdauer - Belastungen und das möglichst störungsfrei. Jana Hartmann unsere Hoffnung 2012 für die 800 m hat erfahren müssen was störungsfrei bedeutet, noch im April lief alles planmäßig sogar Richtung London, danach wurde sie von ihrem Immunsystem im Stich gelassen, bakterielle Infektion mit Rückschlag, das war´s dann, der Olympiatraum war geplatzt. Man wünscht es keinem. Da hilft das beste Training vorher nicht.

Die „Zeit“ ist der Schlüssel für neue Investitionen

2012-23_08-Olympia_RioWeltspitze bedeutet für Läufer auch „Gipfelwochen in Trainingslagern“ unter der Maxime „essen – schlafen – trainieren“, möglichst oft unter Höhenbedingungen. A pro pos Essen, mir scheint notwendig einigen mit auf den Weg zu geben: „belastungsabhängig essen und ausreichend Schlaf sind Grundbedingungen für den Erfolg“ und sichern einen möglichst geringen Abstand zur nächsten Qualitäts-Trainingseinheit. Immer wieder Rennen gegen Bessere – auch in der Jugend - damit man den Nochabstand oder den Fortschritt hautnah spürt und hinter vorgehaltener Hand mit Konsequenzen drohen kann. Für komplexes Training braucht man Zeit – Zeit – Zeit und nochmals Zeit weil ja auch noch für die sportmedizinisch-physiotherapeutische Begleitung täglich mindestens 1 Stunde „vergeudet“ wird.

„Wir sind bereit für mehr!“

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Olympiasieger sind Olympiasieger ein Leben lang

Im Sommer 2012 berührte die Olympische Flamme wieder Millionen in der Welt, auch erfreulich viele deutsche Fans. London hat gezeigt Hochleistungssport ist immer noch inn! Schon vorher, bei den Winter-Staffelrennen in Vancouver waren über 10 Millionen am TV - bei den Olympics 2012 waren es weltweit viele Millionen. Vorbildhaft hatte der Fußball gerade erst vorgemacht dass es auf höchster Ebene, wenn es wirklich darauf ankommt, Siege mit halber Kraft, mit zu wenig sportlicher Form, mit zu geringer Bereitschaft zum „schnellen Laufen“ über 2 x 45 Minuten mit langer Serienpause nicht gibt. Die zwei Wochen Weltsport von der Insel per Satellit waren wunderbar, die Unterstützung der Athleten faszinierte und ist auch schon wieder Geschichte. Mit einer Ausnahme,

die Olympiasieger bleiben Olympiasieger ein Leben lang!

In den Interviews vor Ort wurde immer wieder auch deutlich, dass der Weg zum „Champion of the world“ in unserer Gesellschaft, in der möglichst viele vom großen Kuchen, den die Regierung zu verteilen hat, etwas ab haben wollen, verdammt schwer ist. Man sollte sich in Zukunft auch hüten die Sommerspiele, bei denen die internationale Konkurrenzsituation gegenüber der Winterolympiade mit mehr als 200 teilnehmenden Ländern, besonders auch im Sprinten und in den Läufen, gegenüber etwa 80 Nationen im Winter, auf eine Stufe zu stellen, auch wenn die Medien vom DOSB den Eindruck gern übernehmen. Deshalb sind auch die „beauftragten“ 40 Medaillen und 17 Siege für den Winter 2014 vergleichsweise kein brauchbares Diskussionsthema. Wenn Deutschland gegen die Welt in Zukunft ganz vorn bestehen will verlangt es auch vom DOSB dass er sich neu aufstellt – mit mehr Kompetenz auch in der Zentrale, das haben die vergangenen Tage deutlich gemacht. Wünschen könnte man sich manchmal auch von unseren Regierungsmitgliedern – nicht nur den unsportlichen - einigen im Sportausschuß des Bundestag etwas mehr Sachkenntnis wenn es um die brennenden Sport-Fragen unseres Landes und den vergessenen Schulsport geht. Sie wurden doch nicht gewählt um sich vorwiegend zu Wort zu melden um Dopingverdächtigungen zu verstärken oder mit Geldkürzungen zu drohen.

Alle müssen das Hochleistungssport – Anspruchsniveau erhöhen

Obwohl sich die Leichtathleten und vor allem die Läufer nicht über fehlende Sportstätten und Trainingsbedingungen beklagen können – Laufen kann man bekanntlich sogar in Afrika sehr erfolgreich trainieren – die Leistungsdarstellung in London hat erbarmungslos die Versäumnisse im letzten Jahrzehnt deutlich gemacht. Strukturmängel, die seit 2011 erfreulich, aber immer noch in zu kleinen Schritten durch „die Neuen“ im DLV in Angriff genommen wurden nun sicher schrittweise gelöst werden. Deutlich ist, es fehlt Qualität, wieder mehr „Hochleistungssport-Anspruchsniveau“, mehr kompetente Trainer, vor allem für die leistungsorientierte Nachwuchsarbeit, aber auch für die Elite und es fehlen Leistungszentren zu denen die Olympiastützpunkte – wie einst gedacht - leider nicht geworden sind. Talentausbildung auf dem Weg zum Hochleistungstraining erfordert Trainer täglich vor Ort, Profis die den zweimal täglich trainierenden ständig zur optimalen Trainingswirkung steuern und motivieren und Teams die die dafür erforderlichen Bedingungen schaffen und sie umsorgen. Hochleistungstraining ist hart, sehr hart.

Also: die Athleten brauchen zuerst eine neue Trainingszeitorganisation

Es fehlt vor allem Trainingszeit, aber auch Geld für die, die bereit sind olympische Ziele ganz oben zu verfolgen. Es fehlt auch Aufmerksamkeit übers Jahr durch die Medien nicht nur kurz vor Olympia. Die derzeitige Medien-Zweiklassengesellschaft Fußball & Sport – ohne Nachwuchspflege- und Motivation und das riesige Schulsportproblem – alles muß von ihnen wieder auf ein normal verträgliches Maß zurückgefahren werden und auch die Landesregierungen interessieren, auch zum Wohle unserer Position im Weltsport. Auch die Millionen an anderen Sportarten, also nicht nur am Fußball interessierten Fans zahlen Rundfunk- und Fernsehgebühren. Man hat richtig gespürt wie froh die Fußballjournalisten waren als ihnen nach Olympia die Sportseiten wieder fast uneingeschränkt zur Verfügung standen.

Auch wenn Geld keine Medaillen macht, ohne Geld oder mit der Praxis der Verteilung mit der Gießkanne werden keine Wunschträume wahr. Ohne eine Konzentration der Mittel und der wenigen Talente (sie sind wirklich rar) wird Deutschland in Zukunft seine Fans beim größten Fest des Weltsports immer weniger erfreuen können. Und da das alles nicht in wenigen Wochen so einfach zu verändern ist sollten die Lauf Nachwuchstrainer sich zwischenzeitlich dem bekannten Leitmotiv zuwenden: „suchet und ihr werdet finden!“

Es werden Sponsoren und Mäzene gebraucht, die sich nicht erst engagieren wenn die olympischen Medaillen bereits errungen sind, sondern die jetzt in die Zukunft investieren, unsere wenigen leistungsorientierten Talente, die Hochbegabten und ihre Trainer auf ihrem schweren Weg längerfristig zu begleiten bereit sind. Weil das Wichtigste was Läufer brauchen Zeit ist sollten die großen Firmen und der Mittelstand noch einmal über frühere Praktiken der Leistungssportler-Unterstützung nachdenken. Die Vorbilder gibt es bekanntlich seit Jahren in Japan. Die vorbildhafte Wirkung großer sportlicher Ergebnisse deutscher Läufer vor der Welt beispielsweise würde auch, wie früher, auf die Motivation ihrer Mitarbeiter positiv wirken. Dabei sollte es zu allererst um Zeit für die notwendigen Belastungen und Regeneration und ein den Prozess begleitendes Fach-Team gehen. Die Arbeit in den letzten Jahren hat auch gezeigt dass auch Jobs für Spitzentrainer in der Nachwuchsausbildung helfen würden.

Fotos: Kiefner, Ayadi