Basketball: das beste Spiel nicht nur fürs Leichtathletik - Nachwuchstraining

Weitgehend körperlos, aber technisch – koordinativ - konditionell fordernd

2009-11-08-basketball-das-beste-spiel08. November 2009 (© Lothar Pöhlitz) - Basketball ist das wohl am besten für die leichtathletische Konditionierung geeignete Spiel, weil es vielseitige, aber auch zielgerichtete Anforderungen in technisch-taktischer, konditioneller, aber auch auf Grund der Schnelligkeit der Spielhandlungen in Richtung der psychischen Belastbarkeit stellt. Eine im Prinzip offensive, angriffsorientierte Spielweise mit maximal 5 Spielern pro Mannschaft verlangt eine schnelle Informationsverarbeitung und zugleich vielseitige Koordinationsfähigkeiten. Nur mit einer präzisen Technik kann unter ständigem Zeitdruck (kleines Spielfeld) und einer offensiven, aktiven Teilnahme am Spiel von jedem Einzelnen ein positiver Beitrag zum Mannschaftsergebnis geleistet werden. Basketball kann so einen wertvollen Beitrag zur Grundausbildung von Läufern und Gehern durch Antritte, Richtungswechsel, Beweglichkeit, Tempowechsel, Sprünge, Ballaufnehmen, Ballannehmen und Wurfpräzision beim passen, Fuß-, Bein- und Oberkörperkräftigung und durch vielfältige Bewegungen mit tiefer Schwerpunktlage und wiederaufrichten leisten. Bis es aber zu einer schnellen, variablen Spielweise kommt und der Ball genau dorthin fliegt wohin die Spieler es gerade möchten, sind verschiedene Ausbildungsaufgaben zu lösen.

Basketball ist eine meist in der Halle betriebene Ballsportart, bei der zwei Mannschaften versuchen, den Spielball in die beiden in einer Höhe von 3,05 Metern an den gegenüberliegenden Schmalseiten des Spielfelds angebrachten Körbe zu werfen. Eine Mannschaft besteht dabei aus fünf Feldspielern und bis zu sieben Auswechselspielern. Jeder Treffer in den Korb aus dem Spiel heraus zählt je nach Entfernung zwei oder drei Punkte. Ein getroffener Freiwurf zählt einen Punkt. Es gewinnt die Mannschaft mit der höheren Punktzahl. Basketball wird oft als „körperloser“ Sport bezeichnet, was aber irreführend ist, da im Wesentlichen nur im Augenblick des Wurfs die Berührung des Gegenspielers nicht erlaubt ist (wikipedia)

Ausbildungsaufgaben

2009-11-08-basketball-das-beste-spielDas Tempo des Basketballspiels und seine vielfältigen technischen Anforderungen hängen wesentlich von den individuellen Fertigkeiten der Spieler ab. An der Spitze aller Ausbildungsaufgaben ist der Umgang mit dem Ball, die Techniken der Ballführung und der Würfe zu vermitteln. Dabei sollte von Anfang an darauf geachtet werden, dass nicht nur der Angriff mit möglichst erfolgreichem Korbwurf, sondern auch die Verhinderung von gegnerischen Erfolgen, also die Abwehr gelehrt werden.
Gut ist, wenn in den entsprechenden Teil - TE „Spiel“ nach der Erwärmung mit Beweglichkeitsprogramm zunächst neue Technikformen vermittelt und danach natürlich immer das kleine Spielchen folgt, in dem vor allem das Gelernte erprobt wird.

  • Ballgewöhnungsübungen
  • Ballführung – Dribbling rechts bzw. links, im Stand, in der Vorwärtsbewegung, mit Geschwindigkeitswechsel, mit Ballabgabe, nach einer Ballannahme, mit anschließenden Korbwurf, umspielen, abwehren des Dribblings
  • Ballannahme – Fangen, vom Boden aufnehmen, im Stand bzw. Lauf, beidhändig, einhändig, aus verschiedenen Höhen bzw. Entfernungen
  • Ballabgabe – Druckwürfe, Schlagwürfe, Schockwürfe, abspielen ein- und beidhändig, zum Partner pritschen, im Stand und in der Bewegung
  • Korbwürfe – Nah-, Halbdistanz-, Weitwürfe, Verhalten unterm Korb, ein- bzw. beidhändig, mit Brettanspiel, von der Freiwurflinie, Verhindern eines Korbwurfs, stören, blockieren, herausschlagen, fassen
  • Verhinderung der Ballannahme, abfangen, ablenken, stören, bedrängen
  • Erlernen des Sternschrittes – im Stand, vor- bzw. rückwärts, mit Gegner

2009-11-08-basketball-das-beste-spiel

 

Übungsformen zur Entwicklung basketballspezifischer Koordination

Ballannahme – Ballabgabe
(nach Stiehler, Konzag, Döbler – Sportspiele - 1988)

  • Der Ball wird im Stand, Kniestand, Sitz, Hockstand zugespielt bzw. gefangen
  • Zwei Spieler üben Ballannahme und Ballabgabe gleichzeitig mit 2 Bällen
  • Es erfolgt die Ballabgabe in festzulegender Reihenfolge z.B. mit Bodenkontakt, mit scharfen Abspiel oder mit bogenförmiger Flugbahn
  • Es wird im Wechsel mit normalen und kleineren Bällen geübt
  • Nach Ballabgabe ist eine viertel-, halbe- oder ganze Körperdrehung auszuführen
  • Ballannahme oder –abgabe erfolgen in wechselnden Geschwindigkeiten
  • Ballannahme bzw. –abgabe mit der „schwächeren“ Hand üben
  • Die Ballweiterleitung erfolgt sofort nach der Annahme, bei vorheriger Orientierung wo der anzuspielende Spieler nach Ortswechsel steht
  • Der von einem außerhalb des Blickfeldes befindlichen Spieler aus unterschiedlichen Winkeln gegen eine Wand gespielt Ball ist anzunehmen und nach einer halben Drehung schnell an diesen Spieler zurückzupassen

Dribblings

  • Der Ball wird im Stand, Hockstand, Kniestand, Sitz, Bauchlage gedrippelt
  • Dribbling in diesen verschiedenen Körperpositionen mit der rechten und der linken Hand abwechselnd
  • Den Ball im Stand um oder auch durch die gespreizten Beine drippeln
  • Slalomdribbeln in der Vorwärtsbewegung, auch in Verbindung mit einem sich anschließenden Zielwurf
  • Dribbeln mit zwei Bällen
  • Dribbeln mit Hand-, Tennis,- Volley- oder Fußbällen

Korbwurf

  • Korbwurf aus verschieden Entfernungen, ein- bzw. beidhändig, links + rechts
  • Korbwurf indirekt über eine vorherige Brettberührung aus verschieden Winkeln
  • Korbwürfe aus erschwerten Abwurfpositionen (Kastenteile, Minitrampolin, von einer oder mehreren Weichbodenmatten, von hinter dem Brett o.ä.)
  • Korbwürfe mit unterschiedlichen Ballgrößen

2009-11-08-basketball-das-beste-spiel

Ausdaueraufbau durch immer längere Spielformen

Da für Läufer und Geher die Konditionierung mit dem Spiel im Vordergrund steht ist natürlich wichtig die effektive Spielzeit systematisch zu verlängern und durch möglichst „kleine“ Mannschaften gleichzeitig die Intensität des Spiels hochzuhalten. Deshalb ist es besser mit mehreren Mannschaften und kurzen Pausen ein „Turnier“ durchzuführen in dem alle Mannschaftsteile in 2 x 5 Minuten » 2 – 3 x 6 Minuten oder auch 3 – 4 x 7 Minuten oder mehr Spieldauer (3 gegen 3 oder 2 gegen 2 oder …) intensiv üben.
Bei gemischten Mannschaften von Jungen und Mädchen ist zu verhindern, dass aus unterschiedlichen Gründen (z.B. Ausbildungsstand) einzelne Spieler sich nicht oder nur wenig am Spiel beteiligen. Mit zunehmenden technischen Fertigkeiten ist auch der Anspruch an das technisch-taktische Verhalten, das Zusammenwirken von Angriffs- und Abwehrspiel, ein „organisiertes Spiel“ das Spaß macht, mit zu verbindenden Aufgaben, d.h. mit täglichen Ausbildungszielen, zu erhöhen.

Übungsspiele von Beginn der Ausbildung an sind mit dem Ziel mannschaftsdienlichen Verhaltens, ausbildungsstandabhängigen Grundprinzipien für Angriff und Abwehr und üben des Erlernten zu verbinden. Zur Festigung bestimmter Spielformen ist auch das separate spielen zweier Mannschaftsteile auf jeweils einen Korb, spielen ohne Dribblings, spielen mit einseitigen Unterzahlverhältnissen o.ä. sinnvoll.

2009-11-08-basketball-das-beste-spiel

Mit zunehmender Spielqualität erhöht sich die Transferwirkung

Die für Sprünge, Ballabgaben und Korbwürfe benötigten Schnellkraftfähigkeiten, die phasenweise sehr hohe Intensität des Spiels, die Dichte und Häufigkeit der Bewegungshandlungen ohne großen Bewegungsspielraum, die Anforderungen an die Beschleunigungsfähigkeit aus dem Stand und die maximale Sprintfähigkeit über kurze Strecken, oft auch mit sehr kurzen Pausen, die Anforderungen an die Koordinationsfähigkeit und Bewegungsvorausnahme sind mit einem hohen Anspruch an die Stoffwechselprozesse zur anaeroben Energiegewinnung verbunden.
Je länger die Spieldauer umso größer sind die Anforderungen an die individuell aerobe Kapazität. Sie bestimmt die Dauer der Wiederherstellungsprozesse, das Tempo der Regeneration bei Spielunterbrechungen, in Auszeiten oder in weniger belastenden Phasen innerhalb des Spiels.

Je länger die Spieldauer umso größer sind die Anforderungen an die individuell aerobe Kapazität. Sie bestimmt die Dauer der Wiederherstellungsprozesse, das Tempo der Regeneration bei Spielunterbrechungen, in Auszeiten oder in weniger belastenden Phasen innerhalb des Spiels.
(*Abbildungen aus: Stiehler, Konzag, Döbler – Sportspiele – 1988 bzw. swissbasket)