Zielgerichtet - komplexe Athletik für junge Läufer und Geher

Übungssammlung zur Vorbereitung der speziellen Belastbarkeit

2009-10-20-zielgerichtet-komplexeres-uebungsprogramm20. Oktober 2009 (© Lothar Pöhlitz) - In bestimmten Phasen des frühen Jugendtrainings sollen zeitweilig auch für Läufer und Geher bis zu 50 % der eingesetzten Trainingszeit für eine zielgerichtet – vielseitige Ausbildung genutzt werden. Zielgerichtet heißt eine Vorbereitung auf eine spezielle Belastbarkeit im Bereich der Schlüsselstellen für später. In Abhängigkeit vom Stand der individuellen Konditionierung kann diese Orientierung etwas höher oder auch niedriger liegen. Bei einem ganzjährigen Einsatz von Trainingsformen zur Lösung dieser Ausbildungsaufgabe liegen solche Phasen zu Beginn des Trainingsjahres (1. / 2. Mesozyklus), sowie unmittelbar nach der Hallensaison, bzw. zu Beginn des 2. Makrozyklus. Es wird also davon ausgegangen, dass für junge Athleten eine Doppelperiodisierung mit einer „Winterleistungsausprägung“ Abwechselung ins Training bringt und durch Anreize zum „schnelleren Laufen oder Gehen“ eine gewisse notwendige Nähe zur Wettkampfgeschwindigkeit erhalten bleibt.

Dem Erlernen der Techniken aller Trainingsübungen kommt in diesen Phasen eine vorrangige Bedeutung zu, weil damit die Effektivität und Qualität des Trainings beträchtlich erhöht werden kann und mögliche Verletzungen während der Übungen und in Zukunft weitgehend vermieden werden können.

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Mit der zielgerichtet - komplexen - athletischen Ausbildung soll Schwachstellen oder auch Fehlbeanspruchungen des Stütz- und Halteapparates des ganzen Körpers vor allem im Bereich der Schlüsselstellen der Lauf- und Gehdisziplinen entgegengewirkt und eine hohe Belastbarkeit für eine spätere systematische Spezialisierung vorbereitet werden. Diese Schwerpunkte sind die Füße und Fußgelenke, die Becken- und Hüftmuskulatur, das „Zentrum“ und der Oberkörperbereich zur Sicherung einer optimalen Armarbeit. Wichtig ist einseitige Beanspruchungen zu vermeiden, sondern Krafttraining z.B. mit Beweglichkeits- und Koordinationsaufgaben zu kombinieren.
Insgesamt ist ein breites Angebot an Übungsgut zur allgemeinen Konditionierung, zur Entwicklung der Beweglichkeit und athletischen Ausbildung bekannt:

  • Gymnastik (mit und ohne Geräte)
  • Beweglichkeitsprogramme mit dem Ziel der Vergrößerung der Bewegungsamplituden
  • Koordination / Lauf - ABC / Sprünge
  • Medizinballübungen
  • Ausdauerspiele (vor allem Basketball, auch Fußball)
  • Kleine Spiele in der Gruppe (Spaßfaktor)
  • Skilanglauf, Skiroller, Rad, Schwimmen, Aquatraining o.a.
  • Leichtathletik (Sprint, Sprung, Hürdenlauf)
  • Cirkel- bzw. Kreistraining / Stationstraining
    » Kraftausdauer-, Schnellkraftübungen

Die gewünschte Trainingswirkung mit zielgerichtet – komplexen Trainingsformen wird aber nur dann erzielt, wenn die Belastung individuell ausgerichtet dem gewünschten Effekt auch entspricht, d.h. mit diesen Formen entsprechend „t r a i n i e r t“ wird.

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