Trainingsplanung, Trainingsanalyse und Leistungsdiagnostik sind im Hochleistungstraining wichtige Teile des Gesamtprozesses (Teil 2)

2009-09-26-trainings-wettkampf-analyse-226. September 2009 (© Lothar Pöhlitz) - Basis jeder sportlichen Spitzenleistung ist den Prozess der Ausbildung und des Trainings, einschließlich des /der Leistungsziel(e)s, zu planen, zu protokollieren, zu analysieren und ständig, auf der Basis des individuell, aktuellen Entwicklungsstandes zu präzisieren. Je besser die Kenntnisse und Erkenntnisse (vom letzten Jahr(e)) über die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Athleten, den „Ursachen seiner bisherigen Leistungsentwicklung“ und seiner Defizite sind, umso konkreter kann die Erarbeitung des neuen Trainingsplanes sein. Effektive Arbeit im Hochleistungstraining setzt aber zugleich die Fähigkeit der Trainer voraus, die wichtigsten allgemein gültigen Trainingsgrundsätze in das tägliche Training umzusetzen, d.h. auch praktisch durchzusetzen,

wie z.B.:

  • die Notwendigkeit und Fähigkeit der Objektivierung der Trainings- und Wettkampfbelastung
  • Grundsatz der systematischen und progressiven Belastungssteigerung
  • Prinzip der wirksamen Belastungsreize und Belastungsdynamik (Anpassung)
  • Prinzip der zyklischen Belastungsgestaltung (VP, WP, ÜP, MAZ ,MEZ , MIZ) und des ganzjährigen Trainings
  • Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung
  • Prinzip der zunehmenden Spezialisierung
  • Prinzip der Individualität und Altersgemäßheit, sowie eines langfristigen Belastungsaufbaus (KT, GLT, JABT, AST, HLT)

Diese Prinzipien sind natürlich nicht gegeneinander abgrenzbar, sondern überschneiden, ergänzen oder bedingen sich, sind aber vom Trainingsalter, dem Ausbildungsstand, dem aktuellen Trainingsabschnitt und der Leistungsfähigkeit des Athleten abhängig.

Es wird oft übersehen, dass der Erfolg wesentlich von den geistig-körperlichen Voraussetzungen (Begabung des Talents) aber auch der Qualität des Trainers abhängt.

Bestandteil der Jahrestrainingsplanung sind ein realistisches Leistungsziel für die Spezialstrecke, sowie Leistungsziele für die Unter- bzw. Überdistanzstrecken, andere geplante Testleistungen (z.B. Ziel vL3 oder Sprung-Testleistungen oder…..), der Zeitpunkt des geplanten Jahresleistungshöhepunktes, der wichtigen Wettkämpfe (Hallen- oder Cross-Saison – Doppel- oder Einfachperiodisierung? ), der UWV, der Trainingslager und den konkreten Weg (Trainingskennziffernplanung), wie dies erreicht werden soll. Der Jahrestrainingsplan basiert im Hochleistungstraining auf einer individuellen Mehr-Jahresplanung, die in der Regel einen Olympiazyklus (4 Jahreszeitraum) umfasst. Bei der Erarbeitung des Jahrestrainingsplanes sind folgende Schritte zu empfehlen:

  • Jahres-Organisationsplan (Schwerpunkte: Beruf, Prüfungen, Urlaub/ÜP, Jahreshöhepunkte, Phasen höchster Belastungen, Leistungsdiagnostik usw.), Belastungsplanung im Rahmen einer langfristigen Karriereplanung
  • Ausgangsposition (Leistungs- und Trainingsanalyse Vorjahr, Wirksamkeit des Trainings, Verallgemeinerung von Bestlösungen) Kennzeichnung der Leistungsstruktur der Spezialstrecke (am Jahresleistungsziel)
  • Festlegung eines realistischen Leistungszieles (gemeinsam mit Sportler), und Kontrollzwischenziele / Tests, sowie deren Terminplanung
  • Wettkampfplanung (Hauptwettkämpfe, Hallen- oder Crosssaison, Aufbau-WK)
  • Trainingsplanung mit konkreten Trainingskennziffern unter Berücksichtigung der in der VP II gegenüber der VPI erforderlichen höheren Trainingsbelastung, Orientierung am RTP, am Vorjahr und den Erfahrungen der Besten (Trainingsabschnitte / Mesozyklen / abgeleitet von Anpassungszeiträumen) in Schwerpunktbereichen der Trainingsreizsteigerung, wie z.B.:
    • aerobe Ausdauer (Ges.-km / DL 2 / DL 3 / TL 1)
    • anaerobe Ausdauer, wettkampfspezifische Ausdauer
    • (TL 2 / TL 3 / TL - SA)
    • Spezifische Kraftfähigkeiten (BAL, ZWL, Kraft mit Geräten)
    • Schnelligkeit
    • Schwerpunkte der Beweglichkeits- und Technikausbildung
    • Athletik bzw. allgemein-zielgerichtetes Training
    • Regenerationsmaßnahmen – und -zeiträume
  • Trainingsorganisation
    • Wochen- bzw. Tageszeitplanung + Beruf / Ausbildung
    • Zeiträume für Belastungsspitzenwochen (VP I / VP II / UWV)
    • Trainingslagerplanung
    • Leistungsdiagnostikplanung / Kontrollen im Training
      Planung von Trainings – Zwischen - Analysen
      Planung von Gesundheitskontrollen, kleines und großes
      Blutbild, Zahnkontrollen, individuelle Schwachstellen,
      Belastbarkeit usw. Prophylaxe und Physiotherapie
    • mögliche psychologische Begleitung
    • Beendigung des Trainingsjahres » Übergangsperiode, Urlaubsplanung, Tag des Neubeginns, Individuelle Beratungen mit den Sportlern (auch Trainingsgruppe)

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