„Es gibt Rede- und Handlungsbedarf“ (DOSB-Präsident Alfons Hörmann)

2017 ist die WM in London - 2018 die EM in Berlin und 2020 Olympia in Tokyo

2016-09-10-Rede-und-Handlungsbedarf© Lothar Pöhlitz - 10. September 2016 - Mit der Saison und Rio 2016 ist für Läufer gleichzeitig der Olympiazyklus 2013-2016 vorüber. Nach der Aufforderung von DOSB-Präsident Alfons Hörmann, besonders auch an die Leichtathleten, nun zu reden und zu handeln haben die Trainer und Läufer sicher ihre Arbeit bereits analysiert und über die neuen Ziele und das wie weiter schon gesprochen. Sie haben dabei sicher berücksichtigt das man nicht alle Ergebnisse der vergangenen Jahre dem Doping in der Welt unterschieben darf, dass nicht alle die vor uns sind dopingunterstützt laufen.

Die Stärken und Schwächen in der Organisation und Führung des Hochleistungssportsystems müssen andere aufarbeiten, z.B. die Analyse zum DLV-Strukturplan 2013-2016, über die Zurverfügungstellung der materiellen Bedingungen, zum Fachpersonal, zur Teamarbeit, der Führung der Trainer und ihrer Ausbildung und der zukünftigen Organisation von Trainingslagern in mittleren Höhen, in Höhenketten, für die Ausdauerdisziplinen. Vielleicht berücksichtigt der DLV mit seinen Förderbedingungen demnächst auch das es in den 47 olympischen Disziplinen große Unterschiede in der Konkurrenzsituation und Leistungsdichte in der Welt gibt. Man könnte den Fans auch einmal erklären warum Gesa Felicitas Krause wie berichtet schon mehrere Jahre und in der Vorbereitung 2016 5 x 3 Wochen Höhentraining die notwendigen professionellen Bedingungen zur Verfügung gestellt wurden, warum aber ähnliche Bedingungen (wie sie von vielen europäischen Läufern seit Jahren genutzt werden) nicht auch für unsere Kaderathleten im Team organisiert wurden. Die Läuferwelt demonstrierte auch 2016 wieder: schnell laufen ohne Höhentraining geht nicht. Beim Marathon in Rio wurde deutlich über welche Basisausdauer für die Bahndisziplinen z.B. Galen Rupp (USA) verfügt.

Sinnvoll scheint zwischendurch ein kurzer Seitenblick auf die Laufleistungen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach. Eine Tendenz? Diese U-20 Generation hat bestimmt nicht nur das Fachpersonal erschreckt. Noch dazu wenn man darüber nachdenkt wie lange man braucht um wenigstens die Besten dieser Altersklassen an beispielsweise den Elite-Nachwuchs- oder B-Kader heranzuführen ohne an Final - Ansprüche bei Olympischen Spielen zu denken.

Auch die „verlorenen Talente“ aus dem letzten Jahrzehnt sollten einmal ein Thema sein.

Zur Organisation des Trainings und der Wettkampfleistung - Verlorene Zeit bedeutet verlorene Leistung

Nachfolgend sollen nun Läufern und ihren Trainern aller Altersklassen Erfahrungen und Tipps angeboten werden, die für den Bereich Hochleistungstraining und Kader 2017-2020 neue höhere Ziele möglich machen.

Um individuelle Grenzen zu überschreiten, um in die Lauf-Finals zu wollen oder sogar von Medaillen zu träumen bedarf es für viele einer individuell neuen Organisation des Trainings und der Wettkampfleistung, einer Bereitschaft ab sofort innerhalb eines komplexen Trainings Umfang und Intensität zu erhöhen und gleichzeitig Belastung und Erholung dafür in Balance zu bringen. Verlorene Zeit bedeutet verlorene Leistung. Für ein professionelles Training braucht man Partner, auch für duale Karrieren die das Vorhaben im Olympiazyklus 2017-2020 mehr zu tun als bisher möglich machen, wie die Vereine, die OSP, Sponsoren, funktionierende BLZ, eine sportmedizinisch-physiotherapeutische Begleitung und die Fach-Bundestrainer. Dazu gehören auch hilfreiche Trainingspartnerschaften, gemeinsam auch in Wochenendlehrgängen oder Trainingslagern.

Die Leistungsfortschritte und Leistungsverdichtungen im letzten Jahrzehnt in den Weltbestenlisten in allen Lauf-Disziplinen resultieren aus neuen höheren Belastungen, höheren Geschwindigkeiten bei kürzeren Pausen, ökonomischer Lauftechnik, Höhentraining und mehr Kraft. Erkenntnisse für die weiterentwickelte Trainingsmethodik kamen vor allem aus der Trainingspraxis. Neues aber auch von der Sportwissenschaft und Trainingspraxis aus Übersee, Canada, Australien und USA, aus unserem eigenen trainingsmethodischen Wissen, aus Beobachtungen aus der Distanz und der Lauf-fachliteratur. Daraus zusammenfassend werden nun Empfehlungen und Tipps angeboten um individuelle Grenzen auch unserer deutschen Läufer zu verschieben: bei Starts bei U-18 bis U-23 EM oder WMs, die WM 2017 in London, die EM 2018 in Berlin und auch schon für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo.

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„Als ich 2005 erstmals erleben durfte wie hart Weltklasseläufer trainieren ging es für mich nur noch um essen, schlafen und trainieren“ (Mo Farah)

Für und mit den Läufern jetzt neu denken und handeln - Mit geringen Ansprüchen sinken auch bei Läufern die Anstrengungen

In einer Neuorganisation des Trainings und der Wettkampfleistungen muss zuerst für jeden Einzelnen das bisherige Training in den MIZ, MEZ und MAZ analysiert und Reserven offengelegt und fixiert werden. Dabei bilden ein verändertes Wochenschema mit mehr Trainingszeit, mögliche Gipfelwochen und Trainingslager (auch im Höhentraining) die erste Voraussetzung für das mehr. Vielleicht braucht es für solche Veränderungen da und dort auch neuer Führungsqualität, auch einmal von „außer-halb“.

Mit komplexen Training hat man den Schlüssel um die individuellen Grenzen zu verschieben. Dazu gehören die Lauftechnik auf dem Mittelfuß im Dauerlauf und dem Vorfuß für das schnelle Laufen, die spezielle Kraft für kurze, vortriebswirksame Bodenkontakte, eine verbesserte Laufökonomie um Energie auf der Strecke für die Endphasen zu sparen, das Unterdistanztraining und ein reizwirksames spezielles Ausdauertraining, orientiert an der jeweiligen Spezialstrecke.

Innerhalb des täglichen Trainings bedeutet komplexes Kader-Training das öfter in Trainingseinheiten von 2-3 Stunden Schwachstellen bekämpft und Voraussetzungen für den nächsten MEZ geschaffen werden und dadurch das Training effektiver wird. Für 45 Minuten DL sollten sich Spitzenathleten nicht mehr umziehen.

Bei der Schaffung des komplexen Athleten sollte langfristig an der mentalen Stärke in wichtigen Rennen gearbeitet und innerhalb der Wettkampflehre eine optimale Renntaktik für die verschiedensten Rennsituationen gelehrt und öfter praxisnah geübt werden. Dafür sollten in Wettkampfphasen mehr Wettkämpfe mit „Taktik-Ausbildungscharakter“ realisiert werden. Dafür ist eine geeignete Wettkampfstruktur zu schaffen.

Das Partnertraining mit möglichst stärkeren „pacemakern“ für Frauen und Männer, vor allem für das Schnelligkeitsausdauer- und spezielle Ausdauertraining, sollte man ganz oben innerhalb der Neuorganisation des Trainingssystems ansiedeln. Dabei muss die Chemie stimmen, im Team, mit dem engen Umfeld und natürlich mit dem Heim- und Bundes-Trainer.

Mit der Geschwindigkeit im Trainingsumfang und den kürzeren Pausen, systematisch ansteigend im Jahresverlauf, beginnend aber früh in der VP I sowohl im mittleren DL-2, den DL-3, den Tempodauerläufen, dem Schnelligkeitstraining und allen Tempolaufaktivitäten organisiert man ganzjährig den Leistungsfortschritt. Die notwendig höchste Belastung im Frühjahr ist nur möglich wenn im Herbst dafür die Grundlagen und das Rhythmustraining langfristig aufgebaut und vorbereitet wurden.

Ex- Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange über seine Erfahrungen mit der Nachwuchsarbeit im Schwimmen:

„Junioren-Europameister werden hofiert wie Olympiasieger. Die denken alle, sie sind schon Champions League, überschätzen sich, wie auch viele Trainer. Die meisten Athleten, die hier waren, sind aber nur Landesliga. Sie glauben, sie spielen oben mit, tun sie aber nicht. Die Sportler sind das Ergebnis ihrer Trainer. Ich kenne kein Land, in dem so sehr auf Sportler eingegangen wird wie in Deutschland.“ (BILD 17.8.2016)

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Wer eine Medaille will muss um Gold kämpfen

Gewichtarbeit, die Füße und Körpermitte stärken

Um stärker zu werden und schneller zu Laufen sollten Mittel- und Langstreckler noch einmal über das Krafttraining für die Füße und schlanke, stärkere Muskeln nach-denken. Die Mär das 5000 m oder 3000 m Hindernisläufer kein anspruchsvolles Krafttraining brauchen ist Geschichte und hält sich immer noch hartnäckig. Es ist Zeit den Erfahrungen auch von „außerhalb“ zu folgen, neu zu Denken und das immer noch vorrangig praktizierte Zirkeltraining durch ein schnelleres „UMO“-Ganzkörper-Stationstraining um das „Zentrum und die Füße zu stärken“ - auch mit dem Medizinball - und eine „schwere schnelle Gewichtarbeit mit nur 8-4 Wiederholungen“ (siehe auch LCA vom 6.10.2014) zu praktizieren, wobei in der VP I zunächst 2x pro Woche, in der VP II 3 x 30-40 Min. pro Woche die Bewältigung des eigenen Körpergewichts, später aber auch das 1 ½ fache Ziel sein sollte. Und wenn man dann noch zur Fußkräftigung 2x wöchentlichem Barfuß t r a i n i n g einsetzt, wäre schon in einem Jahr nicht nur der Fortschritt in der Körperstatik sondern auch in der Lauftechnik „unverkennbar“. Wichtig wäre dafür schon im Winter eine neue Basis zu erarbeiten. Wer nicht über die nötige Kraft in der Körpermitte und im Oberkörper verfügt wird nicht in der Lage sein, in einer optimalen Lauftechnik bis ins Ziel zu laufen.

Auf den Weg in die Spitze brauchen Langstreckler nicht nur 160-180 km/Wo sondern nach dem Vorbild von Mo Farah, Galen Rupp und anderen auch noch 4-5 x 1 Stunde/Woche im Kraftraum. Fitness-Coach Mc.Henry berichtete auf einer Fortbildung das Farah und Rupp auch nach zwanzig Kilometer Dauerlauf noch Gymnastik, Balance-Übungen, Medizinball-übungen und Kraft machten um belastbarer zu werden.

Das Training war erst gut wenn die ganze Woche gut war

Nicht nur die großen Muskeln, auch die kleinen tiefliegenden, die bei Verbesserungen im Detail helfen, sind für das Ergebnis bedeutend. Das Auffinden von Schwachstellen des Körpers und deren Beseitigung ist eine bedeutende „Physio“- und Traineraufgabe. Auch die Sicherung von Belastung und Erholung braucht Zeit. Viele Verletzungen in den Beinen haben ihre Ursachen in einer zu schwachen Körpermitte und der Rückenmuskulatur. Wer mehr und intensiver trainiert sollte auch die Maßnahmen zur schnelleren Regeneration, zur Verringerung eines erhöhten Muskeltonus, verstärken, die Erholung und die sportmedizinisch-physiotherapeutische Begleitung einbauen und sich aller 2 Wochen einen Ruhetag für das Nervensystem gönnen. Hochleistungs-training „ohne Physio“ geht gar nicht.

Mehr Beweglichkeitstraining macht „weicher, effizienter“ und vergrößert die Gelenkbeweglichkeit, das mögliche Schrittmaß

Mehr Kraft muss natürlich in Geschwindigkeit umgesetzt werden. Deshalb kommt vor allem für Mittelstreckler, aber auch für die schnellen Langstreckler, dem Schnelligkeits- und Schnelligkeitsausdauertraining im Streckenbereich zwischen 30-300 m eine große Bedeutung zu. Das funktioniert natürlich erst wunschgemäß wenn die Bewegungs-amplituden, die Gelenkbeweglichkeit die notwendig Schrittstruktur ermöglicht. Der Fortschritt über 400 m ist dafür letztendlich der Maßstab. Von Galen Rupp wurde einmal berichtet das er sein Intervalltraining mit maximaler Anstrengung schon mal mit einer 400 m in 51 Sekunden plus einem 100m Lauf in 11 (!) Sekunden abschloss. Und in Rio haben wir gesehen er kann auch Marathon !

Wer jetzt die Frage stellt wie das alles in den nächsten 4 Jahren zu bewältigen sei muss sich zuerst zum echten Leistungssport bekennen, seine Wochen neu organisieren, das alles richtig wollen, die Nebenkriegsschauplätze reduzieren, zwischen normalen Wochen und Gipfelwochen differenzieren, öfter zum Partner-Training in Trainingslagern bereit sein oder auch an mögliche 2-3 TE an den Wochenenden denken. Auch über die Möglichkeit zwischen dem Morgenlauf und dem Abendtraining 2-3 x mittags eine Stunde im Krafttraum die „schwere Kraft“ aufzubauen, um eines Tages den Weltbesten auch in diesem Voraussetzungsbereich folgen zu können, sollte man ernsthaft nachdenken. Vielleicht sollte man für eine solche neue Struktur in den drei ersten Monaten einmal auf Wettkämpfe verzichten. Dafür könnten im Winter einige „schnelle Lauf-TE“ nach der Kraft im Studio auf dem Laufband aushelfen. Mann sollte auch darauf vorbereitet sein das es in den ersten Wochen ungewohnt schwer werden könnte und die Muskeln auch einmal zumachen wenn das Entmüdungsbad oder der Physio danach ausgelassen wurden.

"Talent hilft nur so weit, sagte Mo Farah einmal, wie wir bereit sind es zu nutzen. Wenn man wirklich eine Gold-, Silber oder Bronze – Medaille will muss man hart arbeiten. Jede neue Übung die mich zu einem Bruchteil einer Sekunde besser macht lohnt sich einzusetzen. Meine Botschaft ist: hart trainieren, Ruhe und Erholung, gut essen und schlafen, und gegen die eigenen Schwächen arbeiten“.

“Eliteschulen des Sports sind an Olympia-stützpunkte angebunden: Die besten Nachwuchsathleten können auf diese bewährten Serviceeinrichtungen der Bundeskader zugreifen“ (DOSB)

Fazit und Ausblick 2017 - 2020:

  • Es gibt also Reformbedarf im und für den Leistungssport, auch im DLV - die Grenzen müssen jetzt verschoben werden, in allen Institutionen, auf allen Ebenen. Steht eines Tages das für Hochleistungstraining notwendige Geld und das Fachpersonal für das Training zur Verfügung müssten 3 Aufgaben in den Mittelpunkt: Aufgabe 1: die Struktur für das Hochleistungstraining neu schaffen 2.Talentsuche und Talentausbildung für Spitzenleistungen in den Landesverbänden neu organisieren und durch-setzen, 3. Aufgabe: echte Talente mit mehr Anspruch durch Fachpersonal anders, „leistungszielgerecht“ fördern und fordern. - Nicht länger verwalten, neu gestalten !
  • Es sollten nach den Rio-Ergebnissen nicht die Athleten allein „vorgeführt“ werden. Die Trainer, Cheftrainer, Generäle und Funktionäre beim DLV, in den LV und DOSB und auch die - wie z.B. Hauptsponsor NIKE in den USA - die die materiellen Bedingungen für das Hochleistungstraining in der Vergangenheit nicht zur Verfügung stellten sind am Niedergang der Leichtathletik beteiligt. Es sind nicht nur die gegenwärtigen Strukturen und das Training die z.B. im Laufen nicht mehr zuließen sondern auch das fehlende, nur von Ausnahmen genutzte, mehrjährig aufzubauende Höhentraining, das für alle Ausdauerdisziplinen eine Selbstverständlichkeit sein sollte.
  • Es wäre aber zu einfach die materiellen Bedingungen oder die Bundestrainer allein für die Ergebnisse verantwortlich zu machen. Die über Jahre unbefriedigenden Leistungsfortschritte der Läufer sind auch das Ergebnis der Heimtrainerarbeit, das Wettkampfsystem oder der fehlenden Massagen die sich mehr als bisher an dem Training der Weltbesten orientieren müssten.
  • Deutschland brauchte zeitnah eine „Schulsportrevolution“ - 4 x 90 Min./ Woche und Ernährungslehre z.B. - das bringt auch Gesundheit, Fitness, Leistungsfähigkeit, Talente, weniger Übergewichtige und Intelligenz. Bildung und Erziehung sind Teil der Kultur einer Nation. Sport ist Teil der Bildung und darf nicht länger Privatsache von Eltern und Vereinen sein.
  • Im Kinder- und Jugendsport in den Landesverbänden und in den Sportschulen der Länder werden die Voraussetzungen für die internationale Konkurrenzfähigkeit geschaffen, dabei fängt alles bei einer offensiveren Arbeit der Sportbünde der Länder, Kreise und Gemeinden an. Nachwuchsarbeit mit Anspruch und Scouts wie im Fußball um Talente zu finden wäre eine Lösung.

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Auch für die Jüngsten müssen neue höhere Ansprüche gelten

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  • Der deutsche Sport braucht Bedingungen unter denen echte Talente und die Kader in Sportschulen und den Eliteschulen des Sports auf das Hochleistungstraining vorbereitet werden. Sie dürfen aber nicht nur diesen Namen tragen sondern müssen auch in ihren Ausbildungsinhalten das Hochleistungstraining vorbereiten, damit die so ausgebildeten Schüler danach über Jahre 10-12x pro Woche bzw. 25-30 Std. + 4-5 Std sportmedizinisch - physiotherapeutischer Begleitung trainieren können. Olympische Medaillen schaffen von Fachtrainern in Eliteschulen des Sports und Profi-Trainern in Bundesleistungszentren vorbereitete Athleten.
  • Die Leichtathletik muss mehr als bisher die Eliteschulen des Sports nutzen - mit 4-5 x 2 Std. Grundlagentraining am Vormittag und 5-6x Training am Nachmittag durch hauptamtliche Fachtrainer, vielleicht kombiniert für die Disziplinbereiche: Sprint / Laufen bzw. Mehrkampf / Sprung / Wurf. Die bisherige Wertschätzung dieser wichtigen DOSB - Ausbildungseinrichtungen durch den DLV wird deutlich wenn man sie innerhalb der Verbandsstruktur z.B. auf der Homepage leichtathletik.de / Jugend vergeblich sucht !
  • Die Leichtathletik braucht eine Hochleistungssport-Ausbildungs-Akademie an der Trainer für Spitzenleistungen und Nachwuchsleistungssport ausgebildet, über die international modernen Trainingsmethoden informiert und fortgebildet werden.
  • Die WADA muss neutral, sportpolitisch unabhängig weltweit agieren und darf nicht nur unter amerikanischer oder britischer Führung stehen. Nur wenn die ganzjährigen Dopingkontrollen auf alle Länder ausgedehnt werden können kommt man „sauberen - dopingfreien“ Leistungssport näher. Betrüger sollten 2 Olympiaden oder besser lebenslang gesperrt und bekannte Dopingsünder von deutschen Veranstaltern nicht länger zu Wettkämpfen nach Deutschland eingeladen werden.
  • Deutschland braucht sportinteressierte Politiker in der Regierung und in den Ländern - natürlich auch die aus der Opposition sind herzlich eingeladen, auch wenn viele von ihnen offensichtlich nicht so viel vom sporttreiben halten wie man sieht. Sie müssen die Präsentation einer leistungsfähigen Nation auch durch mehr Sport für unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen wollen und ermöglichen. Das bisherige Desinteresse der Bundeskanzlerin und ihrer Minister wurde durch die Abwesenheit in Rio noch einmal unterstrichen. Es muss ihnen doch peinlich sein der Welt zu demonstrieren wie nach dem Niedergang deutscher Infrastruktur nun auch Olympische Spiele für Deutschlands Regierung unwichtig geworden sind. Vorbild für unsere Kinder und Jugendlichen sollten nicht die sein, die vor allem eine Sportart favorisieren, bei der der Sportlerhandel derzeit bei 120 Millionen pro Person angekommen ist !
  • Seit der Wiedervereinigung um das Jahr 1990 ist die internationale Repräsentation Deutschlands durch Sport innerhalb 6 Olympiazyklen systematisch zurückgegangen, die Medaillen wurden halbiert. Neu ist das kurz vor Rio Sportdirektor Thomas Kurschilgen auch den gesunkenen DLV-Anspruch dadurch deutlich machte das er den Medaillenspiegel als Monstranz bezeichnete und Medaillen keine Auskunft über die Leistungsfähigkeit eines Verbandes gäben. Sicher hätte er sich aber ein positiveres Ergebnis mit mehr als 2 Siegern für die Abt. Olympische Leichtathletik im DLV -gewünscht.

Die Leichtathletik hat 2016 mit 3 Medaillen in Rio einen nicht erwarteten Tiefpunkt erreicht. Hinweise, dass einige Athleten knapp an einer Medaille gescheitert sind sollte man nicht gelten lassen weil Siege und Niederlagen Teil des Hochleistungssports sind und diese Tatsache für alle vorherigen Olympischen Spiele auch gilt !

Fotos: Kiefner, privat, Steininger, Rigal