The need of change

Neue Ideen und Bestrebungen der EAA zur Erneuerung der europäischen Leichtathletik

Marc Osenberg ist Inhaber der Veranstaltungsagentur Osenberg, Stabhochsprungtrainer in Leverkusen und Athleten-Manager bei den Stabis. Als solcher war er beim Kalenderkongress der EAA in Malta dabei und brachte interessante Ideen und Bestrebungen des europäischen Dachverbandes mit nach Hause. Seine Zusammenfassung hat er freunlicherweise www.la-coaching-academy.de zur Verfügung gestellt.

28. Oktober 2007 (Osenberg) - In einem langen Gespräch mit dem derzeitigem Präsidenten der EAA, dem Schweizer Hans-Jörg Wirtz konnte er erfahren, dass mehr als 80% des gesamten Finanzvolumens der Leichtathletik auf der europäischen Schiene läuft. Gleichzeitig wurde aber festgestellt, dass die europäische Leichtathletik auf dem Rückzug ist. Dritte Welt-Athleten, vor allem die aus Afrika, überrollen den einstmals in der Welt führenden Kontinent. Dem will die EAA nun einen Riegel vorschieben und hat dafür einen Ideenkatalog entwickelt. Die Stärkung der europäischen Leichtathletik soll vor allem durch die vier folgenden Punkte erzielt werden:

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Die Veranstaltungspyramide

Dafür will man eine Veranstaltungspyramide innerhalb der EAA schaffen, die genauen, bisher noch nicht definierten Leistungskriterien unterliegt

Meeting-Pyramide

Eins steht aber jedenfalls schon fest. Im gleichen Level sollen immer Athleten/Innen des annähernd gleichen Leistungslevels antreten, wobei geringe Übergänge von ganz oben nach unten gestattet werden sollen.

Die Athletenpyramide

Da aber Athleten/Innen bisher in Europa nicht „katalogisiert“ werden, sondern rein an ihren Bestzeiten gemessen werden, wird ein sogenannter Athletenpass in Erwägung gezogen, in dem ales leistungsmäßig Bedeutsames festgehalten werden soll.

Athletenpyramide

Zusammenführung von Veranstaltungs- und Athletenpyramide

Ein weiterer Vorteil dieses Denksystems wäre, dass bei der Terminierung, bei Meetings unterschiedlicher Levels keine Rücksicht mehr genommen werden müsste. Nach dem Willen der EAA sollen fünf völig verscheidene „Level-Jahrespläne“ mit ihren leistungsgerechten Meetings und dem dazupassenden Athletenpotential entstehen. Je nach Leistung sind Auf- und Abstiege vorgesehen.

Athleten Meeting Flow

Damit würde ein Ligensystem entstehen, wobei die Athleten/Innen immer auf etwa gleich starke Gegner/Innen treffen würden. Eins der Hauptziele ist es, die in einigen Disziplinen überflutende außereuropäische Konkurrenz, teilweise schon bis in die nationale Ebene vorgedrungen, von den europäischen Meetings weitgewhendst fern zu halten und nur mehr eine zahlenmäßig ganz geringe Durchlässigkeit zuzulassen. Somit würden die anderen Kontinente gezwungen sein, ebenfalls kontinentale Veranstaltungspyramiden aufzubauen, um sich nicht auf Kosten der Europäer über die „europäische Levelschiene“ hochzuarbeiten. Sicherlich geht hier die Speerspitze auch in Richtung der von westlichen Managern in Europa gehaltenen drittklassigen afrikanischen Rennställe. Die EAA will jedenfalls die nationale und europäische Meetingebene gegen allzu große Überflutung aus den anderen Kontinenten abschirmen und hofft, dass die eigenen Pflänzchen so eher zu Siegern und Stars heranwachsen können.

Austausch von Athleten - Erdteile

Deutliche Steigerung des Antidopingkampfes

Die EAA setzt auch im Anti-Doping-Kampf auf dieses System. Sowohl im Athletenpass als auch bei den Meetings sollen klar definierbare Kontrollvorgaben gemacht werden. Wer die nicht hat (Athleten) bzw. deren Standard nicht gewähren kann, erhält keine Startberechtigung. Nicht-Europäer, die auf Grund der zukünftigen Durchlässigkeitsregeln in Euroa starten wollen, müssen sich diesem Regularium unterwerfen.
Somit hofft man auch das Medieninteresse auf Grund der steigenden innereuropäischen Chancen auf heimatlichem Terrain enorm steigern zu können.

Positive Effekte für Veranstalter

Marc Osenberg sieht in diesen innovativen Gedanken der EAA vor allem vier positive Effekte für die Veranstalter:

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Fazit für die deutschen Veranstalter

Drei Alternativen für deutsche Veranstalter gibt es nach Ansicht von Marc Osenberg:

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Marc Osenberg sieht die Ausgangslage der deutschen Meetings bisher so:

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Sein Lösungsansatz für die Zukunft wäre dieser:

Lösungsansatz