Leistungspsychologie – wenn Bronze - Silber - Gold die Ziele sind

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© Lothar Pöhlitz – 20. August 2019 - Junge Lauf-Talente kommen zum Training, weil sie besser werden wollen, oft auch weil sie das Gefühl haben, besser sein zu können als andere in ihrem Umfeld. In diesen Momenten ist ihnen wohl noch nicht klar, dass sie das Training wollen müssen, um vor allem die arbeitenden Muskeln ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen und der Körper in Balance am effizientesten arbeitet. Auch wissen sie noch nicht, dass Muskeln nur wunschgemäß diensttun, wenn sie gesund und stark Signale aus dem Gehirn und dem Rückenmark empfangen und die wichtigste Voraussetzung für Siege bei wichtigen Wettkämpfen, bei Meisterschaften, das aufs Podium Wollen ist.

Traineraufgabe ist es ihnen, dem Gehirn zu „lehren“ welche Befehle es wann und wie intensiv geben muss, je früher umso wirkungsvoller. Das heißt Fachwissen, Bewusstmachung und Verbesserung durch regelmäßiges reizwirksames Training aller Systeme, in allen Altersklassen.

Wenn deutsche Läufer „beider deutschen Staaten“ bis 1992 Medaillen auf den verschiedensten Laufstrecken gewinnen konnten bin ich sicher, dass auch heute noch Talente und Trainer unter uns sind, die zu solchen Leistungen fähig wären.

Das Optimum: Hochleistungstraining trifft “Trainer-Psychologen“

Verletzungsprophylaxe vor und nach Training und Wettkämpfen

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© Lothar Pöhlitz* – 6. August 2019 - Vor allem in Phasen hohen Umfangs, in Wettkampfabschnitten oder auch zunehmender Intensivierung kommen sie, die oft nicht nur kleinen Wehwehchen, „die Muskeln machen zu“, die Achillessehne oder der Rücken zwickt oder der Sprit reicht nicht bis ins Ziel. Zu beobachten ist auch das die Ermüdungsfrakturen wieder zugenommen haben. Dabei weiß man, dass gesunde Knochen eigentlich nicht ermüden. Oft werden die Versäumnisse zu spät deutlich und es besteht dringender Handlungsbedarf. Das gilt für alle, für den Nachwuchs, für die die zur WM und zu Olympia wollen und auch für die vielen ambitionierten Senioren, die nicht so selten mehr trainieren als manche unserer derzeit besten.

Bei akuten Muskelverhärtungen im Waden- und Oberschenkelbereich aber auch in der Becken- Nacken- und Rückenmuskulatur empfiehlt sich zuerst eine intensive Massage, die Lösung von Blockaden, die besonders bei Leistungssportlern die wichtigste Behandlung nach eigentlich jeder intensiven Trainingseinheit hätte sein sollen. Aber auch Selbstbehandlungen und optimalere Regenerationsmaßnahmen verhindern Schlimmeres. Am besten ist, wenn es gar nicht dazu kommt und man in seinem Team einen Physiotherapeuten und einen Sportarzt hat.

3000 m – die wichtigste Nebenstrecke für die Bahndisziplinen

 

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© Lothar Pöhlitz – 25. Juli 2019 – Nein, in diesem Beitrag geht es einmal nicht um Spitzenleistungen und die Weltrekorde von Daniel Komen (7:20,67) aus dem Jahre 1996 und den der Hellen Obiri (8:20,68 – aus 2014), der aktuell Weltbesten (nicht um die 8:06.11 von Junxia Wang aus der Gruppe der überführten Chinesinnen aus der Schildkrötenblut - Zeit um 1993, vielleicht erinnern sie sich). Die aktuellen 3000m WR-Leistungen bedeuten für

 

        Männer 30x100 m in 14,7“ / Frauen in 16.6“ ohne Pausen   

Die Bedeutung einer unterstützenden individuellen 3000 m Leistung für die Olympischen Laufstrecken 1500 m, 3000 m Hindernis, 5000 m und 10000 m wird unterschätzt. Besonders in der Nachwuchsausbildung ist diese Strecke wichtig.

Zunächst wären die bisher besten Leistungen (Stand 1.6.2019) von Dieter Baumann (1998) und Konstanze Klosterhalfen (2017) ansprechende Ziele:

            3000 m 7:30,50 Dieter Baumann (TSV Bayer Leverkusen) 

            3000 m 8:29,89 Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen)

Nun verbesserte „Koko“ Klosterhalfen am 30.6.2019 als Zweite in einem stark besetzten Frauen 3000er in Stanford / USA mit 8:20,07 den Deutschen Rekord um knapp 10 Sekunden ! Sicher sind für Trainer und Athleten die Zwischenzeiten interessant: 32,1 – 67 – 67,8 - 68,5 - 68 – 66,4 – 65,8 – 64,4, dabei waren die letzten 1000 m um 2:43 Minuten die schnellsten !

Das Ziel des Trainings in den leichtathletischen Ausdauerdisziplinen besteht darin, die unterschiedlich langen Wettkampfstrecken in einer möglichst kurzen Zeit, bei einem möglichst geringem Geschwindigkeitsverlust in den Endphasen, zu absolvieren. Dafür muss die Erhöhung der Reizwirksamkeit des Trainings vor allem in den Intensitätsbereichen bis 10 % oberhalb und unterhalb des angepeilten Renntempos im Mittelpunkt stehen. Der entscheidende Trainingsbereich liegt dafür zwischen 95-105 % vom Renntempo.

Läufer auf das Olympia – Klima in Tokyo 2020 optimal vorbereiten

Wer in Tokyo erfolgreich sein will muss mehr tun um schnell zu laufen

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© Lothar Pöhlitz* – 8. Juli 2019  - Im Mittel-, Langstrecken- und Marathonlauf können das Klima, außergewöhnliche, ungewohnte Außentemperaturen, die Sonneneinstrahlung, Ozon, der Wind und die Luftfeuchtigkeit bei Wettkampfhöhepunkten wie EM, WM oder OS einen großen, vor allem negativen Einfluss auf die Laufleistungen haben.

Nun finden die Spiele der XXXII. Olympiade vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 - in Tokyo statt und man weiß natürlich heute noch nicht welche Bedingungen am Wettkampftag herrschen werden, auch wenn die Starts auf der Straße morgens früh stattfinden:

      bei evtl. auch hoher Luftfeuchtigkeit um die 30° C

Das Thermometer steigt dort auch schon mal bis auf über 37 Grad; zudem ist es feucht, sehr feucht. Es wurden Luftfeuchtigkeiten um 70 % vorausgesagt. Der japanische Sommer war schon immer heiß. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Klima noch verschärft. Die Hitze setzt zudem immer früher ein, manchmal schon Anfang Juli. Auch darauf muss man vorbereitet sein.     

Das bedeutet für alle Bahndisziplinen, besonders aber für die 10000m- und den Marathon sich auf die Rennen in Tokyo 2020, wenn auch die Marathon-Startzeiten für 6 Uhr morgens neu festgelegt wurden, sich auf ein solches Sommerklima längerfristig, als auch kurzfristig konzentriert, unter Einbeziehung von leistungssporterfahrenen Fachärzten –vorzubereiten.

Ein Denkmodell: „ohne uM“ international konkurrenzfähig SCHNELLER LAUFEN WOLLEN - die Agenda für alle Altersklassen

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© Lothar Pöhlitz* - 27. Juni 2019 – Viele können sich noch erinnern, Deutschland konnte schon einmal Medaillen, 82 bei den OS 1992. In der Zeit des kalten Krieges West gegen Ost gehörten auch „a l l e Leichtathleten“ – immer angezweifelt - zu den Guten in der Welt. Auch wenn sie sich gegenseitig „uM“ - Doping (unterstützende Mittel) unterstellten, wissen wir heute, dass das anabolica-Doping von damals zwar wirksam, aber viel weniger war, als die inzwischen 5-7 oder mehr genutzten Medikamentenkombinationen, die allen Sportarten und allen Körper-Systemen voran helfen. Sie wurden damals von Lance Armstrong öffentlich und ehrlich bekannt. Leider muss man davon ausgehen, dass man „s i e und andere“ auch heute noch besiegen muss, auch die Gedopten oder die Überführten nach zu kurzen Sperren – wie M.J. Sundby oder Therese Johaug aus Norwegen im Skilanglauf – die bei der Ski-WM 2019 siegten, wie vor ihrer Sperre.

            Wir wissen nicht, wie viele der Olympia-, WM- oder EM-Teilnehmer bzw. der Medaillengewinner in der Vergangenheit gedopt waren. Es bleiben   Verdächtigungen und Vermutungen. Die Lösung für die Zukunft wäre unseren begabten deutschen Athleten und Trainern für dopingfreie Leistungen „ersatzweise“ die dafür notwendigen Zeit-, Trainings- und Trainer - Bedingungen zur Verfügung zu stellen wie sie seit Jahren den Profis in der Welt Medaillen ermöglichen.

            Es gibt keine Wunder in wenigen Monaten – es gibt nur kontinuierliche, langfristige, systematische Arbeit. Dabei bedeutet üben oft wiederholen, immer wieder.